Neues Fach in NDS: CRU (Christlicher Religionsunterricht)

  • Hallo in die Runde,

    das neue Unterrichtsfach CRU soll wohl im Sommer in NDS starten und wir benötigen (mal wieder) einen neuen schuleigenen Arbeitsplan, fürchte ich.

    Hat schon irgendjemand einen Plan oder Infos dazu? Ich habe neulich an einer einstündigen Online-Fobi teilgenommen, wo der CRU Grundthema war, aber um den schuleigenen Arbeitsplan ging es da nicht. Und ich war leider auch nicht vorausschauend genug, das anzusprechen. Und nun steh ich da....

    Demnächst haben wir Fachkonferenzen an der Schule und ich weiß gar nicht, wie und wo wir anfangen können / müssen. Vielleicht steckt hier ja schon jemand mittendrin und hat schon erste Tipps und Ideen auf Lager?

    LG Katrin

  • Gibt es schon einen Bildungsplan oder Lehrplan für das Fach?

    Wenn nicht, seht es als Chance, das zu unterrichten, was ihr für passend haltet, oder das auszuprobieren, was ihr dazu gerne machen würdet. In dem Fall würde ich wirklich nicht zu viel Arbeit in den Arbeitsplanung stecken.

    Wenn es einen Bildungsplan gibt, orientiert euch an diesem.

    In BW unterrichten wir dieses Schuljahr auch ein Fach ohne Bildungsplan. Es gab eine Themenliste, was wohl im Bildungsplan auftauchen könnte, aber vermutlich wird sich das noch ändern. Hilfreich ist, wenn die Kollegen in allen Parallelklassen die gleichen Themen abdecken. Zwingend ist es nicht.

  • Beitrag von Kris24 (2. März 2026 18:53)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (2. März 2026 18:55).
  • Es gibt bisher nur die Anhörfassung.

    https://www.religionsunterricht-in-niedersachsen.de/christlicherRU

    Nach meinen Erfahrungen der letzten CuVo-Erneuerungen, bei denen zum Teil alles noch mal auf den Kopf gestellt wurde, beginne ich erst, wenn die CuVo wirklich veröffentlicht sind.

    Und wenn das Land wieder einmal meint, die CuVo könnten rückwirkend gelten, dann muss ich leider darauf verweisen, dass ich nicht vorausschauend genug war und nicht rückwirkend hellsehen kann.

    Vielleicht wird es auch um ein weiteres Jahr verschoben. Ich weiß, dass es in der Anhörungsphase durchaus Kritik gab.

  • Ich denke, wenn ihr den Bereich der Heiligen- und Marienverehrung, sowie der Sakramente ausklammert, könnt ihr getrost die Inhalte des bisherigen LP zugrunde legen.

    Hab' mal die KI (Gemini) befragt:

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  • Ich denke, wenn ihr den Bereich der Heiligen- und Marienverehrung, sowie der Sakramente ausklammert, könnt ihr getrost die Inhalte des bisherigen LP zugrunde legen.

    Nein, kann man eben nicht,

    wenn der Plan in etwa der Anhörfassung entspricht, ist das Konzept ein komplett anders, die Bezüge auch. Es war ein Kritikpunkt, dass die Offenheit des Planes herausfordernd ist.

  • Ich denke, wenn ihr den Bereich der Heiligen- und Marienverehrung, sowie der Sakramente ausklammert, könnt ihr getrost die Inhalte des bisherigen LP zugrunde legen.

    Das ist das Problem: Ein ökumenischer Religionsunterricht auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners ist im Wesentlichen ein protestantischer Religionsunterricht, weil der Protestantismus ein im Vergleich zu Katholizismus oder Orthodoxie - ohne Wertung! - schlichtweg reduziertes Christentum ist.

  • Ich sehe einen ökumenischen Religionsunterricht, und sei es einer, wie von Plattenspieler vorgeschlagen, mit protestantischer Ausrichtung, als durchaus zeitgemäß, auch weil so zu kleine Lerngruppen vermieden werden, und dieser Unterricht auch die unterschiedlichen Strömungen innerhalb des Christentums aufgreifen und thematisieren kann - was wiederum sicher spannend für Schüler (m/w/d) aus nicht-christlichen Elternhäusern ist.

  • An meiner Grundschule wird Reli seit über 20 Jahren konfessionell-kooperativ erteilt. Der wird von evangelischen, katholischen und manchmal auch muslimischen Kindern besucht. Es ist ausschließlich christl. Unterricht und es wird penibel darauf geachtet, dass jedes Kind 2 Jahre nach dem evangelischen und 2 Jahre nach dem katholischen Bildungsplan unterrichtet wird, je nach Konfession der Lehrkräfte. Die werden aber so eingesetzt, dass es einen Wechsel nach 2 Jahren gibt. Klappt gut und hat bisher niemand hinterfragt. Verwirrend finde ich nur, dass auf den Zeugnissen die Konfession der jeweiligen Lehrkraft steht, aber inzwischen haben das wohl alle kapiert/geschluckt.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Konsequent wäre es, wenn Religionsunterricht abgeschafft würde einen anderen Namen bekäme und man nicht nur über Religionen, sondern über Kulturen, Gesellschaften und vor allem Traditionen reden würde. Am Ende der Schulzeit sollten die Kids dann entscheiden können, was sie davon für richtig, falsch, gefährlich oder völlig überflüssig halten. Religionen stehen in einer Gesellschaft ja nicht für sich allein, sondern haben oft gewaltige Folgen für eine ganze Gesellschaft, meist negative.

  • Konsequent wäre es, wenn Religionsunterricht abgeschafft würde einen anderen Namen bekäme und man nicht nur über Religionen, sondern über Kulturen, Gesellschaften und vor allem Traditionen reden würde. Am Ende der Schulzeit sollten die Kids dann entscheiden können, was sie davon für richtig, falsch, gefährlich oder völlig überflüssig halten. Religionen stehen in einer Gesellschaft ja nicht für sich allein, sondern haben oft gewaltige Folgen für eine ganze Gesellschaft, meist negative.

    Einerseits stimme ich dir zu, andererseits hätte der Religionsunterricht die Möglichkeit, ein anderes Gottesbild zu vermitteln, als das z.B. die Familie macht. Mir wurde zu Hause Gott als kontrollierende Instanz vermittelt, der alles sieht, was man tut. Und wenn es nicht gut ist, landet man für lange Zeit im Fegefeuer, wenn man tot ist, bevor man in den Himmel kommt. Wenn man es mit seinem Bösesein übertreibt, verbrennt man in der Hölle. Dabei haben meine Eltern und Großeltern aber die "Gesetze" für sich so ausgelegt, wie sie wollten. Ein bisschen Sex vor der Ehe war also nicht schlimm (wir sind katholisch und es ist verboten, also Sex vor der Ehe), nur dass die Hälfte meiner Vorfahren heiraten "musste", weil die Braut schwanger war. Man hat sich geschämt, aber das wars.

    Meine Mutter musste sich nach den Geburten aussegnen lassen. Beim dritten Kind ging sie nicht mehr hin, weil sie nicht wusste, warum sie das machen sollte. Vermutlich, weil sie schon wieder irgendwas falsch gemacht oder gesündigt hat. Mein Vater musste nicht, also hat es irgendwas mit dem weiblichen Körper zu tun...

    In der Schule wurde mir das Bild eines liebenden Gottes vermittelt, der alles verzeiht und dass Jesus ist für uns am Kreuz gestorben, so dass wir alle irgendwann in den Himmel kommen, weil unsere Sünden durch ihn gebüst worden sind.

    Irgendwann habe ich den Überblick verloren, was zwischen Himmel und Hölle los ist und habe irgendwie meinen Glauben verloren...

    Im Zweifelsfall muss man sowieso alles alleine schaffen.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Konsequent wäre es, wenn Religionsunterricht abgeschafft würde einen anderen Namen bekäme und man nicht nur über Religionen, sondern über Kulturen, Gesellschaften und vor allem Traditionen reden würde. Am Ende der Schulzeit sollten die Kids dann entscheiden können, was sie davon für richtig, falsch, gefährlich oder völlig überflüssig halten. Religionen stehen in einer Gesellschaft ja nicht für sich allein, sondern haben oft gewaltige Folgen für eine ganze Gesellschaft, meist negative.

    Klingt nach Gesellschaftslehre. Religionsunterricht hat in Deutschland schon historisch seinen Platz und gerade für die kleinen Religionen ist der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen wichtig.

  • Ich schließe mich Zauberwald an. Staatlich organisierter Religionsunterricht kann dazu beitragen, dass Lernende in die Lage versetzt werden, etwaige im Rahmen der religiösen Erziehung durch das Elternhaus entstandene Fehlvorstellungen als solche identifizieren und einordnen zu können. Ein informierender Religionsunterricht zeigt nicht nur die (bis ins Jahr 2026 vorhandenen) religiösen Einflüsse gesellschaftlichen Miteinanders, sondern auch Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Strömungen und sogar anderen Glaubensrichtungen auf. In Abgrenzung zur Glaubenspraxis, bei der das mündige Individuum einen eigenen Zugang zum Thema "Glaube" für sich findet (inklusive der Entscheidung, nicht zu glauben), ist religiöse Bildung für alle Heranwachsenden wichtig - gerade in Zeiten der sozialen Medien.

    Das Lernen über "Kulturen, Gesellschaften und vor allem Traditionen" hat zweifelsfrei hohe Bedeutung und hat an mehreren Stellen seinen Platz innerhalb der Curricula, sei es im Religions-, im Deutsch-, Politik-, Geschichts-, Kunst- oder Musikunterricht.

  • Das ist das Problem: Ein ökumenischer Religionsunterricht auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners ist im Wesentlichen ein protestantischer Religionsunterricht, weil der Protestantismus ein im Vergleich zu Katholizismus oder Orthodoxie - ohne Wertung! - schlichtweg reduziertes Christentum ist.

    Mal abgesehen davon, dass NDS zu weiten Teilen ohnehin eher protestantisch geprägt ist, erscheint mir eine "Reduktion" auf wesentliche gemeinsame Glaubensinhalte gerade tragend für einen gemeinsamen Unterricht zu sein. Die Vermittlung spezifischer Dogmen mögen doch die Kirchen nach Bedarf dann bitte außerhalb von Schule vornehmen.

  • Mal abgesehen davon, dass NDS zu weiten Teilen ohnehin eher protestantisch geprägt ist, erscheint mir eine "Reduktion" auf wesentliche gemeinsame Glaubensinhalte gerade tragend für einen gemeinsamen Unterricht zu sein. Die Vermittlung spezifischer Dogmen [...]

    Das Ding ist, dass manche katholischen Spezifika (die oftmals gar keine wirklich katholischen Spezifika sind, sondern auch von orthodoxen und altorientalischen Christen geteilt werden) keine Nebensächlichkeiten sind, sondern elementar für (katholischen) Glauben und (katholische) Praxis, und so durch die Weglassung ein unauthentisches bis falsches Bild entsteht.

    Für NDS stimmt natürlich die Prägung und die protestantische Mehrheit. Bundesweit gibt es inzwischen aber mehr Katholiken als Protestanten und letztere schrumpfen zahlenmäßig auch weiterhin schneller. Aber gut, hier im Thread ging es um Niedersachsen.

  • Das ist das Problem: Ein ökumenischer Religionsunterricht auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners ist im Wesentlichen ein protestantischer Religionsunterricht, weil der Protestantismus ein im Vergleich zu Katholizismus oder Orthodoxie - ohne Wertung! - schlichtweg reduziertes Christentum ist.

    Wir wissen alle, dass du die römisch-katholische Fahne hochhältst und es dir überaus wichtig ist, dass eine konservative Ausrichtung von allen eingehalten wird, so weit, dass du äußerst, nur diese Ausrichtung sei richtig und gültig.

    Genau da ist dann eben doch deine Wertung, auch wenn du deine Äußerung von deinem Standpunkt her neutral empfindest.

    Besonders interessant ist, dass du in deinen Beiträgen eine besondere Richtung verbreitest. Wo bleiben Ansätze innerhalb der römisch-katholischen Kirche wie der Synodale Weg und Maria 2.0? Wo bleiben konfessionelle Unterschiede innerhalb der katholischen Kirche? Wo bleibt der Auftrag zur Ökumene?

    Du schreibst selbst von einer Reduzierung, ja, sehe ich, in deinen eigenen Beiträgen. Es mag dein Glaube sein, allein die römisch-katholische Kirche als (einzige) wahre Kirche aufzufassen und darin allein eine konservative Lehrmeinung zu vertreten. Wenn du das äußerst, solltest du das entsprechend kenntlich machen.

    Ich vermisse bei dir stets das Zugeständnis der Religionsfreiheit innerhalb und außerhalb deiner Konfession.

  • Der Unterricht in NDS war bisher entweder ein getrennter oder ein Ko-Ko-Ru, so wie Zauberwald ihn auch beschrieben hat, allerdings denke ich nicht, dass es zu gleichmäßigen Wechseln kam.

    Erst ab 12 Schüler:innen kann ein konfessioneller (z.B. katholischer) Unterricht an Schulen angeboten werden, dazu kommt es an vielen Schulen nicht, weil es nicht so viele Kinder dieser Konfession gibt, noch weniger, die Wert auf einen eigenen, dann jahrgangsübergreifenden RU legen. Zum Teil haben die katholische Kirchen dies am Nachmittag aufgegriffen und Religionsunterricht angeboten, der auch benotet wurde und im Zeugnis aufgegriffen werden konnte.

    Nun wird der Unterricht in NDS auf Christlichen RU umgestellt.

    Ein Kritikpunkt kann sein, dass dies allein dem Lehrkräftemangel geschuldet ist - man spart sich 2 konfessionelle RU. Allerdings ist die Realität an vielen Orten, dass es ohnehin nur einen RU gab, andere Schüler:innen konnten teilnehmen.

    Ein Kritikpunkt kann sein, dass der Bezug zur Konfession verloren geht. Allerdings sind auch zuvor schon viele Themen im Plan, in denen die konfessionelle Prägung kaum eine Rolle spielt, gerade in der Grundschule geht es oft um Grundsätzliches. Zudem hat man im RU nicht allein durch die Familie konfessionell geprägte Schüler:innen, sondern auch andere, die abgesehen von der Taufe kaum Berührungspunkte haben, dennoch im RU sind und sich auch dem Glauben zugehörig sehen. Die Schwierigkeit ist eher, das der Bezug zu Religion als solcher verloren geht. Unproblematisch finde ich, dass man im RU die verschiedenen konfessionellen Standpunkte aufgreift.

    Ein ganz anderer Kritikpunkt ist, dass das Curriculum, das es bisher nur als Anhörfassung gab, extrem weit gefasst und extrem schwammig ist. Das eröffnet sehr viele Möglichkeiten, die man als Chance verstehen kann, allerdings auch sehr viele Fragen.

    Es bietet auch die Möglichkeit, den Religionsunterricht an die schulischen Gegebenheiten anzupassen, sich örtlich zu vernetzen und regionales einzubeziehen. So sind z.B. viele Bezüge zu unterschiedlichen anderen Religionen aufgeführt und man kann Bezug auf Feste der Mitschüler:innen nehmen (konnte man zuvor auch, ist jetzt aber besser im Curriculum abgebildet).

    Über Chancen und Möglichkeiten kann man sich austauschen, wenn die CuVo veröffentlicht werden, da man nicht weiß, ob bzw. was daran noch geändert wird. Es soll dann ab Klasse 1 aufsteigend gelten, da kann man dann also klein anfangen. Ich denke, dass klassische Inhalte des bisherigen RU weiter Bestand haben, gerade bei den Inhalten der 1. Klasse.

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