Aufsatz in der Grundschule - zweite Abschrift üblich?

  • Hallo miteinander,

    an meiner Schule (und eigentlich allen, die ich hier im Umfeld kenne), ist es so üblich, dass in den Jahrgängen 3 und 4 jeweils ein Aufsatz pro Halbjahr geschrieben werden muss. Es hat sich so etabliert, dass der Aufsatz zunächst geschrieben, dann von der Lehrkraft "grob" korrigiert wird (Rechtschreibfehler natürlich gründlich, anschließend Tipps zu Inhalt und Ausdruck - diese drei in jeweils unterschiedlichen Farben) und die Schüler*innen mit dieser "groben Korrektur" eine zweite Abschrift anfertigen, die dann schlussendlich auch bewertet wird.

    Ich finde das Verfahren grundsätzlich gut, da die Kinder ja gerade erst lernen, wie man Aufsätze gut verfasst. Und mal ehrlich: ohne die zweite Abschrift würde sich kein Kind die Tipps und Verbesserungsvorschläge der Lehrkraft zu Gemüte führen. Demzufolge bringt die zweite Abschrift einen großen Lernzuwachs.

    Aber: es ist natürlich ein echt großer Aufwand, da man ja zwei Mal innerhalb kürzester Zeit Aufsätze in Klassenstärke korrigieren muss.

    Wie seht ihr das? Ich konnte ehrlich gesagt nicht finden, ob diese Vorgehensweise irgendwo festgelegt ist oder ob es sich einfach "eingeschlichen" hat.

  • NDS hat ein anderes Curriculum, 2 Aufsätze sind nicht vorgegeben, außerdem kann man auch nur einen Teil bewerten, z.B. nur die Planung oder nur die Umsetzung oder eine Teil davon oder nur die Korrektur.

    Ich lasse Aufsätze zu Übungszwecken überarbeiten, so ähnlich, wie du es beschreibst. Aber zum Bewerten finde ich die 2. Abschrift unfair, weil man den Kindern unterschiedlich stark hilft.

    Stattdessen habe ich schon mehrfach einen fiktiven Schüleraufsatz mit vielen Schwächen vorgegeben, der dann als Klassenarbeit überarbeitet werden musste.

    Ansonsten übe und überarbeite ich vorher, lasse dann aber den Aufsatz, der Klassenarbeit ist, aber als solchen stehen und bewerte ihn entsprechend mit Fokus auf den Schwerpunkten, zu denen vorab geübt wurde.

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