Nutzt ihr im Unterricht gendergerechte Sprache?

  • Uns 3 Frauen bei 150 Studenten wurde ganz direkt mündlich in einer Prüfung erklärt, dass wir nur Chemie studieren, um eine gute Partie zu angeln. Wir sollen gefälligst den Männern unseren Praktikumplatz überlassen.

    Mir wurde vom Prof gesagt, ich dürfe mich freuen, jetzt käme in der Vorlesung ein Thema für mich: Das Tiefziehen. So werden Kochtöpfe hergestellt.

  • Entweder hast du dich im Zitat vertan, oder das ist eine wirklich schräge Schlußfolgerung aus meinem Post. Den Gedankengang hinter dieser Schlussfolgerung würde ich echt gerne nachvollziehen können....

    Nein, ich habe mich nicht vertan. Nichtbetroffene meinen zu wissen, wie es gemeint ist. Sollen sich die anderen doch nicht so anstellen.

    Du behauptest einfach, dass das Maskulinum alle meint. Ich habe es anders erlebt. Schriftlich generisches Maskulinum, mündlich nur Maskulinum.

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  • Ja, das ist schön, dass ein Mann hier sowas äußert. Es ist nämlich tatsächlich so, dass ich mich nicht angesprochen fühle, wenn Von Ingenieur gesprochen wird. Ich bin Ingeneurin und würde auch gern so genannt werden.

    Es geht hier um die generische Nennung des Plurals. Im Plural sind die Ingenieure Menschen aller Geschlechter. Natürlich bist du eine Ingeneurin, das stellt niemand in Abrede.

    Zitat

    Nur weil Deine Frau und ihre Freundinnen damit kein Problem haben, muss das nicht für alle Frauen gelten.

    Nicht nur die Freundinnen meiner Frau, auch meine Freundinnen sehen das Problem nicht. Aber ja, das gilt offensichtlich nicht für alle Frauen. Es sind aber auch offensichtlich nicht die fiesen Männer, die die armen Frauen klein halten wollen.

    Zitat

    Vor allem in Branchen, die wenige Frauen haben, ist das Sichtbarmachen wichtig.

    Augen aufmachen? Man sieht Menschen in Berufen mittlerweile viel häufiger, als man über sie spricht. Wenn NASA Ingenieure irgendetwas entwickelt haben, gibts dazu ein Video, in dem Frauen und Männer zu sehen sind. Frauen sind überall und in allen Berufen sichtbar.

    Zitat

    In meinem Leben vor dem Lehramt wurde ich in Meetings Kaffeekochen geschickt oder als Sekretärin betitelt.

    Warum lässt du sowas mit dir machen?

    Zitat

    Sprache macht sichtbar und warum sich so viele davon bedroht fühlen, nur weil ein Geschlecht genannt wird, das vorher nicht genannt wurde, verstehe ich einfach nicht.

    Sichtbar sein macht sichtbar.

    Was die Unterstellung eines Bedrohtseins soll, erschließt sich mir nicht. Das ist eine ganz typische, irrationale Unterstellung. Du darfst gerne soviel Gendern, wie du willst. Alle anderen auch. Es wäre nur hilfreich, die Emotionen rauszunehmen und Menschen, die nicht Gendern, nicht irgendeinen Quatsch vorzuwerfen.

  • Da ist er wieder, der moralische Zeigefinger, weil es über vernünftige Argumente nicht klappt. Klassiker

    Wir gut, dass du als Frauenversteher zur Seite stehst. Da haben die Damen ja nochmal Glück gehabt. ;)

    Und das ist die mönnliche Arroganz (?) vernünftige Argumente habe ich nicht gelesen.

    (Fehlt nur noch weibliche Hysterie, monatliche Befindlichkeiten usw.)

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  • Die hier am lautesten gegen das Gendern poltern, sind zwei Männer, einer argumentiert, dass er ja genug Grundschullehrerinnen kennt, der andere argumentiert mit seiner Frau und deren Freundinnen.

    :autsch: Hier wird nicht gegen das Gendern gepoltert. Wie verbohrt muss man sein, das nicht lesen zu wollen.

    Ich persönliche gendere im Schriftlichen weitestgehend regelmäßig durch genderneutrale Begriffe wie "Lehrkräfte" oder eben durch die Doppelnennung. Gendersternchen oder Doppelpunkt oder Binnen-I verwende ich persönlich nicht - aus persönlichem sprachästhetischem Empfinden, ebenso wie denn Glottisschlag im Mündlichen oder Schülys oder Ähnliches. Ich bin also wahrlich kein extremer Verfechter des Genderns.

    Lies meine Postings sinnentnehmend. Das obige Zitat könnte von mir sein.

    Es ist mir aber völlig egal, wenn andere das machen, auch wenn sie "anreinende Staaten" oder "hostende" oder was auch immer verwenden, das ist ihre Sache.

    Es ist mir auch egal, ich schrieb, dass die Zeit (über Jahre) es zeigen wird, was sich letztendlich durchsetzt.

    Und es ist mir auch egal, wnn Leute nicht lustig finden, über was ich mich amüsiere.

  • Warum lässt du sowas mit dir machen?

    Sissymaus und ich sind ja unseren Weg gegangen, aber mich hat es geprägt.

    Was die Unterstellung eines Bedrohtseins soll, erschließt sich mir nicht. Das ist eine ganz typische, irrationale Unterstellung. Du darfst gerne soviel Gendern, wie du willst. Alle anderen auch. Es wäre nur hilfreich, die Emotionen rauszunehmen und Menschen, die nicht Gendern, nicht irgendeinen Quatsch vorzuwerfen.

    Das denke ich bei Männern, denen so wichtig ist, gendern zu verbieten. Der Verdacht, dass sie sich bei der geäußerten Heftigkeit, bedroht fühlen, liegt nahe.

    Ich gendere aus Gewohnheit leider auch nicht immer, ich bewunderte aber vor kurzem eine junge Vortragende, die es mit Leichtigkeit konnte. Und ja, sie war mir dadurch sympathisch. Ich habe mich ganz anders angesprochen gefühlt.

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  • Augen aufmachen? Man sieht Menschen in Berufen mittlerweile viel häufiger, als man über sie spricht. Wenn NASA Ingenieure irgendetwas entwickelt haben, gibts dazu ein Video, in dem Frauen und Männer zu sehen sind. Frauen sind überall und in allen Berufen sichtbar.

    Warum lässt du sowas mit dir machen?

    1. ich habe das natürlich nicht mit mir machen lassen, sondern freundlich erklärt, dass ich in meiner Eigenschaft als Expertin für xy hier sitze. Interessant, dass Du denkst, ich wäre dann Kaffee kochen gegangen.

    Den Menschen war das peinlich, aber das offenbart genau das, was ich meine: Da Frauen selten genannt werden, kommt man weniger auf die Idee, dass bei den Ingenieuren auch Frauen dabei sind. Das ist einfach so. Wenn Du random Menschen fragen würdest, sie sollen mal eine Gruppe von Ingenieuren /Ärzten/chemiker etc malen, werden die meisten Männer malen.

    2. ICH sehe natürlich Frauen, die in solchen Branchen unterwegs sind. Aber andere eben nicht. Dass Du mir hier erklärst, ich solle mal die Augen aufmachen, ist genauso anmaßend wie, ich solle mich mitgemeint fühlen, wenn es heißt: Ingenieure

    Ja, das Wettern gegen das Gerndern durch einzelne Personen erweckt bei mir den Eindruck, sie fühlen sich bedroht. Warum, weiß ich nicht. Was die Frau mitmachen musste, die auf dem Sparkassen-Formular als Kundin angeredet werden wollte, mag ich mir kaum ausmalen. Aber ich verstehe sie. Der Shitstorm damals war trotz fehlender Social Media Kanäle gewaltig. Und da frage ich mich, warum stört sich der männliche Kunde daran, dass die Frau hier plötzlich auch genannt werden will?

    Einige Wort(neu)schöpfungen mag ich persönlich auch nicht, aber ich muss auch für mich sagen, dass ich mich in den letzten Jahren auch schon an vieles gewöhnt habe. Man kann sich neutral ausdrücken. Geht schon. Kostet ein wenig Mühe, aber es geht.

  • Und es ist mir auch egal, wnn Leute nicht lustig finden, über was ich mich amüsiere.

    Und andere machen sich über Farbige oder Schnitzel lustig, erklären mir wortreich, dass sie sich Zigeunerschnitzel und Neger nicht verbieten lassen.

    Ich wende mich ab, hier auch. Und ja, mir ist es wichtig und merke gerade, wie alte jahrelange Verletzungen wieder aufbrechen. Tut weh, ist nicht lustig.

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  • Und das ist die mönnliche Arroganz (?) vernünftige Argumente habe ich nicht gelesen.

    Hm? Muss ich Scherze für dich mit mehr als einem Emoji kennzeichnen?

    Argumente für oder gegen was? Du darfst gerne Gendern, ich mache es nicht. Manche Genderformen sind lustig, so wie viele andere sprachliche Phänomene. Keine Ahnung, warum du dabei so emotional wirst. Wer nicht gendert ist dadurch nicht frauenfeindlich, grenzt niemanden aus oder was du ansonsten so alles unterstellen willst.

    Zitat

    (Fehlt nur noch weibliche Hysterie, monatliche Befindlichkeiten usw.)

    Hm? Keine Ahnung, was du mir zu unterstellen versuchst.

  • 1. ich habe das natürlich nicht mit mir machen lassen, sondern freundlich erklärt, dass ich in meiner Eigenschaft als Expertin für xy hier sitze. Interessant, dass Du denkst, ich wäre dann Kaffee kochen gegangen.

    Was soll ich denn sonst denken, wenn du dss so schreibst? Wenn du nicht gegangen bist, wo ist dann das Problem? Ich wurde auch schon für einen Praktikanten gehalten, weil ich damals sehr jung aussah. So what? Alle lachen, sind ein bisschen peinlich berührt und gut ist.

    Zitat

    Da Frauen selten genannt werden, kommt man weniger auf die Idee, dass bei den Ingenieuren auch Frauen dabei sind. Das ist einfach so.

    Nein, die Tatsache, das es unter Ingenieuren wenige Frauen gibt, führt zu sowas. Wenn im Raum 10 von 20 Personen Frauen sind, ist es wurscht, ob jemand Ingenieur*innen sagt oder Ingenieure.

    Zitat

    Wenn Du random Menschen fragen würdest, sie sollen mal eine Gruppe von Ingenieuren /Ärzten/chemiker etc malen, werden die meisten Männer malen.

    Die meisten Menschen würden irgendwelche Strichmännchen malen.

    Zitat

    ICH sehe natürlich Frauen, die in solchen Branchen unterwegs sind. Aber andere eben nicht. Dass Du mir hier erklärst, ich solle mal die Augen aufmachen, ist genauso anmaßend wie, ich solle mich mitgemeint fühlen, wenn es heißt: Ingenieure

    Außer ein paar 70+ Ewiggestrigen sieht jeder überall Frauen. Mir erschließt sich wirklich nicht, wie man das anders sehen kann. Die meisten Menschen denoen nur nicht darüber nach, weil es mittlerweile vollkommen normal ist, dass Frauen überall und in allen Berufen unterwegs sind.

    Du sollst dich auch nicht mitgemeint fühlen, du BIST genauso grmeint, wie Männer. Das ist die Bedeutung der generischen Form.

    Zitat

    Ja, das Wettern gegen das Gerndern durch einzelne Personen erweckt bei mir den Eindruck, sie fühlen sich bedroht. Warum, weiß ich nicht.

    Bedroht von was? Und wer wettert hier gegen irgendetwas?

    Zitat

    Was die Frau mitmachen musste, die auf dem Sparkassen-Formular als Kundin angeredet werden wollte, mag ich mir kaum ausmalen. Aber ich verstehe sie. Der Shitstorm damals war trotz fehlender Social Media Kanäle gewaltig. Und da frage ich mich, warum stört sich der männliche Kunde daran, dass die Frau hier plötzlich auch genannt werden will?

    Genau, nur der böse Mann hat sich darüber ausgelassen. Dass viele Frauen in solchen Situationen genauso abgehen, wie manche Männer willst du nicht wahrhaben. Wenn das Feindbild klar ist, hat der Tag Struktur.

  • Du weißt schon, dass diese "Frauenversteher" / "White Knight" Lingo ganz typisch für Incels auf Social Media ist, oder? Just saying.
    Was ganz Heißem auf der Spur...

    Es ist lustig, wie du versuchst Menschen, die deutlich jünger sind als du, "das Internet" zu erklären. 😂

  • Sagt derjenige, der als Mann versucht Frauen zu erklären, dass sie bei der maskulinen Form selbstverständlich mitgemeint sind.

    Hm? Meinst du mich? Dann hast du missverstanden, was da steht. Bei der männlichen Form sind Frauen natürlich nicht gemeint. Ein Ingenieur ist ein Ingenieur, eine Ingenieurin eine Ingenieurin. Die generische Pluralform hingegen meint niemanden mit, sondern bezeichnet schon von sich aus alle Geschlechter.

  • Ich bin ein bisschen stolz darauf, dass ich es langsam hinbekomme, "Schüler:innen" zu sprechen und nicht nur zu schreiben. Sprachweise ändern nach mehreren Jahrzehnten ist halt wirklich schwer. Die jüngeren Kolleg:innen schaffen das besser.

    Ich bin froh dass in meinem Umfeld niemand so spricht, weder in der Schule, im Ministerium oder sonst wo. Ich werde mir diese Sprachweise auch nicht aneignen

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