Fühle mich alleine in der Seminargruppe

  • Hallo ihr Lieben,

    seit kurzem bin ich endlich im Referendariat. Meine Schule gefällt mir ausgesprochen gut und meine Betreuungslehrkraft ist einfach super!


    Die letzten Tage, hatten wir Seminar. Dort waren erstmal wir "Erstis" unter uns.

    Glücklicherweise sind meine Mit-Referendarinnen eigentlich ganz nett. Bis auf ein Mädchen. Ständig drängt sie sich in den Mittelpunkt. Hat eine schrille und für mich unangenehme Stimme.

    Dieses Mädchen ist leider auch noch an der selben Schule wie ich und somit sehen wir uns sehr oft.


    Tatsächlich bin ich scheinbar die Einzige, die dies so empfindet. Denn die anderen finden sie wohl sympathisch.


    Eigentlich wäre das ja gar nicht sooo dramatisch..... Aber, ich fühle mich noch dazu irgendwie alleine im Seminar.

    Auch wenn ich mich mit den anderen gut verstehe, habe ich ständig das Gefühl, dass wir menschlich nicht wirklich zusammenpassen.


    Das finde ich total schade. Bisher habe ich immer gute Erfahrungen an der Uni oder im Praktikum gemacht.

    Meist waren mehrere Leute im Kurs, mit denen ich auf einer Wellenlänge lag.


    Noch dazu hat das besagte Mädchen, eine sehr gute Freundin in der Gruppe unserer zweijährigen.

    Außerdem merke ich, dass sie mich auch nicht wirklich sympathisch findet.


    Meine Sorge ist nun, dass ich aufgrund dessen zum Außenseiter werde.

    Gerade weil ich eben merke, dass sie mich auch nicht berauschend findet.


    Nächste Woche lernen wie die zweijährigen kennen und sind dann mit diesen zwei Mal die Woche im Seminar.


    Ich bin gerade einfach ängstlich und unsicher. Außerdem habe ich das Gefühl, ich bin die Einzige, der es so geht.

    Von allen anderen höre ich immer nur wie toll ihre Gruppe doch ist!


    Mir ist bewusst, dass ihr mir nicht konkret weiterhelfen könnt. Aber vielleicht habt ihr ja doch ein paar Worte für mich oder sogar ähnliches erlebt.


    Herzliche Grüße

    WeihnachtsMorgen

  • Mädchen

    Komisch - an meinem Studienseminar lag die Frauenquote bei den Referendaren wie üblich bei ca. 70%. Mädchen gabs damals aber nur in der Schülerschaft.

    Gruppe unserer zweijährigen

    ??


    Sorry, mein innerer Diplomat ist schon im Wochenende...

    Klingt irgendwie ziemlich nach Kindergarten, was Du schreibst. Mach Dir lieber Gedanken um Deine Ausbildung und nicht darum, ob das It-Girl der Gruppe Dich mag oder nicht. Wer Dich mögen sollte, sind Deine Ausbilder. Aber das scheint ja nicht das Problem zu sein.

    Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen.

  • Huhu,


    ich bin bei sowas recht unemotional. Tut mir Leid. Du sollst professionell mit den Leuten umgehen und zusammen arbeiten können. Ihr müsst weder Freunde werden noch eure Freizeit miteinander verbringen. Konzentriere dich auf dich und dein berufliches Weiterkommen. Sei freundlich und verhalte dich authentisch und korrekt. Du machst das um (später) deine Brötchen damit zu verdienen, nicht um darin dein Lebensglück zu finden. Trenne sauber zwischen beruflich und privat. Suche dir ein Hobby zum Ausgleich und lege großen Wert darauf, dich auch neben eines Vollzeitjobs regelmäßig mit deinen Freunden zu treffen.


    Auf diese Art und Weise wirst du locker flockig durch‘s Berufsleben kommen. Alles Gute!


    Mrs Pace

  • Ich hab zu keinem aus dem Ref mehr Kontakt, man ist halt zufällig zusammengewürfelt und nach 1 oder 2 Jahren geht man auseinander. Konzentrier' dich auf die Schule und gut is.


    Der Begriff "Mädchen" suggeriert aber, dass du noch nicht im Berufsleben angekommen bist, kann das sein? Du bist jetzt die Lehrerin von ganzen Kinderscharen und kein Mädchen/Junge mehr :)

  • Ich gebe euch allen dreien Recht. Zur Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass neue Referendare mitunter wirklich sehr jung und tatsächlich "Mädchen" sind, also für mich. Ich bin gerade dabei, eine dritte Tochter zu "adoptieren", unsere Referendarin. Ich bin gar nicht ihre Mentorin. Sie ist sehr schüchtern und unsicher und rennt mir nach. Fragt, wie ich das mache, obwohl ich gar nicht ihr Prüfungsfach studiert habe. Sie ist im Alter meiner Töchter und ich springe darauf an, fühle mich eigentlich ganz gut dabei.


    In einem neuen Kollegium kann man sich auch als alter Hase allein und nicht dazu passend fühlen. Authentisch bleiben, es finden sich immer Leute, mit denen man gut kann. Man muss aber nicht mit allen dicke Freundschaft schließen. Es dauert etwas. Eingespielte Kollegien sind manchmal träge. Mit der Seminargruppe kann es auch noch besser werden.

    Ebbes isch emmer.


    Wenn man nicht immer alles weiss, nervt man sich unter Umständen weniger. (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun)

    Einmal editiert, zuletzt von Zauberwald ()

  • Trenne sauber zwischen beruflich und privat.

    Das muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden, finde ich! Ich bin damals mit meinen "Mit-Refis" (Damen und Herren) aus dem Englischseminar, die im selben Jahrgang waren, richtig gut zurechtgekommen. Wir haben uns während des Ref auch oft privat getroffen und treffen uns noch immer - mittlerweile 17 Jahre nach Referendariatsende - meist einmal im Jahr (obwohl wir an unterschiedlichen Orten in Niedersachsen wohnen). Auch mit einigen meiner KuK treffe ich mich privat und bin mit einigen befreundet (bei einer Kollegin, die ich allerdings schon einige Monate kannte, bevor sie bei uns an der Schule anfing, war ich sogar Trauzeugin).

    Nichtsdestotrotz bin ich auch der Meinung, WeihnachtsMorgen , dass du nicht unbedingt mit deinen Mit-Refis gut Freund sein musst. natürlich auch nicht mit derjenigen, die ebenfalls an deiner Schule ist. Ihr müsst evtl. das eine oder andere Mal zusammenarbeiten, aber ansonsten musst du dein Ref alleine "durchziehen".

    Von mir auch noch einmal die Frage, die fossi74 schon gestellt hatte: Was bzw. wen meinst du mit "die zweijährigen"???

  • Eventuell sind mit den "Zweijährigen" die Anwärter gemeint, die im 2.Aubsildungsjahr sind oder alternativ Anwärter, die den Vorbereitungsdienst in 24 Monaten absolvieren, statt verkürzt in 12 (oder 18) Monaten? :weissnicht: Es gibt da ja sehr unterschiedliche Modelle in den Bundesländern.


    WeihnachtsMorgen : Konzentrier dich jetzt erst einmal darauf in deinem Beruf und deiner neuen beruflichen Rolle anzukommen, sprich als erwachsene Frau mit erwachsene Menschen zu interagieren. Je schneller dir selbst das möglich ist, desto eher wirst du herausfinden können, welche deiner Mitanwärter diese Rollenveränderung ebenfalls bereits geschafft haben oder zumindest daran arbeiten und denen es insofern im Seminar auch vorrangig um den professionellen Austausch geht. Ganz bestimmt wirst du in den kommenden Wochen Mitanwärter kennenlernen, die ähnlich "ticken" wie du und mit denen du nicht nur besonders gut arbeiten kannst (und darum geht es nunmal vor allem im Seminar, um die Arbeit), sondern mit denen du auch mal zusammen Mittagessen, einen Kaffee trinken und vor allem ein vertrauliches Gespräch führen kannst. :-)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

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  • Ich bin gar nicht ihre Mentorin. Sie ist sehr schüchtern und unsicher und rennt mir nach. Fragt, wie ich das mache, obwohl ich gar nicht ihr Prüfungsfach studiert habe. Sie ist im Alter meiner Töchter und ich springe darauf an, fühle mich eigentlich ganz gut dabei.

    Ich glaube ähnlich fühlt sich mein Mentor. Gut, wir haben zusammen Unterricht, aber ich wurde ihm plötzlich montags morgens vor die Nase gesetzt und er wurde nicht wie mein anderer Mentor gefragt, ob er überhaupt die Verantwortung für ein Küken- er ist mehr als doppelt so alt wie ich, den Namen habe ich also weg- übernehmen will. Mittlerweile klappt es aber extrem gut und er ist einfach der beste Mentor den man sich vorstellen kann!

    Finde das also richtig super von dir, dass du dich dem Refi auch annimmst.


    Deshalb mein Tipp an dich WeihnachtsMorgen wenn bei den anderen Refis der Zusammenhalt nicht so stark ist, such dir einfach deine Kontakte bei den Kollegen. Im Endeffekt profitierst du davon sogar nur noch mehr.

  • Arbeite mit deiner Kollegin zusammen, wo es sinnvoll ist. Du musst sie ja nicht heiraten.


    Es wird immer mal vorkommen, dass du mit Menschen zusammenarbeiten musst, die nicht auf deiner Wellenlänge liegen, die du menschlich nicht schätzt -- hey, such is life ;)

  • Anekdote am Rande: genau darüber haben meine Kollegin und ich heute kurz mit einem Schüler (17) diskutiert ;-) . Wenn wir in diesem Lernfeld Partnerarbeiten machen, losen wir die Partner immer per Zufallsgenerator (hat meine Kollegin als App auf dem Smartphone) aus. Dieser Schüler konnte nicht nachvollziehen, dass man im Leben halt auch mal mit Mitschüler*innen, Kolleg*innen etc. zusammenarbeiten muss, mit denen man nicht so gut klarkommt.

  • Arbeite mit deiner Kollegin zusammen, wo es sinnvoll ist. Du musst sie ja nicht heiraten.


    Es wird immer mal vorkommen, dass du mit Menschen zusammenarbeiten musst, die nicht auf deiner Wellenlänge liegen, die du menschlich nicht schätzt -- hey, such is life ;)

    Ja, das ist sehr richtig. Das muss man immer wieder.

    Ebbes isch emmer.


    Wenn man nicht immer alles weiss, nervt man sich unter Umständen weniger. (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun)

  • Hallo :-)

    Vielen Dank für eure Nachrichten! Hat mir tatsächlich die Augen geöffnet.

    Es stimmt, ich muss lernen auch mit Leuten zusammen zu arbeiten, die ich unsympathisch finde.


    In diesem Ausmaß, wie es bei meiner Kollegin der Fall ist, habe ich zum Glück bisher noch nicht erlebt.

    Deshalb ist es gerade etwas schwierig für mich.


    Es tut mir auf jeden Fall schonmal sehr gut, das Ganze hier niederzuschreiben und Rückmeldung zu bekommen.


    Vielen Dank 🤗

  • Dieser Schüler konnte nicht nachvollziehen, dass man im Leben halt auch mal mit Mitschüler*innen, Kolleg*innen etc. zusammenarbeiten muss, mit denen man nicht so gut klarkommt.

    Ich dachte immer, das sei eines der Lernziele (im Sinne von "Lernen fürs Leben") der Schule. Klappt natürlich nicht immer.

    Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen.

  • Klar, das ist ja auch eines der Lernziele, das wir in unserem Unterricht durch das Zulosen der Partner*innen erreichen wollen 8)! Der Schüler war der Meinung, wenn man mit jemandem zusammenarbeite, mit dem man sich nicht verstehe, würde das Arbeitsergebnis dementsprechend schlecht ausfallen (und deshalb wolle er das nicht; er ist sehr ehrgeizig). Da gebe ich ihm sogar ein Stück weit recht, aber nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, man muss halt immer mal wieder mit Personen klarkommen, die einem nicht so super-sympathisch sind.

  • Der Schüler war der Meinung, wenn man mit jemandem zusammenarbeite, mit dem man sich nicht verstehe, würde das Arbeitsergebnis dementsprechend schlecht ausfallen

    Dann muss er halt gleich noch ein anderes Prinzip der Teamarbeit (wie auch unserer Wirtschaft) verinnerlichen: Erfolge privatisieren, Misserfolge sozialisieren.

    Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen.

  • Ich gebe euch allen dreien Recht. Zur Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass neue Referendare mitunter wirklich sehr jung und tatsächlich "Mädchen" sind, also für mich. Ich bin gerade dabei, eine dritte Tochter zu "adoptieren", unsere Referendarin. Ich bin gar nicht ihre Mentorin. Sie ist sehr schüchtern und unsicher und rennt mir nach.

    Ich finde, es sollte ein Mindestalter fürs Ref geben. Zusammen mit einem einjährigen Pflichtpraktikum in einem Berufsfeld, in dem man nichts mit Kindern zu tun hat.

    Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen.

  • Ich finde, es sollte ein Mindestalter fürs Ref geben.

    Was schwebt dir da vor?

    Wenn man Abi und Studium hinter sich hat, ist man doch schon mindestens 23 Jahre alt.

    Welche anderen Berufe gibt es, in denen man ein Mindestalter vorschreibt? Meines Wissens sind da in den letzten Jahren einige Grenzen gefallen.

  • Ich finde, es sollte ein Mindestalter fürs Ref geben. Zusammen mit einem einjährigen Pflichtpraktikum in einem Berufsfeld, in dem man nichts mit Kindern zu tun hat.

    Wo wir dann beim BFP wären... Sowas gibt es schon! Das BFP kann man nämlich so viel ich weiß auch woanders machen. Ich glaube als angehender Physiklehrer könnte man sicher auch zum CERN, wenn man einen Platz bekommt. Viele Kommilitonen, die Bio studieren, sind zb da im Zoo gewesen

    Und bin da ganz bei Palim Mindestalter? Weil mit dem Alter ja auch 100% die Reife kommt -.- Es gibt 23 jährige die 100x reifer sind als manch ein 32 jähriger.

    Ein psychologisches Gutachten, ja das könnte ich nachvollziehen, da man mit Kindern arbeitet und selbst keine allzu großen Probleme haben sollte, aber ein Mindestalter halte ich da eher für eine unnötige Idee. Auch ein 32 kann absolut scheiße bauen und kindischer sein, als Schüler. Und ein Lehrer, der selbst psychische Probleme hat (wenn diese nicht diagnostiziert sind) kann sehr sehr schlecht für seine Schüler sein :x

    Obwohl ich tatsächlich ein psychologisches Gutachten gar nicht soooooo schlecht fände... aber wahrscheinlich ist sowas rechtlich nicht astrein (und beruht auf eigene Erfahrungen und Leute die man kennt, die eher ungeeignet für den Schuldienst sind).

  • Konzentriere dich auf dein Ref. Arbeite mit ihr soviel zusammen wie notwendig.


    Im Ref gibt es einen wichtigen Faktor: pünktliche Abgabe. Schau, dass Du deine Aufgaben nicht wegen ihr vernachlässigst.


    Und in der Regel wirst du nach dem Jahr (oder zwei) eh nichts mehr von ihr hören.


    Ich hatte ein super Ref in einer Gruppe von 16 Referendaren, davon waren 2 mir sehr unsympatischen Damen (was auf Gegenseitigkeit beruhte). Wir schreiben gelegentlich in der Refi-Gruppe, aber effektiv sind die beiden Damen einfach nur Bekannte, denen man höflich zum Geburtstag gratuliert.


    Professionalität ist schlicht genau das: sich nicht von jemandem aus der Ruhe bringen zu lassen.

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