• Selbst wenn man das vorschiebt, inwiefern ist das für Herbert aus Sachsen-Anhalt ein unterstützenswerter Grund? Ah, die NATO-Osterweiterung, da muss man sein Nachbarland überfallen und wir profitieren davon, wenn Ukraine russisch wird oder wie stellt man sich das vor?

  • Bis heute ist meines Wissens umstritten, wer wem da was genau versprochen hat, irgendeinen Vertrag zu diesem Thema hat es auf jeden Fall nicht gegeben, wohl aber in den Folgejahren eine Diskussion darüber, ob nicht sogar Russland ein Teil der NATO werden könnte.

    Doch. Es gab die NATO-Russland-Grundakte von 1997. Dies war ein politisches Abkommen zwischen der NATO und Russland. Es sollte Moskau zusichern, dass die NATO-Osterweiterung keine Bedrohung darstellt. Die NATO erklärte darin unter anderem, keine Absicht zu haben, Atomwaffen auf dem Territorium neuer Mitglieder zu stationieren. Diese Zusicherung wurde eingehalten.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Inwiefern ist denn die Erweiterung eines Militärbündnisses bis an die Grenzen des größten Rivalen keine Bedrohung? Also, ich finde es ja gut, Russland militärisch zu bedrohen, aber man muss nicht gleich im eigenen Kakao baden.

  • Die Erweiterung des Bündnisses war nicht als Bedrohung konzipiert, sondern als Absicherung der neuen Mitglieder, die sich vor Aktionen Russlands wie in der Tschechoslowakei absichern wollten. Die Länder können durch demokratische Entscheidung das Bündnis auch wieder verlassen - ohne befürchten zu müssen, dass die Nato in der Hauptstadt Panzer auffahren lässt.

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  • Ein reines Verteidigungsbündnis kann niemanden bedrohen, es sei denn, derjenige möchte gerne jemanden angreifen können.

  • Damals bei der Deutschen Wiedervereinigung wurde Michael Gortbatschow versprochen, dass sich die NATO nicht weiter nach Osten ausdehnt.

    Das ist nur die halbe Wahrheit. Baker und Genscher hatten das Gorbatschow gegenüber zwar zunächst einmal im Kontext der DDR angesprochen, es wurde aber von Bush direkt wieder kassiert und war in den eigentlichen Verhandlungen nie ein Thema, auch nicht von sowjetischer Seite aus.

    https://www.bpb.de/themen/europa/…en-versprechen/

    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/n…europa-101.html

    Inwiefern ist denn die Erweiterung eines Militärbündnisses bis an die Grenzen des größten Rivalen keine Bedrohung?

    Insofern als diese Erweiterung dem Antrag und freien Willen der betroffenen souveränen Staaten auf Beitritt zu diesem Bündnis folgt und mit Zusicherungen über Art und Umfang von Stationierungen einherging. Im Übrigen gab es während der Erweiterungsphase auch militärische Kooperationen zwischen der NATO und Russland, speziell bei der IFOR in Bosnien.

  • Selbst wenn man das vorschiebt, inwiefern ist das für Herbert aus Sachsen-Anhalt ein unterstützenswerter Grund?

    Nach meinem Eindruck unterstützen die wenigsten Russland aus einem Gefühl der Überzeugung für Russland heraus, genau so wie die meisten AfD-Wähler die AfD nicht wählen, weil sie ihr Parteiprogramm gelesen und für gut befunden haben. Kernursache scheint mir meistens eher die Ablehnung des hiesigen Systems verbunden mit einem diffusen Gefühl der persönlichen Benachteiligung zu sein.

    (Was ausdrücklich nicht heißt, dass man das nicht ernst nehmen muss, ein wesentlicher Fehler der Politik der letzten 20 Jahre ist, dass man es immer mehr versäumt hat nach innen überzeugend und selbstbewusst zu vertreten, dass dieses System das beste ist, in dem man als Individuum leben kann.)

  • Nein, kein Stück. Dass es genau so ist, wie ich beschrieben habt, hat Trump gerade feststellen müssen, als niemand beim Iran-Krieg mitgezogen ist und diverse andere Nato-Staaten im die Überflugrechte dafür entzogen haben.

  • Naja, auch beim Irankrieg wird mit Verteidigung argumentiert.

    Die Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen der USA sind kein NATO Bündnisfall. Offensichtlich sieht das die NATO genau so.


    Die Faustregel, dass derjenige, der ein anderes Land angreift in der Regel im Unrecht ist, gilt hier auch.

  • Die Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen der USA sind kein NATO Bündnisfall. Offensichtlich sieht das die NATO genau so.

    Der Irankrieg hat mit der NATO ja auch nichts zu tun, sondern mit Israel, das dabei "verteidigt" werden soll.

  • Inwiefern ist denn die Erweiterung eines Militärbündnisses bis an die Grenzen des größten Rivalen keine Bedrohung? Also, ich finde es ja gut, Russland militärisch zu bedrohen, aber man muss nicht gleich im eigenen Kakao baden.

    Und deshalb überfällt Russland Ukraine, um eine noch längere Grenze zur Nato (Polen) zu haben?

    Und deshalb zieht Russland Soldaten von der Grenze zur Nato (Finnland) ab, weil es so große Angst vor der Nato hat?

    Es gibt ein Bericht von 2013 von einem Gespräch. Der Deutsche freute sich über Frieden und wirtschaftlichen Wachstum in den europäischen Ländern inkl. Russland, sein russischer Gesprächspartner widersprach, Putin wisse, dass Russland den Westen nicht einholen könne, außer es kommt zum Krieg. Im Chaos werden die Karten neu gemischt.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Selbst wenn man das vorschiebt, inwiefern ist das für Herbert aus Sachsen-Anhalt ein unterstützenswerter Grund? Ah, die NATO-Osterweiterung, da muss man sein Nachbarland überfallen und wir profitieren davon, wenn Ukraine russisch wird oder wie stellt man sich das vor?

    Ich habe zwei Gründe im Verdacht.

    Hass auf die Amis und "die Wahrheit liegt immer dazwischen", der Glaube also, dass immer beide Seiten an einem Problem Schuld sein müssten. Außerdem erwarten manche, dass die "Guten" immer nachgeben, weil die andere Seite es ja sowieso nicht tut und man einfach Ruhe will und glaubt, der Konflikt gehe sie nichts an.

    Nein, die Wahrheit liegt nicht immer dazwischen, wenn einer sagt, 2 +2 ist 4 und der andere 6 ist nicht 5 das richtige Ergebnis. Und wenn eine Seite extrem lügt, verschiebt sich die Mitte auch.

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  • Naja, auch beim Irankrieg wird mit Verteidigung argumentiert.

    Und niemand aus der Nato folgt.

    Das zeigt gerade, dass es keinen Automatismus gibt. Ein Natoland hat entschieden und die anderen sind nicht einverstanden und folgen nicht. Dein "Argument" zeigt also gerade, dass die Natoländer selbst entscheiden.

    Besser wäre das Argument Afghanistan gewesen und da gab es viele Diskussionen. Aber auch da konnte jeder selbst entscheiden, egal ob Natopartner oder nicht.

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  • Und niemand aus der Nato folgt.

    Das zeigt gerade, dass es keinen Automatismus gibt. Ein Natoland hat entschieden und die anderen sind nicht einverstanden und folgen nicht. Dein "Argument" zeigt also gerade, dass die Natoländer selbst entscheiden.

    Besser wäre das Argument Afghanistan gewesen und da gab es viele Diskussionen. Aber auch da konnte jeder selbst entscheiden, egal ob Natopartner oder nicht.

    Israel ist auch kein NATO-Mitglied.

  • Israel ist auch kein NATO-Mitglied.

    Aber die USA.

    Es gibt jedoch keinen Automatismus, jedes Mitglied entscheidet souverän, auch wenn ein Natostaat angegriffen wird. Es muss nicht militärisch sein.

    Und genauso gut kann auch einem Nichtmitglied geholfen werden.

    Deshalb ist dein Argument keines.

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  • Aber die USA.

    Es gibt jedoch keinen Automatismus, jedes Mitglied entscheidet souverän, auch wenn ein Natostaat angegriffen wird. Es muss nicht militärisch sein.

    Und genauso gut kann auch einem Nichtmitglied geholfen werden.

    Deshalb ist dein Argument keines.

    Aber Israel nicht. Und immer einmal mehr nicht als du.


    Es geht darum, dass "Verteidigungs"bündnisse, "Verteidigungs"armeen und ihre "Verteidigungs"waffen genauso gut zum Angreifen genutzt werden können.

    Das finde ich nicht mal schlimm, aber man sollte nicht auch auf die eigene Propaganda reinfallen.

    Und deshalb überfällt Russland Ukraine, um eine noch längere Grenze zur Nato (Polen) zu haben?

    Und deshalb zieht Russland Soldaten von der Grenze zur Nato (Finnland) ab, weil es so große Angst vor der Nato hat?

    Es gibt ein Bericht von 2013 von einem Gespräch. Der Deutsche freute sich über Frieden und wirtschaftlichen Wachstum in den europäischen Ländern inkl. Russland, sein russischer Gesprächspartner widersprach, Putin wisse, dass Russland den Westen nicht einholen könne, außer es kommt zum Krieg. Im Chaos werden die Karten neu gemischt.

    Stimmt, die Russen hätten natürlich auch noch ein paar Jahre zuschauen können bis auch die Ukraine in die NATO gekommen wäre.

    Wenn die NATO Russland angreifen sollte, wofür es aktuell keine Anzeichen gibt, dann eher nicht über Finnland. Lol.


    Ich bin ja auch dafür Russland zu zerschlagen, aber man darf sich auch nicht wundern, wenn die sich wehren.

    Dass sich die deutsche Rolle in diesem Krieg als Flughafen und in der Alimentation der ukrainischen Flüchtlinge erschöpft, ist nochmal ein anderes Thema. Da wünsche ich mir mehr Einsatz.

  • Ich bin ja auch dafür Russland zu zerschlagen, aber man darf sich auch nicht wundern, wenn die sich wehren.

    Hm? Warum sollte Russland "zerschlagen" werden? Das Land darf gerne existieren. Das hat es lange Zeit auch ohne Probleme.

    Gegen was genau wehrt sich Russland denn gerade?

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