• Und klar gibt es in dem Land auch Regierungsunterstützer, aber in dem konkreten Fall fände ich ein westliches "Wir wissen es besser" verbunden mit konkretem Handeln besser als den aktuellen Ist-Zustand so laufen zu lassen - und zwar nicht um unsere europäischen Moralvorstellungen zu befriedrigen, sondern im Interesse der betroffenen Aghaninnen selbst (siehe UN-Umfrage).

    Vielleicht würde ein Einsatz der Bundeswehr zusammen mit den Amis ja helfen.

  • Ich bin kein Militärexperte. Der amerikanische Einsatz in Afghanistan war sehr lang, dadurch sehr kostenintensiv und auf lange Sicht wenig effektiv. Die Frauenrechtslage war zu der Zeit zumindest etwas besser als jetzt. Ich würde einen erneuten Einsatz des Militärs nicht per se ablehnen, aber auch nicht per se gutheißen. Das erste Mittel der Wahl ist auf jeden Fall erst einmal der Ausbau und die Pflege diplomatischer Gesprächskanäle. Dazu gehört die de-facto Anerkennung der Taliban als Staatsführung Afghanistans. Das Ziel sollte die Vereinbarung messbarer Ziele zur Verbesserung der Menschrenrechtslage sein. Das können auch kleine Ziele sein, aber es muss ein Fortschritt erkennbar und auch messbar sein. Sollten diese diplomatischen Gesprächskanäle und auch wirtschaftlicher Druck zu keinem Ergebnis führen, können militärische Interventionen eine Option sein. Wie gesagt, ich bin kein Militärexperte, bin mir bewusst, wie komplex eine solche Intervention in der Planung und Durchführung ist. Selbst wenn eine etwaige Intervention erfolgreich verlaufen würde, gäbe es immer auch einen "Tag danach". Und dann, da würde ich Maylins Gedanken aufgreifen, kommt es natürlich auch auf die Akzeptanz der Bevölkerung an. Zusammengefasst: Militärische Einsätze als letztes Mittel vor Kapitulation vor Realitäten, die mit universellen Menschenrechten nicht vereinbar sind, ja, aber zuvor sollten andere Mittel der internationalen Diplomatie ausgeschöpft werden.

  • Ich bin als Französin per se antiamerikanistisch großgeworden (und auch schulisch durchaus mit kritischem Auge..), bin aber sehr froh, dass die Amerikaner die Regierung Petains oder Herrschaft der Deutschen NICHT "de facto" anerkannt haben.
    Aber auch frech, die Deutschen von Hitler befreit zu haben ...

  • Afghanistan hatte seine Chance, die Bevölkerung wollte sie offensichtlich nicht. Mir tut jede Frau dort unfassbar leid, aber ein Land, das auch mit sehr langer, sehr verlustreicher Intervention von außen keinen Wandel schafft, ist nicht "umzukrempeln". Dafür bräuchte es schon ein Aufbegehren von innen heraus. Ich denke, man muss anerkennen, dass die Bevölkerung ihre Regierung akzeptiert hat, also spricht auch nichts gegen die Aufnahme von Regierungsbeziehungen. Haben wir mit anderen Unrechtsstaaten ja auch.

  • Hast du keine Menschen mit Fluchtgeschichte in deiner Familie?

    Ich finde nicht, dass man das vergleichen kann. Die deutschstämmigen Leute wurden aus den deutschen Ostgebieten nach dem 2. Weltkrieg vertrieben und gingen nach Deutschland zurück oder emigrierten in die USA. Ich habe angefangen durch Reisen mir solche Gebiete anzuschauen - war neulich in Ostpreußen - ich finde es nur traurig, was dort geschehen ist. Ein Land der Vertreibung und Vertriebenen. Ein Lob übrigens an die Polen, die schnell die Fassaden wieder renoviert haben, obwohl ihnen Hitlerdeutschland einiges angetan hat.

    In Bezug auf Afrika geht es um andere Kulturkreise und wir können nicht alle Menschen aus Afrika aufnehmen. Da müssen andere Lösungen her. Deutschland ist dicht besiedelt. Die Auswirkungen ungezügelter Einwanderungen spüren wir immer mehr. Das muss geregelt werden.

    Ich denke, dass es allgemein bekannt ist, dass gerade aus afrikanischen Ländern die Frauen deswegen so viele Kinder bekommen, weil dies ihre vermeintliche Altersversicherung ist. Zudem gibt es dort noch Beschneidungen von Frauen. Frauen haben dort kaum Rechte. Ich finde das Problem schwierig zu lösen. Die haben Internet und trotzdem herrschen solche Zustände dort. Das Internet weckt Begehrlichkeiten und falsche Vorstellungen. Hier erinnere ich mich an einen Bericht unseres Reiseführers in Ägypten, der uns genau das aus seinem Heimatdort berichtete. Er sagte, erst waren alle zufrieden, aber mit dem Internet plötzlich genügte das nicht mehr.

    Die Lösung, dass alle nach Europa auswandern, kann keine Lösung sein. Die Probleme müssen im Land gelöst werden und dazu braucht es vor Ort mutige Menschen.

    In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Marokkoreise und was der Reiseführer uns damals berichtet hat. Er erzählte von Emigration nach Frankreich und dass dort die Marokkaner nicht das angetroffen hatten, was sie sich erträumt hatten und es ihnen dort nicht gut geht. Er sah selbst als Marokkaner die Emigration sehr kritisch, weil es schon so vieles Negatives von Verwandten mitbekommen hat.

  • Afghanistan hatte seine Chance, die Bevölkerung wollte sie offensichtlich nicht. Mir tut jede Frau dort unfassbar leid, aber ein Land, das auch mit sehr langer, sehr verlustreicher Intervention von außen keinen Wandel schafft, ist nicht "umzukrempeln". Dafür bräuchte es schon ein Aufbegehren von innen heraus.

    Hier stimme ich dir voll zu.

    Ich denke, man muss anerkennen, dass die Bevölkerung ihre Regierung akzeptiert hat, also spricht auch nichts gegen die Aufnahme von Regierungsbeziehungen. Haben wir mit anderen Unrechtsstaaten ja auch.

    Neulich habe ich einen Bericht gelesen, dass es jetzt weniger Anschläge gibt. Das ist aber das einzige Positive. Ich hätte schon meinen Schmerz damit, solche Staaten anzuerkennen, weil sie doch so sehr zu unserer Lebensweise konträr sind. Da müsste man andere Lösungen finden ohne dass man solche Staaten anerkennen muss.

  • Ich hätte schon meinen Schmerz damit, solche Staaten anzuerkennen, weil sie doch so sehr unserere Lebensweise konträr sind. Da müsste man andere Lösungen finden.

    Mein Ansatz der Anerkennung, und ich habe ja oben durchblicken lassen, dass ich der Politik der Taliban ablehnend gegenüber stehe, wäre, dass durch die Anerkennung von Tatsachen - und es ist zwar unangenehm, aber es ist eine Tatsache, dass die Taliban die Regierungsarbeit Afghanistans inne haben - überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen wird, miteinander kommunizieren und dabei Veränderungen initiieren zu können. Die anderen Optionen sind aus meiner Sicht nur die gewaltsame Ablösung des aktuellen Regimes oder Ignoranz des laufenden Geschehens.

  • Ich würde sagen, dass die Mindestvoraussetzung für Veränderungen von innen das Recht auf freie Meinungsäußerung ist. Wenn ich jedoch in den Knast komme, wenn ich für die Legalisierung von etwas offen werbe, ist es schwer, besagte Veränderung zu inititieren. Ich sehe da nur die Möglichkeit von außen.

    Laut der UN befürworten 92% aller Afghanen (m/w/d) einer zuvor durchgeführten Stichprobenumfrage aus dem Jahr 2025, dass auch Mädchen die Sekundarstufe besuchen dürfen, was derzeit bekanntlich nicht der Fall ist.

    Genau dies ist der Ansatz, den ich - und Mitstreiter - seit Jahren vertrete. Es gibt positive Vorbildprojekte. So die bereits erwähnte Hilfe für Bisoro, die genau auf diese Weise in Kooperation mit NGO's vor Ort die Bildung und Alphabetisierung vorantreiben, ebenso die seit mehr als 20 Jahren erfolgreich tätige "Kinderhilfe Afghanistan" der Familie Erös, die in Afghanistan (mit Duldung der Taliban) mehrere Mädchenschulen gegründet hat, mit Personal vor Ort betreibt und finanziert.
    Infos dazu auf
    https://www.kinderhilfe-afghanistan.de/
    sowie
    https://www.autenrieths.de/kinderhilfe_afghanistan.html

    Seit Herbst 2001 wurden unter dem Dach dieser Familien-Initiative 29 Schulen in Afghanistan aufgebaut und komplett ausgestattet, darunter die größte Mädchenschule des Landes. Mit Hilfe afghanischer Mitarbeiter werden in den Ostprovinzen von Afghanistan und in grenznahen Flüchtlingslagern Friedensschulen, Mutter-Kind-Kliniken, Gesundheitsstationen, Waisenhäuser, Solarwerkstätten und weitere Projekte errichtet, betrieben und unterstützt. Diese Projekte bieten allesamt realistische Perspektiven für eine friedliche Zukunft des Landes am Hindukush. Da kommt jeder €uro, der in Deutschland gespendet wird, vor Ort an.

    Es geht schon was. Nicht jammern. Machen!

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Neulich habe ich einen Bericht gelesen, dass es jetzt weniger Anschläge gibt. Das ist aber das einzige Positive. Ich hätte schon meinen Schmerz damit, solche Staaten anzuerkennen, weil sie doch so sehr zu unserer Lebensweise konträr sind. Da müsste man andere Lösungen finden ohne dass man solche Staaten anerkennen muss.

    Muss denn jeder Staat unserer Lebensweise entsprechen? Oder muss man nicht irgendwie auch aushalten, dass andere Länder sich andere Realitäten schaffen - selbst dann, wenn viele Ressourcen aufgewandt wurden, sie in einem Systemwandel zu begleiten?

    Ich würde mit Afghanistan nun auch nicht unbedingt enge Zusammenarbeit über das absolute Minimum hinaus anstreben, aber sie sind nunmal die regierende Macht im Land und wo gemeinsame Interessen berührt werden, sollte man sich über Lösungen unterhalten. Hier konkret, Entwicklungshilfezahlungen nur gegen Rücknahme afghanischer Straftäter (und nicht mal medienwirksam 20, sondern grundsätzlich alle).

  • Vielleicht würde ein Einsatz der Bundeswehr zusammen mit den Amis ja helfen.

    Mit Verlaub, das ist Bullshit. Das haben sowohl die Russen, als auch die Amis und die Bundeswehr bereits erfolglos versucht und sich blutige Nasen geholt. Wobei der Einsatz der Amis an einem Punkt gescheitert war:
    Sie hatten kein Konzept, was geschehen sollte, nachdem man die Russen aus Afghanistan vertrieben hatte. Militärisch mag Amerika ein Riese sein - in der Entwicklungspolitik ist es ein Zwerg und Versager.

    Wobei sich Amerika diese Militärmacht und die hohen Rüstungsausgaben nur durch Staatsverschuldung leisten kann, die wiederum nur funktioniert, weil der Dollar die Leitwährung im Ölgeschäft ist. Dies ist auch der Grund dafür, weshalb sich die USA krampfhaft an fossile Treib- und Brennstoffe klammern.

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  • Wir sollten uns dringend von der Idee endgültig verabschieden, dass ein Volk eines beliebigen Drittweltlandes nur darauf wartet, von Europa oder den USA oder beiden "befreit" zu werden. Das ist aus meiner Sicht eine Form von Neokolonialismus und moralischer Hybris - und es ist in der Vergangenheit mehrmals schiefgelaufen.

    Wenn Bevölkerungen in Drittweltländern ihre unterdrückerischen Regime nicht selbst beseitigen können, mag das partiell an fehlendem Willen liegen. Oft sind es die fehlenden Mittel und die Vorstellung, dass sowieso nur das Recht des Stärkeren zähle. Ein weiteres großes Problem, vor allem in Afrika, sind die ethnischen Konflikte, die durch die willkürlichen Grenzziehungen der Europäer verschärft wurden. Es würde nicht per se Frieden bringen und es ist völlig illusorisch, das hinzubekommen, aber die Neugestaltung der Landkarte Afrikas nach ethnisch homogenen Ländern würde vieles einfacher machen.

    Solange sich zusätzlich kleine Cliquen an die Macht klammern, weil sie so auch an den Reichtum des Landes kommen und wissen, dass sie ohne diese Macht nicht mehr lange am Leben wären, weil dann die nächste Clique kommt, ist da keine Verbesserung zu erwarten. Ferner haben die reicheren und mächtigeren Länder dieser Erde ja auch ein Interesse daran, dass das so bleibt - zynischerweise idealiter ohne die Migrationsbewegungen - weil wir sonst nicht günstig an Rohstoffe kommen. Irgendwoher will unsere Lebensstandard ja finanziert werden.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Ich würde mit Afghanistan nun auch nicht unbedingt enge Zusammenarbeit über das absolute Minimum hinaus anstreben, aber sie sind nunmal die regierende Macht im Land und wo gemeinsame Interessen berührt werden, sollte man sich über Lösungen unterhalten. Hier konkret, Entwicklungshilfezahlungen nur gegen Rücknahme afghanischer Straftäter (und nicht mal medienwirksam 20, sondern grundsätzlich alle).

    Falscher Ansatz. Entwicklungshilfezahlungen per Gießkanne an die herrschende Staatsmacht sind verschwendet. Entwicklungshilfe muss in kleinen Projekten vor Ort die Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven der Menschen spürbar verbessern - dann reisen die Menschen aus freier Entscheidung wieder "nach Hause".
    Wie bereits erwähnt, haben die Amis das damals verbockt. Sie hätten die Möglichkeit gehabt. Das Ziel war jedoch nur, den Einflussbereich Russlands zu verkleinern. Die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort waren unwichtig. In diesem Zusammenhang empfehle ich immer gerne den Spielfilm "Der Krieg des Charlie Wilson" mit Tom Hanks, der auf wahren Ereignissen beruht.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Krieg_des_Charlie_Wilson

    https://de.wikipedia.org/wiki/Charlie_W…olitiker,_1933)

    “These things happened. They were glorious and they changed the world… and then we fucked up the end game.”
    Kongressabeordneter Charlie Wilson

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  • Dein konkreter Vorschlag wäre also die Neuordnung der afrikanischen Staaten? Das wäre ein Mammutprojekt, aber wenn es für die Afrikaner (!) (m/w/d) die Lebensbedingungen vereinfachen würde, wäre es zumindest einen Versuch wert. Dass die Europäer (m/w/d) von einem im Schnitt zufriedeneren Kontinent Afrika langfristig profitieren würden, ist auch klar.

    Frau Alabali Radovan kann ein solches Projekt natürlich nicht im Alleingang durchziehen, aber sie kann Partnerschaften in Europa suchen und Gesprächskanäle Richtung Afrika mit eben diesem Anliegen aufbauen.

  • Falscher Ansatz. Entwicklungshilfezahlungen per Gießkanne an die herrschende Staatsmacht sind verschwendet. Entwicklungshilfe muss in kleinen Projekten vor Ort die Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven der Menschen spürbar verbessern - dann reisen die Menschen aus freier Entscheidung wieder "nach Hause".
    Wie bereits erwähnt, haben die Amis das damals verbockt. Sie hätten die Möglichkeit gehabt. Das Ziel war jedoch nur, den Einflussbereich Russlands zu verkleinern. Die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort waren unwichtig. In diesem Zusammenhang empfehle ich immer gerne den Spielfilm "Der Krieg des Charlie Wilson" mit Tom Hanks, der auf wahren Ereignissen beruht.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Krieg_des_Charlie_Wilson

    Mir geht es bei dem Punkt erstmal ausschließlich darum sicherzustellen, dass Ausweisungen gelingen und das Land seine Staatsbürger zurücknimmt. Wenn das über nachhaltige Entwicklungsprojekte gelingt, fein. Wenn man das Geld direkt an die Taliban überweisen muss, auch gut. Realistisch landet man vielleicht bei irgendwas dazwischen, denn auch die Taliban wissen, dass sie auf Entwicklungshilfszahlungen angewiesen sind.

  • Dein konkreter Vorschlag wäre also die Neuordnung der afrikanischen Staaten? Das wäre ein Mammutprojekt, aber wenn es für die Afrikaner (!) (m/w/d) die Lebensbedingungen vereinfachen würde, wäre es zumindest einen Versuch wert.

    Dass du selbst nicht merkst, was du da schreibst macht es irgendwie noch unterhaltsamer.

  • Realistisch landet man vielleicht bei irgendwas dazwischen, denn auch die Taliban wissen, dass sie auf Entwicklungshilfszahlungen angewiesen sind.

    Realistisch geht dein Vorschlag "in die Hose" - wie schon viele versuche zuvor gezeigt haben. Eine Unterstützung der Taliban verfestigt die Machtstrukturen und das Elend der Bevölkerung - und steigert somit die Fluchtursachen. Es kann nur nur kleinteilige NGO-Projekte funktionieren - unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Die Machtstrukturen sehen auch so ziemlich gesetzt aus, von daher wäre es meines Erachtens an der Zeit, eigene Interessen zu priorisieren.

    Ich hab nichts gegen kleinteilige Projekte, generell kann man im Fall Afghanistan aber wohl festhalten, dass dort schwindelerregende Summen an Steuergeldern verbrannt wurden und werden, für letztlich nix. 2021 184 Millionen Euro, 2022 187 Millionen Euro, 2025 immer noch 70 Millionen Euro. Ginge es nach mir, würde diese Summe erstmal auf 0 gekürzt, bis die Staatsbürgerrücknahme anstandslos klappt.

  • Ich finde nicht, dass man das vergleichen kann.


    Es ging um ein Mindestmaß an Mitgefühl. Und nein, man kann es nicht vergleichen, da die Geschicke der Vertriebenen in unseren Familien in erster Linie Enteignung und Verlust der Heimat bedeuteten. Menschen aus Eritrea oder Sudan geht es mitunter noch schlechter, wenn denn ein Vergleich des Leids her soll. Und wenn sie in die USA flohen, was ist dann anders an ihrem Schicksal? Flucht ist immer schlimm.

    In Bezug auf Afrika geht es um andere Kulturkreise und wir können nicht alle Menschen aus Afrika aufnehmen.

    Das hatten wir schon, kann niemand und hat auch niemand vorgeschlagen. In den meisten Staaten sind sowieso Binnenvertriebene unterwegs oder Geflüchtete ziehen in Nachbarstaaten. Ab und an bitte mal die Zahlen ansehen und Relationen herstellen.

    Und zum Thema Frauenrechte: inwiefern ist das ein Grund für Pushbacks und Deals mit Kriminellen? Außerdem ist auch das sehr komplex. Viele Probleme sind mit der Kolonisierung entstanden. Andere Kulturen haben nach ihren eigenen Traditionen stimmig und ohne deutsches Urteil zusammengelebt, bevor sich Europäer einmischten. Frauenrechte sind sicher nicht von Christen exportiert worden.

    Aber dazu wissen andere sicher mehr, ich habe nur neulich diesen interessanten Beitrag gehört:

    https://www.srf.ch/audio/sternstu…0260620_NR_0012

  • Vielleicht würde ein Einsatz der Bundeswehr zusammen mit den Amis ja helfen.

    Unbedingt und die Russen sollten auch noch ein wenig mitmischen. Aber jetzt müssen erst mal Menschenrechte in den Iran gebracht werden, vermute ich, man kann schließlich nicht alle Probleme gleichzeitig lösen.

  • Ich schlage vor, den Mindestlohn an das Niveau von Burma anzugleichen, damit wir wieder konkurrenzfähig werden!
    In Burma (Myanmar) liegt der gesetzliche Mindestlohn bzw. der durchschnittliche Einstiegslohn für Textilarbeiterinnen umgerechnet bei etwa 0,35 € bis 0,50 € pro Stunde (bzw. ca. 2,50 € bis 4,00 € am Tag). (Die genannten Zahlen basieren lt. KI Gemini auf Berichten und Analysen internationaler Arbeitsrechtsorganisationen, Gewerkschaftsnetzwerke und Branchenstudien zum Textilsektor in Myanmar.

    BTW: Bei uns auf der Alb gibt es die Textilfirma Trigema. Die Firma zahlt ordentlich (über Mindestlohn), bietet den Beschäftigten eine Lebenseinstellung und den Kindern der Beschäftigten eine Garantie auf einen Ausbildungsplatz. Geht schon.

    Das Gewäsch, dass der Mindestlohn für den Niedergang der deutschen Industrie verantwortlich sei, kann ich nicht mehr hören.

    Viele meiner Kleidungsstücke sind von Trigema. Kann ich nur empfehlen


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

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