Väter, die sich nicht um ihre Kinder kümmern

  • Wenn man mal an einem Junggesellenabschied (oder dem weiblichen Pendant) als Gast teilgenommen hat, ist das ein Warnsignal?!

    Wer hat das noch nie?

    Heutzutage hat doch so gut wie jeder, der heiratet, einen Junggesellenabschied?

    Gehst du da nicht hin, wenn jemand aus deinem Freundes- oder Familienkreis heiratet und du eingeladen wirst?

    Wir haben vor 20 Jahren geheiratet und hatten beide keinen. Wir hassen so etwas. Würde ich auch unbedingt vermeiden. Wenn ich da hingehe, dann nur um einer guten Freundin einen Gefallen zu tun.

  • Komm zu mir nach Haus. Mein Mann sieht meine Tochter als seine an. Und dass, obwohl der Papa nach der Trennung präsent war. Meine Bedingung war: Uns gibts nur zusammen.

    Der Mann meiner Mutter hat meine Schwester und mich auch direkt voll und ganz als "gehört zum Paket" akzeptiert, da war nie irgendwas disharmonisch (während sie umgekehrt recht flott seine Katzen zur Ex-Partnerin ausquartiert hat, was wiederum an seiner Stelle für mich komplett red flag gewesen wäre 🤨). Ich halte das aber eher für eine Ausnahme.

    Generell gilt aber wohl, je älter die Kinder sind, desto weniger problematisch ist die Konstellation. Kinder jenseits der Schulzeit leben ihr eigenes Leben und wären mir auch egal. Im Ausgangsposting las es sich für mich so, als ginge es um kleinere Kinder und die sind eben Zeitfresser und erfordern mehr Betreuung.

    In Sachen Einschränkungen durch Haustiere gebe ich Plattyplus Recht. Wenn jemand darauf keine Lust hat und es Ausschlusskriterium ist, ist das genau okay, wie die analoge Haltung zu Kindern.

  • Kinder jenseits der Schulzeit leben ihr eigenes Leben und wären mir auch egal. Im Ausgangsposting las es sich für mich so, als ginge es um kleinere Kinder und die sind eben Zeitfresser und erfordern mehr Betreuung.

    In Zeiten gestiegener Mietkosten wohnen auch mehr Kinder 20+ noch bei ihren Eltern. Die müssen dann natürlich nicht mehr betreut werden, sind aber im Leben ihrer Eltern (und ggf. deren neue Partnern (m/w/d)) "sichtbar".

    Nicht zu vergessen, dass noch ein paar Jahre später das Thema "Enkelkinder" relevant sein könnte. Vor Kurzem war bei First Dates ein Paar 60+ und er sagte ganz gerade heraus, dass er es nicht mag, wenn sie aktiv Zeit mit ihren Enkelkindern verbringt. Da ging noch nicht einmal die Erwartung einher, dass er Ersatz-Opa spielen müsse, aber klar sind die Enkelkinder "sichtbar" - und das ist für manche schon zu viel. Sie entschied sich dann aus mehreren Gründen gegen ein zweites Date mit ihm.

  • Beitrag von Dr. Caligiari (14. März 2026 18:37)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (14. März 2026 18:39).
  • Ich hab mir früher bei Dating-Partnerinnen mit Kindern immer folgende Fragen gestellt:

    1. Hat sie noch eine andere Identität als die Mutter-Rolle? Oder ist die vorherige Beziehung gescheitert, weil sie nur noch Mutter war?
    2. Wer ist in der vorherigen Beziehung gegangen? Hängt sie dem Ex noch nach? Der wird ja aufgrund der Kinder immer irgendwie präsent sein.
    3. Akzeptiert sie, dass ich die Kinder miterziehe? Wie ist die soziale Rangfolge?
    4. Führt sie aktiv Krieg mit dem Ex?
  • Eine Studie der Bremer Universität ergab, dass ganze 30% der Väter nach der Trennung gar keinen Kontakt mehr mit ihren Kindern haben - 30 (!) Prozent (Quelle). Im verlinkten Artikel wird angedeutet, dass in vielen Fällen Gründe im schwierigen Umgang mit der Ex-Partnerin liegen, aber was können konkret die Kinder dazu?

    Die Kinder können natürlich nichts dazu. Aber es gibt einen Punkt, wo der weitere Kontakt schadet. Jetzt mal unabhängig von den Problemen der Ex-Partner miteinander, ist es auch für das Kind extrem schädlich, wenn die dauernd einen aktiven Krieg führen.

    Rein rechtlich ziehen Männer bei Sorgerechtsstreitigkeiten auch immer noch meisten den kürzeren. Insofern wundert mich der Prozentsatz nicht.

  • Rein rechtlich ziehen Männer bei Sorgerechtsstreitigkeiten auch immer noch meisten den kürzeren. Insofern wundert mich der Prozentsatz nicht.

    Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum heute der weit überwiegende Teil der Scheidungen von Frauen eingereicht wird. Männer haben einfach im Falle der Scheidung viel mehr zu verlieren. Sie verlieren zumindest de facto die Kinder.

    So gesehen müßte man wahrscheinlich doch mal wieder darüber nachdenken, ob eine schuldhafte Scheidung evtl. doch sinnvoll wäre? Allein schon um der Ehe eine höhere Verbindlichkeit einzuräumen, als dies heute der Fall ist.

  • So gesehen müßte man wahrscheinlich doch mal wieder darüber nachdenken, ob eine schuldhafte Scheidung evtl. doch sinnvoll wäre?

    Und wer ist dann Schuld, wenn die Frau sich scheiden lässt, weil die Frau den Mann nicht mehr liebt?

  • Die 50er haben angerufen.

    Man muß sich halt entscheiden. Entweder ist die Ehe verbindlich, dann folgt daraus die finanzielle Sorge füreinander, wie sie im BGB in den §1300 bis §1600 (so ganz grob) aufgeführt wird, und "liebt nicht mehr" hat keinen Platz. Oder sie ist nicht verbindlich, dann zählt "liebt nicht mehr" als Argument. Dann sollten im Gegenzug aber auch alle Verpflichtungen, die aus einer Ehe entstehen, aus dem BGB gestrichen werden.

    Auf der einen Seite die rechtliche Exklusivität wollen und gleichzeitig auf der anderen Seite nicht bereit sein die notwendige Verbindlichkeit einzugehen, funktioniert einfach nicht.

  • Man muß sich halt entscheiden. Entweder ist die Ehe verbindlich, dann folgt daraus die finanzielle Sorge füreinander, wie sie im BGB in den §1300 bis §1600 (so ganz grob) aufgeführt wird, und "liebt nicht mehr" hat keinen Platz. Oder sie ist nicht verbindlich, dann zählt "liebt nicht mehr" als Argument. Dann sollten im Gegenzug aber auch alle Verpflichtungen, die aus einer Ehe entstehen, aus dem BGB gestrichen werden.

    Auf der einen Seite die rechtliche Exklusivität wollen und gleichzeitig auf der anderen Seite nicht bereit sein die notwendige Verbindlichkeit einzugehen, funktioniert einfach nicht.

    Wer fordert das denn? Wie kommst Du denn darauf? Es ging hier um Väter, die sich nicht kümmern. Meinst Du die?

    Wenn sich ein Vater nicht kümmern will (oder auch ein Elternteil, ist ja eigentlich egal, welches Geschlecht), dann zwingt man diese Person auch nicht mit Gesetzen.

    Meine persönliche Einstellung dazu ist: Tangiert mich nicht. Wir haben beide unsere finanzielle Unabhängigkeit bewahrt. Ich will aber nicht "Schuld" sein, weil ich nicht mehr mit jemandem zusammen sein will.

  • Wir haben beide unsere finanzielle Unabhängigkeit bewahrt. Ich will aber nicht "Schuld" sein, weil ich nicht mehr mit jemandem zusammen sein will.

    Wenn Du mit ihm nicht zusammen sein willst, kannst Du selbstverständlich jederzeit gehen. Aber bist Du dann selbstverständlich für die finanziellen Folgen verantwortlich. Heute hat doch jeder Kreditvertrag eine höhere Verbindlichkeit als die Ehe. Bei dem Kreditvertrag kannst Du auch jederzeit aussteigen, nur bleibt dann nach Veräußerung der Sicherheit ggf. noch eine Restschuld übrig, für die Du trotzdem gerade stehen mußt.

  • Keine Sorge, wir haben beide getrennte Konten, unser jeweils eigenes Einkommen und die eigenen Finanzierungen laufen. Wir haben uns einfach so spät kennengelernt, dass bis dahin das ganze Finanzielle schon geregelt war.

    Aber wenn wir eine gemeinsame Baufinanzierung hätten etc. und ein "liebt nicht mehr" inkl. der folgenden Scheidung den Ruin für die/den jeweils Anderen bedeuten würde, würde zumindest auzs meiner Sicht die Sache ganz anders aussehen.

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