• Und klar gibt es in dem Land auch Regierungsunterstützer, aber in dem konkreten Fall fände ich ein westliches "Wir wissen es besser" verbunden mit konkretem Handeln besser als den aktuellen Ist-Zustand so laufen zu lassen - und zwar nicht um unsere europäischen Moralvorstellungen zu befriedrigen, sondern im Interesse der betroffenen Aghaninnen selbst (siehe UN-Umfrage).

    Vielleicht würde ein Einsatz der Bundeswehr zusammen mit den Amis ja helfen.

  • Ich bin kein Militärexperte. Der amerikanische Einsatz in Afghanistan war sehr lang, dadurch sehr kostenintensiv und auf lange Sicht wenig effektiv. Die Frauenrechtslage war zu der Zeit zumindest etwas besser als jetzt. Ich würde einen erneuten Einsatz des Militärs nicht per se ablehnen, aber auch nicht per se gutheißen. Das erste Mittel der Wahl ist auf jeden Fall erst einmal der Ausbau und die Pflege diplomatischer Gesprächskanäle. Dazu gehört die de-facto Anerkennung der Taliban als Staatsführung Afghanistans. Das Ziel sollte die Vereinbarung messbarer Ziele zur Verbesserung der Menschrenrechtslage sein. Das können auch kleine Ziele sein, aber es muss ein Fortschritt erkennbar und auch messbar sein. Sollten diese diplomatischen Gesprächskanäle und auch wirtschaftlicher Druck zu keinem Ergebnis führen, können militärische Interventionen eine Option sein. Wie gesagt, ich bin kein Militärexperte, bin mir bewusst, wie komplex eine solche Intervention in der Planung und Durchführung ist. Selbst wenn eine etwaige Intervention erfolgreich verlaufen würde, gäbe es immer auch einen "Tag danach". Und dann, da würde ich Maylins Gedanken aufgreifen, kommt es natürlich auch auf die Akzeptanz der Bevölkerung an. Zusammengefasst: Militärische Einsätze als letztes Mittel vor Kapitulation vor Realitäten, die mit universellen Menschenrechten nicht vereinbar sind, ja, aber zuvor sollten andere Mittel der internationalen Diplomatie ausgeschöpft werden.

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