Eignung für das Fach Chemie

  • Als ob ich in Physik jeden Zusammenhang auswendig kann... :D Ich hab doch jetzt heute wieder nachgucken müssen, ob Hangabtriebskraft mit dem Sinus oder Cosinus berechnet wird.

    Und ich benutze ständig den Taschenrechner, der Klassiker ist die Geschwindigkeit: Als ob ich die Umrechnung von km/h auf m/s im Kopf schaffe...

    Du tust es nicht, weil der TR schneller ist, aber du könntest es dir hoffentlich auch ohne TR überlegen.



    Weil in deren Kopf gar nicht klar war, wann ein Energiebetrag überhaupt ein "+" oder ein "-" vornedran stehen hat.

    Trotz Physik-Lk und sehr erfolgreichem Studium ist es bei mir nicht final hängen geblieben. Mir ist klar, warum es unterschiedliche Vorzeichen geben muss. Entweder verrichte ich Arbeit, oder an mir wird Arbeit verrichtet. Aber welche von beiden Richtungen nun das negative Vorzeichen trägt, ist doch nur eine Frage der Perspektive, oder? Also man muss halt bei ner Bilanzgleichung entsprechend richtig zuordnen.

    Nein, wollte er nicht (und hat er zwar mal gelernt, musste er aber wieder nachgucken). Was er zum Ausdruck bringen wollte, war, dass kein Mensch im Unterricht 25 geteilt durch 85,6 im Kopf oder schriftlich rechnen würde, wenn es nicht gerade um die Division von Dezimalzahlen, sondern eigentlich um Chemie geht. Da meint der Fossi schon, dass jeder normale Lehrer einfach zum TR greifen würde, sofern er es nicht schon vorher ausgerechnet hat.


    Warum ist Wollsocken denn heute so anuriniert?

    Ein Naturwissenschaftler würde sagen "das ist irgendwas zwischen 0,25 (25/100) und 0,33 (25/75)" und ist fertig damit.

  • 42?

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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  • Ein Naturwissenschaftler würde sagen "das ist irgendwas zwischen 0,25 (25/100) und 0,33 (25/75)" und ist fertig damit.

    Ah ja. Aber sich dann über die Germanisten und ihre Interpretationen lustig machen, weil man "da ja alles so und so sehen könnte"... :sterne:

    Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen.

  • Ab und zu haben auch pi^2 und die Erdbeschleunigung g denselben Wert nämlich ca. 10.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Aber welche von beiden Richtungen nun das negative Vorzeichen trägt, ist doch nur eine Frage der Perspektive, oder?

    Über die Perspektive gibt es eine Vereinbarung. Glaub mir, der Person war die Idee, dass das Vorzeichen überhaupt eine Bedeutung hat, schon gar nicht klar.

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Chemie hatte ich als Schüler in der Oberstufe abgewählt und hatte von organischer Chemie null Ahnung, als ich ins Studium ging. Ursprünglich nur Biologie, wo die große Angst die Mathe-Klausur gleich im ersten Semester war. Man durfte alle Unterlagen in die Klausur mitnehmen und verwenden und musste nur ein Drittel der Punkte schaffen. Trotzdem fiel jedes mal ein Drittel durch. Ich rettete mich mit meinen Schulkenntnissen aus Mathe und schaffte sie noch. Der andere Hammer im Biostudium war das Praktikum in organischer Chemie mit den Klausuren. Die Vorlesung „mathematische Grundlagen der Thermodynamik“ besuchte ich beim ersten Mal und dann nie wieder, weil ich nichts kapierte.

    Als fertiger Biologe entschloss ich mich zum Wechsel auf Lehramt und holte das Chemiestudium nach. Die Praktika aus dem Grundstudium für Biologen wurden mir anerkannt. Also Zwischenprüfung und dann ins Hauptstudium. Dort spielte Mathematik gar nicht mehr die große Rolle, wobei mein Glück war, dass ich die physikalische Chemie im Staatsexamen weitgehend ausklammern konnte.

    Im Unterricht finde ich die Mathematik nicht so wild. Das anspruchsvollste ist mal in der Oberstufe der Ansatz fürs Massenwirkungsgesetz, der in einer quadratischen Gleichung endet. Das Herleiten der Gleichungen aus dem Massenwirkungsgesetz finde ich spannend und es ist mittlerweile Routine und der Rest ist alles Auflösen von Gleichungen.

    Was ich erst im Studium kapiert habe und nun auch meinen Schülern vermittle, ist die Einstellung. Als Schüler: ich habe es nicht kapiert, hoffentlich kommt es in der Prüfung nicht dran. Als Student: Ich habe es nicht kapiert. Was muss ich machen, damit ich es kapiere?


    Sarek

  • Möge der Historiker/Germanist/Musiker/wasauchimmer bitte das gleiche tun, wenn jemand fragt, wie schlimm Mathe im Chemiestudium ist.

    Die Frage war aber eine andere, nämlich die nach Ängsten (Panik) im Referendariat und vor Schülern:

    Aber vor der Mathematik im Studium habe ich fast schon weniger Angst als vor der Notwendigkeit, im Unterrichtsalltag schnell vor anderen rechnen zu können. Wenn ich etwas für mich alleine ausrechnen muss, ist das meistens kein Problem. Aber wenn ich es vor anderen Menschen unter Zeitdruck tun muss, werde ich oft so nervös und blockiere von der Angst, Fehler zu machen, dermaßen, dass ich viel länger brauche als sonst und eben häufiger Fehler mache. Es dauert oft ein bisschen, bis ich überhaupt anfangen kann, im Kopf zu rechnen, da ich zuerst die Panik unter Kontrolle bringen muss. Da meine Schulzeit schon ein paar Jahre her ist, kann ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern, was genau die Chemielehrer an der Tafel gemacht haben. Aber wenn ich mir vorstelle, wie ich z.B. 25 g durch 86,9 g/mol vor der Klasse ausrechnen muss, wird mir fast schon übel.


    Kann mir jemand hier einen Rat und vielleicht einen Einblick in den Chemieunterricht geben? Bin ich aus dem oben genannten Grund für dieses Fach völlig ungeeignet?

  • Du tust es nicht, weil der TR schneller ist, aber du könntest es dir hoffentlich auch ohne TR überlegen.

    Puh, von m/s in km/h ginge ja vielleicht noch (schriftliche Multiplikation kann ich noch im Kopf), aber andersherum, also durch 3,6 teilen, das find ich schon sehr anstrengend.

    Solche Aktionen mache ich eigentlich nur, wenn ich keinen Rechner zur Verfügung habe.

  • Puh, von m/s in km/h ginge ja vielleicht noch (schriftliche Multiplikation kann ich noch im Kopf), aber andersherum, also durch 3,6 teilen, das find ich schon sehr anstrengend.

    Solche Aktionen mache ich eigentlich nur, wenn ich keinen Rechner zur Verfügung habe.

    Das Rechnen interessiert doch am Ende keine Sau :D Interessant ist doch, wie man auf die 3,6 kommt, und wie man sich jeder Zeit überlegen kann, ob man jetzt multiplizieren oder dividieren muss.

  • aber andersherum, also durch 3,6 teilen, das find ich schon sehr anstrengend

    Warum willst du so genau sein, ohne Taschenrechner? Ich teile durch 3 und durch 4 und nehme dann den Mittelwert (aufgerundet). Das reicht locker aus.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Und jetzt hätten wir auch die Unterschiede in der Fachsozialisierung geklärt:


    Chemiker: Der Taschenrechner spuckt mir das "exakte" Ergebnis auf 5 Nachkommastellen aus.

    Physiker: Ob durch 3.6 oder mal 3.6 ergibt sich doch aus den Einheiten.

    Mathematiker: Ich nähere mich dem Ergebnis einfach an, wozu brauch ich überhaupt einen Taschenrechner.


    :klatsch:

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Chemiker: Der Taschenrechner spuckt mir das "exakte" Ergebnis auf 5 Nachkommastellen aus.

    Physiker: Ob durch 3.6 oder mal 3.6 ergibt sich doch aus den Einheiten.

    Mathematiker: Ich nähere mich dem Ergebnis einfach an, wozu brauch ich überhaupt einen Taschenrechner.

    Daraus lässt sich bestimmt ein Witz schmieden. "Eine Chemikerin, eine Physikerin und ein Mathematikerin..." :D

  • Meinst du mit Chemikern meine Schüler? Ich selbst sage immer sinnvoll runden und streiche mit rot rigoros durch was zu viel ist (und 5 Nachkommastellen sind meistens entschieden zu viel).


    Nach deiner Definition wäre ich doch eher Mathematiker. :crying:

    Jetzt verstehe ich meinen Professor im Grundstudium, der mich fragte, wie ich denke. Und mir dann erklärte, dass man Mathe nur mit Physik kombinieren könne und Chemie mit Bio aufgrund unterschiedlicher Denkweisen. Es liegt also am unterschiedlichen Gebrauch von Taschenrechnern. :/

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Meinst du mit Chemikern meine Schüler? Ich selbst sage immer sinnvoll runden und streiche mit rot rigoros durch was zu viel ist (und 5 Nachkommastellen sind meistens entschieden zu viel).


    Es gäbe da das Thema der Signifikanz, aber da ich das von der Schule auch nicht kannte, ist es wohl für die allgemeinbildende kein Thema.

  • ist es wohl für die allgemeinbildende kein Thema.

    Frevel! Schreib doch sowas nicht! Das habe ich erst kürzlich mir meinen Erstis in Physik besprochen und im Schwerpunkt Chemie spielt es natürlich vor allem bei der praktischen Arbeit eine Rolle (Mittelwertberechnung und so).

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Frevel! Schreib doch sowas nicht! In den naturwissenschaftlichen Profilen wird das bei uns in der Angewandten Mathe unterrichtet und bei der praktischen Arbeit kommt's bei mir schon auch dran.

    Finde ich gut! Ich kämpfe damit immer bei mir im Unterricht. Habe sogar ein Erklärvideo dazu aufgenommen, weil es immer wieder zu Problemen kommt. Ich meine aber, ich hätte es erst in der Ausbildung gelernt, hatte aber auch keinen Chemie LK und in der Sek I wird in Chemie kaum gerechnet.

  • Also ich habe mich korrigiert, mir fiel ein, dass ich es natürlich im Grundlagenfach Physik auch besprochen habe. Ich muss mich noch gewöhnen, dass ich neuerdings auch Physik "kann" :D

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Es gäbe da das Thema der Signifikanz, aber da ich das von der Schule auch nicht kannte, ist es wohl für die allgemeinbildende kein Thema.

    Doch, unsere Physiker bestehen darauf. Ich sehe es inzwischen lockerer (und wurde bei den Fortbildungen zu Abitur-Korrektur für Chemie bestätigt, wir haben ja zentrales Abitur).


    Ich beschreibe die Regeln also im Unterricht (in Mathe bereits in der Unterstufe, in Chemie in der Kursstufe), lasse entsprechende Beispiele durchrechnen , aber ziehe keine Punkte bei Fehlern in der Arbeit ab. (Manche Abi-Klausur wäre nämlich sinnlos, weil irgendwo eine Angabe (von vielen) z. B. nur mit einer Stelle angegeben wurde.) Deshalb sage ich inzwischen sinnvoll runden (und wenn es eine (!) "Sicherheits-" Stelle mehr ist, ist es okay).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Dann passe ich wohl sehr gut zu meinen Fächern. :D

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