Krankmeldungsverfahren - Einfluss der LK?

  • Wenn ich um 9:00 Uhr mit Migräne, die mich am Arbeiten hindert, aufwache, dann rufe ich um 9:05 Uhr an.

    Ein Traum, wenn man mit Migräne so lange schlafen kann. Bei mir ist da schon immer die Nacht die Hölle!


    Abgesehen davon hat an meiner Schulart der für den Vertretungsplan zuständige Konrektor 24 Stunden Unterrichtsverpflichtung und ist entsprechend den größten Teil des Vormittags im Unterricht. Für mich ist es selbstverständlich, dass er gerne bis 7 Uhr die Krankmeldungen hat um seinen Plan zu erstellen!

  • Aber ich bin erwachsen und diszipliniert

    Ich bin infantil und undiszipliniert. Was ist jetzt besser?

    halte mich an sinvolle Regeln

    Gerade die Sinnhaftigkeit gewisser Regeln wird bezweifelt. Um mal das Thema des Thread wieder einzubringen.


    Ich habe kein Problem damit, mich an sinnvolle Regeln zu halten. Den Status müssen sie sich aber erst verdienen. Ich neige dazu, ziemlich viel zu hinterfragen. Wenn ich die Antworten habe, sehe ich klarer.


    Wissenschaftliche Erkenntnisse und kultureller Fortschritt basieren auf zweifeln. Nur wenn man etwas hinterfragt, erkennt man, ob es begründet und sinnvoll ist.

  • es ging mir nicht ums Telefonieren, mir selbst ist eine mail auch lieber.

    Es geht Dir aber darum, dass der Anruf um 7 ja wohl für alle kein Problem darstellen sollte, da man ja "erwachsen" wäre.

    Und genau das ist es, was ich völlig absurd finde. Selbst wenn mir diese Regel nicht viel ausmachen würde, da ich weder kleine Kinder habe noch länger schlafe. Ich hatte aber mal welche und erinnere mich nicht gut daran, wie es war, wenn man den Kleinen geweckt hat und plötzlich feststellt: der glüht. Und natürlich hab ich ihn nicht eher geweckt, wenn ich erst zur dritten Stunde Unterricht hatte.

  • dass unsere ganze Arbeitswelt darauf ausgerichtet ist, dass sie eben schon ab 7 Uhr morgens beginnt

    Nein. Eben nicht. Es gibt viele Berufe, in denen man später oder früher anfängt. Schichtdienst und Leute, die am Wochenende arbeiten. Es gibt sogar Schulen, die erst um 09:00 loslegen. Der Sieben-Uhr-Rhythmus ist einen Ad-hoc-Behauptung.


    Wenn es diesen aber gäbe, hätten auch alle um 15 Uhr Feierabend. Ist das so?

  • Nein. Eben nicht. Es gibt viele Berufe, in denen man später oder früher anfängt. Schichtdienst und Leute, die am Wochenende arbeiten. Es gibt sogar Schulen, die erst um 09:00 loslegen. Der Sieben-Uhr-Rhythmus ist einen Ad-hoc-Behauptung.

    Vollkommen richtig. Das bedeutet aber nicht, dass Du als Lehrkraft nur deine Unterrichtsstunden freihalten musst und sonst in deiner Zeitplanung frei bist. Bestes Beispiel Ferien: Wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt, kann die Schule durchaus verlangen, dass Du dir bestimmte Ferientage für dienstliche Aufgaben frei hältst. Ist letztlich ein ähnlicher Fall.

  • Hypothetischer Fall, aber: Wenn ich an einem Tag der Woche später Schule habe, dann schlafe ich, so lange es geht. Es ist schon schlimm genug, ohne Gleitzeit jeden Tag pünktlich frühmorgens im Klassenzimmer zu stehen. Mir würde nicht im Traum einfallen, an dem einzigen Spät-Tag, den ich habe, um 7 Uhr aufzustehen und zu prüfen, ob ich in drei Stunden arbeitsfähig bin.

    Heißt das, du rufst um 9 Uhr an und sagst, dass du um 10 Uhr nicht kommen kannst und die meisten Schreiber hier finden das gut? Sorry, du hast nicht einfach nur einen Computer, den du ausnahmsweise heute nicht anmachen kannst. Wir sind ein kleines Kollegium, da hat fast niemand eine Freistunde und kann schnell mal vertreten. Finde ich unkollegial.

  • Wenn Du um 11:00 Uhr Schule hast, sei froh, dass dein Arbeitgeber die ermöglicht vorher zu Hause zu arbeiten.

    Ermöglicht? Süß. Am Arbeitsplatz habe ich keinen Arbeitsplatz. Meine Dienstherrin schnorrt sein Jahren ein Arbeitszimmer bei mir. Mir wird nicht ermöglicht, ich werde genötigt. Ob ich vor elf oder nach siebzehn Uhr an meinem privaten Schreibtisch sitze, entscheide ich dann aber noch selbst.

    Er könnte auch sagen seien sie um 8:00 Uhr in der Schule und arbeiten sie bis 11:00 Uhr an ihrem Schreibtisch

    Nein, kann sie nicht, weil es besagten Schreibtisch nicht gibt.


    Ansonsten, bitte gerne. Ich glaube zwar nicht, dass unser Job gut mit der Stechuhr geht, aber wenn's gewünscht wird, steppe ich da um 08:00 Uhr auf, düddel meine 8 Stunden 12 ab und fahre nach Hause. Gerne. Sehr gerne.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • du rufst um 9 Uhr an und sagst, dass du um 10 Uhr

    Das ist eine halbe Stunde länger, als wenn ich um sieben anrufe, weil ich um halb acht nicht kommen kann.

    da hat fast niemand eine Freistunde und kann schnell mal vertreten.

    Wenn eh nicht vertreten werden kann, ist es doch egal, wann ich anrufe.

    Finde ich unkollegial.

    Inwiefern?


    Das Problem ist doch mal wieder, dass es nicht genug personelle Ressourcen für Krankheitsvertretungen gibt. Anstatt sich darum zu kümmern, wird Druck auf die Kranken gemacht. Das finde ich unkollegial.

  • Die, die da sind, werden unter Druck gesetzt, haben plötzlich Doppelführung oder was auch immer. Super Stimmung, wenn man es kurz vorher erfährt. Aber macht doch, was ihr wollt. Ich mache es anders.

  • Bevor ihr euch alle weiter heiß diskutiert, schaut doch mal auf die Schulformen im Profil.

    Natürlich braucht man je nach Schulform vielleicht auch andere Regelungen.

    Ein BK im ganztägigen Schichtbetrieb oder ein WBK im Abendbetrieb ist was anderes als eine allgemeinbildende Schule, ein Gymnasium, welches Schüler teilweise unbeaufsichtigt lassen kann, ist etwas anderes als eine Grundschule oder S1-Schule, wo immer vertreten werden muss.

  • Die, die da sind, werden unter Druck gesetzt, haben plötzlich Doppelführung oder was auch immer.

    Wie jetzt? Kann vertreten werden oder nicht?


    Super Stimmung, wenn man es kurz vorher erfährt.

    Nach meinen Erfahrungen macht es keinen großen Unterschied, wann man es erfährt. Eine Mitbetreuung sehe ich oft erst, wenn ich das elektrische Klassenbuch aufrufe. Dann gehe ich nach nebenan, wenn es passt ,und kläre das mit denen. Was habe ich denn davon, wenn die kranke Kollegin morgens früher den Wecker hat klingeln lassen?

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Grundschule oder S1-Schule, wo immer vertreten werden muss.

    Wenn immer vertreten werden muss, muss auch genug Personal da sein. Und es muss immer jemanden geben, die die Vertretung organisiert.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Heißt das, du rufst um 9 Uhr an und sagst, dass du um 10 Uhr nicht kommen kannst und die meisten Schreiber hier finden das gut? Sorry, du hast nicht einfach nur einen Computer, den du ausnahmsweise heute nicht anmachen kannst. Wir sind ein kleines Kollegium, da hat fast niemand eine Freistunde und kann schnell mal vertreten. Finde ich unkollegial.

    Nee, aber z.B. an dem Tag, wo ich erst nachmittags Unterricht habe, habe ich nur Oberstufe. Der Unterricht entfällt dann einfach. Sollte doch kein Problem sein.


    Ich hätte oft übrigens kein Problem, mich schon um 5 oder 6 telefonisch krank zu melden. Aber genau exakt um 7 passt es oft eben nicht. Leider geht ja 5 oder 6 nicht, da geht keiner dran. Aber das wäre ja noch rechtzeitiger.


    Wenn es jetzt per Mail ginge, hätten die Planer die Krankmeldung noch viel rechtzeitiger. Manchmal dann schon eben mitten in der Nacht oder abends um 23 Uhr. Wollen sie nicht.

  • Nach meinen Erfahrungen macht es keinen großen Unterschied, wann man es erfährt.

    Bei uns schon. Wir haben ein paar Ex-Kolleginnen (Pensionärinnen), die vertreten würden, wenn sie es vorher wüssten. Eine Stunde vorher ist zu knapp, daher sollen wir uns möglichst am Tag vorher krank melden, wie ich schon schrieb. Wir rufen auch nicht um 7 an, sondern würden das digital abends, nachts oder wenn nicht anders möglich um 7 erledigen, aber sicher nicht um 9. Wenn ich richtig krank wäre schon nachts, müsste ich mir auch um 7 keinen Wecker stellen, um einen Anruf zu tätigen, sondern würde nachts schreiben und könnte ausschlafen.

  • Wenn immer vertreten werden muss, muss auch genug Personal da sein.

    Dünnes Eis, denn dafür ist vorgesorgt in NRW.

    Während der Kernzeiten kannst du zur Vertretung verpflichtet werden. ADO §13 (3). Nur mal so zum Thema, wo zu große Kooperatonsverweigerung dann zum Boomerang werden kann. Trifft den Kranken dann natürlich nicht direkt, sondern erst wenn er gesund und ein anderer krank ist.


    Insofern ist es immer besser eine Regelung zu finden, die allen Interessen gerecht wird. Reines zurückziehen auf Formalia und das kurzfristig vermeintlich beste individuelle Ergebnis, kann mittelfristig auch ziemlich nach Hinten losgehen. Nehmt euch nicht selbst die Gestaltungsspielräume.

  • Na dann.... habe ich durchaus Verständnis für den Einsatz. Wie wird das denn organisiert, habt ihr einen Pool mit Pensionär*innen in "Bereitschaft"?

    [Oder sammelt ihr im Klollegium für die Vertretungen?] ^^

    Ja, Zettel hängt am Schrank. SL hat mich schon gefragt, ob ich das dann auch mal mache, weil ich im Ort wohne.

    Also wir haben einen kleinen Pool, der ist aber während Corona geschrumpft.

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