Krankgeschriebene Lehrerin muss nach 16 Jahren erstmals zum Amtsarzt

  • Die Oberstufe macht mir durch KI viel weniger Spaß als vorher.

    Hausaufgaben? KI. Kann am Ende keiner erklären.
    Fragen im Unterricht? Werden mit KI gelöst wenn möglich.

    SuS werden nicht permanent beobachtet? Gruppenarbeit ist KI. Präsentationen sind KI. Alles ist KI.

    Lerneffekt? Gering bis nicht vorhanden.

    Fand ich dieses Jahr im LK ganz furchtbar und ich hatte auch noch nie so schlechte Klausueren auf dem Tisch. Bei der Besprechung zeigen sie Einsicht, trotzdem sind es vielleicht 1-2 Schüler, die tatsächlich mal klausurvorbereitend eine eigene Analyse schreiben. Und man hat wieder das gleiche Gestümper auf dem Tisch...

    Ich werde nächstes Jahr auch restriktiver mit Geräten im Unterricht umgehen, finde das aber schwierig, wenn die Schüler mit internetfähigen Tablets ausgestattet sind und es von schulischer Seite erlaubt ist, dass sie ihre "Heft"führung rein digital betreiben. Die Geräte sind dann halt im Einsatz und die KI dauerverfügbar.


    Störsender sind was feines. Jedoch leider verboten.

    Wir haben jetzt zumindest Detektoren für digitale Endgeräte, die man in Klausuren nutzen darf. Angeblich erkennt man damit, wer noch irgendwas Eingeschaltetes am Körper trägt. Bin gespannt, wie sich das im Einsatz gestaltet.

  • finde das aber schwierig, wenn die Schüler mit internetfähigen Tablets ausgestattet sind und es von schulischer Seite erlaubt ist, dass sie ihre "Heft"führung rein digital betreiben

    Ist es nur erlaubt oder generell vorgeschrieben? Also spricht - außer dem Unmut der Schülerschaft - etwas dagegen, dass du für deinen Unterricht halt einfach abweichend davon Heftführung auf Papier vorgibst?

  • Tingelteacher

    Sind wir jetzt schon soweit, dass "von oben" digitale Heftführung angeordnet wird?

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Muss ich noch klären. Ich bin da aber selbst hin und her gerissen. Ich kann total verstehen, dass sie kein Papier und Stifte mehr mitschleppen wollen und sehe im Prinzip auch keinen Nachteil darin, statt eines Heftes Good Notes oder dergleichen zu verwenden. Werden sie später an der Uni ja auch machen und es spricht generell nichts dagegen, damit bereits in der Oberstufe anzufangen. Klappte in den letzten Jahren (also vor Beginn der exzessiven KI Nutzung) ja auch gut und ich weiß auch nicht, ob eine komplette Rolle rückwärts ins rein Analoge der richtige Weg ist. Aber solange ich den Schülern nicht das Internet abschalten kann, ist es halt schwierig.

    Das letzte Jahr hatte in meinem Kurs jedenfalls eine derart schlechte Bilanz in Sachen Lernfortschritt, dass es so aber auch nicht weiterlaufen kann. Ich suche noch nach dem gangbarsten Weg.

  • Und wenn du darüber nachdenkst, inwieweit du selbst im Privaten KI als Ersatz nutzt, um etwas zu Erlernen. Was wäre das?

    Ich habe durch KI die Zusammenhänge zwischen Wissensbereichen viel intensiver begriffer als im Studium. Wie oft hatte man schon Zeit, die Dozenten etwas wirklich Schwieriges zu fragen, in dem Moment wo einem einfiel und hat sich dann auch noch getraut?

  • Schuleigenene Endgeräte sollen von der Schule administriert werden. Oder müssen sogar zwingend?

    Jedenfalls gibt es den "Klausurmodus" in vielen Administrationstools (LogoDidact, iServ etc.), mit dem man den Endgeräten das Internet komplett wegnimmt.

    Wenn das nicht geht: auf analog umstellen. Solange ich nicht kontrollieren kann, wann sie ins Internet können, benutzen meine Aus keine digitalen Endgeräte.

    Bei uns bekommt btw jeder Vollzeitschüler einen Laptop und/oder ein iPad.

  • Ich habe nach zwei Doppelstunden in einem Kurs gesagt, dass ich Papier/Heft verpflichtend mache. Ich drucke auch alle Materialien.
    Ist schade, aber die Einstellung zu Beginn und Ende der Stunde, dass alle Apps gesperrt werden, außer die Notizenapps, die natürlich nicht einheitlich benutzt werden, nervt mich UND ich glaube an das handschriftliche Schreiben, das Markieren von Texten, und nicht dieses langsame Tippen mit digitaler (!!) Tastatur (nur 2/3 haben einen Stift dabei..), das Reinzoomen mit zwei Fingern, so dass man nie den ganzen Text (nicht mal ein Gedicht!) vor Augen hat, nee ...

    Und komischerweise sind die Antworten von zwei Schüler*innen so dermaßen schlechter geworden, dass ich meine Bestätigung hatte. Das sage ich auch ganz offen. Wer doch das iPad vor sich hat, nimmt das Risiko, dass ich im Zweifel glaube, er habe nicht selbst gedacht.

  • Ich habe durch KI die Zusammenhänge zwischen Wissensbereichen viel intensiver begriffer als im Studium. Wie oft hatte man schon Zeit, die Dozenten etwas wirklich Schwieriges zu fragen, in dem Moment wo einem einfiel und hat sich dann auch noch getraut?

    und ich habe - in Bereichen in denen ich mich auskenne- festgestellt, dass die KI sehr oft ziemlich oberflächlichen Unsinn schreibt.

    Einmal editiert, zuletzt von Ilse2 (30. Juli 2026 13:24)

  • und ich habe - in Bereichen in denen ich mich auskenne- festgestellt, dass die KI sehr oft ziemlich oberflächlichrn Unsinn schreibt.

    Sehr schön. KI in a nutshell. :)

  • Ich habe nach zwei Doppelstunden in einem Kurs gesagt, dass ich Papier/Heft verpflichtend mache. Ich drucke auch alle Materialien.

    Gut!

    Wir haben bei uns in den Bildungsgängen Ausbildungsvorbereitung und Internationale Förderklasse auch eine No-Screen-Policy. In den anderen Bildungsgängen leider nicht und man merkt es. Es ist dann auch schwierig, dass als einzelne Lehrkraft durchzusetzen, wenn es immer heißt "Aber bei Frau Knüppelkuh dürfen wir das", kennt ja jeder. Und an einem technischen Berufskolleg ist es auch schwer, sich mit einer KI-kritischen Einstellung durchzusetzen.

    Ich lehne KI ja nicht ab, ich arbeite sehr viel mit OpenNotebook als NotebookLLM-Ersatz (will mich nicht an Google binden) und Claude. Aber ich behaupte ganz stark, dass man mit KI nur arbeiten kann, wenn man es auch ohne kann. Und wir alle haben gelernt, ohne KI zu arbeiten, unsere SuS aber zunehmend nicht.

  • genau das.
    Mir ist es tatsächlich egal, dass ich nur eine von 2-3 Fächern (oder das einzige) bin, wo der jeweilige Schüler ein Heft haben muss.
    In der Mittelstufe gibt es immer mehr, die Hefte wollen und wenn ich mich im Lehrerzimmer umhöre, dann gibt es auch einen Großteil, der zwar das iPad erlaubt, aber eigentlich dagegen ist (ich spreche nicht vom Zwang der digitalen Lizenz, sondern vom Heft). Mensch. Wenn man sich in dem Punkt einer Gruppe von 8-Klässler*innen nicht durchsetzen kann, weiß ich auch nicht...)

  • Davon mal abgesehen, kann man Schülern (m/w/d) ab der Sekundarstufe I durchaus zutrauen, damit umzugehen, dass bei unterschiedlichen Fachlehrkräften unterschiedliche pädagogische Prinzipien oder Regeln gelten. Wir sollten in dem Punkt unsere Schüler (m/w/d) nicht unterschätzen. Im Zweifelsfall wissen sie schließlich auch, bei welchem Lehrer sie Schabernack treiben können und bei welcher Lehrerin nicht.

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