Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, dass ihr gesagt habt "Lasst es uns einfach probieren!", statt es im Vorfeld schon abzulehnen. Ihr habt es probiert und gemerkt, dass es noch Optimierungsbedarf gibt, was nicht schlimm ist - nicht alles muss beim ersten Versuch direkt funktionieren.

    Jetzt könnt ihr ja überlegen, wie ihr diese Erfahrungen nutzen könnt, um es das nächste Mal besser zu machen, ohne das Projekt direkt schon wieder zu begraben. Schließlich gab es ja Gründe, warum ihr überhaupt damit begonnen habt, die bisherige Praxis zu überdenken.

  • Solche Probleme entstehen bei vielen LK, aber im besonderen Maß bei TZ-LK. ...

    Das sind wir uns mit allen Dingen auch vollkommen einig. Man könnte natürlich noch überlegen, wie weit es zum Beruf gehört und mit der Besoldung ausgeglichen wird. Ich würde z.B. eine Regelung sinnvoll finden, dass man z.B. 60% arbeitet aber 70% Bezüge bekommt, um unteilbare Aufgaben auszugleichen. Würde sicherlich von vielen akzeptiert.

    Am Ende wird man das Problem nur Lösen, wenn man das Personal an Schulen deutlich erhöht und damit überhaupt die Möglichkeit des Ausgleiches für Mehrarbeit schafft. Das Problem ist aber so vielschichtig, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass da irgendwann was kommt. Mal davon abgesehen, dass es gar nicht das Personal gibt. Man müsste verschiedene Fächer vergleichen, man müsste verschiedene Klassenzusammensetzungen vergleichen, Extraaufgaben, die gemacht werden, qualität und und quantität der Vorbereitung usw..

  • Okay, danke an alle. Bei uns ist es auch so und übers Jahr verteilt häufen sich doch so einige Termine an.

    Nächste Frage: Findet ihr Konferenztage im Zuge einer Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sinnvoll? Wir haben sowas nicht und unsere Konferenzen liegen von Mo bis Do verteilt, Fr nur als Ausnahme. Ich kann mir vorstellen, dass durch einen festen Tag die Betreuung dadurch planbarer wird a la Dienstag ist K-Tag, da benötige ich immer Betreuung, den Rest der Woche bin ich ab 15 Uhr verfügbar.

    Ich sehe dadurch gerade nur Vorteile, aber evtl hatbt ihr da andere Erfahrungen. Gibt es hier jm, der an einer großen Schule/BBS arbeitet und dennoch einen festen Konferenztag hat? Bei der Fülle an Konferenzen bei uns kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ein Tag ausreicht. In den letzten und kommenden Wochen habe ich mittags min 2 Konferenzen nach 15 Uhr

    Ja, hier. Ab und zu gibt es aber auch an anderen Tagen was, wie z.B. Zeugniskonferenzen, die sind immer von Montag bis Mittwoch

  • OT-Frage: Was ist das?

    In der letzten Schulwoche der Q2 haben die keinen normalen Unterricht nach Plan mehr, sondern bekommen gezielte Vorbereitung auf ihre 4 Abifächer.

    Außerdem machen wir immer eine Simulation des mündlichen Abiturs, dafür geht auch ein Nachmittag drauf

  • Jetzt könnt ihr ja überlegen, wie ihr diese Erfahrungen nutzen könnt, um es das nächste Mal besser zu machen, ohne das Projekt direkt schon wieder zu begraben. Schließlich gab es ja Gründe, warum ihr überhaupt damit begonnen habt, die bisherige Praxis zu überdenken.

    Das hört sich sehr gönnerhaft von dir an. Wir haben gelernt, dass es im aktuellen nicht besser umsetzbar ist. Letztlich hat bei uns keiner ein Problem, wenn sich eine Teilzeitkraft ihren Ausgleich nimmt. Wenn Kollegin Y nicht auf Klassenfahrt fährt, meckert keine. Weil wir gut zusammenarbeiten, sprechen wir uns i.R. im Jahrgang ab. Das verhindert viel Stress mit den Eltern. Dann fährt halt der Jahrgang nicht auf Klassenfahrt. Oder halt nur 2-3 Tage. Aber das löst das Teilzeitproblem natürlich nicht.

    In einem guten Kollegium nimmt man halt so oder so Rücksicht. Vielleicht die VZ-Kraft gerade nicht belastbar, weil die Eltern pflegebedürftig sind. Vielleicht geht gerade jemand kaputt, weil die Klasse oder Eltern einfach "doof" sind. Wir versuchen das zu merken und die Person zu entlasten. Wenn jemand wegen kleiner Kinder oder was auch in Teilzeit ist, versuchen wir den Stundenplan so gestalten, dass es passt. Aber das hat weniger etwas mit Teilzeitvorgaben zu tun. Das ist eine Frage des Miteinanders.

  • Die Schule wollte gern, dass wir quasi die volle Buchungszeit wählen (was dann auch entsprechend viel kostet), damit sie beim Stundenplan bis 1.-11. Stunde alles ausnutzen können - in Teilzeit.

    Ich finde das ist durchaus auch nachvollziehbar. Das gibt ja eine ganze Menge Jobs, wo Teilzeit bedeutet, dass man zwar weniger Stunden macht- aber nicht zwangsläufig die "Mutti-Schichten" von 9-13 Uhr.

  • Susaenne: Hattest Du dich nicht gegen die verwirrt-Smileys ausgesprochen?

    Hatte ich nicht und jetzt verwirrt mich deine merkwürdige Schreibung meines Namens.

    Aber in dem Beitrag verwirrte mich, wie ihr Konferenzen zum Austausch nutzt, die gehen bei uns schon immer so lange, wenn möglichst keine Diskussionen stattfinden, Austausch zwischen einzelnen Lehrkräften gibt es nur als Getuschel zwischendurch und man erntet böse Blicke, also nein, das sind keine Termine bei uns, wo man sich untereinander austauschen würde und ungefähr 50% der Konferenzen sind so, dass Protokoll lesen reicht.

    Funfact, als ich nicht da war und das Protokoll gelesen habe, habe ich als Abwesende dann die Fehler gefunden. Also zeigt es dann, dass die Protokolle leider nicht mal gelesen werden von den Anwesenden oder überhaupt.

  • Wir machen einmal im Monat rund 2 h. Die SL spricht alles an, was gerade aktuell anliegt. Nach dem Motto XY steht an, wollen wir was machen oder nicht. Oder halt nur als kurze Info. Wenn wirklich etwas gearbeitet werden muss, versuchen wir es mit Arbeitsgruppen. Da meldet man sich dann je nach Interessenlage freiwillig. Die erstellen dann was und wir besprechen es auf der nächsten Konferenz. Da alle schnell nach Hause wollen, klappt es eigentlich ganz gut.

  • Nein, bis auf Einschulung (die für alle am freien Tag, nämlich dem Samstag liegt), der Weihnachtsmarkt und dem Sommerfest müssen keine Veranstaltungen (außer gegen Ausgleich Konferenzen) an freien Tagen besucht werden!

    Wäre ja auch noch schöner.

    Aber ich weiß, dass nun gleich wieder die kommen, die neidisch auf die Berliner Frauenförderpläne sind, die so etwas vorgeben ;)

    Die Diskussion hatten wir vor zwei Jahren hier im Forum schon. Um das nochmal zusammenzufassen:

    Diese Regelung (Keine Konferenzen an freien Tagen, sonst Ausgleich) ist schlichtweg ausgedacht von dir. (zumindest auf den alten FFP bezogen, den neuen habe ich mir noch nicht näher zu Gemüte geführt)

  • ... Am besten bereitet sie ihren Unterricht dann einfacher schneller vor oder korrigiert schneller.

    Klar, wenn mir nicht sofort eine Lösung einfällt, stelle ich mich dumm. Das Leben kann so einfach sein!

    Oooder, wenn es nicht möglich ist, dass Konferenzen nur anteilig besucht werden, trifft sich die Teilzeitkollegin eben nicht mit zur Vorbereitung des Weihnachtsbastelns, sondern der stellvertretende Schulleiter macht das. Der arbeitet ja Vollzeit und hat noch Kapazitäten, gerade wenn er die Korrekturen schneller macht, geht das ganz einfach.

    Ernsthaft, verplane nicht die Zeit anderer Leute mit fadenscheinigen Begründungen. Jedes Schuljahr läuft in etwa gleich ab. Man kann voraussehen, wo Arbeit anfällt und sie entsprechend verteilen.

  • Nein, steht immer noch so im Frauenförderplan, der aktuell gültig ist.

    Hast du ja selber nachlesen können.

    Da steht drin, dass Teilzeitkräfte an Konferenzen, außerunterrichtlichen Veranstaltungen usw. lediglich anteilig (entsprechend ihrer Quote) teilzunehmen haben ODER entsprechender Ausgleich an anderer Stelle zu gewähren ist. Es steht auch drin, dass an Wochentagen, an denen Zeitfenster für Kooperation und Teamarbeit festgelegt sind, nach Möglichkeit keine unterrichtsfreien Tage sein sollen.

  • Und, wo ist der Unterschied zu dem, was ich sage?

    Du hast den Punkt, wenn eine Teilnahme zwingend erforderlich ist, dann ist ein Ausgleich zu gewähren, ja auch merkwürdig gekürzt.

    Der Unterschied besteht darin, dass auch von Teilzeitkräften anteilig zu ihrer Teilzeitquote die Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen zu erwarten ist... und zwar ohne Ausgleich. Der Fall des notwendigen Ausgleichs ist limitiert auf Teilnahmepflichten über die Teilzeitquote hinaus.

  • Der Fall des notwendigen Ausgleichs ist limitiert auf Teilnahmepflichten über die Teilzeitquote hinaus.

    Ja und eine Teilnahme an einem unterrichtsfreien Tag ist immer über der Teilzeitquote (es geht nicht um die Quote der Konferenzen, sondern der Gesamtarbeitszeit) hinaus.

    Außerdem ist das sehr merkwürdig von dir zusammengefasst, denn wirklich steht dort unter anderem

    Zitat
    • anteilige Teilnahme an außerunterrichtlichen Veranstaltungen und Aktivitäten (u. a. Tag der offenen Tür, Schulfest, Bundesjugendspiele) oder Ausgleich
    • anteilige Teilnahme an Wandertagen/Exkursionen/Betriebspraktika oder Ausgleich
    • anteilige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen, Studientagen oder Ausgleich, wenn verpflichtender Zeitumfang gem. § 2 (3) FBLVO überschritten ist
  • Klar, wenn mir nicht sofort eine Lösung einfällt, stelle ich mich dumm. Das Leben kann so einfach sein!

    Oooder, wenn es nicht möglich ist, dass Konferenzen nur anteilig besucht werden, trifft sich die Teilzeitkollegin eben nicht mit zur Vorbereitung des Weihnachtsbastelns, sondern der stellvertretende Schulleiter macht das. Der arbeitet ja Vollzeit und hat noch Kapazitäten, gerade wenn er die Korrekturen schneller macht, geht das ganz einfach.

    Ernsthaft, verplane nicht die Zeit anderer Leute mit fadenscheinigen Begründungen. Jedes Schuljahr läuft in etwa gleich ab. Man kann voraussehen, wo Arbeit anfällt und sie entsprechend verteilen.

    Schade, dass Du keinen Bezug auf die gemachten Beiträge nimmst. Ich habe da relativ ausführlich dargestellt, wo die Probleme liegen.
    Bei euch an der Schule scheint das alles etwas anders als im Rest von Deutschland zu laufen aber bei uns ist es tatsächlich so, dass auch Vollzeitkollegen mit ihrer Arbeit ausgelastet sind. Jetzt musst Du auch noch bedenken, dass wir bereits geschrieben nur 2 VZ und rund 13 TZ haben. Sollen dann die beiden VZ die gesamte Vorbereitung für alle Klassen alleine machen? Und solche Verhältnisse sind an Grundschulen nicht unüblich. Da arbeiten einfach sehr viele in Teilzeit.

    Es ist total toll, wenn es an deiner Schule anders läuft. In der Praxis lässt es sich halt an unseren Schulen nicht umsetzen. Am Ende fehlen den meisten einfach zusätzliche Stunden.

    Aber Du kannst gerne einmal euer Konzept verlinken oder hier darstellen. Ich denke viele finden es spannend, wir ihr das Problem gelöst habt. Ich finde es toll, dass es bei euch so einfach umsetzbar ist. Wenn man das auch auf Grundschulen wie uns übertragbar ist, übernehmen wir dein Konzept gerne. Also erzähle. Wie löst ihr das konkret?

  • Aber: erwartet wird von den Vollzeitkolleg*innen scheinbar immer, dass das mit 20 von 25 Unterrichtsstunden abgegolten ist und alles andere in vollem Umfang mitzumachen sei. Das ist einfach falsch und die falsche Herangehensweise.

    Ich selbst hab ewig Vollzeit gearbeitet, auch mit kleinen Kindern, weil ich eben weiß, dass man in Vollzeit am Ende weniger macht als anteilig in TZ. Jetzt ist es mal anders und ich ärgere mich über die TZ-Kolleg*innen die es stillschweigend mitmachen und zudem zusätzlich noch MEHR vorbereiten genauso wie über die scheinheiligen "Wer am Faschingsfest nur halb kommen will hat die Kinder wohl nicht lieb und ist ein großer Miesepeter"- Argumente.

    Die Vollzeitkollegen haben gar nichts zu erwarten. Du musst dich mit deiner Schulleitung und der Schulbehörde auseinandersetzen. Es werden dir doch keine andere Kollegen Aufgaben übergeben?

    Und warum ärgern die andere TZ-Kollegen? Es gibt auch Leute, die einfach damit zufrieden sind. Ich mache auch mehr als andere Kollegen. Ich beschwere mich auch nicht, wenn ich am Ende des Schuljahres mehr Tagesausflüge als Kollege y gemacht habe. Eine Lehrkraft macht jedes Jahr ein Klassenfest, der andere viele Unterrichtsgänge und der dritte weder noch. Das muss doch jeder selbst entscheiden können?
    Wenn Du mit deiner TZ-Situation nicht zufrieden bist, kläre es mit deiner Schulleitung. Und wenn die Vorgaben so sind, dann klage halt.

    Ich verstehe das ganze sowieso nicht. Du schreibst mir, wie einfach das alles möglich ist und regst dich über meine Schule auf aber anscheinend bekommt ihr es auch nicht hin? Vielleicht solltest Du an deiner Schule dann erstmal ein tragfähiges Konzept etablieren? Dann wirst du auch schnell merken, dass du von der Realität eingeholt wirst.

  • Eigentlich passt diese Diskussion gar nicht in die aktuelle Zeit. Vor 20 Jahren hätte man noch argumentieren können, dass die Arbeitsbedingungen von Teilzeitkräften verbessert werden sollen, um dafür zu sorgen, dass mehr Personen überhaupt arbeiten - was vor allem Mütter und Hausfrauen betraf. An die älteren Kollegen (m/w/d) im Forum: Kamen etwaige Diskussionen damals um die Zeit der Agenda 2010 herum in euren Kollegien auf?

    Jetzt sind wir in einer Phase, in der das gesamtgesellschaftliche Klima weniger Richtung Erhöhung des Anteils an erwerbstätigen Personen innerhalb der Bevölkerung (z.B. über Teilzeit oder Minijob), sondern eher Richtung Erhöhung der Arbeitszeit pro erwerbstätiger Person geht. Ich habe zuvor hier im Strang auch Richtung Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Kollegen (m/w/d) in Teilzeit argumentiert, aber an gleicher Stelle frage ich mich, ob hierfür der Zeitpunkt zur praktischen Umsetzung im Arbeitsalltag momentan nicht eher ungünstig ist.

  • Der Zeitpunkt wird in ein paar Jahren wahrscheinlich günstiger sein, wenn die Schülerzahlen wieder sinken sollen. Andererseits ist die finanzielle Situation der Länder nicht gut und wird sich sicherlich auch nicht bessern ...

Werbung