• Der Mindestlohn trägt zumindest verstärkend dazu bei, dass geschätzte 95% der Textilproduktion nicht in Deutschland stattfindet.

    Die Textilindustrie ist lange vor Einführung des Mindestlohns aus Deutschland verschwunden.

  • Was ein Problem hingegen ist, ist dass die deutsche Politik durch den Mindestlohn die deutsche Textilproduktion unattraktiv gemacht hat. So erfolgt Design und Planung zwar in Deutschland, Produktion jedoch im günstigeren Ausland.

    Äh nein, der Zusammenhang ist falsch. Die Textilproduktion war schon bis 2005 fast völlig aus Deutschland verschwunden. Den Mindestlohn gab es da noch gar nicht.

    Aber wir können natürlich alle Löhne an die günstigeren Länder anpassen. LehrerInnen sollen im Ausland auch überwiegend günstiger sein als bei uns in Deutschland...

    Was bei dieser einseitigen Lohndebatte immer fehlt, ist die Betrachtung von Produktivität, Innovation und Qualität, dann wird ein Schuh daraus

  • Sissymaus  raindrop : Dass die Textilproduktion bereits vor Einführung des Mindeatlohns ins Ausland ausgelagert wurde, stimmt, hatte aber, so meine Vermutung, damals auch schon vor allem finanzielle Gründe. Sicherlich ist vor allem Bangladesch auf Textilproduktion spezialisiert und kann daher bei der Standortwahl auch durch Erfahrung punkten, aber der springende Punkt ist einfach, dass die Personalkosten in diesen Ländern deutlich niedriger sind als in Deutschland. Durch die Einführung und anschließend erhebliche Erhöhung des Mindestlohns sind die Preisunterschiede eher noch größer geworden, was aus einer reinen Wirtschaftssicht (und Arbeitsrecht kann nie komplett isoliert vom Marktgeschehen betrachtet werden, weswegen durchaus auch die Frage aufgeworfen werden kann, ob es so sinnvoll ist, dass Arbeits und Wirtschaft (aktuell) zwei getrennte Ministerien auf Bundesebene sind) eher gegen den Standort Deutschland spricht.

    Provokant formuliert: Unter der Annahme, dass die deutsche Arbeitsmarktpolitik vorausschauend handelt, nimmt sie durch ihre Mindestlohngestaltung weiterhin in Kauf, dass sich deutsche Textilunternehmen dazu entscheiden, ihre Produktionen in Niedriglohnländern statt in Deutschland durchführen zu lassen.

    raindrop : Der Vergleich mit der Bildungsbranche ist ungeeignet, da Lehrkräfte Teil des öffentlichen Dienstes sind und sich dadurch das Wettbewerbsprinzip nur sehr bedingt anwenden lässt.

  • Sie müssen nicht unser Problem sein. Sie sind aber in der Praxis ein Problem, wenn sie in Deutschland sind. Sie sind da. Sie gehen nicht freiwillig. Also müssen wir uns überlegen, was wir mit ihnen machen. Und die Lösung wir streichen ihnen einfach alle Zahlungen bringt nichts wie wir in Frankreich sehen.

    Natürlich bringt das was. Bitte mal vergleichen, wie viele Asylanträge in Deutschland vs. Frankreich gestellt werden. 2023 waren es in Deutschland mehr als doppelt so viele. Ich würde auch bevorzugt irgendwo hingehen, wo ich ewig weiterversorgt werde, logisch.

  • Natürlich bringt das was. Bitte mal vergleichen, wie viele Asylanträge in Deutschland vs. Frankreich gestellt werden. 2023 waren es in Deutschland mehr als doppelt so viele. Ich würde auch bevorzugt irgendwo hingehen, wo ich ewig weiterversorgt werde, logisch.

    Vielleicht solltest Du dir ansehen wie viele Menschen Frankreich verlassen nachdem ihn alle Leistungen gekürzt worden sind. Das ist nicht mehr als in anderen europäischen Ländern. Warum deutsche Asylanten sich anders verhalten sollten erschließt sich mir nicht.

  • Geht ja vllt. von allein wenn er kein Geld mehr bekommt. Ansonsten Abschieben. Wenn Syrien ihn nicht nimmt, Entwicklungshilfe kürzen.

    Du lässt sie doch auch hungern, wenn sie in Syrien ist.

    Mal abgesehen davon, dass unsere Entwicklungshilfe in vielen Ländern auch nicht so viel ist, wie stellst Du dir das vor? Wir haben Menschen ohne Ausweispapiere und dann sagst Du einfach Syrien wir glauben, dass das eure Leute sind, nimmt den einfach zurück.
    Du glaubst, dass das Assad beeindruckt hätte? Oder die Taliban?

    Dass Menschen in Syrien, Afrika oder wo auch immer hungern, können wir nicht verhindern. Aber wir können verhindern, dass Menschen in Deutschland verhungern. Wir haben letztlich auch eine Wertordnung, die das ablehnt.

    Ich würde es begrüßen, wenn wir einfach die Grenzen zumachen könnten. Ich halte das nur schlicht in keinster Weise umsetzbar. Aber vielleicht hast Du eine tolle Lösung.

  • Ich würde es begrüßen, wenn wir einfach die Grenzen zumachen könnten. Ich halte das nur schlicht in keinster Weise umsetzbar. Aber vielleicht hast Du eine tolle Lösung.

    Die einzig praktikable Lösung hatte schon auf deutschem Boden existiert. Mit Militärpatrouillen, Schießbefehl, Starkstromzaun und Minen. Das wäre - neben der menschlichen Bankrotterklärung - jedoch auch das Ende der EU-Mitgliedschaft.
    Billig wäre das nicht. Die Gesamtlänge der deutschen Staatsgrenze beträgt 3.876 Kilometer. Zusätzlich besitzt Deutschland eine Küstenlinie an Nord- und Ostsee von rund 2.389 Kilometern.
    Man könnte sich auch auf die ehemalige innerdeutsche Grenze (auch als Zonengrenze bezeichnet) zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR beschränken. Diese war "nur" 1.378 Kilometer lang. Der Vorteil bestünde darin, dass die AfD ihren eigenen Staat hätte und ihre SED-Phantasien ausleben könnte. Auch kämen dann keine Migranten mehr nach Sachsen und Sachsen-Anhalt (die im Bundesschnitt sowie so bereits die niedrigsten Prozentzahlen haben.

    Wer dann noch ein Problem mit Migranten hat, dem könnte man zurufen: "Geh' doch nach drüben!"

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Vielleicht solltest Du dir ansehen wie viele Menschen Frankreich verlassen nachdem ihn alle Leistungen gekürzt worden sind. Das ist nicht mehr als in anderen europäischen Ländern. Warum deutsche Asylanten sich anders verhalten sollten erschließt sich mir nicht.

    Mag sein, aber wenn von vornherein weniger gekommen sind, bleiben in absoluten Zahlen auch weniger. Dass die Aussicht auf spartanischere Versorgung abschreckt, sieht man auch an der Entwicklung in Dänemark - was spricht dagegen, ein solches System zu übernehmen?

  • raindrop : Der Vergleich mit der Bildungsbranche ist ungeeignet, da Lehrkräfte Teil des öffentlichen Dienstes sind und sich dadurch das Wettbewerbsprinzip nur sehr bedingt anwenden lässt.

    Wie praktisch! Immer die anderen sollen für 4€ die Stunde arbeiten und dankbar fürs Kloputzen sein. Niemals Gymshark, der ja die weise Entscheidung getroffen hat, in Deutschland geboren zu werden. Und zwar das Studium nicht zu schaffen, aber trotzdem vom Staat durchgefüttert zu werden. Da ist einfach Leistung dahinter nicht so wie bei den faulen Schweinen an der Nähmaschine.

  • Dass die Textilproduktion bereits vor Einführung des Mindeatlohns ins Ausland ausgelagert wurde, stimmt, hatte aber, so meine Vermutung, damals auch schon vor allem finanzielle Gründe.

    Du bist was großem auf der Spur!

  • Wie sollen Wähler entscheiden, welche Zahl sich toll anhört?

    Es kommen Menschen an den europäischen Außengrenzen an, Europa muss gemeinsam Geld in die Hand nehmen, um Unterkünfte zu organisieren und zügig Asylanträge bearbeiten und dann entscheiden, nach welchem Schlüssel Länder Geflüchtete aufnehmen müssen.

    Was ein Luftschloss ist. Die meisten europäischen Staaten haben sich entschieden, nicht mehr viele Migranten aufzunehmen. Willst du die zwingen? Gelder kürzen und Europa spalten? Dann hat Putin sein Ziel erreicht.

    Es KANN einfach nicht die Lösung sein, mit Pushbacks Menschen in Folterknäste abzuschieben.

    Wem der Folterknast droht, der erhält Asyl. Um die ging es in der Diskussion doch auch nicht, das ist ein Strohmann von dir. Es ging um abgelehnte Asylbewerber, die weiter Leistungen erhalten. Aktuell sogar dann, wenn sie sich der Abschiebung aktiv entzogen haben und untergetaucht sind.

    Menschenwürde gilt überall, die Verantwortung fängt logischerweise da an, wo jemand konkret dasteht und Hilfe begehrt.

    Deine Auslegung. Lese ich im GG nichts von. Wieso nicht schon in Pakistan? Die würden das Geld nehmen, da bin ich sicher.

    Es ist nicht kompliziert, die bereits bestehenden Gesetze anzuwenden, man muss aber ein paar Euro in die Hand nehmen und nicht die Augen zumachen und hoffen, dass Italien, Griechenland und Spanien sich schon kümmern werden.

    Nein, da geht es eher um den politischen Willen und nicht um Geld, sieht man bei der Ausländerbehörder in Köln, die aktiv Abschiebungen verhindert hat, die das Land schon eingeleitet hat.

  • Das wäre - neben der menschlichen Bankrotterklärung - jedoch auch das Ende der EU-Mitgliedschaft.

    Es könnte die EU-Integration sogar endlich stärken, wenn man nicht egoistisch um die deutschen Grenzen, sondern um die EU-Außengrenzen verstärkt sichert. Wenn man auf Spanien, Griechenland und Bulgarien zugeht und Geld und Beamte liefert, um die Grenzsicherung sehr viel stärker zu unterstützen. Die Polen und Finnen bekommen das sowieso schon problemlos ohne Hilfe hin.

    Billig wäre das nicht.

    Ist die Versorgung der Menschen, die sich unberechtigt im Land aufhalten, auch nicht.

  • Mal abgesehen davon, dass unsere Entwicklungshilfe in vielen Ländern auch nicht so viel ist, wie stellst Du dir das vor? Wir haben Menschen ohne Ausweispapiere und dann sagst Du einfach Syrien wir glauben, dass das eure Leute sind, nimmt den einfach zurück.
    Du glaubst, dass das Assad beeindruckt hätte? Oder die Taliban?

    Wir zahlen die höchste Entwicklungshilfe aller Staaten der Erde (Was lustig ist für ein Land in der Wirtschaftskrise, welches sich nicht selbst verteidigen kann).

    Ich glaube du hast ein seltsames Bild von Polizeiarbeit, es gibt in der Tat Möglichkeiten wir Befragungen von anderen Personen, Fingerabdrücke, Fotoabgleiche...die syrischen Behördern haben ja durchaus ein Interesse an der Zusammenarbeit mit Deutschen aufgrund der vielen Zahlungen, das beeindruckt die Syrer in der Tat. Der syrische Außenmister hat doch vor kurzem zugegeben, dass die Bürgergeldüberweisungen von Syrern aus Deutschland nach Syrien mittlerweile eine Stütze der syrischen Wirtschaft sind.

    Weswegen man die eigenen Leute auch nicht zurücknehmen will, aber eine Verweigerung der Zusammenarbeit ist eine andere Nummer.

    Aber nein, ich würde mir diesen ganzen Aufwand sparen: Wer keinen Asylgrund nachweisen kann, keine Qualifikation und nichtmal Papiere, den würde ich sicher nicht nach Deutschland einreisen lassen und auch keine Sozialleistungen zahlen. Ich nehme mal an, dass sucht die Person den Weg zurück nach Hause.

    Dass Menschen in Syrien, Afrika oder wo auch immer hungern, können wir nicht verhindern.

    Wieso nicht? Wir haben doch Geld? Das könnte wir überweisen. Wäre sogar deutlich billiger als die Menschen hier zu versorgen. Würde ich allerdings beides nicht wollen.

    Aber wir können verhindern, dass Menschen in Deutschland verhungern. Wir haben letztlich auch eine Wertordnung, die das ablehnt.

    Ich würde es begrüßen, wenn wir einfach die Grenzen zumachen könnten. Ich halte das nur schlicht in keinster Weise umsetzbar. Aber vielleicht hast Du eine tolle Lösung.

    Natürlich ist das umsetzbar, es scheitert einfach an der Auslegung des Grundgesetzes, auf dass du dichzuvor bezogen hast. Das muss man dann einfach anders auslegen, was auch möglich wäre, oder ändern durch eine neue Verfassung.

    Man muss sich einfach entscheiden, was man will und nicht sagen "Da können wir nichts machen".

    Wenn du im Rahmen der Auslegung des GG bleiben möchtest, habe ich eine andere "tolle" Lösung: Abschieben im großen Stil. Das ist mit dem GG völlig vereinbar bei fehlendem Asylgrund. Ich lehne das nur deshalb ab, weil es aufwändig und schweineteuer ist. Du warscheinlich, weil es zu traurigen Bildern führt.

    Alternativ das Asylverfahren vor die EU-Grenze auslagern. kostet auch viel, müsste man Abkommen mit anderen Staaten schließen und dann die eigenen Grenzen knallhart sichern.

    Und wenn du ehrlich bist denke du willst das alles nicht. Du denkst, dass das Geld einfach weiter sprudeln wird, wie auf unser Gehaltskonto und das alles nicht so wild ist. Wenn Quittengelee dann auf den bösen Westen schimpft, entstehen bei dir Bilder von Sklavenmienen in Afrika und du denkst dir "es wird schon gutgehen". Ich glaube das nicht. Ich denke wenn wir so weitermachen, wird die AfD selbst in Westdeutschland irgendwann politische Verantwortung bekommen und Europa wird weiter gespalten, die Staatsverschuldung neben dem sehr notwendigen Sondervermögen weiter steigt und die Inflation vefeuert.

    Mir ist schon klar, dass Bürgergeld für Geduldete allein nicht den Haushalt kippen, aber das ist ja nur eine von mehreren Baustellen wo Deutschland nun endlich mal Reformen durchsetzen müsste, die den Haushalt konsolidieren. Wenn man bei jeder dieser Baustellen sagt "Schwierig, wir lassen es lieber laufen" dann setzt sich das bei anderen Themen wir Reformen bei der Bundeswehrstruktur etc. auch durch.

    Wir müssen als Land etwas schneller, härter und entschiedener werden und genau schauen, was effizient und nachhaltig ist. Sonst kommen (ich weiß-krassse Themenabweichung-steinigt mich) so Projekte wie Stuttgart 21 raus, die mehr kosten und länger dauern als Elon Musks Starlink (Welches wir zur Verteidigung gegen Putin gut gebrauchen könnten, um endlich wieder zum Thema zu kommen).

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