Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • wobei auch da die Frage wieder wäre, ob durch die Auswahl der präsentierten Fakten nicht indirekt eine Wertung vorgenommen wird.

    Provokante Gegenfrage: Ist es möglich dein Beispiel der ICE im Oberstufenunterricht zu vermitteln, ohne den zuvor genannten Vorwurf der poitisch einseitigen Positionierung zu bestätigen?

    Kann passieren. Ehrlicherweise sind viele Themen aber auch 'nur' gesellschaftlich(!) kontrovers, eigtl. aber pseudokontrovers, weil da eine Vielzahl von Menschen ohne Ahnung u./o. nit ideologischem Bias miteinander kollidiieren, wobei gemessen an der Daten- und Faktenlage aber realiter (hinteichende) Eindeutigkeit herrscht und somit nicht wirklich ein entsprechender Wertungsspielraum. Da informiere ich über den sozio-polit., - kulturellen u./o. juristischen Disput, lasse aber nicht im eigtl. Sinne werten.

    Deine Gegenfrage ist nicht provokant, die Antwort lautet: Ja.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

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    Einmal editiert, zuletzt von PaPo (8. September 2026 15:16)

  • Vor fast 40 Jahren hat man "Animal Farm" im Englischunterricht gelesen. Fiel das nicht auch unter "einseitig"? Mein Lehrer hat uns zumindest nicht vermittelt, dass eine Spitzeldiktatur eine feine Sache wäre.

    Reductio ad absurdum..

    Da Schule nur mit legitimen Grund (als schon erheblicher Eingriff in die Freiheitsrechte von Schülern) legitimiert sein kann und legitimer Sinn und Zweck nur sein kann, Schüler mittels erzieherischer Bildung (und dem Werben und Vorleben unserer fdGO) zu eigenverantwortlichen (d.h. mündigen, selbstreflexiven, integren etc.) und gemeinschaftsfähigen (d.h. kooperations- und partizipationsfähigen etc.), demokratischen Staatsbürgern zu erziehen, die (nach Maßgabe ihrer individuellen Fähigkeiten) sozio-ökonomisch, -politisch und -kulturell an einer pluralistischen, liberalen Gesellschaft partizipieren, sich in dieser möglichst frei entfalten, diese resp. die fdGO perpetuieren und optimieren können sollen, stellt sich deine Frage nicht, sondetn ergibt sich nicht nur die Legitimität, sondern die Notwendigkeit einer 'einseitigen' Erziehung i.S.d. Normen und Werte des GG, z.B. auch i.S.e. Kritik an "Spitzeldiktatur" etc.

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  • Naja, du schreibst von einzelnen Kapiteln, die dürfte es andersherum auch geben.

    Atomkraft zB wurde in Bayern immer sehr positiv dargestellt.

    Bin am See mit schlechtem Netz.

  • Meiner Meinung nach wird die Frankophonie im Französischunterricht viel zu positiv beschrieben, ich versuche, dagegen zu halten.
    Allerdings weiß ich nicht so genau, was in Lehrbüchern ist, ich sammle aus vielen verschiedenen Quellen und sehe also nicht unbedingt, wie zu einseitig etwas ist.

  • Naja, du schreibst von einzelnen Kapiteln, die dürfte es andersherum auch geben.

    Atomkraft zB wurde in Bayern immer sehr positiv dargestellt.

    Bin am See mit schlechtem Netz.

    Ich kenne die bayerischen Lehrwerke nicht. Aber ungeachtet dessen, dass zwischen einer entsprechenden Tendenz, etwas Kontoverses aller Kontroversität zum Trotz "immer sehr positiv dar[zustellen]" (was ich ebenfalls ablehne) einerseits und der unkritisch-affirmativen, Gegenstimmen (Fakten; Daten; Argumente etc.) nicht adäquat oder gar nicht abzubilden und evtl. gar argumentativ den äußeren polit. Rand zu rezitierem andererseits nicht lediglich ein qualitativer, sondern m.E. kategorischer Unterschied besteht, rennst du mit der Kritik bei mir offene Türen ein, ohne dass ich weiß, worauf du hinaus willst. Dass dieses oder jenes vereinzelt(?) auch mal hier und da 'konservativeren' Einschlag haben kann und damit alle Beobachtung einer allg. Tendenz in die andere Richtung hinfällig wäre? Kläre mich bitte auf.

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  • Die Oberstufe hat mal Spaß gemacht in Englisch. Zumindest als ich zur Schule ging und dann studierte stand noch Literaturunterricht im Zentrum, nicht die Staatsbürgerkunde. Es ist so schlimm geworden.

  • Die Oberstufe hat mal Spaß gemacht in Englisch. Zumindest als ich zur Schule ging und dann studierte stand noch Literaturunterricht im Zentrum, nicht die Staatsbürgerkunde. Es ist so schlimm geworden.

    Ich selbst habe 2010 Abitur gemacht. Da war es schon schlimm. Du scheinst noch ein paar Jahre älter zu sein.

    Tatsächlich war Literaturunterricht, das einzige was mir gefallen hat, und das war zu meiner Schulzeit schon viel zu wenig.

  • Ich habe mir das Inhaltsverzeichnis durchgelesen. Es sind viele durchaus auch sehr aktuelle Themen dabei, u.a. Fast Fashion, Bryan Johnson/Longevity oder auch The Handmaid's Tale. Das sind eben die Themen, die junge Leute bewegen.

    Und in den Überschriften liest man ja immer auch heraus, dass es um die Perspektiven der jeweiligen anglophonen Länder geht, daher haben diese Inhalte auch eine fachliche Berechtigung.

    Man könnte das Thema Sprachgeschichte und -reflexion noch stärker herausarbeiten, wenn man von einem akademischen Standpunkt eine Gleichwertigkeit von Sprach-, Kultur- und Literaturwissenschaft anstreben würde. Zumindest wird die Teildisziplin Sprachwissenschaft durch das Unterkapitel "generisches Maskulinum" repräsentiert.

  • Ich habe gerade die Oberstufenthemen eigentlich wirklich gerne gemacht und da ist auch viel Schönes, Interessantes, Aktuelles bei. Mir persönlich geht es aber mittlerweile teilweise zu weit weg von "Landeskunde" und Literatur in allgemeingesellschaftliche Themen, die dann eben auch noch häufig verlagsseitig mit einer bestimmten Leitlinienmeinung transportiert werden.

    Ich finde z.B., wir haben mehr global challenges als Klimawandel und Ökokram. Beim Thema Identity gibt es auch mehr, als Minoritätenbefindlichkeiten (auch wenn Sensibilisierung natürlich wichtig ist und ihren Platz hat - hab ich gar nichts gegen, aber es kommt ja quasi nix anderes mehr vor). Zu Großbritannien kann man sicherlich auch mehr thematisieren, als multiculturalism und Umgang mit der imperialen Vergangenheit. Globalisierung läuft häufig sehr eindimensional auf den bösen globalen Norden und den armen globalen Süden in Opferrolle zu, und natürlich dürfen auch hier Klimawandel und Umwelt nicht fehlen. In Materialien zu world of work gehts oft um DEI policies, gender pay gap und dergleichen. Usw. usw.

    Alles für sich betrachtet irgendwo okay, in der Gesamtheit empfinde ich diese Themen aber als zu dominant. Darf man natürlich gerne anders sehen.

  • Die Oberstufe hat mal Spaß gemacht in Englisch. Zumindest als ich zur Schule ging und dann studierte stand noch Literaturunterricht im Zentrum, nicht die Staatsbürgerkunde. Es ist so schlimm geworden.

    Gute alte Literarur- und Landeskundezeit. seufz

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  • Ich selbst habe 2010 Abitur gemacht. Da war es schon schlimm. Du scheinst noch ein paar Jahre älter zu sein.

    Tatsächlich war Literaturunterricht, das einzige was mir gefallen hat, und das war zu meiner Schulzeit schon viel zu wenig.

    Ich war etwas früher dran und habe es in der Schule nicht als schlimm empfunden. Vielleicht habe ich es auch nur gut verdrängt, denn an Themen wie postcolonialism oder identity kann ich mich nicht erinnern, dafür umso mehr an Shakespeare und utopia/dystopia.

    An der Uni war es natürlich früher schon "progressiver", weil da der amerikanische Einfluss logischerweise zuerst über die Anglistik reinschwappte. Fand ich nicht superschlimm, weil ich selbst natürlich nochmal deutlich anders drauf war als heute. Da war ich langweiliges Zeug auch nach einem Semester wieder los und habe Hausarbeiten nach Interesse geschrieben, Staatsexamen sei Dank.

    Nur als Lehrer muss man bei jeder Änderung des Lehrplans bangen, dass es nicht noch grottiger wird. Dieses Jahr bin ich in Englisch glücklicherweise nicht für die Oberstufe eingeteilt.

  • Shakespeare und Utopia/Dystopia standen auch im von Maylin85 verlinkten Inhaltsverzeichnis drin. Bisher konnte mich ehrlicherweise noch keine Argumentation so richtig überzeugen.

  • Literatur und Landeskunde finden doch immer noch in den Fremdsprachen statt. Was vermisst du konkret?

    Literatur und Landeskunde...

    Bsp. Landeskunde: Die Lehrpläne sind thematisch komplett überfrachtet mit nicht landeskundlichen Inhalten. Als ob die Schüler in der 9. Klasse viel (oder gar nachhaltig) über die USA (Referenznation in Access) lernen würden, haben die meisten Texte ja nicht spezifisch was mit Landeskunde i.e.S. zu tun, sondern sind die USA nur setting resp. Aufhänger f. im Gros landesunspezifische Texte und findet Landeskunde zwischen all dem Hetzen von Klassenarbeit zu Klassenarbeit, neuer Grammatik, Übungen etc. etc. etc. kaum statt (trotz allen eigenen Materials zur Kompensatuon dieses Defizits).

    In der Qualifikationsphase ist es ähnlich, bleibt eigtl. nur ein Quartal. Ich habe hier ja bereits dafpr plädiert, bspw. die Q1 Großbritannien umd die Q2 den USA zu widmen. Da könnte man (landessoezifisch) viele andere Themen abdecken, stattdessen arbeite ich mich durch gender & identity, "visions of the future" (da ich da einen Fokus auf Dystopien lege immerhin noch spannend), Nigeria, "world at work", Globalisation etc. - landeskundlich bleibt das alles oberflächlich bei den Schülern...

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  • Was sollen die Schüler (m/w/d) deiner Meinung nach in der Landeskunde lernen, was jetzt nicht stattfindet? Was fehlt aktuell ganz konkret? Ist es zudem nicht bereits so, dass spiralenmäßig USA und Großbritannien durch die ganze Schulzeit des Englischunterrichts hinweg immer und immer wieder behandelt werden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach 11 Schuljahren Englisch (bzw. habt ihr nicht noch die Ausläufer (m/w/d), die bereits Englisch ab Klasse 1 hatten?) die Schüler (m/w/d) kein tragfähiges Grundwissen über die beiden großen anglophonen Länder USA und Großbritannien haben.

  • Ich habe gerade die Oberstufenthemen eigentlich wirklich gerne gemacht und da ist auch viel Schönes, Interessantes, Aktuelles bei. Mir persönlich geht es aber mittlerweile teilweise zu weit weg von "Landeskunde" und Literatur in allgemeingesellschaftliche Themen, die dann eben auch noch häufig verlagsseitig mit einer bestimmten Leitlinienmeinung transportiert werden.

    Ich finde z.B., wir haben mehr global challenges als Klimawandel und Ökokram. Beim Thema Identity gibt es auch mehr, als Minoritätenbefindlichkeiten (auch wenn Sensibilisierung natürlich wichtig ist und ihren Platz hat - hab ich gar nichts gegen, aber es kommt ja quasi nix anderes mehr vor). Zu Großbritannien kann man sicherlich auch mehr thematisieren, als multiculturalism und Umgang mit der imperialen Vergangenheit. Globalisierung läuft häufig sehr eindimensional auf den bösen globalen Norden und den armen globalen Süden in Opferrolle zu, und natürlich dürfen auch hier Klimawandel und Umwelt nicht fehlen. In Materialien zu world of work gehts oft um DEI policies, gender pay gap und dergleichen. Usw. usw.

    Alles für sich betrachtet irgendwo okay, in der Gesamtheit empfinde ich diese Themen aber als zu dominant. Darf man natürlich gerne anders sehen.

    Das ist schon überfüllt mit dem Kram. Macht ihr keine Literatur mehr? In meiner Erinnerung haben wir in Klasse 12 und 13 im Englischunterricht sehr viel englische Literatur gelesen. Wenig Sachthemen.

    Sind die Schüler interessiert an diesen Buchthemen?

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Das ist schon überfüllt mit dem Kram. Macht ihr keine Literatur mehr? In meiner Erinnerung haben wir in Klasse 12 und 13 im Englischunterricht sehr viel englische Literatur gelesen. Wenig Sachthemen.

    Sind die Schüler interessiert an diesen Buchthemen?

    In BW an beruflichen Gymnasien übrigens gar keine englische Literatur mehr. Null. Nur Sachthemen.

  • Was sollen die Schüler (m/w/d) deiner Meinung nach in der Landeskunde lernen, was jetzt nicht stattfindet? Was fehlt aktuell ganz konkret? Ist es zudem nicht bereits so, dass spiralenmäßig USA und Großbritannien durch die ganze Schulzeit des Englischunterrichts hinweg immer und immer wieder behandelt werden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach 11 Schuljahren Englisch (bzw. habt ihr nicht noch die Ausläufer (m/w/d), die bereits Englisch ab Klasse 1 hatten?) die Schüler (m/w/d) kein tragfähiges Grundwissen über die beiden großen anglophonen Länder USA und Großbritannien haben.

    Es wird nur dort thematisiert, wo ich es nannte: 9te Klasse (ein Schuljahr brutto mit den skizzierten enormen Restriktionen) und ca. ein Quartal in der Qualfikationsphase.

    Tragfähig ist da kaum etwas, in der Sek I kämpfen die Schäler js imner mehr bereits mit den sprachlichen Minimalanforderungen , in der Sek II können bei der Diversität und Komplexität von Geografie und Natur, Geschichte, Politik (politics, policy & polity, Parzeien, Politiker, Gesetze etc.), Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Alltag (Traditionen, Bräuche, Freizeitverhalten, Essen, Kunst, Sprache etc.) solche Themen allenfalls angerissen werden, das meiste nichtmal kursorisch, weil man mit Blick auf das Zentralabitur ein paar ganz spezifische Themen zu Lasten aller anderen Themen 'vertiefen' (ein Euphemismus) muss, ohne da irgendwie hinreichende Exemplarität zu vermitteln. Das ist Stoff für mind. ein Schuljahr, um überhaupt einigermaßen hinreichendes (oberflächliches) Überblickwissen zu generieren... in einem Quartal wird halt so oder so das Gros ausgelassen und verzerrt (man Komplexität eben nicht endlos reduzieren).

    Wir weichen aber stark vom Thema ab. ;)

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    Einmal editiert, zuletzt von PaPo (8. September 2026 17:02)

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