Gesamte Ausbildung der Grundschullehrkräfte "neu denken"

  • Das ist korrekt, obwohl auch die Gym KollegInnen wahrscheinlich Analysis 2 und Lineare Algebra 2 nicht wirklich in der Schule brauchen, da könnte man auch einiges fachlich zusammenstreichen und den Schwerpunkt in der Ausbildung mehr auf Didaktik und Pädagogik verlegen. Vielleicht würden da tatsächlich auch 6 Semester Studium ausreichen.

    Um Wissenschaftspropädeutik in der Oberstufe leisten zu können, sollte man schon ein wenig fachwissenschaftlich studiert haben.

  • Um Wissenschaftspropädeutik in der Oberstufe leisten zu können, sollte man schon ein wenig fachwissenschaftlich studiert haben.

    Warum?

    Das, was du aus der Oberstufe kennst, reicht doch für die Lehrkraft allemal. Sie will ja selbst keine Wissenschaft oder Forschung betreiben und ihre Schüler bis zum Abi auch nicht.

    Und wer es nicht packt, der kann’s einfach nicht.

    Das ist doch keine Schande. Viele Menschen können es nicht.

  • Vielleicht würden da tatsächlich auch 6 Semester Studium ausreichen.

    Nein, das reicht m.E. nicht. Grundschullehrpersonen unterrichten mindestens 4 studierte Fächer und weitere zusätzlich fachfremd. Zudem müssen sie Kinder mit Behinderungen fördern und insgesamt äußerst heterogene Gruppen aus verschiedenen Kindergärten zu Schulkindern 'formen', dass ich keinesfalls für eine Vereinfachung der Ausbildung plädiere. Im Gegenteil.

  • Grundschullehrpersonen unterrichten mindestens 4 studierte Fächer

    Nee, sie haben nicht 4 Fächer studiert. Sie hatten fachwissenschaftliche Veranstaltungen in 4 Fächern. Hört doch einfach mal auf euch irgendwas einzubilden was belegbar überhaupt nicht so ist. Ich habe ein Fach wirklich studiert, ich weiss, wie gross der Unterschied zum zweiten Fach ist, welches ich nur unterrichte.

  • Sie will ja selbst keine Wissenschaft oder Forschung betreiben und ihre Schüler bis zum Abi auch nicht

    Dass *ich* keine Wissenschaft mehr betreiben will, ist soweit korrekt. Ich muss jedoch Jugendliche anleiten wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen. Bei uns sind es zwei interdisziplinäre Projektarbeiten und eine Maturarbeit. Mindestens die Maturarbeit muss universitären Vorgaben der jeweiligen Fachdisziplin genügen. Wie häufig bist du mit sowas an der Grundschule konfrontiert?

  • Nee, sie haben nicht 4 Fächer studiert. Sie hatten fachwissenschaftliche Veranstaltungen in 4 Fächern. Hört doch einfach mal auf euch irgendwas einzubilden was belegbar überhaupt nicht so ist. Ich habe ein Fach wirklich studiert, ich weiss, wie gross der Unterschied zum zweiten Fach ist, welches ich nur unterrichte.

    Ich wundere mich ehrlich gesagt ebenfalls, wie das in der Praxis immer so funktionieren kann: Ich habe ein Fach (Maschinenbau) studiert. Damit fühle ich mich solide aufgestellt für die meisten Themen, wobei es immer wieder Spezial-Dinge gibt, in die ich mich reinfuchsen müsste. Ich hab mich bisher immer gefragt, wie man davon mehr als die Hälfte wegschneiden könnte, um Platz für 2. Fach und Didaktik zu haben und das dann noch Fach-sicher unterrichten kann.

  • Nee, sie haben nicht 4 Fächer studiert. Sie hatten fachwissenschaftliche Veranstaltungen in 4 Fächern.

    Okay, ist das ein Grund, noch mehr an Ausbildungszeit, -umfang oder Hochschulbildung zu kürzen?



    Ich muss jedoch Jugendliche anleiten wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen.

    Ja und, erstens muss das nicht jeder Gymnasiallehrer und zweitens haben wir alle Haus- und Examensarbeiten geschrieben. Reicht doch, dass man irgendwas mal selbst gemacht hat, oder vielleicht doch nicht?

  • erstens muss das nicht jeder Gymnasiallehrer

    Ich hoffe doch. Soweit ich weiss, werden auch an deutschen Gymnasien Facharbeiten geschrieben und die müssen betreut werden.



    Reicht doch, dass man irgendwas mal selbst gemacht hat, oder vielleicht doch nicht?

    Offensichtlich reicht es ja, denn mehr als das hast du nicht vorzuweisen. Ne Hausarbeit ist was anderes als eine fachwissenschaftliche Masterarbeit. Meine Forschungsberichte sind auf dem Niveau einer Maturarbeit.


    Ich betreue keine Maturarbeiten in der Physik und ich unterrichte kein Schwerpunktfach Physik. Ich würde niemals behaupten, ich hätte das studiert. Da ein abgeschlossenes Studium einem Umfang von 270 CP entspricht, ergibt sich schon rein rechnerisch, dass ich in der Physik mehr Fachwissenschaften vorweisen kann als jeder Grundschullehrer mit Vertiefung in 4 Fächern. Weil 270 geteilt durch 4 ist ja weniger als 90, gell? Zumal in den 270 CP Lehramtsstudium noch die gesamte Didaktik und Pädagogik drin steckt. Ich kann's dir gerne noch mal virrechnen. Aber Grundschullehrer haben 4 Fächer studiert. Genau.


    Einige hier leiden an einem sehr ausgeprägten Dunning-Kruger-Effekt. Man kann sich ganz grossartig fühlen, wenn einem die Referenz fehlt, wie viel man eigentlich mehr können könnte, ne?

  • Dich scheint aber auch irgendetwas daran zu triggern, dass Grundschullehrer mit ihrem Studium ernst genommen werden wollen. Natürlich geht es fachlich da nicht ganz so in die Tiefe, dafür aber in sehr vielen Richtungen in die Breite. Wissenschaftlichrs Arbeiten wird auch verlangt und gerade diese Vielfältigkeit des Studienganges macht ihn in meinen Augen auch anspruchsvoll. Du wirkst echt überheblich mit deiner Rumreiterei auf deinem Fachstudium. Hast du im Vergleicb auch Grundschullehramt (nicht nur ein Fach) studiert und kannst daher vergleichen?

  • Warum ist es eigentlich manchen Gy-Lehrkräften so wichtig, sich über alle anderen Lehrämtler zu stellen, indem sie ständig betonen, dass sie doch sooooo viel anspruchsvoller studiert haben als alle anderen? Von Lehrkräften aller anderen Schularten liest und hört man diese Angebereien so gut wie nie!

  • Um Wissenschaftspropädeutik in der Oberstufe leisten zu können, sollte man schon ein wenig fachwissenschaftlich studiert haben.

    Ein wenig "fachwissenschaftlich studieren" hätte man auch mit Analysis 1, Lineare Algebra 1 und Stochastik 1 und dann noch irgendwelche Proseminare vielleicht speziell für Lehrämter erreicht. Alleine diese drei Grundlagenkurse gehen weit über den Schulstoff hinaus und man wird gut in die Strukturwissenschaft mit ihren Beweisen eingeführt.

  • Ich lebe in einer lustigen Blase. Ich habe sechs Freundinnen, die alle an der GS arbeiten. 4 von denen haben Lehrer als Ehemänner, die allesamt am BK oder an der Gesamtschule oder am Gym arbeiten. 2 haben Männer, die in der freien Wirtschaft arbeiten.


    Die letzteren beiden sind lautstark der Meinung, dass GS Lehrer genau die gleiche Bezahlung verdienen wie alle anderen und finden das richtig.


    Die anderen 4 freuen sich über das Geld und sagen klar aus, das der direkte Vergleich an Arbeitszeit und -aufwand mit ihren Männern daheim ziemlich deutlich zeigt, dass sie selbst wesentlich besser abschneiden werden, sobald es A13 für alle gibt und sind fest der Überzeugung, dass es nicht gerechtfertigt sei.


    "Paul kommt fast immer wesentlich später aus der Schule, hat ständig Konferenzen, zwei Klassenleitungen (BK), korrigiert zu Hochzeiten die Wochenenden durch und muss mehr vorbereiten. Er ist jedes Jahr irgendwie im Abi. Ich hab's da echt chillig."


    Scheint alles eine Frage der Perspektive zu sein.

  • Warum?

    Das, was du aus der Oberstufe kennst, reicht doch für die Lehrkraft allemal. Sie will ja selbst keine Wissenschaft oder Forschung betreiben und ihre Schüler bis zum Abi auch nicht.

    Ich empfehle dir herauszufinden, was "Wissenschaftspropädeutik" bedeutet.

    Zitat

    Und wer es nicht packt, der kann’s einfach nicht.

    Das ist doch keine Schande. Viele Menschen können es nicht.

    Komm mal wieder runter.

    Was ist "es"? Dass Menschen unterschiedliche Begabungen und Interessen haben, ist dir doch hoffentlich nicht neu. Dass Grundschulehrer keine höhere Mathematik können müssen, diese nicht brauchen und ihre Arbeit durch entsprechende Kenntnisse nicht besser wird siehst du doch sicher auch in deiner täglichen Arbeit.

  • Nein, das reicht m.E. nicht. Grundschullehrpersonen unterrichten mindestens 4 studierte Fächer und weitere zusätzlich fachfremd.

    Das bezog sich eigentlich auf das Studium für Sek 1 und 2, aber meinetwegen.

    Grundschullehrkräfte studieren in der Regeln heutzutage 3 Fächer, dabei eines als Schwerpunkt. Es gab auch eine Zeit, da waren es in einigen Bundesländer nur 2 Fächer. In den zusätzlich fachfremden Fächern wird keine Lehrkraft ausgebildet, die fallen so vom Himmel oder man muss sie sich selbst aneignen oder auf ein gutes Schulbuch hoffen.

    Und diese 3 oder 2 Fächer wurden in 6 Semester Regelstudienzeit studiert. Ob man wirklich mehr studieren muss? Ich sehe nicht, dass die Lehrkräfte, die heute 8 Semester studieren, irgendwie besser unterrichten als die früher ausgebildeten Lehrkräfte. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Referendariat verkürzt wurde.

    Damals mussten wir noch 2 Jahre machen, heute sind es 18 Monate. Damit schmilzt der Ausbildungszeitunterschied auf 1 Semester. Naja...

  • Dass Grundschulehrer keine höhere Mathematik können müssen, diese nicht brauchen und ihre Arbeit durch entsprechende Kenntnisse nicht besser wird siehst du doch sicher auch in deiner täglichen Arbeit.

    Hm, also ich behaupte schon, dass die Arbeit besser wird, wenn man die Hintergründe versteht und das man das auch in der täglichen Arbeit sieht, dass die Lehrer die nicht viel mehr als ihre Schüler können und auch nur ein- zwei Seiten im Buch voraus sind schlechteren Unterricht machen und das oft schwieriger zu verstehen ist, als andere, die die Hintergründe verstehen und damit auch anders erklären oder motivieren können.

  • Ein wenig "fachwissenschaftlich studieren" hätte man auch mit Analysis 1, Lineare Algebra 1 und Stochastik 1 und dann noch irgendwelche Proseminare vielleicht speziell für Lehrämter erreicht. Alleine diese drei Grundlagenkurse gehen weit über den Schulstoff hinaus und man wird gut in die Strukturwissenschaft mit ihren Beweisen eingeführt.

    Vielleicht stimmt das. Ich habe nicht Mathe studiert (ich habs versucht, habe mich dann aber umentschieden, weil reine Mathematik für mich zu anspruchsvoll war) und kenne den Stoff der Obererstufe nicht.

    Für Informatik kann ich sagen, dass ich tatsächlich fast alles sogar inhaltlich brauche. Algorithmentheorie 2 könnte man weg lassen, Algorithmentheorie 1 genügt (auch für die Wissenschaftspropädeutik). Die Veranstaltungen der Informatikdidaktik waren tatsächlich gut, aber ein Modul weniger hätte es auch getan.

    Für Englisch könnte man sicher auch noch ein oder zwei fachwissenschaftliche Veranstaltungen streichen und die Hälfte der Didaktik.


    Wenn man wollte, könnte man das Studium fürs Gymnasiallehramt sicher noch verkürzen. Das ist aber bisher nicht notwendig.

  • Hm, also ich behaupte schon, dass die Arbeit besser wird, wenn man die Hintergründe versteht und das man das auch in der täglichen Arbeit sieht, dass die Lehrer die nicht viel mehr als ihre Schüler können und auch nur ein- zwei Seiten im Buch voraus sind schlechteren Unterricht machen und das oft schwieriger zu verstehen ist, als andere, die die Hintergründe verstehen und damit auch anders erklären oder motivieren können.

    Es redet doch keiner davon, unstudierte ohne Referendariat als vollwertige Grundschullehrkräfte einzusetzen. Warum muss man in solchen Extremen denken?


    In Hessen läuft das Studium Grundschullehramt schon seit Jahrzehnten über sechs Semester. Die Qualität an hessischen Grundschulen ist nicht schlechter, als die in anderen BL. Im Studium lernen angehende Grundschullehrkräfte selbstverständlich fachwissenschaftliche Hintergründe und didaktische Konzepte. Das ist keine Malen-nach-Zahlen Ausbildung, sondern ein Universitätsstudium. Das will doch niemand wegnehmen. Dass Menschen, die an Grundschulen unterrichten wollen, Analysis I für Mathematiker nicht brauchen und damit überfordert wären, ist weder beleidigend noch ein Wunder.

  • Es redet doch keiner davon, unstudierte ohne Referendariat als vollwertige Grundschullehrkräfte einzusetzen. Warum muss man in solchen Extremen denken?

    Davon redet niemand außer dir gerade. Aber Grundschullehrkräfte müssen eben in der Regel alle Mathe unterrichten können und da reicht der Oberstufenstoff eben oft als Hintergrundwissen nicht aus.
    Und das sieht man eben in der Praxis.
    Interessant finde ich, dass du über die Praxis redest, die du ja scheinbar gar nicht erleben kannst, weil falsche Schulstufe (achso, jeder von den Grundschullehrkräften darf bis Klasse 10, auch an Gymnasien unterrichten).

    Dass Menschen, die an Grundschulen unterrichten wollen, Analysis I für Mathematiker nicht brauchen und damit überfordert wären, ist weder beleidigend noch ein Wunder.

    Nein, aber Analysis I brauchen sie nunmal und wie gesagt, da sitzen eben auch die Realschullehrer mit drin, was ich erlebt habe, wenn Mathematik das Hauptfach ist (die drei anderen Fächer studiert man in der Grundschulpädagogik und da sind viel mehr Leute dran gescheitert, weil der Schulstoff eben nicht reicht als im Hauptfach) ;)

  • Davon redet niemand außer dir gerade. Aber Grundschullehrkräfte müssen eben in der Regel alle Mathe unterrichten können und da reicht der Oberstufenstoff eben oft als Hintergrundwissen nicht aus.

    Wer behauptet denn, dass der Oberstufenstoff ausreicht?

    Zwischen Analysis I für Mathematiker/Gymnasiallehrer und Oberstufenstoff gibt es Vielerlei Zwischenstufen.


    Zitat

    Nein, aber Analysis I brauchen sie nunmal

    Das bezweifle ich.

    Zitat

    und wie gesagt, da sitzen eben auch die Realschullehrer mit drin, was ich erlebt habe, wenn Mathematik das Hauptfach ist (die drei anderen Fächer studiert man in der Grundschulpädagogik und da sind viel mehr Leute dran gescheitert, weil der Schulstoff eben nicht reicht als im Hauptfach)

    Also keine Gymnasiallehrer? Dann brauchen Grundachullehrer vielleicht doch keine Analysis I für Mathematiker (bei denen die Gymnasiallehrer drin sitzen)?

Werbung