Korrekturbelastung zumutbar?

  • Hallo Zusammen,

    Ich werde in diesem Jahr folgende Korrekturkurse in der Oberstufe haben:

    EF GK: 28 SuS

    Q1 LK: 21 SuS

    Q1 GK: 23 SuS

    Q2 LK: 20 SuS

    Insbesondere die beiden parallelen Q1-Kurse machen mir Sorgen, da ja für das Abitur im nächsten Jahr sowohl schriftliche Prüfungen korrigiert, als auch mündliche Prüfungen gestellt werden müssen (in Geographie braucht man dafür mindestens eine, eher zwei Woche(n)). Natürlich ist, wie in jedem Jahr, auch wieder mit Nachschreibern und freiwilligen Nachprüfungen zu rechnen.

    Muss man dies so hinnehmen?

  • Hm, ich bin am BK und hatte im krassesten Fall 170 Klausuren pro Quartal. 3 LKs davon. Päda und Englisch.

    Dieses Jahr hatte ich 90 Abschlussklausuren (zum Glück 45 Englisch und 45 Mathe), die binnen 3 Wochen mit Kokorrektur fertig sein mussten.


    Da muss man bei Belastungsspitzen ehrlich sein. Ich hab dann ab und zu einen Korrekturtag gehabt, bei den 170 Klausuren auch mal 2.


    Die Kolleginnen mit vielen mündlichen Prüdungen (teilweise bis zu 90 im Schuljahr) haben die meist schon nach den Osterferien fertig erstellt.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • - es schreiben alle SuS

    - dies sind meine einzigen Kurse in der Oberstufe, ansonsten nur nicht-Korrektur-Klassen in der SEK1

    - ich habe insgesamt 26h (Vollzeit) plus Klassenleitung 5er

    • Offizieller Beitrag

    Du brauchst eine, eher zwei Wochen (41-82 Stunden?) für eine mündliche Prüfung in Erdkunde?
    Dann fang jetzt schon mal das Sammeln an. Da du mit zwei Parallelkursen bzw. mit der Erfahrung des vergangenen Kurses (jetzt Q2) sicher viel Material hast, kannst du immer etwas zur Seite stellen. Oder mit den Kolleg*innen tauschen, usw..

    Muss man dies so hinnehmen?

    hm... ja.
    Selbst wenn es alles nur Korrekturen wären (in der EF schreiben ja oft nicht alle, auch selten im GK der Q1...

    Für MICH wäre es ein Traumdeputat, weil schon 16 Stunden in der Oberstufe. Ich gehe davon aus, weil du es nicht erwähnst, dass du keine weiteren Korrekturen in der Mittelstufe hast.
    Hart, aber nur 1-2 Termine im Halbjahr, viel Doppelung (DAS ist doof, um die Klausurmaterialien zu finden, Vernetzung ist ein gutes Stichwort!), du musst einfach an deiner Effizienz in der Korrektur arbeiten. Das Thema ist ja bei dir "Dauerthema", du wirst nicht Jahr für Jahr glücklicher, wenn du nicht ganz klar deiner SL sagst, dass du keine Oberstufenkurse willst (bist du der einzige Kollege im Fach, kloppt man sich nicht um die Kurse?) und dafür das Ende jeder "Karrieremöglichkeit" in Kauf nimmst. Dann bist du vielleicht der "Faule, nicht korrekturbelastbare Kollege", aber wenn es dir besser geht?

    Noch mal zur Klarstellung: eine Runde Mitleid und Empathie für die blöden Korrekturen bekommst du natürlich. Es gibt nichts Schlimmeres an unserem Job. Aber die Formulierung "Muss man dies so hinnehmen?" deutet meiner Meinung nach auf ein Fehlverständnis des Jobs hin.

    Edit: ich habe zu langsam getippt, ich hatte nur den ersten Beitrag zur Verfügung.

    • Offizieller Beitrag

    (ich bleibe beim Beitrag. Auch wenn ich es interessant finde, dass es Schulen gibt, wo ALLE Schüler*innen in Erdkunde schreiben. Klar, beliebtes Fach, aber da SoWi und Geschichte mal belegt werden müssen, verteilt sich normalerweise schon ein bisschen, schon alleine, weil schächere SuS in der Regel keine 2 Zusatzkurse wollen).

    4 Korrekturen bei Vollzeit ist wirklich okay. Klar, Oberstufenklausuren dauern länger in der Korrektur, sind aber eben nicht 3 Mal im Halbjahr. (und vielleicht gehaltvoller als 30 Kurzgeschichteninterpretationen, 30 Gedichtsinterpretationen und 30 Sachtextanalysen in einem Halbjahr der 8. Klasse)

  • Ich brauche nicht 1-2 Wochen für die Erstellung einer mündlichen Prüfung. Der Kurs hat über 20 SuS und für jeweils 3 SuS ist eine Prüfung zu stellen, also 6-7 unterschiedliche Prüfungen.


    Nein, ich unterrichte ja gerne Oberstufe, es ist ja im Unterrichtsalltag angenehmer, nur die Korrekturspitzen werden zum Problem.

    Es gibt keine Konkurrenzsituatuon unter den Fachkollegen, da wir durch nicht neubesetzte Pensionierungen extremen Mangel haben und die Kurse von den verblieben Kollegen aufgefangen werden müssen.

  • An meiner alten Schule hatte ich auch immer seine sehr hohe Korrekturbelastung. Die Klassen waren voll, 28 - 31 SuS. Ich hatte in Mathe grundsätzlich die 11, 12 und 13 und wenn ich Pech hatte, zusätzlich noch mind. eine Oberstufenklasse in Englisch sowie jedes Jahr das BK2 in Englisch. Dazu kam oft noch eine oder zwei Abschlussklassen in der Mittelstufe. 2014 war es ganz krass. Da hatte ich Mathe und Englisch Abi, Englisch Fachhochschulreife, Mathe Mittlerer Bildungsabschluss und Englisch KMK-Zertifikat. D.h. ca. 120 Erstkorrekturen und fast dasselbe (bis auf KMK-Zertifikat) an Zweitkorrekturen.

  • An meiner alten Schule hatte ich auch immer seine sehr hohe Korrekturbelastung. Die Klassen waren voll, 28 - 31 SuS. Ich hatte in Mathe grundsätzlich die 11, 12 und 13 und wenn ich Pech hatte, zusätzlich noch mind. eine Oberstufenklasse in Englisch sowie jedes Jahr das BK2 in Englisch. Dazu kam oft noch eine oder zwei Abschlussklassen in der Mittelstufe. 2014 war es ganz krass. Da hatte ich Mathe und Englisch Abi, Englisch Fachhochschulreife, Mathe Mittlerer Bildungsabschluss und Englisch KMK-Zertifikat. D.h. ca. 120 Erstkorrekturen und fast dasselbe (bis auf KMK-Zertifikat) an Zweitkorrekturen.

    Danke!

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe in diesem Schuljahr auch vier Korrekturgruppen in der Oberstufe, dreimal Englisch (EPh, Q1 LK und Q2 GK) und einmal Ge bili in der EPh. Das sind auch um die 70 bis 80 Klausuren - aber das sind vorhersehbare Termine und somit grundsätzlich organisierbar.

    Diese Belastung ist zumutbar. KollegInnen mit D/E, D/F oder zwei Fremdsprachen haben in der Regel fünf bis sieben Korrekturgruppen, wenngleich gemischt Sek I und Sek II.

    Man muss sich dann disziplinieren und sehen, dass man jeden Tag fünf Klausuren korrigiert bekommt - dann ist der Spuk nach drei Schulwochen erledigt. Wenn man seine Wochenenden noch "opfert", geht es natürlich auch schneller... (Sehe ich aber eigentlich nicht mehr ein und versuche künftig, das Ganze weitgehend unter der Woche zu erledigen.)

  • Und aus Erfahrung mit 7 Korrekturstapel:

    Wenn es geht die Klausuren schön verteilen. Hab immer in der 1. möglichen Woche direkt mit 2 Klassen geschrieben und dann immer 1-2 weitere pro Woche. Unterricht habe ich in den Sommerferien gut vorgeplant, damit ich dann nur noch Kleinigkeiten ändern muss. Klausuren jetzt schon erstellen.


    Mit 5 Stapeln jetzt schreibe ich nur eine pro Woche und versuche die direkt zu korrigieren.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Mein Verständnis und Mitgefühl hast du auf jeden Fall, denn ich weiß selbst leider zu gut, wie ätzend das manchmal sein kann.


    In Hessen gibt es nicht dieses NRW-Ding "Schreiben Sie auch alle?", sondern nur ein absolutes Ja; wenn man einen Kurs in der Sek II hat, dann schreiben alle SchülerInnen auch 4 Klausuren pro Schuljahr. Man kann manchmal eine Klausur durch eine Hausarbeit, Referat etc. ersetzen.


    Da ich vorwiegend im Beruflichen Gymnasium und in der FOS meiner Berufsschule eingesetzt bin, sind die von dir genannten Korrekturen mein jährlicher Alltag. Wie meine Vorredner schon geschrieben haben: gut verteilen, korrekturfreundlich aufsetzen, entscheidungsfreudig/ndlich sein, Vorarbeiten erledigen in ruhigeren Zeiten (z.B. mache ich meine mdl Abiprüfungen oft schon in den Osterferien, obwohl noch 2 Monate Zeit sind bis zur Prüfung) ...

  • In Hessen gibt es nicht dieses NRW-Ding "Schreiben Sie auch alle?", sondern nur ein absolutes Ja; wenn man einen Kurs in der Sek II hat, dann schreiben alle SchülerInnen auch 4 Klausuren pro Schuljahr. Man kann manchmal eine Klausur durch eine Hausarbeit, Referat etc. ersetzen.

    Besagtes "NRW-Ding" gibt es in NDS auch nicht. Wir können aber an den BBS in unserem Team festlegen, wieviele Klausuren wir schreiben lassen wollen (wobei m. E. die Mindestanzahl drei pro Schuljahr ist). Dadurch werden wir bspw. an meiner Schule in der Klasse 11 des BG ab kommendem Schuljahr nur noch eine Englisch-Klausur im zweiten Halbjahr schreiben lassen. In der BG 12 führen wir in Englisch schon seit Jahren als letzten Leistungsnachweis im Schuljahr eine "Sprechprüfung" statt einer vierten Klausur durch. Und auch in der FOS 12 beschränken wir uns auf drei Englisch-Klausuren; in der FOS 11 sind es sogar nur zwei, weil diese SuS nur an zwei Tagen in der Schule sind (die restlichen drei im betrieblichen Praktikum).

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Mein Mitgefühl hast du ebenso, aber auch ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass das im Bereich des durchaus üblichen liegt. Ein Aspekt, der schon genannt wurde, den ich aber explizit betonen möchte ist die Möglichkeit, dass dir Korrekturtage eingeräumt werden können. Ich hatte z.B. letztes Jahr einmal eine ungünstige Häufung (innerhalb von 8 Werktagen sind Vorabi Q2, Lk und gk Q1 (alle Kurse riesig) und zwei weitere Klausurstapel eingetrudelt. Das war auch bei guter Organisation nicht bei akzeptabler Work-Life-Balance zu machen. Ich hab der SL den erwarteten Arbeitsumfang und die tw. einzuhaltenden Fristen skizziert und dann zwei Tage freibekommen. Insgesamt sind zwar nur vier Stunden entfallen, aber inkl. An- und Abfahrt war das trotzdem hilfreich, weil ich zwei Tage durchkorrigieren konnte.

    Effizientes Korrigieren halte ich übrigens für den anderen wichtigen Tipp im Gesamtkontext!

    There are only 10 sorts of people - Those who know binaries and those who don't.

  • Ich hatte letztes Jahr Englisch LK Q1, GK Q1, LK Q2 und Erdkunde EF und GK Q2. Dazu eine Klassenleitung in der 7. Das war korrekturtechnisch schon herausfordernd, aber gleichzeitig bin ich immer dankbar über viel Oberstufe und wenig Sek I. Einen Tod muss man halt sterben.


    Wichtig ist wirklich zeiteffizientes Korrigieren. Ich korrigiere eigentlich "gerne" mit vielen ausführlichen Anmerkungen, Querverweisen usw., versuche aber gerade gezielt, mir das abzugewöhnen.


    Was mündliche Abiturprüfungen angeht, so habe ich für beide Fächer sequenzbegleitend mögliche Fragen und Impulse für den 2. Prüfungsteil gesammelt, so dass ein Fundus da ist, aus dem man sich schnell was stricken kann. In Teil 1 finde ich Erdkunde auch aufwändiger als Englisch, bediene mich da aber mittlerweile auch gerne einfach mal an Verlagsmaterial (z.B. die Klausurvorschläge von Raabe lassen sich oft gut zu mündlichen Prüfungen zusammenkürzen). Oder man nimmt halt Raumbeispiele aus nicht an der Schule genutzten Schulbüchern. Ich bin auch weg von dem Anspruch, dass alle Prüfungen superaktuelle Daten und Zahlen vom letzten oder vorletzten Jahr beinhalten müssen (die Recherche kostet nämlich oft Zeit ohne Ende). Was ich sagen will: gestalte es dir so, dass Zeitaufwand und Resultat in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.

  • Ich nutze übrigens ständig kommerzielle Klausuren/Prüfungsvorschläge. Aber alleine die Anpassung/Formatierung und die Umbearbeitung der meist grottenschlechten Erwartungshorizonte erfordert dennoch viel Zeit. Müsste ich jede Klausur komplett selbst erstellen, hätte ich mich längst aus dem Beruf verabschiedet ;-).

    Das effiziente Korrigieren ist wohl die beste Stellschraube, an der ich bereits seit Jahren arbeite. Leider dürfen wir keine Wort/Seitenbegrenzung einfordern. Die Redundanzen in den Klausuren mit 30+ geschriebener Spalten machen effizientes Korrigieren schwer. Da braucht man alleine 30min zum Lesen ;)

    • Offizieller Beitrag

    Das Problem kenne ich - die SuS' glauben, sie müssten Gott weiß wieviel Inhalt produzieren. Ich werde meinem neuen Englisch LK eine andere Marschroute vorgeben - mehr sprachliche Qualität und Vielfalt sowie inhaltliche Prägnanz und Exemplarität. Mal sehen, ob es klappt.

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