Förderhefte für eine ganze Klasse

  • Guten Abend,

    ist es rechtlich zulässig, dass alle Kinder einer Grundschulklasse in den Hauptfächern Deutsch und Mathe jeweils mit der Ausgabe Einstern/Einsterns Schwester -leicht gemacht Verdion arbeiten?

    Können Eltern etwas dagegen unternehmen und auf die normale Ausgabe bestehen?

    Vielen Dank für Rückmeldungen!

  • Guten Abend,

    ist es rechtlich zulässig, dass alle Kinder einer Grundschulklasse in den Hauptfächern Deutsch und Mathe jeweils mit der Ausgabe Einstern/Einsterns Schwester -leicht gemacht Verdion arbeiten?

    Können Eltern etwas dagegen unternehmen und auf die normale Ausgabe bestehen?

    Vielen Dank für Rückmeldungen!

    Hallo Krkan,

    Du wirst dir ja wahrscheinlich etwas dabei gedacht haben, als du das für deine Klasse entschieden hast.

    Von daher würde ich diese Entscheidung den Eltern klar kommunizieren und erklären. Bei Interesse können die Eltern sich ja zusätzlich das andere Heft für Zuhause zusätzlich anschaffen.

    Alternativ kannst du auch anbieten, kann die schnelleren Schülerinnen und Schüler von dir zusätzliches Material bekommen.

    Ich kenne die Hefte leider nicht und kann deshalb nicht sagen, ob da wirklich ein großer Unterschied besteht.

    P.s. das Bundesland wäre hilfreich , da sich die Vorgaben unterscheiden können .

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Vielen Dank für die Antwort!

    Tatsächlich frage ich aus Elternsicht. Das Kind hâtte die Klasse überspringen können, ist also eher ein Kandidat für Forderhefte, soll aber nun mit den Förderausgaben arbeiten, in denen kaum Aufgaben aus dem Anforderungsbereich 2 und 3 sind (Niedersachsen).

  • Mal vom Zweifel an der Schreibberechtigung abgesehen... Sprecht doch einfach mit dem Kollegen / der Kollegin. Bei der Grundschule unserer Tochter, welche stark mit einheitlichen Wochenplänen arbeitet, ist es auch kein Problem dem Kind selbst gekauftes Lernmaterial mitzugeben.

  • Für Nds:

    Es ist zunächst die Frage, ob die Hefte über die Fachkonferenz als Lehrwerk eingesetzt sind. Dann ist es ein Beschluss, an den sich die Lehrkraft halten muss. Er gilt für Lehrwerke, es ist aber eine Grauzone, ob auch Arbeitshefte damit einbezogen sind (u.a. wg. Ausleihe der Bücher, aber nicht der AH).

    Wenn das/ein/dein Kind stark von den Leistungen abweicht, in die eine oder andere Richtung, kann man individuelle Absprachen treffen (für das Herausfordern: Springen, Drehtür, andere Materialien anstelle dieser, andere Materialien als Ergänzung, andere Themen als Ergänzung ...) Das sind aber immer individuelle Absprachen, die man in einem Förderplan festhalten kann/sollte - je nachdem, wie gravierend die Differenzierung ist.

    Davon abgesehen bedeutet der Einsatz eines solchen Heftes nicht, dass Anforderungsbereich 2 und 3 im Unterricht nicht beachtet würden. Gerade in diesen Bereichen kann man auf andere Materialien ausweichen oder unabhängig von Arbeitsheften vielfältige Herausforderung einsetzen und ist damit weit flexibler, als mit den Vorgaben eines AH.

  • In NDS gibt's eine Schulbuchliste mit zugelassenen Lernmitteln. Stehn die Hefte da für Grundschule drauf?

    Ansonsten würde ich als erstes die Lehrkraft fragen, die sie bestellt hat.

  • Guten Abend,

    ist es rechtlich zulässig, dass alle Kinder einer Grundschulklasse in den Hauptfächern Deutsch und Mathe jeweils mit der Ausgabe Einstern/Einsterns Schwester -leicht gemacht Verdion arbeiten?

    Können Eltern etwas dagegen unternehmen und auf die normale Ausgabe bestehen?

    Vielen Dank für Rückmeldungen!

    Zulässig mag das sein, sinnvoll wohl eher nicht. Was sagt denn die zuständige Kollegin dazu?

    Bezüglich der Möglichkeiten der Elternmitwirkung bei der Einführung von Lehrwerken über die Fachkonferenzen weißt du als Lehrkraft in NDS sicher Bescheid.

  • Zulässig mag das sein, sinnvoll wohl eher nicht.

    Pauschal ist das wirklich nicht sinnvoll.

    Ich habe aber im Fach Deutsch (Einsterns Schwester - leicht gemacht) genau so in einer meiner Eingangsklassen ( viele Kinder mit verschiedenen Muttersprachen, schwieriges Einzugsgebiet im Brennpunkt, Sozialindex 9) angefangen. Alle Kinder bekamen dieses Heft. Schnelle bzw. sprachlich fittere Kinder bekamen Zusatzmaterial und nach einiger Zeit auch das "normale" Arbeitsheft.

    Vielleicht ist die Ausgangslage in krkans Fall ähnlich. Warum fragst du da nicht die Klassenleitung, krkan ?

  • Ich finde auch, dass sie Lehrkraft die erste Ansprechperson sein sollte. Trotzdem sollte man in einer ersten Grundschulklasse nicht dafür kämpfen müssen, dass zum normalen Lehrplan hin differenziert wird. Hier geht's ja nicht mal um Hochbegabung. Insofern sollte die Erklärung schon als erstes von der Lehrperson ausgehen.

  • Vielen Dank für die Antworten. Da Gespräche schon stattgefunden haben, war ich daran interessiert zu erfahren, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder weiß, ob die Zuweisung eines Förderheftes möglich ist, wenn dies nicht erforderlich ist. :)

  • Ich verstehe das Problem nicht. Ich sollte als Lehrkraft doch selbst entscheiden können, welche Lehrwerke - von den zugelassenen und ggf. unter Berücksichtigung möglicher Absprachen in der Fachkonferenz - ich für meine Klasse und meinen Unterrichtsstil für passend halte. Oder ob ich ganz ohne festes Lehrwerk arbeite. Ich fände es sehr seltsam und übergriffig, wenn Eltern mir da reinreden wollten.

  • Vielen Dank für die Antworten. Da Gespräche schon stattgefunden haben, war ich daran interessiert zu erfahren, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder weiß, ob die Zuweisung eines Förderheftes möglich ist, wenn dies nicht erforderlich ist. :)

    Ja und, was hat die Lehrkraft denn zu deinen Bedenken gesagt?

    "Zuweisung eines Förderhefts" klingt sehr negativ, und mich macht die elterliche Einschätzung, dass das Kind "eine Klasse überspringen hätte können", zugegebenermaßen etwas stutzig. Warum vertraut man nicht der Lehrkraft? Vielleicht benutzt sie die Hefte nur als Hausaufgaben, sodass es wirklich jeder versteht, und differenziert im Unterricht durchaus? Vielleicht arbeitet sie auch viel mit dem Buch oder Freiarbeitsmaterial? nachdem du bereits mit ihr gesprochen hast, müsstest du ja ihre Gründe kennen. Den Lehrplan wird sie wohl erfüllen, aber wie sie das macht, ist ja ihre pädagogische Entscheidung.

  • Vielen Dank für die Antworten. Da Gespräche schon stattgefunden haben, war ich daran interessiert zu erfahren, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder weiß, ob die Zuweisung eines Förderheftes möglich ist, wenn dies nicht erforderlich ist. :)

    Und was kam raus bei den Gesprächen? Es wird dir ja hoffentlich nicht darum gehen, Aufstand zu proben mit rechtmäßigem Arbeitsheftekauf ☝️👨‍⚖️

    ...

    "Zuweisung eines Förderhefts" klingt sehr negativ, ...


    Naja, wenn ich es richtig verstehe, kosten die Arbeitshefte in NDS Geld. Ich würde mich auch wundern, wenn mein Kind eine Förderschulvariante bekommt und ich dafür auch noch zahlen soll.

    Mich würde daher auch interessieren, ob die Erklärung der Lehrkraft so stimmig ist wie eure.

  • Ich würde mich auch wundern, wenn mein Kind eine Förderschulvariante bekommt

    Fördervariante bedeutet bei den wenigsten Lehrwerken Förderschulniveau im Sinne des Förderschwerpunkts Lernen (diese Hefte heißen meistens irgendwas mit "inklusiv"), sondern eher Differenzierung innerhalb des Grundschullehrplans.

    wenn ich es richtig verstehe, kosten die Arbeitshefte in NDS Geld

    Das wiederum hatte ich nicht auf dem Schirm, dass Eltern da in manchen Ländern für zahlen müssen. Das ist imho ein Problem, das jedoch nichts mit dem Problem der Auswahl des Lehrwerks zu tun hat.

  • Meines Wissens ist das Heft in Niedersachsen nicht als Lehrwerk zugelassen. Damit erübrigt sich eine Diskussion. Ich würde da Palim auch widersprechen. Auch ein Beschluss der Fachkonferenz kann das nicht ändern. Das Heft kommt lediglich als Differenzierungsmaterial für lernschwache Schüler in Frage. Natürlich nur sofern ich Recht habe und es nicht zugelassen ist. Ich finde es zu mindestens nicht im Schulbuchverzeichnis.

    Wir haben auch eine Schule in der Region, die mit diesen Heften arbeitet. Die Begründung ist, dass es für die Mehrheit der Schüler sinnvoll ist. Für mich ein Unding.

  • Fördervariante bedeutet bei den wenigsten Lehrwerken Förderschulniveau im Sinne des Förderschwerpunkts Lernen (diese Hefte heißen meistens irgendwas mit "inklusiv"), sondern eher Differenzierung innerhalb des Grundschullehrplans.

    Danke! Ja, genauso ist es. Weniger Aufgaben pro Seite, bessere Strukturierung. "Für Startchancen-Schulen" steht dort als Empfehlung.

    Hier kann man z.B. in Klasse 3 reinschauen:

    Einstern Leicht gemacht

    Einstern regulär

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Meines Wissens ist das Heft in Niedersachsen nicht als Lehrwerk zugelassen.

    "Bundesland

    Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen"

    Quelle: https://www.cornelsen.de/produkte/einst…3-9783060847426

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Fördervariante bedeutet bei den wenigsten Lehrwerken Förderschulniveau im Sinne des Förderschwerpunkts Lernen (diese Hefte heißen meistens irgendwas mit "inklusiv"), sondern eher Differenzierung innerhalb des Grundschullehrplans.

    Das ist bei sehr vielen Lehrwerken wirklich schlecht umgesetzt und nährt noch immer die Vorstellung, alle Schüler:innen könnten dann zur gleichen Zeit am gleichen Inhalt mitarbeiten.

    Das klappt aber nicht, wenn die einen bis 100 und die anderen bis 1 Mio rechen, noch weniger, wenn man individuelle Förderpläne umsetzt und den Kindern die notwendige Zeit einräumt.

    Vielleicht soll das AH eine Grundlage sein, vielleicht etwas, das möglichst jeder erreichen und absolvieren soll, während alles andere dann aus anderen Materialien bestritten wird, es könnte sogar ein Kompromiss oder ein Alibi-Lehrwerk sein, weil man ansonsten sehr frei arbeiten möchte - und darf.

  • In der oben genannten Liste sind übrigens Lehrwerke aufgeführt, nicht aber Arbeitshefte, auch von anderen Verlagen z.B. die Fibel, nicht aber die Schreibübungshefte, die man dann dazu kaufen kann.

    Da es um ein AH und Verbrauchsmaterial geht, ist die Kollegin frei in ihrer Entscheidung. Diese Hefte werden in NDS von den Eltern gekauft und bezahlt,

    allein für die Schulbücher gibt es ein Leihverfahren (quasi mit Miete).

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