Die bekloppten Vorschläge werden einfach täglich mehr, nun also das "brilliante" Wahlkampfprogramm von Jochen Ott, SPD: zukünftig ausschließlich zweigliedriges Schulsystem in NRW (Gy +Ge), kann doch echt nicht sein! Leider unwählbar.
Wahlkampfideen SPD NRW
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Aber das ist doch vielerorts schon Realität.
Hier gibt es 2 Gymnasien, 2 Gesamtschulen. Sonst nichts. Und die Realschule im Nachbarort kämpft.....
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Darauf läuft es doch früher oder später überall in Deutschland mit Ausnahme Bayerns hinaus, oder nicht?
Manche sind nur schneller als andere und die nicht-gymnasiale Schulform trägt unterschiedliche Namen.
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Nur weil es "das überall gibt", heißt es doch nicht, dass es in irgendeiner Form gut wäre? Bei uns kämpft die RS überhaupt nicht, die müssen ganze Klassenzüge ablehnen. Bei uns gibt es in den Nachbarstädten sogar noch HS. Davon ab, dass ich das meiste im NRW -Bildungssystem für absolut unzureichend halte, wirklich inzwischen das allermeiste (und ich bin Gym-Lehkraft und habe Respekt vor jeder Ge-Lehrkraft!), setzt das dem ganzen Versagen und der Mängelverwaltung die Krone auf.
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Also nicht, dass hier ein Missverständnis aufkommt: sehr gerne dann GE für alle! Aber dieser Unsinn kann echt nicht wahr sein.
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In Ba-Wü werden reihenweise Hauptschulen geschlossen. Nicht, weil das von oben angeordnet wird, sondern weil die Eltern ihre Kinder nicht mehr dort anmelden. Die Schülerzahlen gehen rapide zurück. Das ist eine Abstimmung mit den Füßen, aus der sich zwangsläufig die Zweigliedrigkeit (bzw. Dreigliedrigkeit unter Einbeziehung von FöS/SBBZ) ergibt.
Da kann man solange lamentieren, wie man mag. That's the way it goes.
Als ich mein Studium begonnen habe, hatte die HS noch 60% "Marktanteil" - die Berufsaussichten in dieser Schuiart waren noch rosig.
In meiner Abiklasse waren wir noch 2x12 Schüler (zweizügig). In Klasse 5 des Gymnasiums waren wir vierzügig mit mehr als 130 Schülern gestartet. Bereits damals war das Gymnasium (jedenfalls in meinem Heimatort) gleichzeitig Realschule. Die meisten Mitschüler gingen nach Klasse 10 mit dem mittleren Abschluss ab, viele auch in Klasse 12 mit dem Fachhochschulabschluss.
Es blieb nur "die Elite"
So ist die Realschule heute eben die "neue Hauptschule". Findet euch damit ab.
Und BTW: Gemeinschaftsschulen (zumindest jene, die wir besichtigt haben, als bei uns die Umwidmung angedacht war) sind besser als ihr Ruf. Von der dort geübten Lehr- und Lernumgebung könnten sich (was Ba-Wü betrifft) viele eine Scheibe abschneiden. -
Konsequent wäre es dann, gleich auf die Mehrgliedrigkeit zu verzichten und alle weiterführenden allgemeinbildenden Schulen zu Gesamtschulen umzubauen. Aber da traut sich irgendwie niemand ran.
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Die bekloppten Vorschläge werden einfach täglich mehr, nun also das "brilliante" Wahlkampfprogramm von Jochen Ott, SPD: zukünftig ausschließlich zweigliedriges Schulsystem in NRW (Gy +Ge), kann doch echt nicht sein! Leider unwählbar.
Die Idee finde ich von Grundsatz her gar nicht so verkehrt. Allerdings müssten dafür einige Voraussetzungen erfüllt werden - vor allem muss die Frage geklärt werden, was mit den noch bestehenden Haupt- und Realschulen geschehen soll.
In Zeiten, wo exklusiv der Elternwille zählt und die Schulformempfehlung eben nur eine Empfehlung ist, haben sich die Verhältnisse an den weiterführenden Schulen so stark verändert, dass die Dreigliedrigkeit sich überlebt hat. Gleichzeitig hat dieses System meiner Wahrnehmung nach mit den Veränderungen in der Berufswelt und den Berufsfeldern nicht Schritt halten können.Und machen wir uns nichts vor:
Die Gesamtschule suggeriert ein integriertes Schulsystem, ist aber intern letztlich auch ein zweigliedriges Schulsystem durch die Differenzierung in E- und G-Kurse - wenn man böse ist, bildet die Gesamtschule die Haupt- und die Realschule unter einem gemeinsamen Dach ab, da die wenigsten Eltern Kinder mit reiner Gymnasialempfehlung an die Gesamtschule geben.So gesehen ist die Idee von Herrn Ott realitätsnäher als manches andere, was da gefordert wird.
Ob man sich jedoch einen Choleriker als künftigen Ministerpräsidenten vorstellen kann, DAS ist eine ganz andere Frage. -
Und machen wir uns nichts vor:
Die Gesamtschule suggeriert ein integriertes Schulsystem, ist aber intern letztlich auch ein zweigliedriges Schulsystem durch die Differenzierung in E- und G-Kurse - wenn man böse ist, bildet die Gesamtschule die Haupt- und die Realschule unter einem gemeinsamen Dach ab, da die wenigsten Eltern Kinder mit reiner Gymnasialempfehlung an die Gesamtschule geben.Das mag mal wieder in anderen Bundesländern anders aussehen, aber eine äußere Fachleistungsdifferenzierung erfolgt eigentlich erst in den höheren Jahrgängen und auch nur in wenigen (Kern-)Fächern. Es gibt in NDS aber tatsächlich auch noch "Kooperative Gesamtschulen", an denen Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweig tatsächlich in der Praxis weitgehend getrennt und lediglich administrativ unter einem Dach vereint sind. Diese dürfen derzeit aber nicht neu gegründet werden.
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Das mag mal wieder in anderen Bundesländern anders aussehen, aber eine äußere Fachleistungsdifferenzierung erfolgt eigentlich erst in den höheren Jahrgängen und auch nur in wenigen (Kern-)Fächern. Es gibt in NDS aber tatsächlich auch noch "Kooperative Gesamtschulen", an denen Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweig tatsächlich in der Praxis weitgehend getrennt und lediglich administrativ unter einem Dach vereint sind. Diese dürfen derzeit aber nicht neu gegründet werden.
Die anderen Bundesländer sind in diesem Zusammenhang tatsächlich einmal uninteressant. Die zwei Säulen aus integriertem und dreigliedrigem Schulsystem, die parallel in NRW existieren, suggerieren Diversität, sind aber strukturell eher hinderlich.
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Man muss zumindest diesem Herrn Ott lassen, dass er ausgebildete Lehrkraft ist und jahrelang in dem Beruf tätig war. Da gab es schon andere Politiker (m/w/d), die schulpolitische Thesen positionierten, aber hierfür aus ihrer Qualifikation ableitend hierzu gar keine Expertise vorzuweisen hatten.
Mich würde zunächst interessieren, was sich Herr Ott von einer etwaigen Reform erhofft. Bekannterweise ist es statistisch erfasst, dass das Leistungsniveau im Bildungssystem NRW bundesweit eher unterdurchschnittlich abschneidet, was ja jetzt kein Zustand ist, mit dem ein Landespolitiker (m/w/d) zufrieden sein kann. Es gibt an dieser Stelle grundsätzlich immer zwei essentielle Fragen:
1. Profitiert das Bildungssystem von mehr oder weniger innerer leistungsbezogener Heterogenität?
2. Fokussiert ein erfolgreiches Bildungssystem eher die Schwachen, die Starken oder "die breite Masse"?
Meine These wäre an der Stelle, dass das in erster Linie mit den jeweiligen Parteien verbundene Menschenbild das Bild einer "idealen Schule" der jeweiligen Politiker (m/w/d), mehr noch als irgendwelche Studien. Politiker (m/w/d) von linksorientierten Parteien werden tendenziell eher mehr leistungsbezogene Heterogenität und Fokus auf Förderung und Politiker (m/w/d) von rechtsorientierten Parteien eher weniger leistungsbezogene Heterogenität und Fokus auf Leistung fordern.
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In Zeiten, wo exklusiv der Elternwille zählt und die Schulformempfehlung eben nur eine Empfehlung ist, haben sich die Verhältnisse an den weiterführenden Schulen so stark verändert[...]
Daran sollte angesetzt werden und den Elternwillen ersetzen durch die verpflichtende Einschätzung der Grundschullehrkräfte, die, im Gegensatz zu den Eltern, qua Amt die fachliche Expertise haben, schulische Bewertungen und Diagnostik durchführen zu können.
Die letzten Jahre haben großflächig gezeigt, dass Eltern aufgrund ihrer emotionalen Voreingenommenheit gerade nicht in der Lage sind, in Sachen Bildung für ihre Kinder objektiv geeignete Entscheidungen zu treffen.
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Gymshark war schneller. Die Schieflage haben wir ausschließlich deswegen, weil Eltern überhaupt ein Entscheidungsrecht bei der Wahl der weiterführenden Schulform haben. Richtig wäre es, zentrale Kompetenzstandsprüfungen am Ende der Grundschulzeit durchzuführen und die Kinder in Abhängigkeit vom Ergebnis einer Schulform zuzuweisen. Das würde sowohl dubiosen Gefälligkeitsempfehlungen als auch Fehlanmeldungen vorbeugen.
Ich warte auf den Politiker, der dafür antritt, die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehne zu korrigieren. Meine Stimme hätte er.
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Hm.
Ja, vielleicht / wahrscheinlich mag ein Lehrer es besser einschätzen können.
Aber ehrlich gesagt möchte ich gar nicht die Entscheidung fällen.
Wir Lehrer können nur beraten, die Verantwortung für das Kind haben die Eltern. Und das möchte ich denen auch nicht nehmen.
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Gymshark war schneller. Die Schieflage haben wir ausschließlich deswegen, weil Eltern überhaupt ein Entscheidungsrecht bei der Wahl der weiterführenden Schulform haben. Richtig wäre es, zentrale Kompetenzstandsprüfungen am Ende der Grundschulzeit durchzuführen und die Kinder in Abhängigkeit vom Ergebnis einer Schulform zuzuweisen. Das würde sowohl dubiosen Gefälligkeitsempfehlungen als auch Fehlanmeldungen vorbeugen.
Ich warte auf den Politiker, der dafür antritt, die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte zu korrigieren. Meine Stimme hätte er.
Das würde nur dann passieren, wenn diese PolitikerIn und ebenso die Partei, der er/sie angehört, dazu bereit wären, für dieses Ziel auch das Risiko einer Wahlniederlage einzugehen. Das wird aber nicht passieren.
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Ist das so? In meiner Bubble sind Eltern langsam eher genervt davon, dass das Leistungsniveau auch an Gymnasien immer weiter ins Bodenlose sinkt. Hochschulen und Betriebe äußern sich ebenfalls wenig begeistert über 1,xer Abiturienten, die nichts auf die Kette kriegen. Toll finden den aktuellen Kurs doch höchstens Eltern leistungsschwacher Grundschüler.
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Bolzbold : Aber müssen Politiker (m/w/d) das nicht immer? Sobald sie etwas Konkretes fordern, das über allgemeine Formulierungen wie "Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben." hinausgeht, positionieren sie sich doch automatisch immer auch gegen etwas und riskieren natürlich auch, dass diese Positionierung sie Stimmen von den Forderungsgegnern (m/w/d) kostet.
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Aber müssen Politiker (m/w/d) das nicht immer? Sobald sie etwas Konkretes fordern, das über allgemeine Formulierungen wie "Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben." hinausgeht, positionieren sie sich doch automatisch immer gegen etwas und riskieren natürlich auch, dass diese Positionierung sie Stimmen von den Forderungsgegnern (m/w/d) kostet.
Ja. Du kannst Dich gleichwohl in Bereichen positionieren, wo Du besonders viele Abstiegs- oder Verlustängste produzierst, oder eben in Bereichen, wo das nicht so ist. Bildung dürften in die erste Kategorie fallen.
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Gymshark war schneller. Die Schieflage haben wir ausschließlich deswegen, weil Eltern überhaupt ein Entscheidungsrecht bei der Wahl der weiterführenden Schulform haben. Richtig wäre es, zentrale Kompetenzstandsprüfungen am Ende der Grundschulzeit durchzuführen und die Kinder in Abhängigkeit vom Ergebnis einer Schulform zuzuweisen. Das würde sowohl dubiosen Gefälligkeitsempfehlungen als auch Fehlanmeldungen vorbeugen.
Ich warte auf den Politiker, der dafür antritt, die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehne zu korrigieren. Meine Stimme hätte er.
Ich habe es an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Der Ansatz, bereits am Ende der 4. Klasse sicher prognostizieren zu wollen, welches Kind mal ein Abitur ablegen wird und welches nicht, ist völlig vermessen. Die Schieflage entsteht nicht aufgrund eines Mitentscheidungsrechts der Eltern an sich, sondern weil es gerade durch das mehrgliedrige Schulsystem überhaupt erst passiert, dass sich an bestimmten Schulen die "Problemfälle" konzentrieren und diese entsprechend gemieden werden. Auch das ließe sich weitgehend verhindern, wenn die Schüler auch nach der Grundschule bezüglich der besuchten Schule gut durchmischt bleiben.
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Es sollte nur noch die Gesamtschule geben, die zu allen Bildungsabschlüssen führt.
Ob Hauptschulabschluss nach 9 oder 10, FOR, FOR-Q, Fachabitur nach 12 oder Vollabitur nach 13 Jahren.
Fertig.
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