Sechs Gründe, warum Lehrkräfte ihren Job gerne machen

  • In der Schule habe ich mich (außer in vielen Konferenzen und manchen Fortbildungen...) nie gelangweilt. Ich vermisse sie (die Schule) trotzdem überhaupt nicht. Denn im privaten Bereich kenne ich ebenso keine Langeweile. Ich kann gut komplett abschalten, wenn nichts "zu tun ist", und finde das "entspannte Gammeln" auf dem Sofa dann auch nicht als langweilig...

  • In der Schule habe ich mich (außer in vielen Konferenzen und manchen Fortbildungen...) nie gelangweilt. Ich vermisse sie (die Schule) trotzdem überhaupt nicht. Denn im privaten Bereich kenne ich ebenso keine Langeweile. Ich kann gut komplett abschalten, wenn nichts "zu tun ist", und finde das "entspannte Gammeln" auf dem Sofa dann auch nicht als langweilig...

    Ja! Die Erholung, Aktivitäten zuhause, Ausgehen, Menschen treffen... das sind alles Dinge, die ich lieber täte als zu unterrichten. Aber irgendwas muss ich halt arbeiten und da habe ich das Glück, dass der Job oft Spaß macht, unterhaltsam ist und selten langweilt und das bei gescheiter Bezahlung. Das ist doch für einen Job ziemlich okay.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Ja! Die Erholung, Aktivitäten zuhause, Ausgehen, Menschen treffen... das sind alles Dinge, die ich lieber täte als zu unterrichten. Aber irgendwas muss ich halt arbeiten und da habe ich das Glück, dass der Job oft Spaß macht, unterhaltsam ist und selten langweilt und das bei gescheiter Bezahlung. Das ist doch für einen Job ziemlich okay.

    Das ist doch ein gutes Fazit

  • Da gehe ich mit. Unter der Voraussetzung einer Erwerbtstätigkeit nachgehen zu müssen (finanziell), finde ich meinen Job in Ordnung. Bräuchte ich das Geld nicht, wäre ich allerdings sofort weg.

  • Ich vermisse sie (die Schule) trotzdem überhaupt nicht.

    Ich vermisse auch nicht die "leuchtenden Kinderaugen" sowie die Eltern! Haben sich in den letzten Jahren nicht gerade zum Positiven entwickelt.

    Die noch aktiven Kolleginnen und Kollegen beneide ich nicht.8)

  • Ich vermisse auch nicht die "leuchtenden Kinderaugen" sowie die Eltern! Haben sich in den letzten Jahren nicht gerade zum Positiven entwickelt.

    Die noch aktiven Kolleginnen und Kollegen beneide ich nicht.8)

    Dann ist doch alles prima.

  • 1. Ich freue mich morgens, meine SuS zu sehen.

    2. Mir macht es Spaß, mit ihnen die täglichen Aufgaben zu meistern.

    3. Ich finde es nach wie vor toll, sie in unterschiedlichen Kontexten zu begleiten und mit ihnen ihre Stärken in verschiedenen Bereichen zu entdecken. Echt erstaunlich, wie mancher in der Küche oder im Umgang mit Tieren oder am Werkzeug aufblüht und stolz auf sich ist, bei allen Miseren, in die sie ungefragt reingeboren wurden.

    4. Ich sitze tatsächlich gerne an Fragen, wie "wie fördere ich zielgerichtet und handlungsorientiert das Verständnis der Achsensymmetrie", auch wenn das lieblos hingeschluderte Mathebuch nur eine halbe Seite dazu bietet.

    5. Ich finde es famos, von Museumspädagogen oder Feuerwehrleuten was zu lernen, man bekommt in viele Bereiche interessante Einblicke, die man ohne Kindergruppen nicht bekäme.

    6. Ich bin während der Lockdowns voll durchbezahlt worden, während andere ihre Existenzgrundlage verloren.

    Das wären meine 6 Hauptpunkte.

  • Bei Hofaufsicht ist es eine noch schlimmere Langweile, da schleicht die Zeit.

    An meiner Schule glücklicherweise gar nicht. Wir machen die Aufsichten (bei uns sind's jeweils nur 20 Minuten in den Pausen und vor Unterrichtsbeginn) in Zweierteams und sind nicht die ganzen Zeit am selben Ort, sondern laufen vorgesehene "Routen" durch die Gebäude und um diese herum. Dabei unterhalten wir uns teilweise mit SuS und natürlich auch miteinander - und da die Teams immer aus Lehrkräften zweier unterschiedlicher Abteilungen bestehen (also Personen, die ich sonst eher selten treffe), sind die Aufsichten für mich überhaupt nicht langweilig ;) .

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich wurde schon angemotzt, weil ich in der Aufsicht zu angeregt mit einer Kollegin gequasselt hatte. Angeblich passt man dann nicht mehr gut genug auf und verteilt sich nicht auf dem Hof.

  • Ich habe 35 Jahre als Lehrer gearbeitet. Ja. It's the money, my dear. Warum auch nicht. Ohne Lohn arbeiten die wenigsten für einen Arbeitgeber. Und ja. Die Pension ist "auskömmlich".

    Wichtiger ist eher, warum ich im Lehramt geblieben bin. Ich hätte auch in der Industrie bleiben - oder dahin zurückkehren - können.

    In der Industrie produziert man Produkte. Möglichst gut. Möglichst viel. In der Regel heißt es im Schwabenland dann: Nicht gemeckert ist genug gelobt. Dafür hat man einen 8-Stundentag und den Rest frei.

    Als Lehrer hat man Erfolgserlebnisse. Oft dauert es, bis man sie sieht. 3 Jahre Frust und Ärger in den Klassen 7-9 (mit Einsprenkeln von netten Erlebnissen) bis man am Ende ALLEN das Abschlusszeugnis in die Hand drücken kann. Dann haben sich Ärger und Auseinandersetzungen mit Schülern und Eltern ausgezahlt und man schnitzt vor der nächsten Runde eine Kerbe in den Spazierstock.

    Mit Kuk, die zu Freunden wurden, die Schule am Laufen zu halten, technisch und optisch zu verbessern, interessante Angebote zu entwickeln und den "Lebensraum" für alle zu gestalten. Da kommt man von Zuhause ins Wohn- und Arbeitszimmer, das man mit anderen teilt und in dem man einen Gutteil des eigenen Lebens verbringt. Derartige Gestaltungsmöglichkeiten bietet die Industrie nicht.

    Jeden Tag als "Stand-up-Comedian" mit den Kids Ping-Pong zu spielen hält die grauen Zellen aktiv. Besonders an der GHWRS, wo man in 10 Disziplinen auf passablem Level spielen muss.

    Wenn man nach vielen jahren an der Supermarktkasse einen ehemaligen Schüler, der in Klasse 5 mit Matheschwäche an die HS kam trifft (und den man bis zum Hauptschulabschluss unterrichtet hatte) dieser auf die Frage, ob er nun Einzelhandelskaufmann sei, stolz antwortet: Das sei nur ein job in den Semesterferien. Er studiere BWL.

    Wenn man auf der Straße erwachsene Menschen trifft, die freundlich grüßen. Und man sich an die Zeit erinnert, als dieser Mann ohne Deutschkenntnisse im Sprachkurs für Spätaussiedler saß, nun seit Jahren als Metallfacharbeiter in einer Firma arbeitet, von seinem Einfamilienhaus und seinen Kindern erzählt.

    etcpp.

    Dann weiß man, dass es sich - trotz mancher Kämpfe gegen Hormonbomben - gelohnt hat, abwechslungsreich und spannend war.
    Ja. Lehrer lohnt sich.

    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)
    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten

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