Quereinstieg grundschule

  • Hallo an alle,


    Ich habe mich für folgenden Quereinstieg beworben: "Quereinstieg im Bereich Deutsch, Mathematik, Sport, Musik oder Kunst

    Hessen sucht Lehrkräfte im Bereich Deutsch, Mathematik, Sport, Musik oder Kunst an Grundschulen."


    Kurz vor Weihnachten haben mich dann 4 Schulen angeschrieben. Ich sollte mich dann direkt bei den Schulen bewerben. Seitdem habe ich nichts mehr gehört. Ich habe lehramt an Gymnasien studiert und mein 1. Staatsexamen abgeschlossen, dann 5 Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet. Ich male mir ganz gute Chancen aus da 1. Examen mit Sport / Biologie und männlich (habe mir sagen lassen dass eher männliche Lehrkräfte an der Schule gesucht werden). Hat jemand den Bewerbungssprozess hinter sich und kann sagen wie lange eine Antwort ca dauert und was beim Vorstellungsgespräch so auf einen zukommt?

  • habe mir sagen lassen dass eher männliche Lehrkräfte an der Schule gesucht werden

    Das ist eine Fehlinformation. Wir suchen vor allem gute Lehrkräfte die in der Lage sind, sich auf diese Altersklasse pädagogisch und fachgerecht einzulassen und bereit sind dazu zu lernen...

  • Das ist eine Fehlinformation. Wir suchen vor allem gute Lehrkräfte die in der Lage sind, sich auf diese Altersklasse pädagogisch und fachgerecht einzulassen und bereit sind dazu zu lernen...

    Das ist keine Fehlinformation. Es steht sogar auf der Kultusseite zum Thema lehramt und Prognosen..

  • Das ist keine Fehlinformation. Es steht sogar auf der Kultusseite zum Thema lehramt und Prognosen..

    Niemand wird dich rein basierend auf deinem Geschlecht einstellen. Wenn du andere Kriterien erfüllst, also passende Fächer anbieten kannst, Vorkenntnisse in der pädagogischen Arbeit mit der Altersgruppe hast oder zumindest bereit bist, dich pädagogisch, didaktisch und fachlich (bei deinen Fächern hast du bislang ja nur Sport und einen Teil von Sachunterricht im Angebot, als Klassenlehrer an der GS wärst du damit nur unter immensen qualitativen Abstrichen einsetzbar, da Mathe oder Deutsch komplett fehlen, Anfangsunterricht dir nicht geläufig ist, etc.) intensiv einzuarbeiten und nachzuqualifizieren, dann wird man sich freuen auch eine männliche Lehrkraft zu bekommen, andernfalls verzichtet man auf dich. Also häng dich nicht daran auf ein Mann und deshalb qua Geschlecht gesucht zu sein, sondern setz dich mit den Feldern auseinander, wo dir fachlich, pädagogisch und didaktisch noch das Meiste fehlt für die Grundschule, damit du dir das draufschaffen kannst im Fall einer erfolgreichen Bewerbung. Damit kannst du dann auch in einem Vorstellungsgespräch punkten, wenn du zeigen kannst, dass du dich mit diesen Punkten bereits auseinandersetzt.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    Einmal editiert, zuletzt von CDL () aus folgendem Grund: Autofillpannen

  • Das ist keine Fehlinformation. Es steht sogar auf der Kultusseite zum Thema lehramt und Prognosen..

    Aber da wir letztendlich an der Schule entscheiden, kann ich dir versichern, dass wir und keine einzige meiner KollegInnen sich für eine Lehrkraft entscheiden werden, nur weil er ein Mann ist...

  • Warum gehst du nicht ins Ref für dein studiertes Lehramt? Da sind doch die Chancen so schlecht auch nicht. In Zukunft werden in allen Bereichen Lehrer gesucht werden. Wenn du dann immer noch auf GS umsatteln willst, gibt es in vielen BL für Absolventen eines anderen Lehramts mit Ref derzeit Wechselmöglichkeiten in die GS oder Förderschule.

  • Warum gehst du nicht ins Ref für dein studiertes Lehramt? Da sind doch die Chancen so schlecht auch nicht. In Zukunft werden in allen Bereichen Lehrer gesucht werden. Wenn du dann immer noch auf GS umsatteln willst, gibt es in vielen BL für Absolventen eines anderen Lehramts mit Ref derzeit Wechselmöglichkeiten in die GS oder Förderschule.

    Ich hätte eine Stelle bekommen können. Es ist aber nicht finanzierbar da Hauskredit und Co abbezahlt werden müssen. In der Variante quereinstieg bekommt man ja "normales" Gehalt. Und ja, es ist möglich da es unabhängig von meinem 1. Staatsexamen läuft. Und ich möchte definitiv lieber in der Grundschule arbeiten.. Ich habe 5 Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet und auch noch einen Bachelor in sportwissenschaften und Pädagogik. Das ist Voraussetzung für den quereinstieg. Laut Schulamt sollte ich aber alle Abschluss angeben. Denke nicht dass es nachteilig ist.

    Gibt es denn jemanden hier aus Hessen der den Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen hat?

  • Na ja, so groß ist der Unterschied bei der Bezahlung jetzt auch nicht und das Ref dauert ja auch nicht so lange. Und wenn man danach die Möglichkeit auf A13/A14 hat, dann relativiert sich die kurze Phase des Refs ja auch wieder.

  • dass wir und keine einzige meiner KollegInnen sich für eine Lehrkraft entscheiden werden, nur weil er ein Mann ist...

    Bei gleicher Qualifikation höchstens. Das ist doch auch das Konzept der Frauenquote. Und wenn man mehr Männer in dieser Schulform wünscht, wird bei gleicher Qualifikation wahrscheinlich der Mann vorgezogen.



    und auch noch einen Bachelor in sportwissenschaften und Pädagogik.

    Na, das klingt doch hervorragend.


    Frag doch einfach noch mal bei den Schulen nach. Ich komme auch aus Hessen und weiß z.B. von zwei Schulen mit angeschlossener Grundstufe, dass dort Lehrer aus der Sek 1 notgedrungen Sport in der Grundstufe unterrichten (und nein, ich lebe nicht in einer städtischen Brennpunktregion, sondern eher ländlich, wo der Mangel in GS und Sek1 noch nicht so ausgeprägt ist).

    Es besteht also m.E. durchaus gut Bedarf an Sportlehrkräften in der Grundstufe, da das Fach eben auch nicht einfach jemand fachfremd unterrichten darf, im Gegensatz zu den anderen in der Ausschreibung genannten.



    Na ja, so groß ist der Unterschied bei der Bezahlung jetzt auch nicht und das Ref dauert ja auch nicht so lange. Und wenn man danach die Möglichkeit auf A13/A14 hat, dann relativiert sich die kurze Phase des Refs ja auch wieder.


    Die Möglichkeit, ja. Aber ne Garantie gibt's eben nicht. Vor allem ist er durch das Haus regional gebunden und hat nicht unbedingt Mangelfächer.


    Ich würde aber auch eher dazu raten, das Ref zu machen, sofern möglich. Ob es sich lohnen würde, sich u.U. dafür zu verschulden, steht auf nem anderen Blatt. Aber es ist halt auch keine so lange Zeit.


    Aber wenn feststeht, dass es eh in die GS gehen soll, macht es natürlich keinen großen Sinn:


    Und ich möchte definitiv lieber in der Grundschule arbeiten

  • Noch ein Argument für das Ref könnte sein: Wenn die Seiteneinsteigerausbildung so schlecht ist wie in NRW, dann musst du dir praktisch alles entweder selbst beibringen oder das Glück einer Schule zu haben, wo man dir das mitgibt, was du brauchst. Und das geht weit über die paar Hospitationsstunden etc. hinaus, die eigentlich nur vorgesehen sind. Ist aber bundeslandspezifisch.

  • Bei gleicher Qualifikation höchstens. Das ist doch auch das Konzept der Frauenquote. Und wenn man mehr Männer in dieser Schulform wünscht, wird bei gleicher Qualifikation wahrscheinlich der Mann vorgezogen.

    Na ja, die "gleiche Qualifikation" wie eine studierte Primarlehrkraft hat er aber ja gerade nicht und auch sonst wird es wohl nicht die Massen an Bewerber:inn:en geben, wenn man eine Schulform bereits für den Quereinstieg öffnet. Das spielt also an diesem Punkt, wo erst einmal überhaupt der Zugang zum Grundschullehramt erlangt werden muss, keine Rolle und wird auch sonst später an den Grundschulen irrelevant bleiben. Bei Führungsämtern sind Männer auch an Grundschulen statistisch überrepräsentiert in Relation zu ihrer Gesamtanzahl, für das Erlangen einer Planstelle spielt das Geschlecht auch umgekehrt keine Rolle, sondern Fächer, Noten in den Staatsexamina, örtliche Flexibilität/Mobilität und Bedarf.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ich danke euch für die zahlreichen Antworten. Also im Ref komme ich auf ca 1600 Euro netto. Dann kommt ja noch die Krankenkasse. So wie ich das verstehe muss man sich privat versichern. Angestellt und bezahlt im tvöd sind es ca 2700-2800 netto je nach eingruppierung. Also so oder so ist es schon ca 1/3, eher mehr Gehalt.


    Wenn man die Maßnahme so liest, dann soll man ja ähnlich wie im Ref am Studienseminar teilnehmen. Mir ist klar, dass die Variante im Gegensatz zum Ref wahrscheinlich eher "learning by doing" ist. Um ehrlich zu sein ist mir das aber lieber. Ich weiß, dass ich mich da nochmal intensiv einarbeiten muss. Aber ich freue mich darauf. Die Grundlagen sind ja da durchs Lehramtsstudium. Wenn jemand den Bewerbungsprozess schon durchlaufen hat, würde ich mich über eine Nachricht freuen.

  • Und wenn man mehr Männer in dieser Schulform wünscht, wird bei gleicher Qualifikation wahrscheinlich der Mann vorgezogen.

    Ich glaube nicht, dass das erlaubt ist.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Ich glaube nicht, dass das erlaubt ist.

    Ich hoffe es nicht. Aber bei solchen Seiteneinstiegssachen würde es mich nicht wundern, wenn da nicht alles 100%ig transparent ist.




    Mikelknight


    Bei Sport hat das mit Sicherheit zu tun, deshalb darf es offiziell nicht fachfremd unterrichtet werden. Das trifft m.W. auf kein anderes Fach zu (bei manchen Fächern ist es leider sogar sehr verbreitet, dass sie fachfremd unterrichtet werden), außer höchstens noch auf Versuche im Chemie-Unterricht.

  • Okay. Ich muss schauen und warten.


    Es ist aber schon etwas seltsam. Ich habe mich für 4 Kreise in Hessen beworben bzw in den Bewerberpool setzen lassen und alle Anfragen waren aus dem Raum Frankfurt.

    Die Qualifizierungsmaßnahme soll im Mai starten. Bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

  • (...)

    Bei Sport hat das mit Sicherheit zu tun, deshalb darf es offiziell nicht fachfremd unterrichtet werden. Das trifft m.W. auf kein anderes Fach zu (bei manchen Fächern ist es leider sogar sehr verbreitet, dass sie fachfremd unterrichtet werden), außer höchstens noch auf Versuche im Chemie-Unterricht.

    Religion (Missio oder Vocatio erforderlich), Technik (selbst für die Raumnutzung ohne Technikunterricht durchzuführen ist bereits eine Sicherheitseinweisung erforderlich, für den Unterricht Maschinenscheine etc.) Sport dagegen habe ich eine Freundin, die das an ihrer Schule fachfremd macht. Inzwischen hat sie aber bereits erste Teile einer berufsbegleitenden Nachqualifikation absolviert, um die Sportarten, die sie durchführt erweitern zu können (sicherheitsbedingt stark reduziert durch den fachfremden Unterricht zu Beginn gewesen), sowie den Rettungsschwimmer nacherworben, so dass sie ab jetzt auch erst Schwimmunterricht anbieten wird. Sonderbedingungen haben also diverse Fächer. :-)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Finde ich für das Fach Sport begründet. Aber eigentlich sollte das für jedes Fach gelten. Aber gut... Ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion anzetteln.

    Schwimmunterricht könnte ich auch geben. Muss nur meinen Rettungsschwimmer auffrischen. Ich bin gespannt in der Hoffnung das es klappt :)

  • Man muss unterscheiden zwischen irgendwas, was 'oben' verkündet wird (männliche Lehrer an Grundschulen sehr erwünscht) und dem, wie an der Basis (bzw. Schulleitung) gehandelt wird.


    Das man keine Rückmeldung/Absagen auf (zudem von den Schulen unaufgeforderte) Bewerbungen erhält, ist durchaus üblich - auch wenn es sicherlich von 'oben' nicht so vorgesehen ist.


    Man muss einfach sehen, dass Bewerbungen dem Empfänger nie schaden, wenn Sie ihn nicht interessieren, schmeißt er sie nach 10 Sekunden Draufsicht einfach weg...


    In Hessen wirst Du übrigens nach dem TVH bezahlt (nicht nach dem TVöD), wirklich sicher, dass da 2600-2700 netto rauskommen? (das wäre ja Vollzeitstelle, würde voraussetzen, dass Du nicht ledig bist bzw. Du in eine höhere Erfahrungsstufe eingestuft wirst)

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