Die Ausbreitung der Pauschalen Beihilfe...

  • In NRW scheint es nun wenigstens erste Fortschritte zu geben. Laut Abgeordnetenwatch werden aktuell die ersten Weichen für die pauschale Beihilfe gestellt. Allerdings: Es soll sie nur für Neuverbeamtungen geben.

    Wisst ihr zufällig, ob das in den anderen Bundesländern auch erst so war und dann doch auf alle ausgeweitet wurde?

  • Allerdings: Es soll sie nur für Neuverbeamtungen geben.

    Ich bin seit Anbeginn in der GKV und würde, sollte die Regelung nicht für Bestandsbeamte ebenfalls kommen, wohl gegen das Land NRW auf Gleichbehandlung aller Beamte klagen. Das Bestandsbeamte aus der PKV nicht mehr in die GKV zurückkommen, ist eine andere Geschichte.

  • Ich bin seit Anbeginn in der GKV und würde, sollte die Regelung nicht für Bestandsbeamte ebenfalls kommen, wohl gegen das Land NRW auf Gleichbehandlung aller Beamte klagen. Das Bestandsbeamte aus der PKV nicht mehr in die GKV zurückkommen, ist eine andere Geschichte.

    Dem würde ich mich tatsächlich anschließen.

  • Dem würde ich mich tatsächlich anschließen.

    Dito, wobei ich mich inzwischen frage, ob der Fall Ersatzschule so wie er aktuell ist, überhaupt rechtlich sauber ist. Wenn man nichtmal die Chance hat (gesundheitlich) in die PKV zu kommen, da die Öffnungsklausel nicht gilt, ist es so gesehen nichtmal meine Entscheidung die GKV vollständig allein zu zahlen. Aber dafür müsste ich mal die Gesetzestexte genauer durchwühlen...

  • Sachsen-Anhalt und Mecklenburg Vorpommern haben die Pauschale Beihilfe mittlerweile auch eingeführt.

    Eine schrittweise Einführung der Pauschalen Beihilfe in Rheinland-Pfalz wurde nun auch im neuen Koalitionsvertrag festgelegt.

    In NRW steht die Pauschale Beihilfe immer noch im Koalitionsvertrag.

    Saarland prüft die Pauschale Beihilfe.

    Hessen und Bayern bleiben die beiden letzten die emotionslos die Pauschale Beihilfe ignorieren.

    2 Mal editiert, zuletzt von griding (13. Juni 2026 17:26)

  • Hessen und Bayern bleiben die beiden letzten die emotionslos die Pauschale Beihilfe ignorieren.

    Schon traurig. Ich frage mich ehrlich gesagt, was sich für das Land mehr rechnet? Also bei mir wäre pauschale Beihilfe deutlich teurer... das kann/wird sich aber wohl wahrscheinlich ändern, wenn ich älter werde.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Was sich rechnet, ist klar: keine pauschale Beihilfe. Deswegen gibt es die noch nicht / erst seit Kurzem.
    Aber: man denke nur, wie Unternehmen sich drücken würden, den AN-Anteil zu bezuschussen, wenn jemand freiwillig pflichtversichert ist.

  • Schon traurig. Ich frage mich ehrlich gesagt, was sich für das Land mehr rechnet?

    Die klassische Beihilfe ist für das Land meist die günstigste Version, da der Dienstherr ja nur "ereignisbasiert" eine prozentuale Zuzahlung tätigt.

    Bei der Pauschalen Beihilfe zahlt das Land jeden Monat 50% des monatlichen Versicherungsbeitrag, spart sich dann aber jede "ereignisbasierte" Zuzahlung.

    Wenn man als Dienstherr quasi nur gesunde Beamte hat (dafür soll ja u.a. auch der Amtsarzt "sorgen") fallen bei der klassischen Beihilfe im günstigsten Fall nur sehr wenige Kosten an.

    Weil alle Beamte seit 2009 krankenversichert sein müssen, haben die meisten einen günstigen PKV Vertrag um bei klassischer Beihilfe die restlichen Kosten im ereignisfall abzusichern. All die, die von der PKV abgelehnt wurden mussten halt in die GKV, und die hat leider keinen vergünstigten Tarif für klassisch Beihilfeberechtigte. Es ist somit fair, dass man diese Menschen mit der Pauschalen Beihilfe nun auch unterstützt.

    Alternativ könnte man auch die GKV für klassisch Beihilfeberechtigte günstiger machen, weil ja dann der Dienstherr "ereignisbasiert" eine prozentuale Zuzahlung tätigen und die GKV entlastet würde 😁

    2 Mal editiert, zuletzt von griding (17. Juni 2026 18:19)

  • Schon traurig. Ich frage mich ehrlich gesagt, was sich für das Land mehr rechnet? Also bei mir wäre pauschale Beihilfe deutlich teurer... das kann/wird sich aber wohl wahrscheinlich ändern, wenn ich älter werde.

    Eine Versicherung hat hier Daten für die durchschnittlichen Beihilfekosten pro Kopf und Jahr für 2018 bis 2020 (Beamte und Pensionäre) veröffentlicht.

    Das kann man gegen mit den Kosten für den Kostenträger bei pauschaler Beihilfe vergleichen.

    (Falls das jemand weiß: Ich gehe davon aus, dass sich an der Höhe der pauschalen Beihilfe bei der Pensionierung nichts ändert, während bei der "normalen" der Beihilfeanteil auf 70% steigt.)

  • Eine Versicherung hat hier Daten für die durchschnittlichen Beihilfekosten pro Kopf und Jahr für 2018 bis 2020 (Beamte und Pensionäre) veröffentlicht.

    Das kann man gegen mit den Kosten für den Kostenträger bei pauschaler Beihilfe vergleichen.

    Sehr spannende Auswertung.

    Wenn ich das richtig interpretiere, waren 2019 die höchsten Ausgaben in RLP mit ca. 5000€ Beihilfe pro Beamter. Das wären monatlich 400€ die man jedem rheinland-pfälzer Beamten auch gut als Arbeitgeberanteil der GKV überweisen hätte können.

    In anderen Ländern, z.b. Brandenburg mit ca. 2500€ im Jahr 2019 und entsprechend 200€ monatlich, wäre ein Umstieg für das Land wohl eher weniger attraktiv.

    Was in dieser Rechnung aber auch noch fehlt sind die erhöhten Auszahlungen der GKV wenn alle über die Pauschale Beihilfe gesetzlich versichert wären... denn dann wären die meisten Länder und auch die GKV mehr belastet.

  • Was in dieser Rechnung aber auch noch fehlt sind die erhöhten Auszahlungen der GKV wenn alle über die Pauschale Beihilfe gesetzlich versichert wären... denn dann wären die meisten Länder und auch die GKV mehr belastet.

    verstehe ich nicht. Die GKV hat schon jetzt die Kosten für die gesetzlich Versicherten. Nur für den Versicherten selbst (und das Land) würde sich was ändern.

  • verstehe ich nicht. Die GKV hat schon jetzt die Kosten für die gesetzlich Versicherten. Nur für den Versicherten selbst (und das Land) würde sich was ändern.

    In der Rechnung ging es jetzt aber darum wenn ALLE Beamten mit Pauschalen Beihilfe in der GKV wären.

  • Gut, höhere Kosten für die GKV, aber wesentlich mehr Beitragszahler. Und zwar zu dem höchsten Beitragssatz.
    Und zwar mehrheitlich Menschen, die sehr selten zum Arzt gehen.
    (Wäre interessant, ob es Untersuchungen gibt, ob der selbe Mensch bei GKV öfters zum Arzt geht (keine Kosten) als bei PKV (Vorstrecken, bzw. Beitragsrückerstattung / Kostendämpfungspauschale im Kopf).

  • Gut, höhere Kosten für die GKV, aber wesentlich mehr Beitragszahler. Und zwar zu dem höchsten Beitragssatz.

    Ja, aber der Beitrag der Beamten würde ja dann von den Steuergeldern gezahlt werden, die ja wiederum alle Zahlen. Da beißt sich die Katze im den Schwanz 🫠 ... dann zahlt jeder in der freien Wirtschaft seinen eigenen Beitrag und indirekt auch den der Beamten 🎉

    2 Mal editiert, zuletzt von griding (18. Juni 2026 10:16)

  • So denkt mein Gehirn nicht.
    Mein Beitrag würde von meinem Arbeitgeber (Dienstherr) bezahlt werden. Der zufälligerweise auch der Staat ist, der über die Steuergelder verfügt.
    Aber dass der Staat, nur weil er über Steuergelder verfügt, keine Rücklagen in Höhe der "normalen" Ausgaben (KK, Rente/Pension) vorsieht, sondern sich nur "wundert" "Upsala, ist jetzt aber teuer", ist schon ein Ding.

  • So denkt mein Gehirn nicht.
    Mein Beitrag würde von meinem Arbeitgeber (Dienstherr) bezahlt werden.

    Ist aber leider so. Der Staat verfügt quasi nur über Steuergelder (und Schulden). Jeder in der freien Wirtschaft bezahlt anteilig die Beamtenbesoldung und wenn alle in der GKV wären dann halt eben auch noch anteilig den monatlichen Krankenkassenbeitrag. Darum gibt es ja das klassische Beihilfesystem wo der Staat nur "ereignisbasiert" eine prozentuale Zuzahlung leistet, aber den Steuerhaushalt nicht kontinuierlich belastet.

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