Reiseverhalten, Klimawandel, Pandemie, selbst schlachten

  • Sollen nicht die Hauptverkehrsstraßen bei 50 bleiben? Ich sehe sowieso nicht den Unterschied, wenn ich in der Stadt durch Wohngebiete fahre, sehe ich da fast immer Zone 30.

    Also ich wohne in einer eher ländlichen Gegend und auch die Städte in meinem Umkreis haben kaum 30er Zonen. Wenn, dann wirklich, wie du schreibst, in reinen Wohngebieten. Aber da es hier keine großen Metropolen in der Nähe gibt, gibt es hier kaum reine Wohngebiete, eher Hybridformen.

  • Nur was dann vieleseits noch dazu gefordert wird nicht (80 auf Landstraßen oder 30 innerorts).

    Würde mich nicht weiter stören, da auf vielen Landstraßen, auf denen ich unterwegs bin, sowieso auf 70 km/h begrenzt ist (oder man oftmals LKW hinterherfahren muss, die man auf kurviger Strecke nicht überholen kann; dann ist man ja meist noch langsamer unterwegs).

    In den meisten Nebenstraßen hier in der Stadt (nicht nur in reinen Wohngebieten!) ist tatsächlich bereits Tempolimit 30 km/h. Das war übrigens hier von Seite der Stadt auch die Begründung, warum mein Wohnort nicht am Tempo 30-Pilot-Projekt teilnimmt. Und auch auf den Hauptverkehrsstraßen kommt man wegen des Verkehrs und der Ampeln häufig kaum schneller voran; es sei denn, man ist dort abends, nachts oder sonn- oder feiertags unterwegs.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Die spanische Regel ist ja: Eine Spur je Richtung: 30, mehr als eine: 50.


    Da kleinere Städte in Deutschland sehr selten mehrspurige Straßen haben, wäre das eine üble Kriechregelung...

  • Da finde ich die spanische Regelung gut! Außer auf Landstraßen, die durch Ortschaften führen, kann man hier in der Gegend in (kleineren oder größeren) Städten verkehrsbedingt selten schneller als 30-40 km/h fahren.

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  • Ich weiß ja nicht, in welcher "Metropole" du wohnst, aber ich fahre häufig in den beiden größten Städten NRWs und auch dort häufig schneller als 30 bis 40.


    Aber du meinst vermutlich die durch Hausfrauen und Rentner verstopften kleineren Städte auf dem Land, da geht es wirklich nicht voran, aber ab 20 Uhr sind die Straßen komplett leer.

  • Die spanische Regel ist ja: Eine Spur je Richtung: 30, mehr als eine: 50.

    Und an den meisten einspurigen Straßen steht dazu dann noch ein Schild: 40.


    Totales Chaos, weil auch an kurvigen Strecken außerorts öfters 40er Schilder stehen aber irgendwie nirgendwo das Tempolimit wieder aufgehoben wird. :autsch:

  • Ich wohne in einer Stadt mit über 170000 Einwohner*innen (es ist die drittgrößte Niedersachsens) und kann dir die "Kriecherei" durch die Stadt aufgrund des Verkehrs auch von anderen größeren Städten wie Bremen und auch kleineren Städten "auf dem Land" berichten (was mir übrigens auch schon von anderen bestätigt wurde). Es geht aber - wie gesagt - nur um tagsüber, nicht um abends o. ä., wenn nicht soviel Verkehr ist.

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  • Wie gesagt denke ich, daß in Zukunft der Verkehr dann mehr durch die Wohngebiete geht, eben weil dann auch die Navis die PKWs durch die 30er Zonen lotsen werden, weil man auf den Hauptstraßen ja nicht mehr schneller unterwegs ist.

  • Paris stellt einen Großteil der Straßen auf Tempo 30 um (bislang waren es eh schon 60%). Ich kann das nicht beurteilen, weil ich die Verkehrssituation in und um Paris nicht kenne, aber es klingt erst einmal sehr gut.

    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum, weitgehend ohne ad hominem.

  • Die Regel würde halt auch abends gelten, das ist ziemlich ätzend.

    Es gäbe ja evtl. die Möglichkeit, das zeitlich zu begrenzen. Denn es gibt ja z. B. auch Autobahnen, wo nur tagsüber eine Begrenzung auf 120 km/h gilt.

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  • Wie gesagt denke ich, daß in Zukunft der Verkehr dann mehr durch die Wohngebiete geht, eben weil dann auch die Navis die PKWs durch die 30er Zonen lotsen werden, weil man auf den Hauptstraßen ja nicht mehr schneller unterwegs ist.

    Ich glaube das nicht. Erstens wird es für die großen Zubringerstraßen und Stadtringe etc. evtl. Ausnahmen geben, um genau dies zu vermeiden.

    Zweitens kann man den Weg durch Wohngebiete durch entsprechende Vorfahrtsregelungen und Ampelschaltungen auch für Durchfahrer ganz einfach und schnell sehr unattraktiv machen. Gar kein Problem.

  • Paris stellt einen Großteil der Straßen auf Tempo 30 um (bislang waren es eh schon 60%). Ich kann das nicht beurteilen, weil ich die Verkehrssituation in und um Paris nicht kenne, aber es klingt erst einmal sehr gut.


    Paris mit dem Auto ist eine Wissenschaft für sich. Schon mal dort im Kreisverkehr gefahren? :sterne:

  • "Wenn alle Länder so wirtschaften würden wie Deutschland, bräuchten wir nicht einen, sondern knapp drei Planeten." Dieses Jahr fällt der Weltüberlastungstag auf heute.

    https://www.tagesschau.de/inla…gstag-ressourcen-101.html


    Im Lockdown war er am 22.8., was ich insofern bemerkenswert finde, als der Fernbestellkonsum gestiegen sein muss. Was zurückging, waren definitiv Flugreisen.

  • 80 Prozent unserer Reisen absolvieren wir in unserem VW Bulli, zunächst zu zweit, nun zu dritt. In der Tat haben wir Skandinavien und das UK im Bulli bereist. Was andere als stressig oder zu weit empfinden bedeutet für uns Unabhängigkeit und Abenteuer. Wir fahren gerne und weit und haben damit null Problem. Wir wandern viel und schauen uns gerne aufregende Landschaften an und manchmal auch aufregende kulturelle Orte. Wir vermeiden so weit es irgendwie geht die absoluten Touristenmagneten, suchen unbekanntere Alternativen und fahren meist weit fernab der typischen Routen durch die Länder, es sei denn es gibt schlichtweg keine andere Alternative (bspw. Schottlands Nordwesten) bzw. es handelt sich um etwas Einmaliges (Angels Landing, Grand Canyon, Islands Naturschauspiele usw.).


    Kosten? Knappe vier Wochen Skandinavien inklusive Fähre von Norwegen nach Dänemark um die 2300 € zu dritt. Sprit ist zwar teuer,aber man tuckert so gemächlich, dass unser Spritverbrauch im vollgepackten Bus bei 6-7 Litern liegt. Klar, wenn man immer nur ins Rundum-Sorglos-Hotel oder in große Ferienwohnungen geht, zahlt man deutlich mehr, aber das ist deren freie Wahl. Zumal Leute, die in Hotels und Ferienwohnungen urlauben, definitiv auch nicht gerade umweltfreundlich unterwegs sind.


    Über sich selbst beweihräuchernde Touristen (die sich selbst lieber als "Reisende" bezeichnet wissen), die allen Ernstes glauben, der Schwatz mit der Omi in der alten Taverne im kleinen Dorf in Südeuropa bedeute, dass er/sie eine tolle, echte Kulturerfahrung gemacht habe und dass das in irgendeiner Form wertvoller als die Flugreise in den reinen Poolurlaub nach Abu Dhabi sei, kann ich nur lächeln. Die Natur interessiert es genau NULL, ob das CO2 nun ausgestoßen wird, weil Peter Bock hat am Strand zu liegen und Bier zu trinken oder weil Hedwig meint, sie müsse sich mit tausend anderen durchs Museum drängeln oder weil Christiane glaubt, griechische Bergdörfer zu erwandern sei mal was anderes als Österreich.


    Ich habe ein reines Gewissen. Wir haben ein Kind und dabei bleibt es auch, damit ist unser Fußabdruck in der Hinsicht ziemlich klein. Haustiere haben wir bewusst keine, denn auch das ist unnötig, wir essen kaum Fleisch, haben ein altes, ziemlich kleines Haus mit sehr großem Garten gekauft (anstatt den üblichen Neubaubunker mit Kirschlorbeerhecke auf 400qm), der jetzt vom sinnfreien Ziergarten nach und nach in ein bienen- und vogelfreundliches Paradies verwandelt wird. Solarzellen kommen bald aufs Dach, wir kaufen sehr bewusst ein, verschwenden unsere Kleidung nicht und sind generell möglichst umsichtig unterwegs.


    Trotzdem gibt es Ziele, die ich möglichst bald ich bereisen möchte, auch wenn es einen Flug erforderlich macht.


    Diese "Holier than thou attitude" mancher User hier ist jedenfalls extrem amüsant.

  • weil Christiane glaubt, griechische Bergdörfer zu erwandern sei mal was anderes als Österreich

    Was übrigens der Grund ist, warum wir zum Wandern dann doch so häufig "nur" in Österreich waren. Die Quatschköpfe, die meinen sie seien die grössten Helden weil sie mal durch den Himalaya gestapft sind, amüsieren mich unterdessen auch nur noch. Wenn man dann fragt, was sie denn ausser Steinen und Gewächs noch so von Nepal gesehen hätten... Nüscht. Na für Steine und Gewächs tut's halt auch Österreich. Es sei denn, ich bin richtig fit im Bergsteigen und geb mir wirklich den 8000er. Der steht halt nicht in Österreich. Aber meistens sind das ja Leute, die nicht mal die 4000 in den Alpen schaffen. Sehr merkwürdig finde ich auch Leute, die sowas wie den West-Highland-Way in 5 Tagen runterturnen. Wenn's nur ums Rennen geht, dann kann ich auch daheim im Jura bleiben. Edinburgh ist nota bene die schönste Stadt, die ich bisher gesehen habe :)

  • Diese "Holier than thou attitude" mancher User hier ist jedenfalls extrem amüsant.

    Du bist die einzige, die ihren Urlaub heiliger als den von Peter und Hedwig findet oder "lächeln" kann über das was andere als Reisen bezeichnen. Mir ist es völlig wurscht, ob du wanderst oder mit einer Oma redest.


    Seltsam, dass es "bei manchen" nicht durchsickert, welches Problem wir haben, aber nun denn, ich kann nur auf die Politik der Europäer hoffen.

  • Also halten wir fest: jeder hält seine Art zu Reisen für die Beste. Und jeder von uns müsste sich mehr einschränken. Dann leisten wir alle einen Beitrag.

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