Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Unglaublich.

  • Anna Lisa : OK, damit hast du indirekt zugegeben, dass es rein didaktisch nicht viel bringt und es primär eine Arbeitbeschaffungsmaßmahme darstellt. Schade, aber ich kann den Missmut an der Stelle völlig verstehen!

  • Gymshark und ich habe gezeigt, dass es auch für einige SuS was bringt. Didaktisch ist es sinnvoll (du bist doch selbst Sprachlehrer!!), nur ist es am Ende "nur" ein Angebot. Wenn die SuS es nicht annehmen, ist es halt doof.

  • Genau, was Chili sagt. Wenn man es sich genau angucken würde, dann bringt es definitiv was, denn es ist auch eine sehr transparente Bewertung. Man kann so auch gut nach Fehlerschwerpunkten suchen etc.

    Nur: viele meiner Schüler machen halt überhaupt nie etwas. Dann ist es auch kein Wunder. Für mich trotzdem ätzend.

  • Vielleicht ist "sinnvoll" an der Stelle das falsche Wort, sondern eher "effektiv". Dass eine ausführliche Korrektur nach euren Vorgaben rein aus Schülersicht (m/w/d) nicht schadet, sondern im schlechtesten Fall zu neutrale Ergebnissen führt, ist naheliegend. Meine Intention ging eher dahin, ob innerhalb der investierten Zeit die Korrektur nach euren Vorgaben zum höchsten didaktischen Ertrag führt oder ob es zielführendere Maßnahmen gibt - oder zumindest Maßnahmen mit selbem Ertrag, aber geringerem Aufwand aus Lehrersicht (m/w/d).

    Ich persönlich finde eine kurze Korrektur (also Anstreichen, aber keine Positivkorrektur und ohne ausführliche Bewertungsraster in Sprachfächern) in Kombination mit einer anschließenden Behandlung der häufigsten Fehler im Klassenverband zielführender und zeitökonomischer. Aber klar, wie schon zuvor geschrieben, solange die Vorgaben bestehen, müssen sie angewendet werden - obgleich ich da zumindest schauen würde, ob es irgendwelche Wege gibt, Zeit zu sparen (z.B. sich selbst eine ambitionierte Zeitvorgabe zu machen, Texte möglichst nur 1x lesen, o.ä.).

  • Nur: viele meiner Schüler machen halt überhaupt nie etwas. Dann ist es auch kein Wunder. Für mich trotzdem ätzend.

    Dann ist es ein Phänomen von Theorie vs. Praxis. Das am schönste klingende didaktische Prinzip bringt nichts, wenn es unter realen Bedingungen von den Schülern (m/w/d) mehrheitlich abgelehnt und damit nicht wirken kann.

    Klar, die Schüler (m/w/dD) sind nicht unsere Auftraggeber (m/w/d), sondern der Staat, daher wäre ein Weg, damit umzugehen, zu sagen "Der Staat macht die Vorgaben, also führe ich sie aus, erfülle damit meinen Job, und wenn sie nichts bringen, ist es nicht mein Problem, sondern das Problem des Staates.". Für die mentale Gesundheit wäre die Abgrenzung vielleicht sogar gar nicht so schlecht. Ein Geschmäckle bleibt dabei irgendwo aber immer bestehen.

  • Ich persönlich finde eine kurze Korrektur (also Anstreichen, aber keine Positivkorrektur und ohne ausführliche Bewertungsraster in Sprachfächern) in Kombination mit einer anschließenden Behandlung der häufigsten Fehler im Klassenverband zielführender und zeitökonomischer.

    ICH persönlich finde ein Bewertungsraster, das ich auch konsequent in all meinen Fächern, auch in der Sek1 benutze (auch in der Sprachproduktion in Französisch) sehr erleichternd und entlastend.
    Klar ist es erstmal Arbeit (für den inhaltlichen Teil, der Rest ist ja vorgegeben und kann übernommen werden), aber ehrlich: dann schreibe ich nicht 10 Mal "zitiere richtig", sondern: wer nur 1 oder 0 Punkte von 3 hat, soll daran arbeiten.
    Es ist meine Dienstpflicht (oder mein Arbeitsethos?!), meinen SuS die Möglichkeit zu geben, besser zu werden. Und dafür brauchen sie die Rückmeldungen.

  • "Hat jemand von Euch schon mal versucht die Arbeiten nur einmal durchzulesen und spontan eine Note zu finden?"

    In Mathematik war das häufig möglich. :)

    Bei "Aufsätzen" in Klasse 3 habe ich das auch fast immer gemacht. Die "Erstschrift" las ich dann, ohne die Fehler anzustreichen (teilweise laut), so habe ich nur auf Sprache (nicht Grammatik, nicht Rechtschreibung) und Inhalt geachtet. Dazu machte ich sporadisch Notizen und gab eine Note. So hatten u.a. auch Kinder ohne Deutsch als Familiensprache durchaus eine Chance auf einen guten Start ins Schreiben längerer Texte. Die Schlussnote ergab sich dann aus der Berücksichtigung der Korrekturhinweise bei der Überarbeitung und der "Reinschrift" der Arbeit. Dabei habe ich die erste spontan gegebene Note berücksichtigt.

    So ähnlich laut es bei mir. Auch das laute Vorlesen.;)

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Ich weiß gar nicht richtig, was du mir jetzt mitteilen möchtest, Gymshark?

    Du schreibst, dass du den Schülern (m/w/d) ein Angebot machst, zu dessen Bereitstellung du wiederum verpflichtet bist, und entweder sie nutzen es oder nicht. Das ist eine völlig legitime Positionierung.


    Der Staat (hier: Kultusministerium des Landes NRW) sollte sich nur fragen, ob es zielführend ist, wenn Lehrkräfte eine sehr zeitintensive Korrekturform nutzen, die praktisch nur bei einem geringen Teil der Schüler (m/w/d) (Die Gegenbeispiele habe ich gelesen. Danke dafür - chilipaprika !) zu messbaren Kompetenzzuwächsen führt.

  • Ja, das ist aber doch klar. Das ist nichts Neues.

    Was möchtest du jetzt von mir? Soll ich etwas machen? Etwas nicht machen? Wie sollte meine Reaktion auf diese bereits seit vielen Jahren bekannte Information ausfallen?

  • Was du machen könntest, wäre, dich in deinen Fachschaften umzuhören, ob deine Kollegen (m/w/d) ähnliche Erfahrungen mit den Korrekturvorgaben gemacht haben. Wenn ja, könntet ihr besprechen, dass sich die Fachschaftsleitung (m/w/d) an die Schulleitung wendet, sodass diese wiederum die Kontakte nach oben nutzen kann, um die Rückmeldung zu geben, dass ihr Kollegium mit den aktuellen Korrekturvorgaben unzufrieden ist. Sollte es eine Einzelmeinung bleiben, besteht die Gefahr, dass die Rückmeldung an irgendeiner Stelle steckenbleibt und das war es dann. Wenn es aber einen Mehrheitskonsens gibt, kann nach oben hin durchaus Druck aufgebaut werden, dass sich das Ministerium gezwungen sieht, die Vorgaben im Aufwand zu reduzieren, oder, Stichwort Entbürokratisierung, die Vorgaben gänzlich abzuschaffen und den Schulen die Freiheit zu gewähren, nach eigenen Maßstäben zu korrigieren.

    Was sicher auch interessant wäre: Ihr habt vermutlich ab und an Studierende im Praxissemester. Warum nicht mal den Hinweis hinterlegen, dass ihr ein praxisrelevantes Thema habt und es sich doch anbieten könnte, darüber eine empirische Abschlussarbeit zu schreiben? Klar müssen die Studierenden erst noch mit den betreuenden Dozenten (m/w/d) besprechen, aber davon würde unsere Profession deutlich mehr profitieren als von manch einer Umfrage, die schon hier im Forum bisweilen bereitgestellt wurde.

  • Ich BIN der FK Vorsitz 😉

    Ich habe auch regelmäßig Kontakt zur Fachaufsicht der Bezirksregierung. Das ist genau so gewollt. Da wird nix geändert.

    Ich wüsste jetzt auch gar nicht, wie man das groß erleichternd ändern soll. Das Einzige, das MIR Erleichterung bringen würde, wenn ich nicht jeden Fehler anstreichen müsste, also eigentlich gar nichts, sondern nur am Schluss meinen Gesamteindruck formulieren müsste (sprachlich sch....🤣 / kaum verständlich etc.) Aber das wäre dann wirklich nicht mehr angemessen.

    Das Problem beim Korrigieren sind gar nicht die Vorgaben, sondern die Schülertexte. Eine 1, 2 oder 6 korrigiere ich spielend, das finde ich nicht schlimm. Nur leider kommen diese Noten nicht so häufig vor. Eher sehr selten. Was schlimm ist, ist 3, 4 oder 5.

    Aber an den Schülertexten werden wir wohl so schnell nichts ändern können.

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