Lohnt sich Lehramt nur für "Familienmenschen"?

  • Nein, das Beamtentum lohnt sich für fast alle, außer für die wirklich sehr leistungsstarken, die können auch in anderen Berufen mehr Geld verdienen, sind aber wenige.

    Nahezu alle Geistes-, Sport-, Sprach-und Sozialwissenschaftler und sogar die Mehrheit der Wirtschafts- und Naturwissenschaftler und Mathematiker wird außerhalb des Beamtentums einen geringeren Nettostundenlohn erhalten.

    Es lohnt sich nur für Familienmenschen nochmal ganz krass.

    Kein anderer Arbeitgeber ist so machtlos bei kranken Kindern. Kind muss abgeholt werden? Tschüss Lehrerkonferenz.

    Kind ist krank? Bin ich halt X Tage im Jahr zu Hause.

    Von den bekloppten Zuschlägen gar nicht zu sprechen. Und ja, ich bekomme die auch.

  • Ich finde die Frage überhaupt nicht verwirrend. Als Nicht-Familienmensch fühle ich mich in diesem Beruf auch häufig verarscht. Kein Bonus dafür, x Kinder in die Welt zu setzen, Reisen nur in den überteuerten Ferien möglich.

  • Ich finde die Frage überhaupt nicht verwirrend. Als Nicht-Familienmensch fühle ich mich in diesem Beruf auch häufig verarscht. Kein Bonus dafür, x Kinder in die Welt zu setzen, Reisen nur in den überteuerten Ferien möglich.

    Ich stehe wohl gerade auf dem Schlauch... Warum genau fühlst du dich gerade als Lehrkraft aus den genannten Gründen "verarscht"?

    Was haben Reisen, die "nur in den überteuerten Ferien" möglich sind, mit der Familie zu tun? Das gilt doch für alle Lehrkräfte, nicht nur für die, die Kinder/Familie haben.

    Und Familienzuschläge/"Kinderboni" bekommen doch auch Beamt*innen, die nicht in der Schule sondern in anderen Bereichen tätig sind.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Also der einzige Nachteil, den ich für Lehrer-Nichteltern sehe ist, dass diese immer die Kinderzeiten im Stundenplan ausbaden müssen. Das System krankt halt daran, dass da Rücksicht genommen werden muss, aber strukturell dafür keine Zusatzressourcen bereitgestellt werden.


    Irgendwelche Gehaltsboni für Eltern können einem hingegen völlig egal sein. Dadurch hat man als Kinderloser keinen Nachteil.

    Urlaub in den Ferien ist zwar blöd, liegt aber nicht an Lehrereltern sondern daran, dass und wie wir Schüler unterrichten. Das Analoge dazu wären Werksferien in der Wirtschaft.

  • Also der einzige Nachteil, den ich für Lehrer-Nichteltern sehe ist, dass diese immer die Kinderzeiten im Stundenplan ausbaden müssen.

    Ausbaden? Nutzen können sie die, nutzen.

    #Zesame:!:


    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Irgendwelche Gehaltsboni für Eltern können einem hingegen völlig egal sein. Dadurch hat man als Kinderloser keinen Nachteil.

    Anstatt die Besoldung für alle Beamten zu erhöhen, hat sich insb. NRW dazu entschieden, die Familienzuschläge drastisch zu erhöhen - besonders auffällig ab dem 3. Kind. Es handelt sich also durchaus um einen Nachteil, da es darum geht, wie das Geld, das für die Besoldungen der Beamten bereitgestellt wird, verteilt wird.


    Wieso man für eine Ehe einen Zuschlag erhält, erschließt sich mir auch nicht. Eine Ehe ohne Kinder - die sparen doch sogar noch bei der Miete. Für Bundesbeamte wird dieser Zuschlag (für neue Ehen) abgeschafft, was ich auch für richtig halte.


    Geld ist eine begrenzte Ressource. Je mehr Geld für eben diese Zuschläge verwendet wird, desto weniger bleibt an anderer Stelle übrig.

  • Reisen nur in den überteuerten Ferien möglich.

    "Augen auf" bei der Berufswahl. Dass Lehrer, die an Schulen unterichten, bezüglich Urlaub an die Schulferien gebunden sind, ist ja wohl logisch.


    Immerhin gibt es in sämtlichen Bundesländern auch Schulferien im Frühling und Herbst, zu Zeiten, in denen kaum jemand sonst in Europa Ferien hat, und entsprechend günstige Urlaube möglich sind.


    PS.- Die Sichtweise, dass ausgerechnet verbeamtete Lehrer bezüglich Ferien eine benachteilgte Bevölkerungsgruppe darstellen sollen, dürft zudem gesellschaftlich kaum konsensfähig sein.

  • Immerhin gibt es in sämtlichen Bundesländern auch Schulferien im Frühling und Herbst, zu Zeiten, in denen kaum jemand sonst in Europa Ferien hat, und entsprechend günstige Urlaube möglich sind.

    Woher hast Du denn das Gerücht? Flüge sind am letzten Schultag (egal vor welchen Ferien) morgens erheblich günstiger als nachmittags und abends. Es lohnt sich zT ins andere Bundesland zu fahren, um Geld zu sparen. Und das soll nichts mit den Ferien zu tun haben?

  • Vor allem für Frauen ist der Job wie ein Sechser im Lotto.


    Unkündbar, nach der Elternzeit zurück in den Job mit der gleichen Tätigkeit (meist an derselben Schule) während in der Wirtschaft keine Garantie auf denselben Arbeitsplatz besteht. Der AG kann einen vergleichbaren zuweisen.

    Am besten sind die Kolleginnen, die sich auf höhere Besoldungsstellen bewerben, dass zwei Jahre machen und dann in Elternzeit gehen.


    Nach der Elternzeit entspannt Teilzeit mit z.B. 8 Deputatsstunden möglich und besonderer Stundenzuweisung. Am besten dann noch wenig korrekturintensive Klassen.


    Meine Frau lacht da jedes Mal wenn bei einem Lehrertreff die Damen über ihr stressiges Leben klagen.


    Nachdem einige unserer Kolleginnen die Sonderwünsche überspannt haben, haben einige der VZ Kollegen mit Kindern ebenfalls besondere Sonderwünsche angemeldet. Das hat dann schon ganz schön Kopfzerbrechen bei der Stundenplanerstellung bereitet. Zumal kinderlose Kollegen da auch auf die Barrikaden gehen, wenn deren Stundenpläne deshalb wie ein Schweizer Käse aussehen.


    Da gibt's jetz nicht mehr nur arbeiten an drei Tagen zwischen 9-12 Uhr, ohne Hohlstunden.

  • Nach der Elternzeit entspannt Teilzeit mit z.B. 8 Deputatsstunden möglich und besonderer Stundenzuweisung. Am besten dann noch wenig korrekturintensive Klassen.

    Mit entspannter Besoldung für 8 Stunden und dadurch finanzielle Abhängigkeit vom Partner. Bitte nenn auch die andere Kröte, die man dann schlucken muss. Dir steht das Modell im übrigen ebenfalls offen. Das ist nicht an Frauen gebunden.

  • PS.- Die Sichtweise, dass ausgerechnet verbeamtete Lehrer bezüglich Ferien eine benachteilgte Bevölkerungsgruppe darstellen sollen, dürft zudem gesellschaftlich kaum konsensfähig sein.

    Da kennst du dich mal wieder prächtig aus. Ich erfahre meist eher Mitleid dafür, wenn Nicht-Lehrer-Freunde sehen, was für absurde Preise in den Ferien aufgerufen werden. In ALLEN Ferien.


    Übrigens ist das der letzte Beitrag, den ich von dir lesen werden. Happy Ignore.

  • Ich erfahre meist eher Mitleid dafür, wenn Nicht-Lehrer-Freunde sehen, was für absurde Preise in den Ferien aufgerufen werden. In ALLEN Ferien.

    So ist es. Der Rest des Jahres ist so günstig, weil die Urlauber in den Ferien das Ganze subventionieren.

    Würd ich als Hotelier ja auch nicht anders machen --> Angebot und Nachfrage

  • Woher hast Du denn das Gerücht? Flüge sind am letzten Schultag (egal vor welchen Ferien) morgens erheblich günstiger als nachmittags und abends. Es lohnt sich zT ins andere Bundesland zu fahren, um Geld zu sparen. Und das soll nichts mit den Ferien zu tun haben?

    Es steht doch jedem frei, auch 2 oder 3 Tage nach Ferienbeginn zu fliegen. Weiterhin kommt es doch nicht nur auf die Flugtarife an, sondern auch auf die Kosten der Unterkünfte - und die sind in den Übergangsjahreszeiten europaweit am günstigsten.


    Vielleicht sollte man sich ab und an mal klarmachen, dass normale Berufstätige im gesamten Jahr zusammengenommen maximal so viel Ferien haben, wie Lehrer alleine im Sommer (- gesetzlicher Mindesturlaub D: 20 Tage p.a., in den meisten Tarifverträgen sind 30 Tage geregelt). Zudem sind sämtliche Eltern von schulpflichtigen Kindern ebenso an die Ferienzeiten gebunden wie wir Lehrer.

  • Es steht doch jedem frei, auch 2 oder 3 Tage nach Ferienbeginn zu fliegen. Weiterhin kommt es doch nicht nur auf die Flugtarife an, sondern auch auf die Kosten der Unterkünfte - und die sind in den Übergangsjahreszeiten europaweit am günstigsten.


    Vielleicht sollte man sich ab und an mal klarmachen, dass normale Berufstätige im gesamten Jahr zusammengenommen maximal so viel Ferien haben, wie Lehrer alleine im Sommer (- gesetzlicher Mindesturlaub D: 20 Tage p.a., in den meisten Tarifverträgen sind 30 Tage geregelt). Zudem sind sämtliche Eltern von schulpflichtigen Kindern ebenso an die Ferienzeiten gebunden wie Lehrer.

    Also bitte: Die Preise bleiben konstant hoch bis pünktlich am ersten Tag NACH den Ferien. Das gilt für Flüge und Bahnreisen insbesondere. Hotels sind während der Sommersaison von Juni bis einschließlich September teuer. Wo genau machst Du Urlaub? Auf Balkonien?

  • Nach der Elternzeit entspannt Teilzeit mit z.B. 8 Deputatsstunden möglich und besonderer Stundenzuweisung. Am besten dann noch wenig korrekturintensive Klassen.

    Meine Frau lacht da jedes Mal wenn bei einem Lehrertreff die Damen über ihr stressiges Leben klagen.


    Nachdem einige unserer Kolleginnen die Sonderwünsche überspannt haben, haben einige der VZ Kollegen mit Kindern ebenfalls besondere Sonderwünsche angemeldet. Das hat dann schon ganz schön Kopfzerbrechen bei der Stundenplanerstellung bereitet. Zumal kinderlose Kollegen da auch auf die Barrikaden gehen, wenn deren Stundenpläne deshalb wie ein Schweizer Käse aussehen.

    dass das Eingehen auf Sonderwünsche davon abhängig ist, wie viele es gibt, ist ja klar, und natürlich können in Einzelfällen mal bestimmte Lebenssituationen besonders berücksichtigt werden, aber dass in der UV und der Stundenplanung ausschließlich die Wünsche unterhälftig arbeitender Frauen erfüllt werden und dabei die Gesundheit des Kollegiums und die Stabilität des Gesamtsystems gefährdet wird, hab ich noch nie erlebt und ich war schon an einigen Schulen unterwegs. Letztlich ist der Stundenplan eine dienstliche Anweisung, der ich mich zu beugen habe.

  • Also bitte: Die Preise bleiben konstant hoch bis pünktlich am ersten Tag NACH den Ferien. Das gilt für Flüge und Bahnreisen insbesondere. Hotels sind während der Sommersaison von Juni bis einschließlich September teuer. Wo genau machst Du Urlaub? Auf Balkonien?

    Mehrheitlich in den Sommerferien. Ja, es kostet mehr als im Februar. Die Konsequenzen waren mir bewusst, bevor ich Lehrer (- und auch selber Vater) geworden bin, und ich trage diese Angesichts der Privilegs, einen tollen Job zu haben, sehr gerne.

  • Mehrheitlich in den Sommerferien. Ja, es kostet mehr als im Februar. Das wusste ich aber auch schon, bevor ich Lehrer (und Vater) geworden bin.

    Ich auch. Trotzdem kann ich es blöd finden.


    Edit: Im Februar zieht es mich übrigens nicht in den Mittelmeerraum. Das wäre in der Tat günstig. Ich fahre dann gern Ski. Das ist in den Zeiten, in denen ich fahren kann sehr teuer. Und wurde sogar mal die Speisekarte aus der Hand genommen, als wir beide unterschiedliche Preise in den Karten hatten und danach fragte. Sorry, ich gebe Ihnen die Hauptsaison-Karte.

  • Von meiner besseren Hälfte, die in der "freien Wirtschaft" arbeitet, kenne ich umgekehrt den neidvollen Blick auf Eltern, weil die nunmal zwangsläufig in den Schulferien Vorrang haben. Die Tatsache, dass in den Sommerferien alles teuer und voll ist, wird von vielen kinderlosen Nicht-Lehrern als weniger gravierendes Problem angesehen - man fühlt sich in wenig attraktive Randzeiten abgedrängt.


    Also, scheint's fühlen sich fast alle irgendwie benachteiligt :)

  • Also, scheint's fühlen sich fast alle irgendwie benachteiligt :)

    Ja, stimmt. Die Leute wollen scharenweise in den Ferien Urlaub machen, weils da nicht nur mehr kostet, sondern auch so wundervoll überfüllt ist.


    Die Diskussion ist auch müßig mit Dir, denn ich wollte lediglich Deine Behauptung widerlegt haben, dass es in den Ferien günstig genug ist, man müsste nur an anderen Terminen fahren. Das ist definitiv nicht so.

  • Manche Teilnehmer diskutieren ihr "Luxusproblem" hier an der Grenze zum Fremdschämen. Natürlich haben wir Lehrkräfte Vorteile durch unserem Beruf, gerade was die möglichen Reisezeiten angeht. Das Gebundensein an die Schulferien sollte jedem vor der Berufswahl klar gewesen sein.


    Außerdem:

    Zudem sind sämtliche Eltern von schulpflichtigen Kindern ebenso an die Ferienzeiten gebunden wie wir Lehrer.

    Und diese Familien sind oft finanziell erheblich weniger gut ausgestattet.

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