Ministerin Gebauer plant den Regelbetrieb

  • Ja und wer weiß, was in den Sommerferien noch kommt. Kurz vorher wird bestimmt entschieden, dass wir auch NOtbetreuung anbieten müssen......

  • Ja und wer weiß, was in den Sommerferien noch kommt. Kurz vorher wird bestimmt entschieden, dass wir auch NOtbetreuung anbieten müssen......

    Müsst ihr nicht? Ich frage mich ja immer, warum Schüler in den Ferien betreut werden müssen, ist doch jetzt ziemlich ruhig. Wahrscheinlich geben manche Eltern ihren Urlaub zurück, weil man sowieso nicht dahin kann wo man wollte und lassen die Kids von uns betreuen.

  • Hier in Bayern wird das vom Kultusministerium schon als möglich eingestuft - also Notbetreuung in den Sommerferien. Kann noch kommen!

  • Ich frage mich ja immer, warum Schüler in den Ferien betreut werden müssen, ist doch jetzt ziemlich ruhig.

    Es gibt bestimmt noch Branchen, die Corona-bedingt Überstunden fahren. Ich würde jetzt z.B. mal die Dräger-Werke vermuten, die Beatmungsmaschinen herstellen.

    Darüber hinaus kann auch ein Bedarf entstehen, wenn die normalen sozialpädagogischen Angebote eingeschränkt bleiben. Stichwort 'Ferienspiele'. Die fangen ja sonst den regulären Ferienbetreuungsbedarf auf. Wenn die keine oder nur noch begrenzt Kinder betreuen dürfen, dann werden mehr Angebote benötigt.


    Aus politischer Sicht kann man dann noch überlegen, ob man den von ihren eigenen Kindern überlasteten Eltern eine Auszeit ermöglichen will... Naja...

    Erholungsbedarf hat da sicher der eine oder andere.

  • Die Ersatzschulen haben ein paar Infos aus dem Ministerium erhalten (betrifft vornehmlich weiterführende Schulen), die zwei hier dürften aber für die meisten Schulen relevant sein (wär komisch, wenn wir das machen sollen, der Rest aber nicht):

    - Normalbetrieb nach den Sommerferien, dabei wird die Möglichkeit von Samstagsunterricht in Betracht gezogen um den fehlenden Unterricht aufzuholen

    - keine Notbetreuung in den Sommerferien, es wird aber die Möglichkeit von "pädagogischen Kompensationen" in den Sommerferien in Betracht gezogen, um fachliche Lücken aufzuholen

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Erholungsbedarf hat da sicher der eine oder andere.

    Ja, wir Lehrer. Osterferien komplett Notbetreuung, Pfingstferien 1 Woche. Dann das ganze Material fürs Homeschooling für die nächste Zeit planen und bereitstellen, Notbetreuung, Zeugnisberichte schreiben. Jetzt auch noch keine richtigen Sommerferien? :ohh:

    Die Kinder, die in den Ferien zu uns kommen sind meist die Kinder von Ärzten aus zur Zeit schlecht besuchten Arztpraxen oder vom mobilen Pflegedienst, die ihre ganz normalen Zeiten Arbeiten. Frage mich, was sie sonst mit den Kindern gemacht hätten, ohne Corona bedingte Notbetreuung.


    Dass wir vllt. evtl. auch irgendeinen Urlaub gebucht haben könnten, ist wohl kein Problem für diejenigen, die das anordnen.

  • Die Ersatzschulen haben ein paar Infos aus dem Ministerium erhalten (betrifft vornehmlich weiterführende Schulen), die zwei hier dürften aber für die meisten Schulen relevant sein (wär komisch, wenn wir das machen sollen, der Rest aber nicht):

    - Normalbetrieb nach den Sommerferien, dabei wird die Möglichkeit von Samstagsunterricht in Betracht gezogen um den fehlenden Unterricht aufzuholen

    - keine Notbetreuung in den Sommerferien, es wird aber die Möglichkeit von "pädagogischen Kompensationen" in den Sommerferien in Betracht gezogen, um fachliche Lücken aufzuholen

    Kann man das irgendwo nachlesen?

  • Brick in the wall: Wenn ich die Kommunikation zwischen unserem Träger und dessen Schulen veröffentliche, kriege ich ziemlich sicher eins auf den Deckel, die Infos kommen aber direkt von der Spitze des MSB. Andererseits weiß man da auch nie, welche Halbwertszeit solche Überlegungen haben.

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  • - Normalbetrieb nach den Sommerferien, dabei wird die Möglichkeit von Samstagsunterricht in Betracht gezogen um den fehlenden Unterricht aufzuholen

    Den Unterricht auf mehr Wochentage zu verteilen, brächte da ja nichts. Alos geht s um mehr Stunden. Ja, die Köpfe der Lernenden sind beliebig flexibel. Da kann man einfach mehr 'reinstopfen. Meht Stunden heißt, dass mehr Lehrer gebraucht werden oder die vorhandenen massiv Überstunden machen müssten. Die müssten ja auch irgendwann ausgeglichen oder bezahlt werden. Mal abgesehen davon, dass das eine erheblich Belastung für die Kollegen wäre. Wie lange die das durchhalten, ohne dass die Krankheitszahlen durch die Decke gehen, wird man ja sehen. Wenn ich mehr Unterricht halten muss, wird die einzelne Stunde aber auch nicht besser...


    Das ist nicht zu Ende gedacht.


    Aber schön zu wissen, dass etwas "aufgeholt" werden muss. Die Landesregierung hat ja mächtig viel Vertrauen zu dem Fernunterricht, den wir gehalten haben. Das klang zu Beginn der Krise noch ganz anders. Aber so habe ich mir's gedacht. Wir reißen uns das Gesäß auf, setzen private Technik ein, um den Laden am Laufen zu halten, und zu Belohnung gibt es auf die Fresse - mit Anlauf.

    - keine Notbetreuung in den Sommerferien, es wird aber die Möglichkeit von "pädagogischen Kompensationen" in den Sommerferien in Betracht gezogen, um fachliche Lücken aufzuholen

    Also weniegr Ferien. Das brauche wir dringend, nachdem hier jetzt echte Leute auf dem zahnfleisch kriechen. Zusammen mit der obigen Maßnahme ein prima Konjunkturpakte für Ärzte und Rehakliniken.


    Aber schön zu wissen, dass etwas "kompensiert" werden muss. Die Landesregierung hat ja mächtig viel Vertrauen zu dem Fernunterricht, den wir gehalten haben. Das klang zu Beginn der Krise noch ganz anders. Aber so habe ich mir's gedacht. Wir reißen uns das Gesäß auf, setzen private Technik ein, um den Laden am Laufen zu halten, und zu Belohnung gibt es auf die Fresse - mit Anlauf.

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  • O. Meier

    Ich habe zwei Kinder an zwei verschiedenen Schulen. Dass sich LehrerInnen den Ar*** aufgerissen hätten, kann ich nur im Einzelfall bestätigen. Von den meisten KollegInnen gab es lapidar Arbeitsblätter noch und nöcher - in der Regel Kopiervorlagen. Von den Nebenfachlehrern haben wir seit Wochen nichts mehr gehört - da kommt gar nichts. Und persönliche Ansprache, Telefonate etc. gab es auch fast nicht. Da wurde lapidar gesagt, dass die Schüler ja mal anrufen könnten. Vom Gymnasium wurde kein Material eingesammelt oder angefordert - mittlerweile ist die Schulpflegschaftsvorsitzende involviert, weil es reihenweise Beschwerden gab.
    Ich wage zu behaupten, dass ein nicht unerheblicher Teil der Lehrerschaft sich zu Corona-Zeiten vor dem Wiederbeginn der Beschulung einen sehr schlanken Fuß gemacht hat. Dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt Präsenz- und Distanzunterricht zur gleichen Zeit inklusive Abiturkorrekturen mitunter zu viel des Guten sind, kann ich verstehen - das war auch hier stellenweise zu lesen. Aber dass sich die Lehrerschaft kollektiv stark engagiert hätte während des Ruhens des Unterrichtsbetriebs, das wage ich sehr stark zu bezweifeln.

    Auf der Basis meiner Erfahrungen mit den LehrerInnen meiner Söhne hätte ich im Stillen auch kein Vertrauen in den Fernunterricht durch meine Lehrkräfte, wenn ich Schulminister wäre...

  • Gibt sicher beides.

    Allerdings finde ich die Forderungen vieler Eltern nicht zuende gedacht. Bei uns haben Eltern gefordert, dass wir jede Woche die Ergebnisse der Schüler einfordern und korrigieren und Unterricht per Zoom geben. Dabei ist denen aber nicht klar, dass an einer weiterführenden Schule jeder Kollege zwischen 100 und 240 SuS hat. Wenn man das jede Woche mit allen Kursen machen möchte und dazu auch noch Pläne und Anleitungen schreiben muss und dazu noch die eigenen kleinen Kinder zu Hause herumspringen hat (und noch Abiturprüfen und ZAPs), ist das einfach unmöglich.


    (Von Zoomkonferenzen ganz abgesehen, wenn wir schon in einer Kollegenkonferenz mit zehn Mann alle das Bild abschalten müssen, damit auch der Teilnehmer aus dem Peripherie-Dorf ohne Breitband teilnehmen kann.)

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • dass ein nicht unerheblicher Teil der Lehrerschaft sich zu Corona-Zeiten vor dem Wiederbehinn der Beschulung einen sehr schlanken Fuß gemacht hat.

    ... und die werden sich auch bei den Ausgleichsangeboten verpissen. Als redlicher Lehrer muss man da höllisch aufpassen, dass man nicht unter die Räder kommt, wenn unser Dienstherr in seiner Fürsorge die Kollektivstrafen verhängt.


    Aber vielen Dank für den Blick aus der Distanz der Schulaufsicht.

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Gibt sicher beides.

    Allerdings finde ich die Forderungen vieler Eltern nicht zuende gedacht. Bei uns haben Eltern gefordert, dass wir jede Woche die Ergebnisse der Schüler einfordern und korrigieren und Unterricht per Zoom geben. Dabei ist denen aber nicht klar, dass an einer weiterführenden Schule jeder Kollege zwischen 100 und 240 SuS hat. Wenn man das jede Woche mit allen Kursen machen möchte und dazu auch noch Pläne und Anleitungen schreiben muss und dazu noch die eigenen kleinen Kinder zu Hause herumspringen hat (und noch Abiturprüfen und ZAPs), ist das einfach unmöglich.


    (Von Zoomkonferenzen ganz abgesehen, wenn wir schon in einer Kollegenkonferenz mit zehn Mann alle das Bild abschalten müssen, damit auch der Teilnehmer aus dem Peripherie-Dorf ohne Breitband teilnehmen kann.)

    Das halte ich aus Lehrerperspektive auch als Argument dagegen.
    Zwischen 1000% und annähernd 0% gibt es jedoch eine gewisse Bandbreite - und die wird von Elternseite wie auch von Lehrerseite offenbar gerne ausgeblendet.

  • Nein, das war mein Blick als Vater zweier schulpflichtiger Kinder

    Prima Datengrundlage. So stelle ich mir das vor an den Stammtischen.

    und als Lehrer, der um die Hintergründe weiß.

    In welchem Hintergrund warst du denn tätig während der Krise?

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  • Ich kann gerne meine Meinung als Klassenlehrer dazu abgeben, was ich vom Fernunterricht mancher Kollegen halte. Alternativ haben wir aber gerade an der Schule auch eine Umfrage bei Schülern und Eltern laufen, die sind eher deckungsgleich mit dem was Bolzbold schreibt: Einige Lehrer haben extrem viel gemacht, andere haben sich quasi in Luft aufgelöst...

    If you look for the light, you can often find it.
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