• Ende 2025 hatten etwa 200.000 Menschen eine Duldung, rund ein Viertel davon ist minderjährig.

    In Indien sind auch viele Menschen minderjährig. Ich möchte trotzdem nicht für die zahlen.

    Anekdote hierzu, die mit dem Thema nix zu tun hat: Dass Deutschland Indien üppige Entwicklungshilfe zahlt, steht auf einem anderen Blatt. Indien ist übrigens vor Angriffskriegen geschützt, ist Atommacht und hat ein eigenes Satellitenprogramm. Keine Pointe.

  • Vielleicht können wir ja so langsam wieder zum Ausgangsthema "Russlands Kriege und was das mit uns zu tun hat" zurückkommen?

    Wenn du dich weiter über Migration aufregen willst, Tobbe , mach doch einen eigenen Thread dazu auf.

  • Ich habe kürzlich einen Podcast zu dem Drohnenangriff auf dem Flughafen Leipzig/Halle gehört und da wurde nochmal betont, dass das ziemlich besorgniserregend ist. Hätte der Anschlag geklappt und eine Antonov wäre über einem Wohngebiet explodiert, hätten wir einen NATO-Bündnisfall gehabt.

    Hat das jemand weiter verfolgt?

  • Tobbe : Um dein Beispiel mit Syrien aufzugreifen, wenn Syrer (m/w/d) erfahren, dass selbst ein anspruchsvoller Job und ein gehobener Bildungsstand (z.B. Lehrkraft oder medizinische Fachkraft) in Syrien nicht mal zu dem Lebensstandard führt, der in Deutschland dem des grundsicherungsfinanzierten Existenzminimums entspricht, entsteht schnell die Frage, ob sie sich überhaupt anstrengen sollen, in Syrien gesellschaftlich aufzusteigen, wenn es am Ende monetär gar nicht wertgeschätzt wird.

    Deswegen bin ich nach Deutschland gekommen.in meinem Herkunftsland lohnte sich der Job als Lehrkraft nicht.


    Schon mal auf die Idee gekommen, dass bei den allerallermeisten Menschen der Lebensstandard und der ausgeführte Job NACH dem Leben in der Nähe von Familie, Freunden und in seinem Kulturkreis (und seiner Muttersprachd) kommen?

  • Hätte der Anschlag geklappt und eine Antonov wäre über einem Wohngebiet explodiert, hätten wir einen NATO-Bündnisfall gehabt.

    Sowas ist kein Automatismus; ein Mitgliedsstaat muss den Antrag stellen (hätten wir das gemacht?), dieser muss einstimmig beschlossen werden, und dann entscheidet jeder Staat wie er konkret handeln will (vom Beileidstelegramm bis zu Bodentruppen ist da alles möglich). Der Busfahrer hat aber auf jeden Fall vielen Leuten eine Menge Kopfschmerzen erspart.

  • Viele Länder Afrikas haben meiner Einschätzung nach keine wirkliche Zukunft.

    Geht es dir hier um wirtschaftliche oder gesellschaftlich/politische Zukunft? Wirtschaftlich kann, wie zuvor von Tobbe erwähnt, Vietnam als positives Beispiel herangezogen werden. Vor 35 Jahren noch eines der ärmsten Länder der Welt, hat es die letzten Jahre extreme Fortschritte gemacht, hatte alleine im letzten Jahr ein Wirtschaftswachstum von 8%. Grundsätzlich können das andere Länder auch - es braucht aber einen konkreten Plan, wie man von A nach B kommt, sowie eine Bevölkerung, die die Sinnhaftigkeit dieses Plans erkennt und bereit ist, ihn mitzugehen.

    Gesellschaftspolitisch ist aus meiner Sicht ein Hauptproblem, dass die Bevölkerung vieler afrikanische Länder keine nationale Identität hat, sondern sich eher innerhalb der einzelnen Völker oder ihrer Familien orientiert. Es kommt immer wieder zu Unruhen aufgrund unterschiedlicher moralischer Vorstellungen oder Verteilungsstreitigkeiten. Aus europäischer Sicht lässt sich nur schwer eine Alternative aufzeigen, da wir aus der Entfernung heraus nur wenig Einblicke haben. Was es in meinen Augen bräuchte, wären charismatische politische Führungspersönlichkeiten, die die Bevölkerung in ihrer Diversität vereinen und zugleich einen Plan aufzeigen, wie es zukünftig allen Menschen des Landes besser gehen könnte.

    Wenn die afrikanischen Staaten selbst keine Idee haben, wie es zukünftig weitergehen soll, könnte die Europäische Union oder die UN vermitteln. Mitunter müssen auch die Europäische Union oder die UN die Initiative zum Gespräch (und damit verbunden auch zum Handeln) suchen. So oder so, Veränderung geht nur, wenn man auch Veränderung zulässt - ein verändertes Afrika kann daher viele Afrikaner (m/w/d) vor Herausforderungen stellen, aber es kann zugleich auch Chancen bedeuten, die es zu greifen gibt, wenn die nationale Politik die Sinnhaftigkeit nur gut genug erklärt. Ein "weiter so" führt jedoch nicht zu Stillstand, sondern bei knappen Ressourcen und (zumindest im Falle Afrikas) steigenden Geburtenraten zu zunehmend größer werdenden Problemen.

  • Schon mal auf die Idee gekommen, dass bei den allerallermeisten Menschen der Lebensstandard und der ausgeführte Job NACH dem Leben in der Nähe von Familie, Freunden und in seinem Kulturkreis (und seiner Muttersprachd) kommen?

    Wieso sind die Leute dann hier?

  • Ich habe kürzlich einen Podcast zu dem Drohnenangriff auf dem Flughafen Leipzig/Halle gehört und da wurde nochmal betont, dass das ziemlich besorgniserregend ist. Hätte der Anschlag geklappt und eine Antonov wäre über einem Wohngebiet explodiert, hätten wir einen NATO-Bündnisfall gehabt.

    Hat das jemand weiter verfolgt?

    Die seriösesten, schnellsten und aktuellten Informationen erhältst zu eigentlich bei Torsten Heinrich: https://www.youtube.com/@milgeschichte…=503&shelf_id=5

    Jeden Mittwoch und Samstag Abend ausführlich live.

  • Wieso sind die Leute dann hier?

    Weil es in ihrem Land so schlimm war.
    Weil die Armut so groß ist oder die Lebensgefahr..

    Definitiv nicht, um als Lehrkraft einen höheren Lebensstandard als in Syrien zu haben.

  • Gesellschaftspolitisch ist aus meiner Sicht ein Hauptproblem, dass die Bevölkerung vieler afrikanische Länder keine nationale Identität hat, sondern sich eher innerhalb der einzelnen Völker oder ihrer Familien orientiert. Es kommt immer wieder zu Unruhen aufgrund unterschiedlicher moralischer Vorstellungen oder Verteilungsstreitigkeiten. Aus europäischer Sicht lässt sich nur schwer eine Alternative aufzeigen, da wir aus der Entfernung heraus nur wenig Einblicke haben.

    Let me have a guess ....

    _KÖNNTE_ es eventuell damit zu tun haben, dass Kolonialmächte sich die Landkarte wie ein Kuchen aufgeteilt haben, ohne Rücksicht auf Kulturen und sich schon seit Jahrtausenden entwickelnden Entitäten?!

  • Weil die Armut so groß ist [...]
    Definitiv nicht, um als Lehrkraft einen höheren Lebensstandard als in Syrien zu haben.

    Hängen beide von dir gemachten Punkte nicht unmittelbar miteinander zusammen? Ich kann argumentativ gerade nicht überschauen, warum du den ersten von mir zitierten Punkt mit einem "definitiv nicht" vom zweiten von mir zitierten Punkt abgrenzt.

  • chilipaprika : Ja, das könnte wie von dir dargestellt so sein. Leider erfolgen die wenigsten staatlichen Neuordnungen friedlich. Bei der Vereinigung von West- und Ostdeutschland wird ja oft betont, dass es außergewöhnlich war, dass es zu dieser nicht-blutigen Revolution kam.

    Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass eine staatliche Neuordnung im Falle afrikanischer Staaten einfach zu organisieren wäre. Wie schon zuvor erwähnt, aus der Entfernung kann ich gar nicht wissen, welche Fallstricke hierbei vorkommen können. Und wie bei allen möglichen Veränderungen gibt es auch Menschen, die den Status Quo vorziehen, diesen bisweilen mit allen Mitteln verteidigen würden.

    Ich würde mir wünschen, dass die afrikanischen Staatschefs ergebnisoffen einfach mal alle Ideen auf den Tisch legen und sagen "Wir wollen Veränderungen mit Ziel einer besseren Zukunft für unseren Kontinent und unsere Bevölkerung!". Vielleicht macht es Sinn, staatliche Grenzen im Falle Afrikas noch einmal neu zu definieren. Die Afrikaner (m/w/d) müssen die Möglichkeiten einfach mal für sich durchdeklinieren.

  • Hätte der Anschlag geklappt und eine Antonov wäre über einem Wohngebiet explodiert, hätten wir einen NATO-Bündnisfall gehabt.

    Wie das denn? Die standen doch auf dem Flughaven.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

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