Kann man als Lehrer angeben nicht an die eigene Abiturschule zukommen

  • Hallo,

    Ich komme bald ins Referendariat und studiere noch Wirtschaftspädagogik (in Bawü). Ich bin wegen des Studiums in eine andere Stadt gezogen und würde das Ref auch hier machen. Jedoch möchte ich danach gerne wieder in meine Heimatstadt zurück. Das Problem ist, dass ich selber mein Abitur an einem Wirtschaftsgymnasium gemacht habe und nun selber Berufsschullehrer werde, jedoch möchte ich auf keinem Fall als Lehrer an meiner alten Abiturschule arbeiten, weil ich das einfach persönlich etwas unangenehm finde und ich mir nicht vorstellen kann als "richtiger" Lehrer aufzutreten, wenn mich die anderen Lehrer schon mal als Schüler hatten.

    Nun gibt es in meiner Heimatstadt nur zwei kaufmänischen Schulen und eine sehr kleine in einer in der nähe liegenden Ortschaft.

    Die Stadt ist in Bawü eine sehr begehrte Stadt, sodass es dort kaum Lehrermangel gibt.

    Kann ich nun angeben, wenn ich mich für diese Region bewerbe, auf keinem Fall an meine "eigene" Schule zu komme, kann so was berücksichtigt werden ?


    Zudem wie sieht es mit den Einstellungenchancen für Wirtschaftspädagogik allgemein aus ? Ich weiß, dass es das wenigste gesuchte berufsschul Fach ist, aber immerhin um einiges besser als Gymnasiumlehramt, oder?

    Kann ich überhaupt damit rechnen ein Stelle in meiner Wunschregion zu bekommen?

  • Zur Sache kann ich nichts beitragen, aber ich bin an meiner alten Schule gelandet, genau wie viele andere KuK auch. Ich weiß von insgesamt 6. Das ist überhaupt kein Thema.

  • Die Freude, dass ehemalige SuS die Schulzeit bei uns doch irgendwie so gut fanden, dass sie als LuL in den gleichen Job kommen wollen, überwiegt bei den meisten KuK. Ich kenne einige Fälle. Das ist eigentlich nie ein Problem (außer du hast früher die Chemie-Sammlung abgefackelt, den Keller unter Wasser gesetzt oder wöchentliche Konferenzen nötig gemacht. Dann könnte das Wiedersehen getrübt werden.).

  • Ich "durfte" nicht an meiner ehemaligen Schule Referendariat machen.


    Genauer, es wurde damals danach gefragt und dann wurde man nicht dort eingesetzt. Eine Mitreferendarin verschwieg es, landete dort und hatte viele Vorteile. Sie kannte sich aus, wurde mehr von den Kollegen unterstützt und erhielt eine viel bessere Schulleiternote (im Vergleich zu anderen).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Chemie-Sammlung in Brand? Keller unter Wasser?? :D

    So ähnlich. Viel mehr Infos wären der Anonymität etwas abträglich.
    War ein Schüler, der viele Nerven und auch Tränen im Kollegium gekostet hat.

    Vom Tag 1 keine Berührungsängste, mittlerweile geschätzter Kollege.

    Zwischen Abitur und "Wiederkehr" liegen ja in der Regel auch 6-7 Jahre.

  • So ähnlich. Viel mehr Infos wären der Anonymität etwas abträglich.
    War ein Schüler, der viele Nerven und auch Tränen im Kollegium gekostet hat.

    Vom Tag 1 keine Berührungsängste, mittlerweile geschätzter Kollege.

    Zwischen Abitur und "Wiederkehr" liegen ja in der Regel auch 6-7 Jahre.

    Ok, da habe ich sehr stark die BBS-Perspektive. Wer bei uns so extrem auffällt, ist in der Regel so schulmüde, dass eine Karriere, die später in die Schule führt, eher selten ist.


    Relativ häufig sind ehemalige Azubis von der eigenen BBS, die schon in der Schule recht interessiert waren oder andere, die sich selbst im System vom HS- oder RS-Abschluss über unsere verschiedenen Schulformen bis zu Meisterin/Techniker/Studium gekämpft haben.


    Um in Zahlen zu sprechen: Ich kenne bei ca. 300 Lehrkräften an verschiedenen BBSen 4, die an der eigenen Schule gelandet sind.

  • An meine BS kehren immer wieder KuK zurück, die als SchülerIn dort waren. Ich weiß von aktuell min 10, die entweder bereits ihre Ausbildung oder Abi an unserer Schule gemacht haben. Das ist bei uns kaum ein Wimpernzucken wert.

  • Die Freude, dass ehemalige SuS die Schulzeit bei uns doch irgendwie so gut fanden, dass sie als LuL in den gleichen Job kommen wollen, überwiegt bei den meisten KuK. Ich kenne einige Fälle. Das ist eigentlich nie ein Problem (außer du hast früher die Chemie-Sammlung abgefackelt, den Keller unter Wasser gesetzt oder wöchentliche Konferenzen nötig gemacht. Dann könnte das Wiedersehen getrübt werden.).

    Ich meinte eigentlich, dass ich nicht an meine alte Schule will.

    Und, ob ich es verhindern kann an meine alte Schule zugeteilt zu werden ?

  • Ja, das habe ich verstanden. Einige andere und ich wollten dir deutlich machen, dass es auch sehr ok sein kann, dorthin zurückzukehren. Wir wollten deine Bedenken zerstreuen.

  • Ja, das habe ich verstanden. Einige andere und ich wollten dir deutlich machen, dass es auch sehr ok sein kann, dorthin zurückzukehren. Wir wollten deine Bedenken zerstreuen.

    Ah okay, dann hab ich das falsch verstanden. Jedoch möchte trotzdem auf keinem an meine alte Schule, einfach weil ich dort schlechte Erfahrungen gemacht habe ( Mobbing) und ich diese Erinnerungen eigentlich sehr weit hinter mir lassen möchte. Um ehrlich zu sein würde ich dann lieber mein restliches Leben an der Kasse beim Aldi arbeiten als jemals wieder an meine alte Schule zu kommen. (Nur um zu sagen, dass ich auf keinen Fall jemals wieder dort hin möchte) Jetzt habe ich Angst, dass wenn ich mich für diese Region bewerben an diese Schule zugeteilt werde.

    Anderseits würde ich gerne in diese Region bleiben da meine Familie dort ist.

    Sorry , ich gerate gerade einfach in Panik, da ich sonst nicht weiß wie ich mein Promblem lösen soll.;(

  • Ok, das war aus Deinem Eingangsposting anders zu lesen.


    Leider kann ich dazu nichts sagen, außer dass ich vermutlich in diesem Fall mit der Behörde, die das entscheidet, Kontakt aufnehmen würde und die Lage schildern würde. Ohne Ahnung, ob das sinnvoll ist, aber da würde ich offensiv versuchen, diese Schule zu vermeiden.

    • Offizieller Beitrag

    es dauert noch eine Weile und ob man eine Schule aus gutem Grund ausschließen kann, erfährst du sicher auch im Vorbereitungsdienst. Im Vorbereitungsdienst kommst du erstmal ganz sicher nicht dahin.
    Also: keine Panik.

  • Oh, sorry! Nee, dann haben wir dir nicht weitergeholfen.


    Was den Stellenmarkt angeht: BW hat laut dieser Prognose an BBSen durchgängig LuL-Mangel. Es ist aber nicht genau nach Fächern aufgeschlüsselt.


    Und hier ist BWL zwar nicht mit sehr starkem aber zumindest starkem Bedarf (regionsabhängig) genannt.

  • Beim schulscharfen Bewerbungsverfahren hast du alles selbst in der Hand. Du bewirbst dich an deiner alten Schule einfach nicht.

    Nachgelagert findet das Listenverfahren statt. Dort hast du keinen Einfluss mehr auf die Schule innerhalb des Landkreises (bzw der Landkreise), den/die du angibst. Falls das PEch mit dir ist und du tatsächlich deiner alten Schule zugewiesen werden solltest, dann nimmst du die Stelle halt nicht an und lässt dich in den Krankheitsvertretungspool aufnehmen, auch darüber gibt es noch Stellen (keine Planstellen) bis in den September rein oder ganz und gar unterjährig.


    Also wegen dieses "Problems" solltest du dir keine Sorgen machen müssen.

  • Sorry , ich gerate gerade einfach in Panik, da ich sonst nicht weiß wie ich mein Promblem lösen soll.;(

    Du hast doch gerade gar kein Problem, das du lösen müsstest. Die theoretische Möglichkeit zu einem Problem gibt es in ca. zwei Jahre , wenn dein Ref durch ist. Und selbst dann ist die Gefahr, dass ein Problem entsteht gering.

  • Beim schulscharfen Bewerbungsverfahren hast du alles selbst in der Hand. Du bewirbst dich an deiner alten Schule einfach nicht.

    Nachgelagert findet das Listenverfahren statt. Dort hast du keinen Einfluss mehr auf die Schule innerhalb des Landkreises (bzw der Landkreise), den/die du angibst. Falls das PEch mit dir ist und du tatsächlich deiner alten Schule zugewiesen werden solltest, dann nimmst du die Stelle halt nicht an und lässt dich in den Krankheitsvertretungspool aufnehmen, auch darüber gibt es noch Stellen (keine Planstellen) bis in den September rein oder ganz und gar unterjährig.


    Also wegen dieses "Problems" solltest du dir keine Sorgen machen müssen.

    Ergänzend : Du könntest, sollte es auf das Listenverfahren hinauslaufen, vorab (frühzeitig!) das Gespräch mit dem PR suchen, den Hintergrund erläutern und darum bitten, dass man sich ggf. dafür stark macht, dich nicht an *diese Schule zu setzen. Eine insgesamt beliebte Region dürfte in BW in WiPaead kein Problem haben einfach einen anderen Bewerber zu nehmen. Ich würde dir raten, wenn es soweit ist, dich vor allem im vorgezogenen Verfahren für den ländlichen Raum (=schulscharf) und bei den schulscharfen Bewerbungen in der Hauptrunde sehr offensiv zu bewerben, um bereits vor Beginn des Listenverfahrens eine Stelle zu haben.


    Ich würde dir aber ergänzend empfehlen wollen an dem, was du erlebt hast zu arbeiten. Wenn das Mobbing dich noch immer - Jahre später - so sehr belastet, dass du das Gefühl hast, du würdest lieber nicht in deinem Beruf arbeiten, als dieses Schulhaus erneut zu betreten, dann brauchst du meines Erachtens Unterstützung, um die Vergangenheit gesund verarbeiten zu können. Andernfalls nimmst du das mit in den Beruf als Last, statt als Chance, um selbst einen Beitrag dazu leisten zu können, dass es deinen SuS anders ergehen kann.

    Solltest du am Ende in deiner Heimatstadt oder - region eine Stelle an einer anderen Schule erhalten kannst du es auch nicht komplett ausschließen, dein altes Schulhaus einmal dienstlich betreten zu müssen (Fortbildung, Prüfungsvorsitz, Zusammenarbeit mit der anderen Schule im Bereich X,...).


    Im Ref gibt es dann im Seminar eine Veranstaltung, in der euch das Bewerbungsverfahren noch einmal erläutert wird.


    Was die Einstellungschancen in WiPaead allgemein angeht, kannst du das in der Bedarfsprognose des Landes nachlesen (bin grad am Handy, da kann ich die nicht parallel raussuchen und verlinken). Wenn du etwas zur Versorgungslage deiner Region wissen möchtest, dann kann dir deine Gewerkschaft oder auch der PR weiterhelfen.


    EDIT: *kleine Probleme ausgebessert, die mir am Handy entgangen waren bzw. Autofillpannen reduziert (ausgemerzt?)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    Einmal editiert, zuletzt von CDL ()

  • ... und vielleicht das Mobbing aufarbeiten. Mit so einem Kloß im Hals ist man doch niemals richtig frei...

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

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