Verschlampte Schulaufgabe - Walk of Shame

  • Wir müssen auch immer 3 Arbeiten (eine der besten, eine der schlechtesten, eine die ungefähr im Schnitt liegt) vorlegen. Entweder beim SL, oder bei Fächern von denen er wirklich gar keine Ahnung hat, beim Fachvorsitzenden. Aber das ist sicher weniger streng, als in BY und auch nicht an jeder Schule so.

  • Das würd e mich aber auch mal interessieren: Was passiert denn, wenn die Arbeiten zu gut ausfallen? Ich habe bislang nur Schnitte von 2,9 bis 3,7.

  • Da in meiner mobilen Zeit rumgekommen bin, hab ich das schon mehrmals mitbekommen. Man muss allerdings zwischen Haupt- und Nebenfächer unterscheiden. In Sportler- oder Musikerklassen kommt es schon öfters vor, dass eine praktische Note oder eine Ex mit einem Durchschnitt von 1, rauskommt. In der Regel reicht dabei ein Gespräch mit der Fachbetreuung, die schaut sich die Ex bzw. die Bewertungskriterien an und winkt die Arbeiten meistens durch. Ich habe aber auch schonmal die Art von Kollegen erlebt, die gute Noten gerne inflationär vergibt. Da gibt es natürlich Unmut, wenn in der Abschlussprüfung die 6 in Mathe mit der 1 in Reli ausgeglichen werden kann. Die wurden ebenfalls zur SL zitiert, aber geändert hat sich nichts..

    Hatte selbst einmal in der 8.ten Klasse im Ref einen 2,4 Schnitt in einer Schulaufgabe. Das war aber etwas unglücklich, da Geometrie mit Daten & Zufall (und auch noch Baumdiagramm par excellence) zusammengefallen ist, da alle andere Themen schon behandelt worden sind. Gerechnet wurde da also gar nichts. Zitat Fachbetreuer: Die dürfen auch einmal eine gute Note bekommen, wenn schonmal gelernt wird.

  • Da in meiner mobilen Zeit rumgekommen bin, hab ich das schon mehrmals mitbekommen. Man muss allerdings zwischen Haupt- und Nebenfächer unterscheiden. In Sportler- oder Musikerklassen kommt es schon öfters vor, dass eine praktische Note oder eine Ex mit einem Durchschnitt von 1, rauskommt. In der Regel reicht dabei ein Gespräch mit der Fachbetreuung, die schaut sich die Ex bzw. die Bewertungskriterien an und winkt die Arbeiten meistens durch. Ich habe aber auch schonmal die Art von Kollegen erlebt, die gute Noten gerne inflationär vergibt. Da gibt es natürlich Unmut, wenn in der Abschlussprüfung die 6 in Mathe mit der 1 in Reli ausgeglichen werden kann. Die wurden ebenfalls zur SL zitiert, aber geändert hat sich nichts..

    Hatte selbst einmal in der 8.ten Klasse im Ref einen 2,4 Schnitt in einer Schulaufgabe. Das war aber etwas unglücklich, da Geometrie mit Daten & Zufall (und auch noch Baumdiagramm par excellence) zusammengefallen ist, da alle andere Themen schon behandelt worden sind. Gerechnet wurde da also gar nichts. Zitat Fachbetreuer: Die dürfen auch einmal eine gute Note bekommen, wenn schonmal gelernt wird.

    Das heißt, bei zu guten Leistungen muss man zur Schulleitung? Oder nur in den Hauptfächern? Das kann ja sicher je nach Fach unterschiedlich sein.

    Da steht glaub ich noch was von Lehrern, die zu gut bewerten, oder? Falls ja, dazu gehö re ich nicht :D

  • :ohh: Und ich muss(te) meine Kinder immer zwingen, ihre Klassenarbeiten doch vom Boden aufzuheben und zu Hause in einem Ordner zu sammeln! Unterschrift hat auch keinen interessiert (Gymnasium). In der Grundschule dagegen müssen wir die Arbeiten sammeln und 2 Jahre aufheben. Langsam bekomme ich das Gefühl, das GY meiner Kinder ist ein bissel schlampig.


    Also, ich würde mich als Lehrer schon irgendwie kontrolliert fühlen, bzw. so, als hätte man kein Vertrauen.

    Ebbes isch emmer.


    Wenn man nicht immer alles weiss, nervt man sich unter Umständen weniger. (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun)

  • Ja, genau, am Gymnasium in BY muss man bei einem Schnitt besser als 2,20 oder schlechter als 4,20 zuerst zur Fachbetreuung - die schaut, ob das Niveau dem entspricht, was in der Klassenstufe / zu dem jeweiligen Thema erwartet werden sollte - und dann zur Schulleitung.


    Ich musste noch nie Arbeit eine besser als 2,20 genehmigen lassen (war aber auch schonmal nah dran), im Fach Französisch in der Mittelstufe aber durchaus auch mal schlechter als 4,20. Da war es aber offensichtlich, dass es an Faulheit oder fehlendem Grundwissen lag und sie wurden genehmigt...

  • Ja, genau, am Gymnasium in BY muss man bei einem Schnitt besser als 2,20 oder schlechter als 4,20 zuerst zur Fachbetreuung - die schaut, ob das Niveau dem entspricht, was in der Klassenstufe / zu dem jeweiligen Thema erwartet werden sollte - und dann zur Schulleitung.


    Ich musste noch nie Arbeit eine besser als 2,20 genehmigen lassen (war aber auch schonmal nah dran), im Fach Französisch in der Mittelstufe aber durchaus auch mal schlechter als 4,20. Da war es aber offensichtlich, dass es an Faulheit oder fehlendem Grundwissen lag und sie wurden genehmigt...

    Ähm ... bei 2,20? Falls das da steht, wäre das ja eigentlich nicht schlecht, schließlich fndet dann nochmal eine Kontrolle statt ,ob da nicht zu gut bewertet wurde.

  • Schlechter als 4,2 ist bei uns in manchen Bildungsgängen die Regel. Meistens liegt es zwischen 4,7 und 5,0. Das interessiert die SuS aber überhaupt nicht. Die meisten archivieren die Arbeiten noch nicht mal. Ich glaube, die SL hätte den ganzen Tag nichts anderes zu tun, müsste sie die Arbeiten gegenprüfen.

  • Schlechter als 4,2 ist bei uns in manchen Bildungsgängen die Regel. Meistens liegt es zwischen 4,7 und 5,0.

    Wow, das ist aber frustrierend, oder? Ich merke gerade wieder, wie wenig wir an der Förderschule mit richtiger Notengebung zu tun haben.

    Wir müssen auch bei bestimmten Schnitten (zu gut / zu schlecht) erst zur Fachbetreuung, dann zur Schulleitung. Bei Stegreifaufgaben und Schulaufgaben.

    Und was passiert dann?

  • Und was passiert dann?

    Im Normalfall nichts. Sie schauen die Arbeit kurz an, stellen fest, dass sie regulär gestellt ist und die Schüler gut/schlecht gelernt haben.

    Dann wird die Arbeit normal raus gegeben und bewertet.


    In (seltenen) Problemfällen, wird dann beraten, was man machen könnte.

  • Danke, fossi74 ! Ich musste mich jetzt mit den genannten Begriffe tatsächlich erstmal über "Tante Googgel" vertraut machen :-) Die habe ich wirklich mein Lebtag noch nicht gehört... Verstehe ich das jetzt richtig, dass in Bayern JEDE Klassenarbeit noch einmal von einer/einem Fachkollegin/kollegen oder der Schulleitung durchgeschaut wird? Der Sinn dahinter erschlie0t sich mir gerade nicht. Vielleicht können die User*innen aus Bayern mich dahingehend bitte mal aufklären!


    An meiner Schule werden die Klassenarbeiten entweder von den SuS selbst gesammelt oder von den einzelnen KuK nach der Rückgabe wieder eingesammelt. Meist haben die SuS einen Schrank in ihrem Klassenraum, in dem sie eine Klassenarbeitsmappe oder eine schmalen Ordner aufbewahren können, wo die KA nach Rückgabe eingeheftet werden. Alle Arbeiten müssen am Schuljahresende von den Klassenlehrer*innen eingesammelt und zur Archivierung ins Sekretariat gebracht werden. Wenn aber mal eine Klausur verlorengeht (egal ob beim Lehrer oder beim Schüler) ist das halb so wild. Würde ja auch gar niemandem auffallen...

    Whaat?! Selbst diese praktik ist mir völlig fremd und der sinn dahinter für mich schleierhaft:gruebel: ich geb die arbeiten zurück und die schüler schmeißen sie idR zügig in die tonne. Oder ich werfe sie in die tonne, wenn sie nicht zeitnah geholt werden:weissnicht:wofür hebt man die säuberlich im klassenschrank auf? Die Noten habe ich doch in meiner Liste. Oder bin ich einfach zu sehr gewöhnt, dass klassenarbeiten so mies sind, dass man sie besser schnell verschwinden lässt:lach:

  • Um auch mal eine Lanze für das in der Tat (und zwar für alle Beteiligten) sehr nervige System [1] zu brechen: Es sorgt immerhin dafür, dass zumindest an einer Schule ein halbwegs gleiches Anforderungsniveau herrscht und dass die Korrekturen halbwegs ordentlich ausgeführt werden. Bei manchen Kollegen ist das sehr nötig.


    [1] Schier unglaublich ist allerdings die Diskrepanz zwischen theoretisch (Aufgaben und ggf. Punkteschlüssel und Erwartungshorizont nochmal ausdrucken, Arbeiten dazulegen und auf dem schuleigenen Umschlagbogen Klasse und Datum eintragen) und praktisch dafür benötigter Zeit.

    Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen.

  • Und was passiert dann?

    Genau, im Normalfall nichts, sofern festgestellt werden konnte, dass die Leistungserhebungen nach den gängigen Regelungen (Aufgabenformat) und entspr. der Anforderungen des Faches in dieser Jahrgangsstufe gestellt wurde. Bei zu schlechten Schnitten wurde bei mir immer festgestellt: Die SuS haben zu wenig gelernt - da fehlten im Lückentext die Vokabeln, die zu lernen auf waren oder die Zeitformen stimmen vorn und hinten nicht, dabei sind die lange bekannt.


    Probleme gäbe es in meinen Fächern an meiner Schulart in meinem Bundesland (ist ja überall anders... :P), wenn ich z.B. in einer Art Tabelle die Vokabeln von Deutsch in die Fremdsprache und umgekehrt eintragen ließe und dann ein Schnitt besser als 2,20 rauskäme. Mal ganz abgesehen davon, dass das kein zulässiges Aufgabenformat ist (es würde aber bei einem normalen Schnitt erstmal keiner mitbekommen)...

  • Bei uns wird auch drübergeschaut, eine gute, eine mittlere und eine schwache Arbeit, dazu der Erwartungshorizont...geht einfach darum, dass die Schulleitung schon im Vorfeld Bescheid weiß (bei einem Schnitt mit 4,x kommen bei uns ziemlich sicher irgendwelche Eltern an und dann schadet es nicht, wenn die SL direkt sagen kann "hab ich gesehen, war eine angemessene Arbeit, sollen die pubertären Genies halt mal lernen"). ;)

    Den Sinn der Aufbewahrung verstehe ich allerdings auch nicht ganz. Wenn die Eltern einen Widerspruch einlegen und die Klassenarbeit als Begründung ranziehen wollen, müssen sie die ja als Beweis ranschaffen, in allen anderen Fällen gilt die Aussage des Lehrers doch als vertrauenswürdigere Beweisgrundlage,..

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Whaat?! Selbst diese praktik ist mir völlig fremd und der sinn dahinter für mich schleierhaft:gruebel: ich geb die arbeiten zurück und die schüler schmeißen sie idR zügig in die tonne. Oder ich werfe sie in die tonne, wenn sie nicht zeitnah geholt werden:weissnicht:wofür hebt man die säuberlich im klassenschrank auf? Die Noten habe ich doch in meiner Liste. Oder bin ich einfach zu sehr gewöhnt, dass klassenarbeiten so mies sind, dass man sie besser schnell verschwinden lässt:lach:

    Nur mal theoretisch, falls ein Schüler mit seiner Benotung unzufrieden ist, die Arbeit aber nicht mehr auffindbar ist, weil du sie schon weggeworfen hast, was passiert dann?

    Oder ein Schüler reicht am Endecdes Jahres eine Bestätigung ein, dass er LRS hat, wie werden dann die bereits geschriebenen Arbeiten nachkorrigiert?

    Das sind alles Gründe, weshalb Arbeiten bei uns archiviert werden.


    Seltsam, dass Kolleg*innen in Bayern regelmäßig von anderen Kolleg*innen kontrolliert werden müssen.

    Ich kenne es ja nicht anders und hatte nie direkt das Gefühl der Kontrolle.

    Aber das kann natürlich bei gewissen Schulleitungen anders sein.

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