Dienstunfähigkeitsversicherung als Beamter noch nötig?

  • Hallo,

    als ich damals mit dem Referendariat begonnen habe, hat mir der Versicherungsvertreter auch zu einer Dienstunfähigkeitsversicherung geraten. Inzwischen bin ich seit drei Jahren auf Lebenszeit verbeamtet und die Beiträge für diese Versicherung steigen jedes Jahr. Ein Kollege meinte nun kürzlich, dass ich als Beamtin doch gut abgesicgert sei und das Geld lieber sparen solle. Ich würde zwar einen Betrag x bei Pensionseintritt bekommen aber wenn die Beiträge weiter so steigen, steht das in keinem Verhältnis. Mich würde nun mal interessieren, was ich denn an Pension bekäme, wenn ich wirklich in einigen Jahren dienstunfähig wäre? Außerdem interessiert mich, ob ihr eine solche Versicherung habt und ob ihr dies als sinnvoll erachtet?

  • Ich bezahle 80€ im Monat, dafür erhielte ich 1800€ on top bis zum 63. Lebensjahr.


    Die Mindestversorgung ist ca. 35% der bisherigen Besoldungsstufe.

    Das wäre ca. 1600€ netto, dann müßte man noch die PKV abziehen.

    Reicht dir das? Mir nicht.


    Nach 15 Dienstjahren hätte ich 2110€, dann noch Abzug der PKV.

    Reicht dir das? Mir nicht.

  • Ein Kollege meinte nun kürzlich, dass ich als Beamtin doch gut abgesicgert sei und das Geld lieber sparen solle

    Das kann man so pauschal nicht sagen. Natürlich bekommt man auch Geld im Falle der Dienstunfähigkeit, aber die Versicherung dient eher dazu, die entstehende Lücke abzufedern als den Lebensunterhalt generell zu sichern. Wenn mir auf einmal das Geld fehlt um z.B. meinen Hauskredit abzubezahlen, ist das natürlich ärgerlich.

  • Würde das Geld lieber in Aktien, bzw. ETF investieren. Solltest du mehr von haben am Ende, ausser du wirst in den nächsten Jahren DU, wo die Chance bei 0,001% liegen dürfte



    Wenn ich mir die monatlichen Beiträge für so eine Versicherung ansehe, wird mir immer ganz schwindlig. Vor allem wenn ich bedenke, wie viel man später bei Aktien raushätte.

  • Ich finde die Frage ist halt: Was muss passieren, um als Lehrer dienstunfähig zu werden?

    das kann recht schnell passieren: ein Unfall, dessen Folgen dich dauerhaft ausfallen lässt

    eine schwere Krankheit mit Dauerschäden

    Depression...

  • Da ist eher ein Beispiel für German Angst. In den USA würde man auf solche Ideen gar nicht kommen, da wird schnell Vermögen angehäuft. Also ich hab in 10 Jahren noch von keinem

    Fall unter 60 gehört, der DU wurde. Denke die Prozentzahl ist verschwindend gering…. Vor allem muss der Beitrag ja schon recht hoch sein, damit es sich überhaupt im Ansatz lohnt.


    Gerade für die ersten 5 Jahre, wo viele immer meinen, dass man sie besonders bräuchte, da noch keine Mindestpension, lohnt sie mE nicht. Dann einfach Harz4, musste ich wenigstens keine Beiträge für zahlen und komme mit Übernahme von Miete, Gas etc mit 1200 Euro raus….

  • Ist natürlich anekdotisch, aber ich tatsächlich drei Fälle die DU wurden.Sie hatten eine fehleden DU Versicherung bitte bereut.

    In meinen Augen so ziemlich die sinnvollste Versicherung überhaupt-


    Aber letztendlich gilt wie bei jeder Versicherung: je nach Sorglosigkeit und auch nach persönlichen Lebensumständen.;)

  • Auch anekdotisch, aber ich kenne (mit mir selbst) mindestens 5 Kolleg*innen, die unter 50 dienstunfähig wurden. So sehr selten wirkt mir das nicht…

    “The oppressed will always believe the worst about themselves.”
    Frantz Fanon

  • Selbst wenn, wäre es sicherlich noch besser gewesen, das Geld in Aktien zu investieren. So zahlst du 100 Euro monatlich für was, 500 Euro am Ende?


    Frag mich auch wie das sein kann, gerade als Lehrer kann man doch, wenn man möchte im Vergleich zur freien Wirtschaft, sich erstmal ohne Folgen rausnehmen aus dem System…bevor ein Amstsarzt jemanden sehen will zur DU - Überprüfung vergehen doch Jahre?!


    Hatte einen Kollegen der war krank von 62-65 Jahre, aber immernoch aktiv im Dienst. Imemr Vertretung für ihn ausgeschrieben. Bevor den jemanden zum Amtsarzt geschleift hat (glaub vor der Pension kam es nicht mehr dazu) kassierte er weiterhin sein volles Geld.

  • Frag mich auch wie das sein kann, gerade als Lehrer kann man doch, wenn man möchte im Vergleich zur freien Wirtschaft, sich erstmal ohne Folgen rausnehmen aus dem System…bevor ein Amstsarzt jemanden sehen will zur DU - Überprüfung vergehen doch Jahre?!

    Immer neue Wiedereingliederungen, bis dann die Dienstunfähigkeit auch nicht allzu lange vor regulärem Pensionseintritt kommt. Bis dahin aber schön Punkte gesammelt.

  • Immer neue Wiedereingliederungen, bis dann die Dienstunfähigkeit auch nicht allzu lange vor regulärem Pensionseintritt kommt. Bis dahin aber schön Punkte gesammelt.

    Im Zweifel die deutlich bessere Alternative als freiwillig mit 40 dem Amtsarzt zu signalisieren, dass man nicht mehr „kann“.

  • Ich hatte mit meinem Beitrag auch gar nicht für oder gegen eine entsprechende Versicherung argumentiert.

    “The oppressed will always believe the worst about themselves.”
    Frantz Fanon

  • das kann recht schnell passieren: ein Unfall, dessen Folgen dich dauerhaft ausfallen lässt

    Dafür wäre aber auch eine Unfallversicherung sinnig.


    In den 11 Jahren an meiner Schule hatten wir jetzt eine Kollegin mit DU die knapp unter 50 war.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Immer neue Wiedereingliederungen, bis dann die Dienstunfähigkeit auch nicht allzu lange vor regulärem Pensionseintritt kommt. Bis dahin aber schön Punkte gesammelt.

    Ich kenne auch einige, die letztendlich gegen ihren Willen zwangspensioniert wurden. Ja, es hat ein paar Jahre gedauert, aber von Ende 30 bis Mitte 50 war Schluss (und das Haus musste verkauft werden).


    Ich zahle allerdings weniger als 90 Euro für über 3000 Euro im Monat.


    (Gründe für die DU waren Krebserkrankung, Motorradunfall, Tod der Ehefrau und dadurch Depression, zweimal Tod des Kindes (10 bzw. 2 Jahre) mit anschließender Depression, schwerer Burnout. Dazu musst du nicht Risikogruppe sein. )


    Versichern sollte man meiner Meinung nach, Dinge, die großen Schaden anrichten, die mich substanziell bedrohen. Ich möchte nicht bei schweren gesundheitlichen Problemen auch noch finanzielle Probleme kriegen. Und fast alle der oben genannten Kollegen hätten sich nicht mehr um Aktien kümmern können. Und das in den USA dann viele obdachlos werden, ist für mich auch nicht nacheiferungswert.


    Bei mir wurde von über 16 Jahren überraschend Krebs festgestellt. Das kam auch aus heiterem Himmel, eine Versicherung anschließend abschließen, ist nicht mehr möglich.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Selbst wenn, wäre es sicherlich noch besser gewesen, das Geld in Aktien zu investieren. So zahlst du 100 Euro monatlich für was, 500 Euro am Ende?


    Frag mich auch wie das sein kann, gerade als Lehrer kann man doch, wenn man möchte im Vergleich zur freien Wirtschaft, sich erstmal ohne Folgen rausnehmen aus dem System…bevor ein Amstsarzt jemanden sehen will zur DU - Überprüfung vergehen doch Jahre?!


    Hatte einen Kollegen der war krank von 62-65 Jahre, aber immernoch aktiv im Dienst. Imemr Vertretung für ihn ausgeschrieben. Bevor den jemanden zum Amtsarzt geschleift hat (glaub vor der Pension kam es nicht mehr dazu) kassierte er weiterhin sein volles Geld.

    Ich zahle 90 Euro für über 3000 Euro monatlich.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Frag mich auch wie das sein kann, gerade als Lehrer kann man doch, wenn man möchte im Vergleich zur freien Wirtschaft, sich erstmal ohne Folgen rausnehmen aus dem System…bevor ein Amstsarzt jemanden sehen will zur DU - Überprüfung vergehen doch Jahre?!


    Hatte einen Kollegen der war krank von 62-65 Jahre, aber immernoch aktiv im Dienst. Imemr Vertretung für ihn ausgeschrieben. Bevor den jemanden zum Amtsarzt geschleift hat (glaub vor der Pension kam es nicht mehr dazu) kassierte er weiterhin sein volles Geld.

    Ich kenne auch zwei Fälle von KuK, die dienstunfähig wurden (eine mit 49, der andere mit Mitte 50), beide aufgrund psychischer Probleme - Depression und Burnout . Bei denen hat es in beiden Fällen nur etwa ein Jahr gedauert, bis sie zum Amtsarzt mussten.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich zahle 90 Euro für über 3000 Euro monatlich.

    Das heisst bei DU kriegst du 3000 monatlich? Bis zu welchem Alter ist die DU versichert? Das wäre schon gut.Nerven würde mich nur bei solchen Versicherungen, dass Das Geld einfach weg wäre, wenn der Schadensfall nicht eintritt. Weshalb ich auch nichts von Risiko-Lebensversicherungen halte.


    Dennoch wäre das ja schon gut, deine Konditionen :)

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