Was ist der Unterschied zwischen einer Mittelschule, Sekundarschule, Gemeinschaftsschule und einer Gesamtschule

  • Zitat

    mindestens die halben Noten halte ich außerhalb von Zeugnissen für unerlässlich, denn nicht jede Leistung ist einfach "sehr gut" oder "gut" sondern manchmal ist es dann eben z.B. "gut bis sehr gut", sprich die 1,5 (etc.).

    CDL Ich dachte bei den halben Noten nicht an Noten-Zwischenstufen, sondern an sonstige Leistungsnachweise, die weniger stark gewichtet werden. Dass also zum Beispiel ein Vokabeltest nicht so viel für die Zeugnisnote zählt wie eine zwanzigminütige Kontrolle (wie auch immer die dann bundeslandabhängig heißen mag), oder ein Mini-Referat nicht so viel wie ein umfangreiches Projektportfolio.

  • Zitat
    Ich dachte bei den halben Noten nicht an Noten-Zwischenstufen, sondern an sonstige Leistungsnachweise, die weniger stark gewichtet werden.


    Ja, so ist es auch gemeint. Danke für die Erläuterung, dann kann ich mir die jetzt sparen :-)

  • Zitat

    Meines Wissens gibt es in MV keine "Sonderschulen" mehr; diese Schulen nennen sich - wie wohl in (fast?) allen Bundesländern - mittlerweile "Förderschulen"!


    Ja, da hast Du Recht! Mein Fehler, der alte Begriff ist bei mir so sehr verankert, und ich habe mit Förderschülern noch nicht so lange zu tun. Ich schreib´s mir hinter die Löffel und geb mir Mühe, in Zukunft den korrekten Begriff zu verwenden.

  • BW dürfte das letzte Land gewesen sein, das den Terminus "Sonderschule" vor fünf oder sechs Jahren abgeschafft hat. "Förderschule" dürfte deutschlandweit tatsächlich die häufigste Bezeichnung sein, aber es gibt auch einige andere: SFZ (Bayern), SBBZ (BW), ReBUZ (Bremen), ...

    Letztendlich bleibt es eine Euphemismus-Tretmühle. Ich habe daher auch kein Problem damit, "Sonderschule" zu hören oder selbst zu verwenden, wenn nur dadurch klar wird, was ich meine. Die Dienst- und Amtsbezeichnung der Lehrkräfte dürfte meines Wissens auch in den meisten Bundesländern weiterhin "Sonderschullehrer" sein.

  • Selbst "Sonderschule" ist per se kein negativer Begriff, da es davon abhängt, wie "sonder" gedeutet wird: "besonders" (positiv) oder "sonderbar" (negativ).

    Interpretiert man es als "Schule für besonderen Förderbedarf", sehe ich das Ganze sogar als wertneutral.

  • Selbst "Sonderschule" ist per se kein negativer Begriff, da es davon abhängt, wie "sonder" gedeutet wird: "besonders" (positiv) oder "sonderbar" (negativ).

    Interpretiert man es als "Schule für besonderen Förderbedarf", sehe ich das Ganze sogar als wertneutral.

    Genau, weil eine Schule für Hochbegabte auch landläufig Sonderschule genannt wird. Besonders begabt eben. Warst du auch auf einer Sonderschule? Ist voll wertneutral gemeint.

  • Lindbergh: es hat doch nicht damit zu tun, die "eigene Schulform" niederzumachen. Die Schulform hat (oder hat nicht) ihre Berechtigung, ihre Aufgaben und leistet gute (oder nicht) Arbeit, das ist irrelevant für 1) die Konnotierung, die historisch entstanden ist und 2) die Tatsache, dass man mit dem Präfix "Sonder" eben eine Ausgrenzung festmachen wollte.
    Jede Form des mehrgliedrigen Schulsystems ist ja besonders. Trotzdem ist das "Sonder" bei der jetzigen Förderschule gewesen. und wenn wir schon bei Sprache sind: man hat immer vom DREIgliedrigen Schulsystem gesprochen: Haupt-, Real- und Gymnasium. ups, wo sind die anderen Schüler:innen? Tja, eben weg.. abgeSONDERt.

  • Neben den Sonderpädagogischen Förderzentren gibt es noch Förderzentren Hören, Sehen, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung. In Oberbayern gibt es noch eine Förderschule Sprache. Viele Schulen zur Erziehungshilfe (Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) sind in privater Trägerschaft.

    In Oberbayern gibt es keine Schulen zur Lernhilfe mehr.

  • Hab ich was überlesen, es heißt in Bayern doch "Förderschule", denn es gibt ja verschiedene Förderrichtungen...

    Plattenspieler, was ist eigentlich dein Bundesland?

    Ok, ich muss korrigieren:


    In Bayern ist Förderschule der Oberbegriff.


    Sonderpädagogisches Förderzentrum wird die gemeinsame Förderschule für die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und emotional-soziale Entwicklung genannt.


    In BW (wo ich arbeite, zu deiner Frage) hatten wir bis vor ca. 6 (?) Jahren noch den Oberbegriff Sonderschule. Nur die Sonderschule für Lernbehinderte wurde irgendwann in Förderschule umbenannt. Das führte auch regelmäßig zu Missverständnissen im Gespräch mit Leuten aus anderen Bundesländern. Genauso wie die hiesigie Verwendung des Begriffs Schulkindergarten (= Sonderschulkindergarten, was in Bayern Schulvorbereitende Einrichtung heißt). Die "Vorschule", die einige andere Bundesländer als Schulkindergarten bezeichnen, heißt bei uns Grundschulförderklasse.

  • Das führte auch regelmäßig zu Missverständnissen im Gespräch mit Leuten aus anderen Bundesländern.

    Das überrascht mich insofern, dass ich dachte, dass man vlt. kein Detailwissen über die förderalen Spezifika (z.B. das gesellschaftswissenschaftliche Kombifach, die Schulform neben dem Regelschulbereich, die Schulformen unterhalb des Gymnasiums) kennt, aber zumindest grob weiß, dass z.B. PoWi, Sozialkunde, Gesellschaftskunde etc. roundabout dasselbe Fach umfassen.

  • Das Problem - wie ich versucht habe, oben darzustellen - war/ist:


    Wenn jemand von "Förderschule" / "Förderschüler" sprach,


    dann war für den aus BW klar, es geht nur um den Förderschwerpunkt Lernen,


    aber für Leute aus anderen Ländern konnte es um irgendeinen der 7 bis 9 Förderschwerpunkte gehen.

  • Ah OK, das wurde mir aus deinem Beitrag nicht ganz klar. Das ist dann natürlich blöd, aber ich hoffe, dass es in den konkreten Fällen durch den Kontext klar wurde, was tatsächlich gemeint war. Anscheinend gibt es in Sachen förderale Bildung noch einmal Unterschiede zwischen "heißt anders, meint aber das Gleiche" und "heißt anders, meint etwas Anderes".

  • Genau, weil eine Schule für Hochbegabte auch landläufig Sonderschule genannt wird. Besonders begabt eben. Warst du auch auf einer Sonderschule? Ist voll wertneutral gemeint.

    Ursprünglich war es durchaus wertneutral bzw. entstigmatisierend gemeint. Das ist eben die Euphemismus-Tretmühle. Man kann alle 20 Jahre neue Bezeichnungen einführen, denn spätestens nach der Zeit sind sie wieder negativ konnotiert. Man müsste etwas an der Stigmatisierung der SuS ändern, nicht an der Schulbezeichnung, um das Problem zu lösen.

    Siehe auch: Förderschule (Deutschland) – Wikipedia

Werbung