• Das überrascht dich aber jetzt nicht wirklich? Soweit ab von Gesellschaft kann eigentlich niemand leben, dass er das nicht mitbekommen hätte:gruebel:

    Ich habe vor allem weibliche Freunde und auch meine Familienmitglieder die weiblich sind, teilen deine Angst vor Männern nicht.
    Davon sind einige regelmäßig in Großstädten unterwegs, auch nachts.

    Selbst als Mann versuche ich aber bestimmte Situationen zu meiden.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • Aha? Und warum versuchst du welche Situationen zu vermeiden?

    Weil sie zu schön sein könnten?

    Nein, weil ich im Leben gelernt habe das es Menschen gibt die aus Spaß anderen Menschen weh tun bzw. dies tun weil sie selber armselige Würstchen sind.

    Genauso wie ich es gelernt habe das es scheinbar immer noch normal ist von Menschen aufgrund meiner sommerbräune angepöbelt zu werden.

    Genauso wie ich gelernt habe, dass betrunkene Menschen dazu neigen gewaltbereiter zu sein oder bestimmte ärmere Viertel prozentual mehr asoziales Pack haben das zugedröhnt auf stunk aus ist.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • Es geht nicht um "meine Angst vor Männern", sondern darum, dass Frauen bereits als Mädchen gebrieft werden, Situationen zu meiden, die potentiell gefährlich sein können.

    • Lass' kein offenes Getränk im Club rumstehen
    • Setze dich nachts in der Straßenbahn zum Fahrer vor
    • nutze im Notfall bei gewalttätigen Übergriffen im ÖPNV die Notbremse
    • Steige niemals zu Fremden ins Auto, Trampen als Mädchen auch zu zweit tabu (passende Aktenzeichen XY-Folge wurde gleich mitzitiert)
    • ...Ich zahle die zur Not ein Taxi (und wir hatten es weiß Gott nicht dicke, es wurde niemals Geld für Taxi ausgegeben).
    • Meide nachts einsame Unterführungen
    • Nicht mit dem Rad alleine nachts durch den Park, nutze beleuchtete Straßen
    • Ruf' sofort an, wenn du da bist (inzwischen gibt's ein offizielles "Heimwegtelefon", bei man anrufen kann, während man nachts heimläuft.)

    Gibt bestimmt noch mehr Hinweise, die Mädchen mit der Muttermilch aufsaugen.

  • Was können wir als Gesellschaft machen, dass Frauen sich im öffentlichen Raum wieder sicherer fühlen? Klar, Erziehung ist ein großer Faktor - zu vielen Eltern gelingt es nur unzureichend, ihre Kinder frühzeitig dahingehend zu erziehen, dass sie sich im öffentlichen Raum angemessen verhalten. Auf die Menschen, die jetzt erwachsen sind, hat das aber natürlich keinen Einfluss mehr. Tolerieren wir bestimmte Verhaltensweisen bei Mitmenschen zu oft, statt uns klar gegen diese zu positionieren, und würde es helfen, wenn viel mehr Männer unangemessenes Verhalten anderer Männer offen ansprechen und ggf. eingreifen, wenn Grenzen überschritten werden?

  • Die Frage ist, ob das Wort "wieder" passend ist. Ich vermute, dass es in vielen Bereichen heute objektiv nicht weniger sicher als in den 80er Jahren ist. Sexualstraftaten gab es schon immer. Und wir sind heutzutage wahrscheinlich sogar mehr sensibilisiert.

    Für mich ist es dann eher eine generelle Frage: Was kann man machen um die Sicherheit zu erhöhen? Ich wäre für einen massiven Kameraeinsatz. Aber das ist natürlich aus Sicht des Datenschutzes kritisch.

  • Es geht nicht um "meine Angst vor Männern", sondern darum, dass Frauen bereits als Mädchen gebrieft werden, Situationen zu meiden, die potentiell gefährlich sein können.

    • Lass' kein offenes Getränk im Club rumstehen
    • Setze dich nachts in der Straßenbahn zum Fahrer vor
    • nutze im Notfall bei gewalttätigen Übergriffen im ÖPNV die Notbremse
    • Steige niemals zu Fremden ins Auto, Trampen als Mädchen auch zu zweit tabu (passende Aktenzeichen XY-Folge wurde gleich mitzitiert)
    • ...Ich zahle die zur Not ein Taxi (und wir hatten es weiß Gott nicht dicke, es wurde niemals Geld für Taxi ausgegeben).
    • Meide nachts einsame Unterführungen
    • Nicht mit dem Rad alleine nachts durch den Park, nutze beleuchtete Straßen
    • Ruf' sofort an, wenn du da bist (inzwischen gibt's ein offizielles "Heimwegtelefon", bei man anrufen kann, während man nachts heimläuft.)

    Gibt bestimmt noch mehr Hinweise, die Mädchen mit der Muttermilch aufsaugen.

    Ich bin ehrlich gesagt mit nichts außer dem Punkt Trampen gebrieft worden.

    Mein Papa sprach das Thema, was Mädchen und Frauen so erleben, vor ein paar Jahren mal an, nachdem er wohl dazu was im Fernsehen gesehen hatte. Ob wir denn auch mal solche Erfahrungen gemacht hätten? Meine Schwester und ich haben uns nur dezent befremdet angegukt.. ja, du naiver Mensch, natürlich?!? Als wir Teenager waren, kam er jedenfalls gar nicht auf solche Gedanken.

    Und meine Mutter hatte selbst eine sehr überbehütende, überall Gefahren witternde Mutter und wollte das bei uns bewusst nicht sein. Die einzige Regel war, nicht alleine nach Hause zu kommen und über was anderes wurde nie wirklich gesprochen.

  • Ich bin ehrlich gesagt mit nichts außer dem Punkt Trampen gebrieft worden.

    Mein Papa sprach das Thema, was Mädchen und Frauen so erleben, vor ein paar Jahren mal an, nachdem er wohl dazu was im Fernsehen gesehen hatte. Ob wir denn auch mal solche Erfahrungen gemacht hätten? Meine Schwester und ich haben uns nur dezent befremdet angegukt.. ja, du naiver Mensch, natürlich?!? Als wir Teenager waren, kam er jedenfalls gar nicht auf solche Gedanken.

    Und meine Mutter hatte selbst eine sehr überbehütende, überall Gefahren witternde Mutter und wollte das bei uns bewusst nicht sein. Die einzige Regel war, nicht alleine nach Hause zu kommen und über was anderes wurde nie wirklich gesprochen.

    Genauso war es bei mir auch. Meine Mutter hat sich zurück gehalten, weil sie selbst aus lauter Angst ihrer Eltern nichts durfte, ich schrieb ja bereits, ich ging als Jugendliche immer in der Gruppe heim, später hat sie mich, wenn ich wollte, auch mitten in der Nacht abgeholt oder ein Taxi spendiert, obwohl das Geld sehr knapp war. Noch heute ist es ihr wichtig, ich erzähle ihr daher nicht von meinen Ausflügen. Mein Vater hat sich nie geäußert.

    Und wie geschrieben, bei mir blieb es bei Worten und im Schwimmbad an Griff an Brüste oder in den Schritt. Das war damals aber kein Thema und weil es "normal" war, auch für mich nach kurzer Zeit. Fällt mir erst jetzt wieder ein, wenn ich darüber nachdenke, eingeschränkt hat es mich nie.

    Allerdings gefiel mir deshalb auch Griechenland im Vergleich zu Italien so gut. Sprüche habe ich in Griechenland nie erhalten, das fiel mir positiv auf.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Die Frage ist, ob die Täter die Griffe Richtung Brüste oder Schritt als "normal" empfanden oder ob ihnen schon zu dem Zeitpunkt bewusst war, dass sich das eigentlich nicht gehört, sie aber, aus welchem Grund auch immer, diese persönliche (und auch rechtliche) Grenze trotzdem überschritten.

    In der konkreten Tatsituation, das schreibst du ja selbst, stellt man sich als Opfer solche Fragen nicht, aber mit zeitlichem Abstand sollten sie zum Gegenstand gemacht werden, um gesamtgesellschaftlich zu überlegen, wie wir Menschen zukünftig davon abhalten können, Täter (m/w/d) zu werden.

  • Sicher beeinflusst einen das. Die Angst ist aber nicht irrational. Das BKA sagt, dass jede dritte Frau in ihrem Leben Opfer sexualisierter Gewalt wird.

    Ich habe und hatte übrigens auch nie Angst abends beim weggehen Ich gehe überall hin wo ich will, bin aber natürlich auf der Hut, da ich so sozialisiert wurde. Es geht eigentlich nicht um das "auf der Strasse überfallen" werden. Es geht darum, dass Frauen Opfer von (sexualisierter) Gewalt werden und es sich dabei meistens um Männer aus ihrem nahen Umfeld handelt. Meine 2 Fälle waren: Mein Ex-Freund und Jungs aus meiner damaligen Clique.

    Eben. Die meiste sexuelle Gewalt geht von Familie, Freunden und Bekannten aus. Doch gesprochen wird fast nur über Fremde und genau deshalb empfinde ich diese Angst als unbegründet oder irrational.

    (Immerhin sind wir hier im Thread Krieg und es wurde viel über Migration geschrieben.)


    Ergänzung mein Beitrag hat sich mit Magellans überschnitten.

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  • Es geht nicht um "meine Angst vor Männern", sondern darum, dass Frauen bereits als Mädchen gebrieft werden, Situationen zu meiden, die potentiell gefährlich sein können.

    • Lass' kein offenes Getränk im Club rumstehen
    • Setze dich nachts in der Straßenbahn zum Fahrer vor
    • nutze im Notfall bei gewalttätigen Übergriffen im ÖPNV die Notbremse
    • Steige niemals zu Fremden ins Auto, Trampen als Mädchen auch zu zweit tabu (passende Aktenzeichen XY-Folge wurde gleich mitzitiert)
    • ...Ich zahle die zur Not ein Taxi (und wir hatten es weiß Gott nicht dicke, es wurde niemals Geld für Taxi ausgegeben).
    • Meide nachts einsame Unterführungen
    • Nicht mit dem Rad alleine nachts durch den Park, nutze beleuchtete Straßen
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    Gibt bestimmt noch mehr Hinweise, die Mädchen mit der Muttermilch aufsaugen.

    Spannend, genau die gleichen Dinge hab ich von meinen Eltern eingereicht bekommen als Junge.
    Die Wahrscheinlichkeit als Frau bzw. Mädchen in den entsprechenden Situationen anders reinzugeraten/rauszukommen ist durchaus höher.


    Die Wahrscheinlichkeit als Junge oder Mann entsprechend anders behandelt zu werden (Raub, KV) liegt prozentual ebenfalls anders gerichtet als bei Frauen.


    Ich bin dafür das wir Männer mehr den Mund aufmachen wenn uns sowas auffällt. Genauso erwarte ich aber auch nicht nur aufgrund meines geschlechts oder südländischen Aussehens vorverurteilt zu werden. Letzteres triggert mich heut besonders, da mich aus dem nichts heraus eine ältere Dame mit mehreren Herren als „Scheiß Kanacke guck nach vorne“ betitelt hat.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • Sehr ähnlich hier, wie bei Kris 😊 Ich fand das auch gut so. Ich musste kein einziges Mal zu einer bestimmten Uhrzeit zu Hause sein, das gabs nicht und es reichte, mit dem Letzten zu gehen. Später bin ich dann doch öfters alleine gegangen, weil bei mir ab und an im Laufe des Abends spontaner social overkill einsetzte, aber das fühlte sich halt auch nie wirklich unsicher an.

    Ich glaube aber, hätte ich heute Kinder, würde ich sie lieber abholen wollen.

  • Magellan : Hast du auch Zahlen zur Geschlechtszugehörigkeit der Täter (m/w/d)? Auch Frauen können Täterinnen sein, aber möglicherweise sind selbst bei der Opfergruppe Männer überdurchschnittlich viele Täter Männer.

  • Die Frage ist, ob die Täter die Griffe Richtung Brüste oder Schritt als "normal" empfanden oder ob ihnen schon zu dem Zeitpunkt bewusst war, dass sich das eigentlich nicht gehört, sie aber, aus welchem Grund auch immer, diese persönliche (und auch rechtliche) Grenze trotzdem überschritten.

    In der konkreten Tatsituation, das schreibst du ja selbst, stellt man sich als Opfer solche Fragen nicht, aber mit zeitlichem Abstand sollten sie zum Gegenstand gemacht werden, um gesamtgesellschaftlich zu überlegen, wie wir Menschen zukünftig davon abhalten können, Täter (m/w/d) zu werden.

    Das Absurde ist rückblickend ja, dass man sich gar nicht als "Opfer" sieht, sondern sowas als Alltag abgehakt hat. Kann mich auch nicht erinnern, dass man da später groß drüber nachgedacht hat oder es sonstwie belastet hätte.

    Bei Tätern dagegen bin ich absolut sicher, dass sie sich darüber bewusst sind, außerhalb gängiger Konventionen zu handeln, denn sonst würde es nicht im Dunkeln, unter Wasser oder sonstwie versteckt passieren. Dazu müsste aber Männer was sagen. Komischerweise ist wahrscheinlich jede Frau schon zigmal angegrabbelt worden, ich kenne aber keine, die jemals mit einem Mann gesprochen hat, der sich zu sowas "bekannt" hat. Am Ende wills keiner gewesen sein 🙃

  • Sehr ähnlich hier, wie bei Kris 😊 Ich fand das auch gut so. Ich musste kein einziges Mal zu einer bestimmten Uhrzeit zu Hause sein, das gabs nicht und es reichte, mit dem Letzten zu gehen. Später bin ich dann doch öfters alleine gegangen, weil bei mir ab und an im Laufe des Abends spontaner social overkill einsetzte, aber das fühlte sich halt auch nie wirklich unsicher an.

    Ich glaube aber, hätte ich heute Kinder, würde ich sie lieber abholen wollen.

    Bis auf den letzten Satz stimme ich dir zu und denke an meine Mutter und ihre Eltern. Ich würde sie abholen, wenn sie es wollen, nicht weil ich Angst habe. Wie sollen Kinder angstfrei aufwachsen, wenn Eltern so ängstlich sind?

    Natürlich kann man ihnen Tipps geben z. B. gehe in der Gruppe heim, gehe die Straße entlang und nicht durch den einsamen Park.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

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