Hoher Stundenlohn, minimaler Aufwand – wie realistisch ist das als Lehrer in Österreich?

  • Ich kenne jemanden, der sehr auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist – was ja grundsätzlich in Ordnung ist, schließlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied.

    Allerdings geht er das Thema Arbeit auf eine sehr „minimalistische“ Weise an: Für ihn zählt vor allem, möglichst wenig Aufwand bei maximalem Lohn – also ein hoher Stundenlohn.

    Er sagt ganz offen, dass er Lehrer werden möchte, weil dieser Beruf den höchsten Stundenlohn bietet. In Österreich umfasst die reguläre Unterrichtsverpflichtung 22 Stunden pro Woche (eine Unterrichtsstunde entspricht 60 Minuten).

    Sein Plan: genau diese 22 Stunden arbeiten, Aufgaben und Tests während des Unterrichts korrigieren und nach einmaliger Vorbereitung immer wieder die gleichen Materialien verwenden – ohne sich darüber hinaus anzustrengen.

    Dazu kommt, dass Lehrer in Österreich nicht verbeamtet sind, aber ein 13. und 14. Monatsgehalt erhalten. Berücksichtigt man die bezahlten Ferien, in denen er ohnehin nicht arbeiten wird, ergibt sich ein Netto-Stundenlohn von rund 39,40 €.

    Man sollte zudem bedenken, dass in Österreich vieles offenbar etwas lockerer gehandhabt wird als in Deutschland.

    Meine Frage an euch: Ist es wirklich möglich, auf diese Weise eine „ruhige Kugel“ zu schieben, ohne dass es langfristig auffällt oder Nachteile bringt? Zum Hintergrund: Er studiert keine Hauptfächer.

  • Spannend, dass es in Österreich keine Konferenzen, Dienstbesprechungen, Elterngespräche, Ausflüge, etc, pp. gibt.

    Hättest du selbst jemals auch nur eine einzige Unterrichtsstunde unterrichtet, wüsstest du selbst, wie ausgesprochen albern sich deine Gedankengänge lesen 😊

    Such dir lieber einen anderen Job aus.

  • Berücksichtigt man die bezahlten Ferien, in denen er ohnehin nicht arbeiten wird, ergibt sich ein Netto-Stundenlohn von rund 39,40 €.“

    Wie kann es sein, dass du einen Netto-Lohn kennst? Hast du Infos zur Steuerklasse und sonstigen Abzügen?

    Ansonsten schließe ich mich Maylin an: Such dir nen anderen Job!

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)


  • Wie kann es sein, dass du einen Netto-Lohn kennst? Hast du Infos zur Steuerklasse und sonstigen Abzügen?

    Nicht alle Länder haben das unsägliche deutsche Steuerklassenmodell.
    Nach kurzer Google-Recherche scheint Österreich erstmal "nur" die Progression zu kennen (und sicher dann auch andere Unterstützungsmodelle.
    Auch der Begriff "Netto" ist in anderen Ländern sehr oft "vor Lohnsteuer" (oder Entsprechung von LSK 1 und dann gibt es Rückerstattungen)

    Zum Inhalt stimme ich aber zu: Sag diesem jemandem, etwas anderes zu tun,

  • Meine Frage an euch: Ist es wirklich möglich, auf diese Weise eine „ruhige Kugel“ zu schieben, ohne dass es langfristig auffällt oder Nachteile bringt? Zum Hintergrund: Er studiert keine Hauptfächer.

    Ohne das jetzt zu sehr ins lächerliche ziehen zu wollen: Nein, das wird nicht funktionieren. Schon alleine dieses Vorhaben ist schlicht nicht realistisch:

    Aufgaben und Tests während des Unterrichts korrigieren

    Auch das hier funktioniert in der Praxis nicht zu 100%

    und nach einmaliger Vorbereitung immer wieder die gleichen Materialien verwenden – ohne sich darüber hinaus anzustrengen.

    da man immer wieder andere Lerngruppen haben wird und Inhalte zumindest rudimentär auf diese anpassen muss. Gleichwohl nimmt der notwendige Umfang der Vorbereitung natürlich später ab, da man durchaus auf bereits erstellte Materialien und Pläne zugreifen kann und das auch sollte.


    Bislang fehlen in der Auflistung vollständig die weiteren außerunterrichtlichen Tätigkeiten, die unseren Beruf prägen und die man nicht einfach skippen kann. Der Plan, nur 22h zu arbeiten, wird so wohl nicht funktionieren.


    PS: Sind die fiktiven knapp 39€ Stundenlohn netto wirklich auf Basis der 22h mit 13. und 14. Gehalt gerechnet? Das klingt nach extrem wenig.

  • Aufgaben und Tests während des Unterrichts korrigieren

    Das ist völlig unrealistisch. In manchen Fächern könnte man allerdings komplett auf Korrekturen verzichten. (Jedenfalls in D, vermutlich auch in Ö?)

    ohne sich darüber hinaus anzustrengen

    Die Entscheidung, ob das möglich ist, liegt oft genug nicht bei der Lehrkraft...

  • Spannend, dass es in Österreich keine Konferenzen, Dienstbesprechungen, Elterngespräche, Ausflüge, etc, pp. gibt.

    Wie gesagt, es geht dabei nicht um mich.

    Zu Konferenzen, Dienstbesprechungen, Elterngesprächen und Ausflügen habe ich eine Gegenfrage:

    Wie häufig finden diese Termine tatsächlich statt und wie lange dauern sie? Nehmen sie einen wesentlichen Teil der Arbeitszeit ein?

    In meiner Schulzeit gab es gefühlt kaum Ausflüge – nicht einmal monatlich. Elternabende fanden vielleicht einmal pro Halbjahr statt. In der Oberstufe gab es meines Wissens nach keine Elternabende.

  • Frag mal die KI, die kann dir das sicher ausführlich vorrechnen.

    Ansonsten wäre es schön, wenn die Teilnehmer hier nicht über ein so offensichtliches Troll-Stöckchen eines Autors springen würden, der in diesem Forum überhaupt keine Schreibberechtigung hat.

  • PFTO, ich finde dich lustig😄

    Hast du dich schon mal ernsthaft mit dem Beruf eines Lehrers auseinandergesetzt, mit Lehrern aus der Region, in der du vll gerne arbeiten möchtest, gesprochen? Mit deinen ehemaligen Lehrern?

    oder wenigstens hier im Forum nachgelesen?
    Ich vermute: nein.

    Allein diese Frage hier:
    "Wie häufig finden diese Termine tatsächlich statt und wie lange dauern sie" spricht dafür, dass du dir nicht bewusst bist, dass man solche Dinge nie wird allgemein gültig vorhersagen können.

    Das ist ein bisschen so wie wenn junge Leute vor der Familienplanung fragen: ab wann schläft denn so ein Baby durch, wieviele Windeln braucht es in 24 Stunden und wann genau ruft es zum ersten Mal meinen Namen.

    pingo, ergo sum

  • Es gibt hier im Forum nur sehr wenige Österreicher, sie können sich vielleicht äußern (obwohl der Titel nicht zum sachlichen Austausch einlädt).

    "In deiner Schulzeit": Lehrkräfte haben mehr als eine Klasse, es ist also kein Massstab. Und es hängt - wie immer - sehr von der Position / Funktion, die man in der Schule hat. Ein Klassenlehrer hat schon 2 Ausflüge pro Jahr, vielleicht jedes 2. Jahr eine Fahrt, plus die Anfragen aus anderen Klassen oder Fächern ..
    Einmal pro Halbjahr einen Elternabend (wir haben 3-4 im Jahr), das reicht, um nervig zu sein. Dazu kommen ja genug andere "Abendtermine": Informationsabende, Veranstaltungen (Theater, Musik, Talent, ..), usw.. Und nein, man kann sich nicht ÜBERALL heraushalten.

    und da wo man in Deutschland verbeamtet wird und vielleicht auf die Idee kommt "who cares"... In Österreich ist man das nicht.

  • Ein Klassenlehrer hat schon 2 Ausflüge pro Jahr, vielleicht jedes 2. Jahr eine Fahrt, plus die Anfragen aus anderen Klassen oder Fächern ..
    Einmal pro Halbjahr einen Elternabend (wir haben 3-4 im Jahr), das reicht, um nervig zu sein. Dazu kommen ja genug andere "Abendtermine": Informationsabende, Veranstaltungen (Theater, Musik, Talent, ..), usw.. Und nein, man kann sich nicht ÜBERALL heraushalten.

    Es gibt ja keine Pflicht, Klassenlehrer zu sein – glaub in Ö sagt man eher ‚Klassenvorstand‘, oder? Dann fallen ja all die Ausflüge und Elternabende schon mal weg.

    Die Netto-Stundenlohn-Berechnung bezieht sich übrigens nicht auf Klassenlehrer. Soweit ich weiß, gibt’s für solche Zusatzaufgaben noch extra Kohle – in Ö wird das alles oben drauf bezahlt, soweit ich richtig informiert bin. Keine Garantie.

  • Ach komm, höre auf, du hast so wenig Ahnung, dass du nicht mal jemand sein kannst, der sich selbst dafür interessiert, in D Lehrkraft zu sein.

  • Ach komm, höre auf, du hast so wenig Ahnung, dass du nicht mal jemand sein kann, der sich selbst dafür interessiert, in D Lehrkraft zu sein.

    Ich hab doch eh geschrieben, dass es um einen Freund geht, der die Ansicht vertritt, dass Lehramt für ihn das geringste Übel ist – quasi Teilzeitjob bei Vollzeitgehalt.

  • Ich hab doch eh geschrieben, dass es um einen Freund geht, der die Ansicht vertritt, dass Lehramt für ihn das geringste Übel ist – quasi Teilzeitjob bei Vollzeitgehalt.

    Er hat auch keine Lust, sich selbst zu kümmern, deshalb machst du das?

  • Der TE ist gesperrt, aber alle (Klassen)lehrkräfte, die hier ein bisschen Psychohygiene brauchen, können gerne für Lesende aufliste, was alles "keine Pflicht" ist, aber sie doch machen müssen.

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