• Ich kann beide Seiten erreichen (16.08.2026, 21:41 Uhr).

    Jetzt geht sie wieder. Macht aber inhaltlich auch keinen Unterschied. Einwanderungen ist ungleich Asylanträge. Der US-Amerika, der aus beruflichen oder privaten Gründen nach Kanada kommt oder der Europäer, wird i.R. gerne aufgenommen. Insbesondere wenn er ein festes Einkommen hat. Das Problem sind die Asylanträge.

  • Das sind sie - wie hier schon oft geschrieben - nicht. In Deutschland fallen Asylanträge kaum ins Gewicht, dieses Jahr werden wir da keine 100000 haben. Recht auf Asyl hat jemand, der individuell politisch verfolgt wird, das ist bei einem verschwindend geringem Fall der Migranten der Fall.

  • Das ist auch irgendwie komisch. Gerade die Lehrkräfte, die sowie politisch eine bestimmte Richtung vertreten, haben plötzlich ganz viele Schüler, die alle uns auslachen oder unser System ausnutzen. Andere Lehrkräfte haben kaum solche Schüler. Es gibt doch schon komische Zufälle.

    Ja könnte alles fake sein. Diese Zweifel kannst du hier säen, der Leser muss am Ende selbst

    urteilen.

    In meiner Teamklasse war ein Schüler aus dem Irak letztes Jahr komplett abwesend. Vor der gemeinsamen Klassenfahrt im Klassenteam haben wir erfahren, dass die ganze Familie sich im Irak aufhält. Das kam raus wegen des Antrages auf Bildung und Teilhabe beim Amt, den wir vorsorglich in die Wege geleitet haben, damit wir nicht ohne Geld dastehen.

    Er ist weiterhin an der Schule gemeldet.

  • Jetzt sollten wir aber mal ein wenig den Erdkundeunterricht dazu nehmen. An wie viele klassische Fluchtländer grenzt Kanada denn? Wie viele Menschen fliehen wohl so jährlich nach Kanada? Wie könnten Fluchtrouten aussehen? Woher kommen Flüchtlinge, die nach Kanada kommen? Übrigens auch Australien bekommt das Flüchtlingsproblem relativ gut in den Griff.

    Es geht einfach um gesetzliche Regelungen und Grundsätze. Die geographische Lage hat absolut gar nichts mit der Gestaltung des Rechtsrahmens zu tun.

  • @Tobbe: werden bei euch Schüler nicht ausgeschult, wenn sie eine Zeit lang unentschuldigt fehlen?

    Natürlich nicht. Schüler dürfen nur abgemeldet werden, wenn die Eltern eine neue Schule vorweisen.

  • Das Problem sind die Asylanträge.

    Helmut Schmidt sagte ja vor der Kamera, man dürfe das Asylrecht niemals aushebeln. Dem würde ich zustimmen.

    Das Problem ist ja, dass wenn am Ende rauskommt, dass kein Recht auf Asyl besteht (das sind die allermeisten Fälle), dies faktisch in den meisten Fällen überhaupt keine Konsequenzen hat. Die Leute dürfen meist trotzdem bleiben. Für eine Duldung genügt das Fehlen von Ausweispapieren, Geld gibt es dann trotzdem. Das sollte abgeschafft werden. 4 Wochen Zeit für die Ausreise, danach keine Leistungen mehr.

    In Panama muss man meines Wissens bei Einreise das Geld für seine eigene Abschiebung als Kaution hinterlegen. Das fände ich für uns zu krass, aber dies mal als Vergleichsmoment um dazulegen, das die von mir oben vorgeschlagene Prinzip im weltweiten Vergleich dastünde.

    Einmal editiert, zuletzt von Tobbe (17. August 2026 11:06)

  • Und noch ein letzter Punkt: Wenn man noch irgendwie an eine Zukunft der eigenen Heimat glaubt, möchte man womöglich selbst dazu beitragen, das Narrativ möglichst zum Positiven zu beeinflussen, und das gelingt in der Regel vor Ort leichter als aus der Entfernung.

    Das ist aus der Perspektive eines sorgenlosen, wohlgenährten Erstweltbürgers ziemlich selbstgerecht - die Hybris ist hier die Politikverdrossenheit gepaart mit Nichtwählen. Die Menschen, die fliehen, haben kein Interesse mehr daran, Dinge in ihrem Land positiv zu beeinflussen. Sie sind in der Regel in Umständen aufgewachsen, die ihnen gezeigt haben, dass das illusorisch ist.

    Wir haben alle verdammtes Glück, weitgehend sorgenfrei aufwachsen zu dürfen.

    Ich bin beileibe nicht dafür, jede/n hier ins Land zu lassen oder gar Deutschland als eines der Weltsozialämter zu erachten. Wir dürfen uns aber nichts vormachen, dass ein Teil des Problems die koloniale Vergangenheit ist, sowie die wirtschaftliche und politische Macht, die die USA und Europa immer noch auf die Drittweltländer ausüben, und unser Anspruch, als Gewinner der Globalisierung diese Gewinne selbstverständlich weiterhin einzufahren.

    Die Entwicklung in Afrika und im Nahen Osten hat Europa maßgeblich verursacht. Es will mir auch nicht in den Sinn, wie man erwarten kann, dass bald 70 Jahre nach dem politischen Ende des Kolonialismus diese Länder bitte alle demokratisch sein sollen, ethnische Konflikte alle befriedet sein sollen und die Afrikaner, die als Vorbild nur das Recht des Stärkeren (hier der Kolonialherren) kennengelernt haben, plötzlich ihre Länder so wirtschaftlich, sozial und politisch stabilisieren, dass es dort allen Menschen so gut geht, dass niemand mehr flieht.

    Viele Länder Afrikas haben meiner Einschätzung nach keine wirkliche Zukunft. Und was die Briten und Franzosen mit dem Sykes-Picot-Abkommen verbrochen haben, spüren wir ja auch heute noch.

    Das bedeutet freilich nicht, dass wir jetzt die nächsten Generationen dafür bezahlen sollen. Aber es hilft schon, den moralischen Kompass hier ggf. noch einmal neu zu kalibrieren.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Natürlich nicht. Schüler dürfen nur abgemeldet werden, wenn die Eltern eine neue Schule vorweisen.

    Und ihr gebt dann nich solche Fälle von Total-Absentismus ans Jugendamt weiter sondern lasst die Einfach in den akten versickern?

    Ok, ich bin BK-Lehrer, aber wäre da ein Sek 1 Schüler, ich würde das Jugendamt auffordern die Schulpflicht des entsprechenden Schülers durchzusetzen, weil ich ansonsten als Schule das Kindeswohl gefährdet sehe, bzw. zu bestätigen, dass sie dieses Schülersn nicht habhaft werden können, allein schon, damit ich im Fall der Fälle als Schule sagen kann, dass ich ordnungsgemäß gehandelt habe. Was das Jugendamt dann daraus macht, ist deren Problem.

  • Und ihr gebt dann nich solche Fälle von Total-Absentismus ans Jugendamt weiter sondern lasst die Einfach in den akten versickern?

    Klar machen wir das. Aber was meinst du was passieren muss, bis da das Amt kein Geld mehr zahlt. Bußgeld wird angeordnet, wird dann aber in der Regel bei BuT nicht vollzogen.

    Was das Jugendamt dann daraus macht, ist deren Problem.

    In der Regel nix. Alle geben ja gern Verantwortung ab.

  • Das bedeutet freilich nicht, dass wir jetzt die nächsten Generationen dafür bezahlen sollen. Aber es hilft schon, den moralischen Kompass hier ggf. noch einmal neu zu kalibrieren.

    Genau hier liegt doch die Widersprüchlichkeit dieser Einstellung. Am Ende bedeutet es doch genau das eben doch. "Kompass neu kalibrieren" heißt am Ende dann meistens doch "ok wir zahlen".

    Das ist so wenig konstruktiv, wie soll denn das "kalibrieren" aussehen und was hat es damit zu tun, dass man abgelehnten Asylbewerbern nach 4 Wochen alle Leistungen streicht?

  • Die Entwicklung in Afrika und im Nahen Osten hat Europa maßgeblich verursacht. Es will mir auch nicht in den Sinn, wie man erwarten kann, dass bald 70 Jahre nach dem politischen Ende des Kolonialismus diese Länder bitte alle demokratisch sein sollen, ethnische Konflikte alle befriedet sein sollen und die Afrikaner, die als Vorbild nur das Recht des Stärkeren (hier der Kolonialherren) kennengelernt haben, plötzlich ihre Länder so wirtschaftlich, sozial und politisch stabilisieren, dass es dort allen Menschen so gut geht, dass niemand mehr flieht.

    Das Recht des Stärkeren haben die Europäer eingeführt, während dort vor der Kolonialzeit alles in Eintracht demokratisch entschieden wurde? Das britische Weltreich hat sich nach einer Phase der Herrschaft der Knute letzten Endes demokratisiert und die Skalverei auf den Weltmeeren beendet. Das spielt dann aber bei der Vorbildbildung natürlich keine Rolle, natürlich nur die Zeit der Ausbeutung und Unterdrückung.

    Es gibt doch etliche Beispiele, wie ehemalige Kolonien den Aufstieg geschafft haben, vor allem in Ostasien (Vietnam, Südkorea, Taiwan, Singapur...) aber auch im südlichen Afrika.

    Viele Länder Afrikas haben meiner Einschätzung nach keine wirkliche Zukunft.

    Finde ich krass, wie du Afrikaner, deren Können und Selbstwirksamkeit hier darstellst.

    70 Jahre sind doch kein "plötzlich" ?!

  • Das Problem ist ja, dass wenn am Ende rauskommt, dass kein Recht auf Asyl besteht (das sind die allermeisten Fälle), dies faktisch in den meisten Fällen überhaupt keine Konsequenzen hat. Die Leute dürfen meist trotzdem bleiben.

    Tatsächliches Asyl (Art. 16a GG) bekommt praktisch niemand, weil die Hürde dafür sehr hoch ist. Wenn jemand Asyl beantragt, werden zusätzlich aber auch die weiteren möglichen Schutzgründe durchgeprüft: Flüchtlingsstatus nach Genfer Konvention (§3 AsylG, das ist die weitaus größte Gruppe), subsidiärer Schutz (§4 AsylG), Abschiebeverbot (§60 AufenthG). Letztes Jahr lag die Schutzquote bei knapp 28%. Bei einer Ablehnung kann eine Duldung gewährt werden (§60a AufenthG). Ende 2025 hatten etwa 200.000 Menschen eine Duldung, rund ein Viertel davon ist minderjährig.

  • Ende 2025 hatten etwa 200.000 Menschen eine Duldung, rund ein Viertel davon ist minderjährig.

    In Indien sind auch viele Menschen minderjährig. Ich möchte trotzdem nicht für die zahlen.

    Anekdote hierzu, die mit dem Thema nix zu tun hat: Dass Deutschland Indien üppige Entwicklungshilfe zahlt, steht auf einem anderen Blatt. Indien ist übrigens vor Angriffskriegen geschützt, ist Atommacht und hat ein eigenes Satellitenprogramm. Keine Pointe.

  • Vielleicht können wir ja so langsam wieder zum Ausgangsthema "Russlands Kriege und was das mit uns zu tun hat" zurückkommen?

    Wenn du dich weiter über Migration aufregen willst, @Tobbe , mach doch einen eigenen Thread dazu auf.

  • Ich habe kürzlich einen Podcast zu dem Drohnenangriff auf dem Flughafen Leipzig/Halle gehört und da wurde nochmal betont, dass das ziemlich besorgniserregend ist. Hätte der Anschlag geklappt und eine Antonov wäre über einem Wohngebiet explodiert, hätten wir einen NATO-Bündnisfall gehabt.

    Hat das jemand weiter verfolgt?

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