Wie viel Zeit pro Korrektur?

  • magst Du auch sagen, warum?

    1. Weil ich es problematisch finde, SuS unterschiedlich zu behandeln. Bewusst oder unbewusst hast du eine Arbeit als erste rausgezogen und nicht eine andere.
    2. Wenn du rein nach Abgabe gehst: es könnte einige SuS motivieren, schneller abzugeben, um es hinter sich zu haben und damit meinen sie auch die Note, statt sich doch ein bisschen länger anzustrengen und auf neue Ideen zu kommen.
    3. Ich korrigiere nicht schneller oder langsamer FÜR oder WEGEN Kolleg*innen, aber ich halte es für eine schlechte Signalwirkung, innerhalb der selben Stunde eine Arbeit (nicht Test) zurückzugeben. Gut, ihr habt offensichtlich nicht den Weg über die Schul-/Abteilungsleitung... SuS können nicht differenzieren, dass andere Fächer wesentlich dauern können.
    4. Wenn die Arbeit kurz genug für alle war: Warum habe ich Zeit zu korrigieren und was mache ich denn sonst im Unterricht?

    Du siehst, viele Gedanken, die da aufkommen.

  • Deswegen bekommen sie den Hinweis, daass sich die Note vielleicht noch zum Guten ändert. Wenn ich beim Nachgucken den Eindruck habe, dass mit einer Aufgabe etwas nicht stimmt.

    Das geht m.E. gar nicht. Wozu auch dieses Durcheinander? Die Noten gibt's, wenn alles korrigiert ist. Sonst haben die SuS zu Recht das Gefühl, als sei Notengebung willkürlich.

  • Das ist ja echt mal eine schräge Methode, die da abgezogen wird. Eine Note zu geben und dann zu sagen „vielleicht ändere ich sie noch mal“, sorgt doch nur für unnötigen Stress. Man hat während der Prüfungsphase sowieso schon genug Druck, da müssen die Regeln nicht auch noch mitten im Spiel geändert werden. Eigentlich sollte eine Bewertung endgültig sein, sobald sie steht, sonst wirkt das Ganze total willkürlich und der Lehrer verliert doch jegliche Glaubwürdigkeit.

  • Es ist für mich auch einfach unprofessionell. Ich konzipiere Arbeit nach den Vorgaben der Richtlinien und so, dass ich sinnvolle Noten erhalte. Dann erhalten die Schüler nach ihrer Leistung eine Note. In einem Kurs fällt die Arbeit vielleicht gut aus, in einem anderen schlecht. Abhängig von der Leistung der Schüler.

    Natürlich kann es mal vorkommen, dass ich einen Fehler mache und eine Aufgabe rausgenommen werden muss. Aber das ist der absolute Ausnahmefall. Vielleicht einmal in 2 Jahren.

    Bei dir hört es sich so an, dass Du erstmal korrigierst und dann guckst, ob das mit deinen Noten passt und sonst ggf. die Bewertung anpasst.

  • Das ist ja echt mal eine schräge Methode, die da abgezogen wird. Eine Note zu geben und dann zu sagen „vielleicht ändere ich sie noch mal“, sorgt doch nur für unnötigen Stress. Man hat während der Prüfungsphase sowieso schon genug Druck, da müssen die Regeln nicht auch noch mitten im Spiel geändert werden. Eigentlich sollte eine Bewertung endgültig sein, sobald sie steht, sonst wirkt das Ganze total willkürlich und der Lehrer verliert doch jegliche Glaubwürdigkeit.

    Absolut richtig. Deshalb habe ich auch eine zweite Methode der Notengebung entwickelt. Siehe Anhang.

  • Deswegen bekommen sie den Hinweis, daass sich die Note vielleicht noch zum Guten ändert. Wenn ich beim Nachgucken den Eindruck habe, dass mit einer Aufgabe etwas nicht stimmt.

    bin ich die einzige, die das unprofessionell findet?

    1. ein klarer, vorher festgelegter, den Schülern natürlich NICHT mitgeteilter beim Korrigieren allenfalls modifizierter Erwartungshorizont schafft auch für dich Klarheit.

    2. Wenn die Schüler nicht einen Interpretationsaufsatz schreiben müssen:
    Aufgabe für Aufgabe korrigieren; heißt: Aufgabe 1 von Schüler A bis Schüler Z, dann Aufgabe 2 von Schüler A bis Z.
    So hat man einen besseren Überblick über das, was "gekonnt" wurde.

    3. Wenn viele Schüler eine Aufgabe nicht zufriedenstellend bearbeitet haben: dann ist das eben so.
    Vll war es ein höherer AF? Anders machst du dich erpressbar. Ich habe schon Schüler gehört, die sich absprechen wollten, "wir lernen alle nichts und schreiben nichts auf, dann muss die Arbeit wiederholt werden". Da dem bei uns nicht so ist, fiel dieser Plan schnell flach, aber ....

    4. Wenn alle Arbeiten korrigiert sind, werden sie mit transparenter Bewertung zurückgegeben an alle, die anwesend sind. Warum sollten einige Schüler länger auf ihre Korrektur mwarten müssen als andere? Was muss ich als Schüler mir dabei denken, wenn der Lehrer meine Arbeit als eine der ersten korrigiert hat? Ein schlechtes Zeichen? Ein gutes?

    5. Wenn Schüler fragen, wann sie die Arbeit zurückbekommen, sagst du: "Wenn alle fertig korrigiert sind". Warum lässt du dich durch drängelnde Ungeduld zum Spielball machen?

    Edit: hat sich überschnitten mit Chili

  • Friesin Ich handhabe es ebenso wie du beschreibst und finde das von Klinger beschriebene Vorgehen auch echt befremdlich. Zumal ich zwar für einfache "Abhak-Aufgaben" während einer Klausuraufsicht noch die Aufmerksamkeitsressourcen so einigermaßen habe, aber für Aufgaben, die offener gestellt sind oder bei denen Zusammenhänge erläutert/erklärt werden müssen, sicherlich nicht. Da muss ich mich ausreichend auf die teilweise ja auch recht krude formulierten Texte der SuS einlassen können, da kann ich nicht nebenher noch eine Aufsicht führen.

  • Ich mache das in Ausnahmefällen so. Wenn (letzte Woche so passiert) einer von 17 SuS die erwartete Antwort gibt und alle anderen meilenweit davon weg sind, den Eindruck zu erwecken, sie hätten die Frage korrekt verstanden, dann habe ich offensichtlich einen Fehler gemacht. Den korrigiere ich en suite und gebe ihn sofort zu. Jedem gegenüber, der danach fragt.

    Ein "beim Korrigieren allenfalls modifizierter Erwartungshorizont" ist exakt das, was ich dann mache und auch so beschrieben habe.

    "Wenn die Schüler nicht einen Interpretationsaufsatz schreiben müssen:" So etwas gibt es bei mir nicht. Der Operator "Interpretieren" findet in meinen Fächern (bisher) nicht statt. Gleichwohl mache ich es exakt so, wie Friesin es beschreibt: Ich korrigiere erst Antwort 1 bei allen SuS, dann Antwort 2 usw.

    Die SuS nehmen wahr, dass ich während der Stunde bereits korrigiere. Sie nehmen auch wahr, dass ich das gemäß fifo mache: in der Reihenfolge der Abgaben. Da fühlt sich niemand komisch oder denkt sich sonstwas, was für ein Zeichen das sein könnte.

    Wie soll mich das denn bitte erpressbar machen? Ich habe für jede Unterrichtsstunde notiert, was ich unterrichtet habe, und das steht auch so im Klassenbuch. Echt jetzt? Ich bin der letzte, der versäumte Lernleistung per "Darf ich bitte eine Zusatzleistung bringen" belohnt. Meine SL kennt die Schülerschaft - für Drückeberger gibt es kein Pardon.

    Ich lasse mich nicht drängeln. Keine Ahnung, wie der Eindruck entstanden sein könnte, dass dem so wäre. Ich lebe nach dem Prinzip, dass ich alle anfallenden Aufgaben so schnell und effizient wie möglich erledige. Bei mir gibt es keine Aktenberge oder wochenlanges Warten auf Klausurrückgabe.

    Wenn von 17 SuS 12 während der Klausur da sind, dann ist Klausuraufsicht anders als bei 30 anwesenden SuS. Ich habe Klassen, da sind sechs Schüler drin.

    Ich habe als LK an einer berufsbildenden Schule, Lerngruppen, die sind nur ein Jahr da und wollen in dieser kurzen Zeit die allgemeine Hochschulreife erlangen und dabei auch noch auf Klassenfahrt (Amsterdam dieses Jahr, und sie haben mich gefragt, ob ich mitfahren möchte! :) )gehen. Da muss man jederzeit bereit sein, pragmatische Lösungen zu finden.

  • Hast du keine Sorge Klinger, dass während deiner Korrektur die noch schreibenden Schüler KI Zuhilfe nehmen?

    Gerade am Ende der Arbeitszeit ist das Risiko fremde Hilfe zu verwenden deutlich höher, zu Beginn wissen die meisten noch zumindest bei einigen Aufgaben Bescheid.

    Gut, ich kenne auch Kollegen, die behaupten, bei ihnen würde niemand abschreiben oder KI verwenden und Schüler sich über genau diese Kollegen aus diesem Grund lustig machen.

    Und ich muss zumindest bei meinen Korrekturen mitdenken und wäre nicht mehr in der Lage zu 100 % Aufsicht zu führen.

    Und was machst du, wenn du einen Fehler erst nachträglich bemerkst, wird dann die bereits mitgeteilte Note doch schlechter?

    Ich halte deine Arbeitsweise übrigens nicht für effektiv, weil ich an Schummelei im großen Stil glaube, während du durch Korrektur abgelenkt bist.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Korrektur während einer Aufsicht ist hier ausdrücklich untersagt. Die SL kommt auch tatsächlich manchmal gucken (nicht regelmäßig, aber eben oft genug dass man es nicht ausschließen kann).

    Ich bin echt erstaunt, wozu sich andere SLen Zeit nehmen.

  • Einmal eine Runde nehmen ist nicht viel Zeit und keine SL wird sowas machen, wenn es keine Vorfälle gegeben hat, wo man sein Kollegium an die Dienstpflichten erinnern möchte.

  • Einmal eine Runde nehmen ist nicht viel Zeit und keine SL wird sowas machen, wenn es keine Vorfälle gegeben hat, wo man sein Kollegium an die Dienstpflichten erinnern möchte.

    Und die SL wird vermutlich nicht zu allen gleich häufig kommen.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich habe es an der SEK 1 mal erlebt, dass ich morgens Aufsicht habe und der SL rumgelaufen ist und überall geguckt hat, ob die Aufsichten wahrgenommen werden und ob alles passt. Das kannte ich aus der Grundschule nicht. Im Endeffekt finde ich es aber richtig und sinnvoll. Es gehört nun mal zu seinen Dienstpflichten.

  • Im Endeffekt ist der SL scheinbar ein Wichtigtuer und nicht ausgelastet.

    Weißt Du, dass sind die Sätze, wo man sich Gedanken macht, ob das mit dir und der Ausbildung richtig klappt. Du hast da nämlich grundlegende Aufgaben nicht verstanden. Die SL hat sicherzustellen, dass die Aufsicht klappt. Das ist ihre Dienstpflicht. Und zu ihrer Dienstpflicht gehört nicht nur jemanden einzuteilen, sondern auch zu überprüfen, ob die Aufsicht sichergestellt ist.

    Wenn es irgendwann mal einen schweren Vorfall gibt und es kommt raus, dass dort nie jemand Aufsicht gemacht hat, dann hat die SL den Ärger. Das sind Dinge, die Du als Anwärterin wissen musst, da solche Sachen auch dich betreffen. Es gab schon genug Verurteilungen, wo Lehrkräfte vorgeworfen worden ihren Dienstpflichten nicht nachgekommen zu sein.

Werbung