• Regionen wie das Ruhrgebiet und das Saarland hatten durchaus auch strukturelle, flächendeckende Probleme auszustehen und sich durch Strukturwandel zu kämpfen. Gleiches gilt beispielsweise für die alten Textilstandorte. Jetzt trifft es mit der Autoindustrie eben die nächste Branche.

    Schön ist das nie und natürlich prägt es Menschen und ihre politische Haltung.

  • Aber ich muss sagen, es ist in der Summe eben was dran. Auch wenn Porsche irgendwann mal weniger Umsatz machen sollte, die sichern sich ihre Pfründe schon, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

    Ja, aber der kleine Arbeiter am Band kann dann womöglich erstmal keine Miete/Rate mehr zahlen. Die Autoindustrie steht aktuell nicht besonders gut da und das merken die Beschäftigten nun. Der hohe Lebensstandard muss eben auch finanziert werden, auch wenn er in Sachsen und im tiefen Ruhrgebiet sehr viel niedriger ist. Das nützt Dir dann einfach mal gar nichts, wenn der/die Famiilienernährer/in arbeitslos wird und auch nach adäquater Zeit keinen neuen Job findet.

  • Was denn nun, geht's dir um einzelne Einwohner oder nicht? Da widersprichst du dir selbst.

    Mir geht's auf alle Fälle um strukturelle, flächendeckende Probleme, die seit Jahrzehnten bestehen und da ist Baden-Württemberg ganz sicher nicht mit ostdeutschen Bundesländern zu vergleichen.

    Edit: mich hat's immer abgenervt, wenn Ossis nur ihren Blick auf die Dinge haben, alle Wessis für verweichlichte Erben halten, die nichts auszustehen haben. Aber ich muss sagen, es ist in der Summe eben was dran. Auch wenn Porsche irgendwann mal weniger Umsatz machen sollte, die sichern sich ihre Pfründe schon, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

    Die Entenleber-Story ist halt leider genau das, was das Bild verfestigt.

    Beides gehört zusammen. Wählen tun Menschen, die in Baden-Württemberg aktuell in großer Zahl Angst haben, in den nächsten 5 Jahren ihre Arbeit zu verlieren. Trotzdem haben nicht sie in großer Zahl AfD gewählt, sondern der ländliche Raum und einige Arbeiterstädte weit weg von den Problemen.

    Warum haben diese Menschen Angst? Weil auch ihre Betriebe kaum noch Gewerbesteuern zahlen. In Stuttgart war es 2025 nur ungefähr die Hälfte von 2023, in Esslingen bei Stuttgart nur noch ein Drittel. Karlsruhe, Baden-Baden melden ähnliche Daten. Und einen so starken Einschnitt innerhalb von ein, zwei Jahren hatte niemand vorhergesehen. Den Unternehmen geht es nicht gut, einige verlagern ihre Arbeitsplätze ins Ausland. Die Angestellten müssen dabei helfen und fragen sich, wie sie ihre Raten in Zukunft bezahlen sollen. Es trifft ja nicht nur die Autoindustrie. Auch Kärcher und andere verlagern ihre Arbeitsplätze. Porsche wird sicher weiter Geld verdienen, nur zum großen Teil nicht mehr in Deutschland. Porsche wählt nicht.

    Und ja, es gibt hier viele reiche Menschen. In meinem Studentenjob durfte ich G. Sachs und seinen Butler bedienen, ich habe den Bernadottes schwimmen beigebracht. Nur was hat der Angestellte, der Arbeiter, die Stadt davon? Die zahlen ihre Steuern teilweise in der Schweiz.

    Es ging um Wahlverhalten und Angst. Und noch ist der Mehrheit hier klar, dass die Wahl der AfD die Probleme vergrößert und nicht verkleinert.

    Ich fürchte, dass die Wahl der AfD im Osten den Niedergang noch beschleunigt. Schon vor 20 Jahren hat ein amerikanischer Betrieb sich für meine Nachbarstadt in Baden-Württemberg entschieden statt für billiges Bauland im Osten, weil sie ihren leitenden farbigen Angestellten aus den USA nicht den Rassismus aussetzen wollten. Hier wird zwar auch manchmal rassistisch sich geäußert, aber bisher immer deutlich widersprochen. An meiner Schule spielt es zum Glück keine Rolle. Unser Schülersprecher ist farbig, in jeder Klasse gibt es mehrere völlig integriert.

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  • Und das hier im Osten der Rassismus grassiert ist halt leider nicht monokausal. Solange sich aber eine Landtagspräsidentin über die Schüler wundert die blau-braun rüberkommen, statt effektiv was in die politische Bildung zu stecken, wird das halt nichts.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • ...

    Ich fürchte, dass die Wahl der AfD im Osten den Niedergang noch beschleunigt. Schon vor 20 Jahren hat ein amerikanischer Betrieb sich für meine Nachbarstadt in Baden-Württemberg entschieden statt für billiges Bauland im Osten, weil sie ihren leitenden farbigen Angestellten aus den USA nicht den Rassismus aussetzen wollten. Hier wird zwar auch manchmal rassistisch sich geäußert, aber bisher immer deutlich widersprochen. An meiner Schule spielt es zum Glück keine Rolle. Unser Schülersprecher ist farbig, in jeder Klasse gibt es mehrere völlig integriert.

    Ich fürchte, dass deine Verharmlosung Sinnbild für die Verharmlosung der Rechten insgesamt ist. In Baden-Württemberg haben 18,8% eine Rechtsextreme Partei gewählt. Früher waren es NPD und REP, in Bayern sind es Freie Wähler und CSU.

    Es ist ja auch relativ egal, ob das Anthroposophen sind oder enttäuschte SPD-Wähler oder Menschen mit Abstiegsangst, Fakt ist, dass es 1/5 der Menschen voll okay findet, rechtsextrem zu wählen.

  • Union schlägt Wechselmodell für Amt des Ministerpräsidenten vor, weil CDU und Grüne gleich viele Sitze im Landtag haben. Özdemir lehnt das aber ab.

    Und natürlich hätten sie es auch angeboten, wenn sie ein paar Stimmen mehr gehabt hätten oder? :autsch:

    Mir erscheint die Bundes-CDU, vorgeschlagen hat es Spahn, als schlechte Verlierer. Angeblich hat die junge Grüne, die das alte Video von Hagel weitergegeben hat, dies im Auftrag der Partei getan. Es wird gerade alles von der(Bundes-) CDU getan, damit diese Regierung nicht zustande kommt.

    (Özdemir hat übrigens begründet abgelehnt. Wann soll denn noch Politik gestaltet werden, wenn es auf 2,5 Jahre begrenzt wird (und dann sich vielleicht alles ändert). Wirtschaft benötigt Verlässlichkeit, nicht heute hü und morgen hott.)

    Gutes Beispiel dafür, dass es der CDU nur um Macht ihrer Partei geht und nicht um das Beste für das Land.

    (Wenn man Özdemir direkt hätte wählen können, hätte er laut Umfragen 47 % der Stimmen erhalten. Die Wähler wollen keinen MP Hagel.)

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  • Ich fürchte, dass deine Verharmlosung Sinnbild für die Verharmlosung der Rechten insgesamt ist. In Baden-Württemberg haben 18,8% eine Rechtsextreme Partei gewählt. Früher waren es NPD und REP, in Bayern sind es Freie Wähler und CSU.

    Es ist ja auch relativ egal, ob das Anthroposophen sind oder enttäuschte SPD-Wähler oder Menschen mit Abstiegsangst, Fakt ist, dass es 1/5 der Menschen voll okay findet, rechtsextrem zu wählen.


    Nein, ich verharmlose absolut nichts. Wie kommst du darauf? Ich bin erleichtert, dass es bei der Wahl nur 18,8 % war und nicht 25 %.

    Zu viele Menschen glauben Lügen, dass sie nichts ändern müssen und alles wieder so wird, wie es nie war. Dazu zähle ich übrigens auch manchen Wähler der FDP.

    Der rechtsextreme Anteil in der Bevölkerung wurde schon immer auf ca. 20 % geschätzt. Zum Glück wählen viele von ihnen nicht.

    Andere wollen die Welt einfach brennen sehen, man schätzt diesen Anteil auf 5 %.

    Und dann gibt es Menschen, die einfach der Regierung eines auswischen wollen. Ich denke allerdings, dass dieser Anteil leider zu hoch geschätzt wird. So viele Protestwähler gibt es nicht, wer AfD wählt, ist rechtsextrem oder hat zumindest nichts dagegen. Er wählt bewusst.

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  • Wenn die Diskussion bezüglich Teilen des Ministerpräsidentenamts so weitergeht, wollen Linke und FDP ihre Prozentpunkte vielleicht auch noch addieren. 🙈

  • Ich fürchte, dass deine Verharmlosung Sinnbild für die Verharmlosung der Rechten insgesamt ist. In Baden-Württemberg haben 18,8% eine Rechtsextreme Partei gewählt.

    Ich erlebe Kris24 eigentlich nicht so, dass sie Rechte verharmlosen würde.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Ich erlebe Kris24 eigentlich nicht so, dass sie Rechte verharmlosen würde.

    Ich empfinde das so, doch. Es ist nicht das erste Mal, dass nach Wahlen darauf beharrt wird, dass die AfD in der Schwäbischen Alb ja nicht so schlimm ist wie in Chemnitz.

    Und Rassismus und Rechtsxtremismus mag einen Standort für Unternehmen unattraktiver machen, ebenso führt aber umgekehrt die Dichte von Weltmarktführern und Zuliefererbetrieben zur Ansiedlung weiterer Betriebe -> Ba-Wü, NRW sicher genauso.

    Die ostdeutschen Bundesländer wurden mies hinters Ohr gehauen nach der Wende, viele Menschen sind abgewandert usw., das ist alles bekannt. So zu tun, als ob ein reiches Bundesland dieselben Probleme hat wie ein seit Jahrzehnten strukturschwaches ärgert mich, das ist ignorant.

    Das ist nicht nur Kris' Darstellung, sondern es wird in der öffentlichen Wahrnehmung vielfach wiederholt und trägt zu Vorurteilen bei.

  • Ich empfinde das so, doch. Es ist nicht das erste Mal, dass nach Wahlen darauf beharrt wird, dass die AfD in der Schwäbischen Alb ja nicht so schlimm ist wie in Chemnitz.

    Aber nicht von mir. Ich finde 19% schlimm, 25 % noch schlimmer und 40 % noch schlimmer.

    Und nein Frohnmaier ist sogar rechts in der AfD, er hat mindestens 3 direkte Verwandte (Ehefrau, Schwester und Vater) bei anderen AfD-Abgeordneten beruflich untergebracht und wird trotzdem gewählt. Er fällt immer wieder mit extremen Worten auf.

    Ich lehne Verschwörungstheoretiker, Anthroposophen völlig ab und ertappe mich manchmal beim Gedanken bei Russlanddeutschen, die es heute noch betonen, sonst wüsste ich es ha nicht, wenn sie über Migranten schimpfen, ihr wart auch Migranten und kamt zum großen Teil nur aus finanziellen Gründen.

    Beim amerikanischen Unternehmen, dass über 1000 gut bezahlte Jobs schuf, war es sogar so, dass Stadtrat eher dagegen war, weil es nicht genug Arbeitskräfte vor Ort mehr gab, neue von auswärts kamen und Wohnungen und Kindergärten benötigten. In der gleiche Woche las ich, dass zuwenig Arbeitsplätze im Osten gibt. Das Unternehmen hatte sich angeblich im Osten umgesehen, als eben einige abends im Restaurant rassistisch beleidigt wurden. Es wäre besser gewesen, sie hätten im Osten aufbauen können.

    Quittengelee, du interpretiert mal wieder Dinge, die bzgl. mich absolut nicht stimmen.

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  • Wenn die Diskussion bezüglich Teilen des Ministerpräsidentenamts so weitergeht, wollen Linke und FDP ihre Prozentpunkte vielleicht auch noch addieren. 🙈

    Und Klingbeil sollte dringend mit Merz sprechen, damit er auch einige Monate Bundeskanzler wird (anteilig halt).

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  • Dafür ist die FDP aber nicht gerade bekannt... Ansonsten gebe ich dir Recht. Vier Parteien sind zu wenig, vor allem, weil die SPD ein ganz schlechtes Bild abgibt, und eine kackbraun ist. Oder blau? Egal.

    Bzgl. AfD gebe ich dir recht. Das wird im Landtag das große Problem (und die sie gewählt haben, verfolgen oft keine Politik, merken also die Kacke nicht).

    Aber war nicht immer die Sorge, unsere Parteienlandschaft würde zu stark zersplittern und 3 Parteien wie teilweise in der BRD seien ausreichend?

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  • Im Wahlkreis Stuttgart II konnte man ihn wählen.

    Als Ministerpräsident von ganz Baden-Württemberg? Oder doch nur als Landtagsabgeordneter?

    Das würde gewaltig Steuern sparen. In Zukunft wählt nur Stuttgart II für ganz Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten.

    (Ich kann mich nicht erinnern, von dir etwas gelesen zu haben, bei dem ich dachte, gut, dass ich das gelesen habe. Dafür kommt mir regelmäßig wie jetzt der Gedanke, Zeitverschwendung.)

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  • Kris24 , dann liefere doch mal abseits von der durchaus üblen (!) Erfahrung einer einzelnen Person Zahlen, inwiefern nennenswert rassistische Erfahrungen im Gegensatz zu Standortvorteilen Firmen zur Ansiedlung in Baden-Württemberg über die letzten Jahrzehnte beigetragen haben.

    - inwieweit kann und konnte Baden-Württemberg im Gegensatz zu Sachsen oder Sachsen-Anhalt in Forschung und Entwicklung investieren?

    - inwiefern macht es für einen Betrieb einen Unterschied, dass in einer Region Mercedes-Benz, Porsche, Bosch, SAP, Trumpf sowie hochspezialisierte Mittelständler bereits Infrastruktur für Zulieferer und Abnehmer bieten?

    - Inwiefern macht es für einen Betrieb keinen Unterschied, dass das BIP pro Kopf etwa doppelt so hoch ist wie in ostdeutschen Ländern und das Wirtschaftswachstum höher als in allen ostdeutschen Ländern?

    - Inwiefern kannst du mit Zahlen oder Zitaten nachweisen, dass Rassismus in Sachsen im Vergleich zu Rassismus in Baden-Württemberg Entscheidungen von Unternehmen für Baden-Württemberg begünstigten, ohne alle anderen Faktoren wie bereits vorhandenes, hochspezialisiertes Fachpersonal zu berücksichtigen?

  • Quittengelee, du interpretiert mal wieder Dinge, die bzgl. mich absolut nicht stimmen.

    Ich interpretiere nicht, ich kritisiere die Verhältnismäßigkeit in deiner Argumentation. In Baden-Württemberg wird zu viel rechts gewählt, knapp eine Million Wahlberechtigte!

    Und wenn du in Sachsen (anteilig, nicht absolut) noch mehr AfD-Wählende findest, dann macht das nichts besser für die Wahlergebnisse in anderen Bundesländern. Rassismus ist in Baden-Württemberg nicht besser als in Sachsen, weil "jemand widerspricht". Woanders wird auch "widersprochen", es wird trotzdem zu viel rechtsextrem gewählt.

    Das sollte unverharmlost stehen bleiben dürfen.

  • Und dazu:

    ...und ertappe mich manchmal beim Gedanken bei Russlanddeutschen, die es heute noch betonen, sonst wüsste ich es ha nicht, wenn sie über Migranten schimpfen, ihr wart auch Migranten und kamt zum großen Teil nur aus finanziellen Gründen.

    ...

    "Russlanddeutsche" sind deutsche Staatsbürger*innen. Aus welchen Gründen auch immer sie rechts wählen, sie sind Baden-Württemberger*innen wie du und jeder andere Wähler. Du kannst sie nicht einfach gedanklich ausgemeinden als nicht richtig dazu gehörend. Abgesehen von der Konnotation, die die Sichtweise hat (ertappen, du schreibst es selbst), ist es doch wieder eine Verharmlosung, "ohne die hätten wir nicht so ein blaues Ergebnis." Doch, habt ihr aber, alle zusammen habt ihr dieses Wahlergebnis.

  • Ich fürchte, dass deine Verharmlosung Sinnbild für die Verharmlosung der Rechten insgesamt ist. In Baden-Württemberg haben 18,8% eine Rechtsextreme Partei gewählt. Früher waren es NPD und REP, in Bayern sind es Freie Wähler und CSU.

    Es ist ja auch relativ egal, ob das Anthroposophen sind oder enttäuschte SPD-Wähler oder Menschen mit Abstiegsangst, Fakt ist, dass es 1/5 der Menschen voll okay findet, rechtsextrem zu wählen.

    Aufstampfen und das doof finden hilft überhaupt nicht weiter.

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