• Schade vor allem, dass Betroffene es nicht merken und auch nicht verstehen, wenn man es erklärt. Die beiden sind ja bloß ein Beispiel für viele andere, die sich ebenso für unfehlbar und überlegen halten.

    Eine negative Folge ist ja auch, dass viele Menschen die KI-Zusammenfassungen von Nachrichten lesen und dann nicht mehr auf die Quellen klicken, in dem Fall Tageszeitungen. Dadurch gibt es neben sinkenden Abozahlen auch Werbeeinbrüche, was seriöse Medien schwächt und Microsoft und Google noch mehr Macht und zunehmend Deutungshoheit verleiht.

    Siehst Du. Das ist das Problem. Ich denke mir die ganze Zeit, was schreibt Quinttengelee für einen Blödsinn. Also bei Schmidt glaube ich durchaus, dass er sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Aber hast Du dich überhaupt mal ernsthaft mit KIs beschäftigt? Wir hatten letztes Jahr eine spannende Diskussion auf einer Fortbildung dazu. Es ging darum, dass Schüler in der Oberstufe Hausarbeiten mehr oder minder komplett mit KI erstellen und wie man damit umgehen soll. Unis haben übrigens das gleiche Problem. Wenn KIs nun so viel Blödsinn schreiben würden, wie du es behauptet, müsste man doch jede KI-Aufsatz sofort erkennen? Fakt ist, dass die KI in vielen Bereichen schon überragende Leistungen zeigen kann.

    Hast du mal im Beispiel vom vorherigen Thread meine Schlagwörter in eine aktuelle KI geben? Kam da irgendwelche falschen Aussagen?

  • Es ist natürlich klar, dass wir nicht über dein Fachwissen verfügen. Immerhin setzt du dafür ein Jurastudium voraus, dass Du sicherlich selbst absolviert hast, bevor Du dich geäußert hast. Du wirst ja sicherlich an dich selbst die gleichen Anforderungen wie andere haben.

    Ich habe mich inhaltlich gar nicht zum Thema geäußert. Ja, Notwehr gibt es. Mehr ist losgelöst vom konkreten Einzelfall nicht zu sagen. Von juristischen Laien nicht und tatsächlich auch nicht von Juristen. Wenn du einen Juristen fragst, ob du Schüler verletzen darfst um einen Kampf zu beenden, wird die Antwort sein "Kommt drauf an."

    Mit Strafrecht bin ich im Studium fast durch. Bis zum Examen dauert es aber noch etwas. Ob ich das überhaupt schreibe, weiß ich noch nicht. Darum, dass hier irgendwer Fachwissen hat oder nicht geht es im Übrigen gar nicht. Es geht um die Einsicht, dass "blauer Fleck = Notwehr = passt schon" im konkreten Einzelfall falsch sein kann. Für diese Erkenntnis braucht man kein tiefergehendes Fachwissen, sondern lediglich ein grundlegendes Verständnis für unser Rechtssystem. Für die Behandlung des Einzelfalls (= du hast einem Schüler einen blauen Fleck gemacht und der zeigt dich an) kommt dann ein Anwalt ins Spiel.

    Ich benutze inzwischen relativ viel KI. Ich habe auch bei allgemeinen juristischen Fragen keine negativen Erfahrungen gemacht.

    Wie gut, dass du das als absoluter Laie bewerten kannst. ;) Was sollen eigentlich "allgemeine juristische Fragen" sein?

    Wenn man sich aber der Grenzen von KI bewusst ist, ist eine KI sehr starkes Tool um ein Thema allgemein zu betrachten. Insbesondere wenn es ein allgemeines Thema ist und es viele frei zugängliche Informationen dazu gibt.

    Du hast oberflächlich falsch geschrieben. Genauso, wie Wikipedia kann das Befragen einer KI ein Einstieg sein. Damit darf dann aber die Arbeit nicht aufhören. In diese Falle tappen viele SuS und offenbar auch Lehrkräfte. Arbeiten mit KI ist einfach mehr, als irgendwelche Fragen an einen Chatbot zu stellen und das dann so zu glauben, weil man kein Domainwissen hat.

    Wenn Du natürlich ein Nischenthema hast, ist KI das falsche Werkzeug. Aber wenn Du es regelmäßig nutzt, wirst Du vielleicht auch bald einsehen, dass die KIs einen großen Schritt nach vorne gemacht haben.

    Ich glaube langsam, dein Problem zu verstehen. Du denkst, arbeit mit KI bedeutet irgendetwas in einen Chatbot wie ChatGPT einzugeben oder Google AI zu fragen. Das ist die Oberflächlichkeit, die ich meine. Tip: nein, ich benutze nicht ChatGPT für die Softwareentwicklung.

  • Ich habe mich inhaltlich gar nicht zum Thema geäußert. Ja, Notwehr gibt es. Mehr ist losgelöst vom konkreten Einzelfall nicht zu sagen.

    Du sprichst jedes Mal von einem ominösen Einzelfall. Ich habe nichts von einem Einzelfall gelesen. Es ging darum, dass Konzept Notwehr der Person anscheinend nicht bekannt war. Und dann ist eine KI eine Möglichkeit eine Übersicht zu bekommen. Und selbstverständlich sollte man dann passende Quellen auch noch selbst lesen.

    Es geht um die Einsicht, dass "blauer Fleck = Notwehr = passt schon" im konkreten Einzelfall falsch sein kann. Für diese Erkenntnis braucht man kein tiefergehendes Fachwissen, sondern lediglich ein grundlegendes Verständnis für unser Rechtssystem.

    Hat das denn irgendjemand behauptet? Die Vorgabe war doch, dass ich in einer Notwehrsituation einen Schüler einen blauen Fleck zufüge. Und noch mal: Es ging doch nicht um einen konkreten Einzelfall. Es geht um allgemeines Verhalten auf dem Schulhof. Und da muss ich als Lehrkraft wissen, was Notwehr bedeutet. Ob es dann in der konkreten Situation Notwehr ist, kann keiner im voraus beurteilen. Aber wenn ich zwei Schüler und der eine geht mit einem Stuhl auf den anderen los, muss ich wissen unter welchen Umständen ich eingreifen darf/muss.

    Wie gut, dass du das als absoluter Laie bewerten kannst. ;) Was sollen eigentlich "allgemeine juristische Fragen" sein?

    Das Wort allgemein bedeutet, dass etwas für alle Beteiligten gilt, allgemein bekannt ist oder nicht ins Detail geht. Es wird meist als Adjektiv verwendet und drückt Ausdrücke wie generell, übergreifend oder gewöhnlich aus.

    Du hast oberflächlich falsch geschrieben. Genauso, wie Wikipedia kann das Befragen einer KI ein Einstieg sein. Damit darf dann aber die Arbeit nicht aufhören. In diese Falle tappen viele SuS und offenbar auch Lehrkräfte. Arbeiten mit KI ist einfach mehr, als irgendwelche Fragen an einen Chatbot zu stellen und das dann so zu glauben, weil man kein Domainwissen hat.

    Ich glaube langsam, dein Problem zu verstehen. Du denkst, arbeit mit KI bedeutet irgendetwas in einen Chatbot wie ChatGPT einzugeben oder Google AI zu fragen. Das ist die Oberflächlichkeit, die ich meine. Tip: nein, ich benutze nicht ChatGPT für die Softwareentwicklung.

    Ich mache gar keine Softwareentwicklung. Ich wüsste auch nicht wozu. Konkret ging es um KI als Recherche-Tool. Und da ist KI durchaus ein starkes Tool. Schulisch kannst Du KI natürlich viel effizienter nutzen. Das beginnt mit der Unterrichtsplanung für bestimmte Einheiten, Erstellen von Bildern, Erstellen von Arbeitsblättern, Zusammenfassung von Texten, Texte in einfache Sprache übersetzen, ... Aber das gehört alles nicht hier in den Thread.

  • Hat das denn irgendjemand behauptet? Die Vorgabe war doch, dass ich in einer Notwehrsituation einen Schüler einen blauen Fleck zufüge.

    Ob eine Situation eine Notwehrsituation ist, ist ja gerade das, was nicht einfach zu bewerten ist. Dass es Notwehr gibt, dürften die meisten Menschen wissen. Die Frage danach, ob du einfach an Schülern herumziehen und ihnen blaue Flecken machen darfst, beantwortet es aber nicht. Denn das kommt auf den konkreten Einzelfall an.

    Bitte lass es einfach mit dem Versuch, juristische Aussagen zu treffen.

  • Zurück zum Thema:

    ... Ich empfehle an der Stelle mal Herfried Münklers Imperien, Die Logik der Weltherrschaft, damit hier nicht nur ins Blaue gequasselt wird.

    Hat denn jemand das Buch gelesen? Derjenige, der es kennt und nicht so unwissend wie wir ins Blaue quatscht, möchte sein Wissen ja leider nicht teilen.

  • Tip: nein, ich benutze nicht ChatGPT für die Softwareentwicklung.

    Das ist auch ein vollkommen ungeeignetes "Werkzeug" dafür. Ich nutze Gemini für die Optimierung der htaccess und des Quellcodes meiner Websites. Da macht es einen guten Job. Vor 20 Minuten habe ich mit Hilfe von Gemini ein Problem auf dem Handy meiner Frau "gefixt". Hier waren die Menueschriften plötzlich auf Tamilisch eingestellt. Nach Abarbeiten der ToDo-Liste von Gemini ist alles wieder gut.
    Gemini macht auch einen guten Job bei der Transkription von Texten des 19.Jahrhunderts, die als .jpg in Fraktur vorliegen. Da lasse ich alte Sagen und Berichte über Brauchtum in heute lesbare Schrift transkribieren. Vor 2 Jahren musste ich das noch händisch abtippen - nun genügen wenige Klicks.
    Bing Copilot wiederum ist eine der wenigen KI'en, die ihre Quellen angeben. Dadurch wird sie durchaus zu einer brauchbaren informationsquelle.

    Zurück zu meinem "Verbrechen" der KI-Verwendung in der "Diskussion" (die leider in weiten Teilen keine ist, weil sie sich nicht mit dem Thema befasst, sondern mit Formalien)
    Die Ki hat für Saruman s Lobpreisung des Textes seines Lieblingsautors als Kritikpunkte zusammengefasst, dass dieser die machiavellische Machtausübung militärischer Großmächte für legitim hält und damit die Einhaltung internationaler Regeln für obsolet erachtet. Zudem wird ein sehr konservatives Weltbild attestiert.
    Liegt die KI mit dieser Quintessenz falsch? Imho deckt sich das ja mit Sarumans Aussagen.

    Back on topic und zur Einhaltung internationaler Regeln:
    "Die UN wirft Israel Genozid vor" - so eine Headline auf der Titelseite unserer Tageszeitung. Laut einer Expertenkommision im Auftrag des Menschenrechtsrates der UN nimmt das israelische Militär gezielt auch Kinder unter Beschuss. Bislang sind in Gaza mehr als 20.000 Kinder als direkte Folge des militärischen Konflikts gestorben, mehr als 44.000 Kinder wurden verletzt. Diese Attacken zählen als Völkermord, als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Mit diesen Worten steht es im Zeitungsbericht. Auch nach dem Waffenstillstand würden weiterhin Kinder getötet und schwer verletzt.
    Auch Russland bombardiert zielgerichtet Wohngebäude und terrorisiert die Zivilbevölkerung. Das ist kein Krieg, sondern in der Tat eine "Spezialoperation", die sofort ein Ende haben muss.
    Als Lehrer, Mensch und Humanist kann ich solche Angriffe und Morde nur verurteilen.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

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