Als Autor bei Lehrbuch mitwirken - lohnt sich das finanziell?

  • Stell dir vor, es gibt Menschen, die Dinge nicht nur wegen des Geldes machen.

    Das gibt es bei ziemlich vielen "Dingen". Die Erstellung und Herausgabe eines Lehrbuchs im Auftrag eines Verlags gehört da aber eher nicht dazu.

  • Das gibt es bei ziemlich vielen "Dingen". Die Erstellung und Herausgabe eines Lehrbuchs im Auftrag eines Verlags gehört da aber eher nicht dazu.

    Für dich nicht, für den TE nicht und für mich auch nicht, andere machen das gerne. Gründe wurden oben ja schon genannt. Dass man mit einem Lehrbuch effektiv kein Geld verdient, hält viele Kollegen nicht davon ab, sich dennoch an der Entwicklung zu beteiligen. Manch einer sieht eben gerne seinen Namen als Herausgeber auf einer Publikation und steckt deshalb noch mehr Arbeit in das Buch, als die reinen Autoren. Das muss natürlich niemand machen, aber so abwegig, wie hier getan wird, ist es offensichtlich auch nicht.

  • Wenn ICH Material für MEINEN Unterricht VOLLSTÄNDIG SELBST erstelle, dann bin ICH der Urheber und kann mit MEINEM Material machen was ICH will. Mein Chef kann mir die Nebentätig verbieten, aber er kann mir nicht verbieten dies Material zu verkaufen.

    Nebentätigkeit für Schulbuch ist anzeige- aber nicht genehmigungspflichtig.

  • Ich hätte mal bei einem Mathe-Buch mitwirken wollen. Nach dem Vorgespräch mit dem Verlag war mir direkt klar, dass man das eher als Hobby mit kleiner Aufwandsentschädigung einstufen sollte... Also wenn deine Motivation nur finanzieller Natur ist, würde ich es abhaken.

    Was ich an dem Projekt wie du es schilderst dennoch erkennen kann, wäre ein ideeller Wert. Wenn du sagst, da gibt es noch kein Lehrbuch zu, hättest du die einmalige Chance das mitzugestalten und mitzuformen. Wenn du daraus Motivation schöpfen könntest, warum nicht?

    Dein Eingangspost hat sich aber eher so angehört, als würdest du es in erster Linie aus finanziellen Gründen machen und dann würde ich dir tatsächlich eher abraten.

  • Das gibt es bei ziemlich vielen "Dingen". Die Erstellung und Herausgabe eines Lehrbuchs im Auftrag eines Verlags gehört da aber eher nicht dazu.

    Wer es mag. Ich würde da keinen Finger krumm machen, wenn ich damit nichts verdienen würde.

  • Dein Eingangspost hat sich aber eher so angehört, als würdest du es in erster Linie aus finanziellen Gründen machen und dann würde ich dir tatsächlich eher abraten.

    Es ist ein bisschen was von beidem, aber es muss auch erkennbar was dabei rumkommen - sonst ist mir die verlorene Freizeit mehr wert.

  • Man könnte es als Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung betrachten. Gute Nischenschulbücher sind rar und wenn ich hier so mitlese, wundere ich mich auch nicht mehr, woran das liegt.

    Also, man kann durchaus auch Sachen für andere tun, wenn man sie gerne macht. Den Fußballnachwuchs des örtlichen Vereins sollte auch jemand trainieren, der Freude daran hat und nicht, wer reich damit werden will. Aber wenn ich das Gefühl hätte, ausgenutzt zu werden, meine Zeit zu verschwenden usw., dann mache ich das doch besser nicht. Die Einstellung sollte passen, sonst wird man m.E. nicht froh dabei.

  • Wenn es noch kein Standardwerk gibt, könnte man ja eins unter seinem eigenen Namen realisieren. Statt „Lest Euch das Kapitel im Lambacher-Schweizer durch!“ oder „Sehen Sie bitte im Metzler nach!“, gibt es dann „Die ausführliche Darstellung finden Sie im Strahlkotze.“

  • Ich hätte mal bei einem Mathe-Buch mitwirken wollen. Nach dem Vorgespräch mit dem Verlag war mir direkt klar, dass man das eher als Hobby mit kleiner Aufwandsentschädigung einstufen sollte

    Obwohl Mathebücher in deutlich höherer Stückzahl verkauft werden? Beim TE scheint es sich ja um ein Nischenprodukt zu handeln.

  • Wenn es noch kein Standardwerk gibt, könnte man ja eins unter seinem eigenen Namen realisieren. Statt „Lest Euch das Kapitel im Lambacher-Schweizer durch!“ oder „Sehen Sie bitte im Metzler nach!“, gibt es dann „Die ausführliche Darstellung finden Sie im Strahlkotze.“

    Professoren zwingen gerne ihre Studierenden die eigenen Bücher zu kaufen.

    Ich habe gar keine Lust ein Buch zu schreiben.

    Wenn es mir Spaß machen würde, wäre das eine andere Sache.

  • Professoren zwingen gerne ihre Studierenden die eigenen Bücher zu kaufen.

    Ja.

    Ich kann mich noch an das Buch zur "Einführung in die Sprachwissenschaft" damals 1994 erinnern. Da war irgend so ein komischer Prof, Seminar maximal nervig, der zu irgendeinem Spezialthema die Einführung in die Sprachwissenschaft gehalten hat - und Grundlage dafür war sein Buch. *seufz* Er hat das Seminar anschließend nie wieder gehalten.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Ja.

    Ich kann mich noch an das Buch zur "Einführung in die Sprachwissenschaft" damals 1994 erinnern. Da war irgend so ein komischer Prof, Seminar maximal nervig, der zu irgendeinem Spezialthema die Einführung in die Sprachwissenschaft gehalten hat - und Grundlage dafür war sein Buch. *seufz* Er hat das Seminar anschließend nie wieder gehalten.

    Ich habe auch "Praktische Regelungstechnik" hier liegen. Vielleicht lese ich es irgendwann mal, wenn mir sehr sehr sehr sehr langweilig ist... Vorher muss ich aber mit der Nagelschere den Rasen mähen.

  • Es geht hier ja um Schulbücher.

    Solche Koryphäen, die ihre eigenen Bücher als Vorlesungsgrundlage nutzten hatte ich nicht als Professoren. Meine griffen alle auf so Standardwerke wie Lindner, Böge, Atkins, Stryer oder Eggebrecht zurück.

  • Ich kann mich noch an das Buch zur "Einführung in die Sprachwissenschaft" damals 1994 erinnern. Da war irgend so ein komischer Prof, Seminar maximal nervig, der zu irgendeinem Spezialthema die Einführung in die Sprachwissenschaft gehalten hat - und Grundlage dafür war sein Buch. *seufz* Er hat das Seminar anschließend nie wieder gehalten.

    Das hier war das Buch: "Syntax und Semantik in der Transformationsgrammatik"

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Es geht hier ja um Schulbücher.

    Solche Koryphäen, die ihre eigenen Bücher als Vorlesungsgrundlage nutzten hatte ich nicht als Professoren. Meine griffen alle auf so Standardwerke wie Lindner, Böge, Atkins, Stryer oder Eggebrecht zurück.

    Ich habe immer noch ein Buch zur Einführung in die Theoretische Physik von Prof. Stauffer in meiner Bibliothek. Allerdings hat er das für Kosten an die Studenten vergeben, die niedriger waren als was ein Copyshop für die Kopie eines mitgeschriebenen Skriptes verlangt hätte.

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