• Hallo ihr Lieben,

    Mobbing im Schuldienst ist ein sehr sensibles Thema für mich. Ich habe den Eindruck man hat rechtlich und allgemein kaum Chancen dagegen vorzugehen, gerade wenn man verbeamtet ist. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber in meinem Fall wurde leider alles abgeriegelt. Es freut mich für einige, die nie in solche Dynamiken geraten sind bzw. nach einem Wechsel Glück hatten und in ein respektvolleres wertschätzendes Arbeitsumfeld gekommen sind. Ich hatte das Glück leider nicht. Im Moment überlege ich den Schuldienst - erstmal oder für immer - zu verlassen. Das ist natürlich eine weitreichende Entscheidung mit enormen finanziellen Einbußen, aber ich denke das der Schritt für mich notwendig ist. Ich habe lange versucht in dem System zu bleiben, aber ich will auch in meinem privaten Umfeld nicht ständig erklären, warum ich mich so belastet fühle, dass ich gegen die Dynamiken da nicht ankomme usw.

  • Ich hab schon Einiges versucht. Auch mit einer Versetzung wurde es nicht besser. Meine alte Schulleitung hatte mit der neuen telefoniert und mich schon schlecht gemacht, bevor ich dort angefangen habe. Dann habe ich noch einen Wechsel versucht... Es sind ja nie die gleichen Dynamiken, sondern immer andere. Aber jemand meinte auch, wenn man "neu" ist oder sich "von den anderen unterscheidet" reicht das schon, um Mobbing auf sich zu ziehen.

    Ob ich nun in der freien Wirtschaft glücklich werde, kann mir natürlich auch niemand garantieren... Aber ich hab den Eindruck ich muss endlich die Reißleine ziehen.

  • Hallo ihr Lieben,

    Mobbing im Schuldienst ist ein sehr sensibles Thema für mich. Ich habe den Eindruck man hat rechtlich und allgemein kaum Chancen dagegen vorzugehen, gerade wenn man verbeamtet ist. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber in meinem Fall wurde leider alles abgeriegelt. Es freut mich für einige, die nie in solche Dynamiken geraten sind bzw. nach einem Wechsel Glück hatten und in ein respektvolleres wertschätzendes Arbeitsumfeld gekommen sind. Ich hatte das Glück leider nicht. Im Moment überlege ich den Schuldienst - erstmal oder für immer - zu verlassen. Das ist natürlich eine weitreichende Entscheidung mit enormen finanziellen Einbußen, aber ich denke das der Schritt für mich notwendig ist. Ich habe lange versucht in dem System zu bleiben, aber ich will auch in meinem privaten Umfeld nicht ständig erklären, warum ich mich so belastet fühle, dass ich gegen die Dynamiken da nicht ankomme usw.

    Das tut mir sehr leid für dich. Ich hoffe du findest eine Lösung, die für dich passt.:troest:

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Danke. 😊

    Eine Frage hätte ich noch. Kennt ihr ehemalige Grundschullehrer, die sich umorientiert haben und in welchen Bereichen arbeiten die jetzt? Ich hab natürlich auch schon Einiges überlegt, ich dachte nur, vielleicht hat noch einer DEN Tipp. Etwas, an das ich vielleicht noch nicht gedacht habe.

  • Ich habe nun das volle Programm des Mobbings über einen langen Zeitraum erlebt und kann dir nur sagen, dass am Ende alle Instanzen zusammenstehen und man kaum eine Chance hat.

    Man muss schauen, dass man nicht selbst vor die Hunde geht, denn effektive Hilfe wird man von Seiten der Schulbehörde kaum erleben.

    Ich habe mich in einem anderen Bundesland beworben. Sobald ich die Zusage bekomme, bin ich weg. Man kann sich nur selbst schützen.

    Viele sprechen immer von Mobbing an Schulen durch Schüler. Das Thema Mobbing der Schulleitung oder von Kollegen ausgehend wird nur selten thematisiert.

    Ich muss aber sagen, dass ich mich in meinem Fall auch hätte umorientieren können, weil ich davor noch einen anderen sehr gesuchten Beruf gelernt habe. Das haben klassische Lehrer nicht und das tut mir für die, die ähnliches wie ich erlebt haben immer ein bisschen leid, weil sie der Sache noch schutzloser ausgeliefert sind.

    Wobei auch da viel geht. Man könnte sich in der Jugendhilfe, in der Sozialarbeit bewerben oder sicher auch in Kitas, Beratungsstellen, bei Nachhilfeeinrichtungen oder in der Unternehmensgründung. Eventuell auch abhängig vom Fach. Wenn man Chemie studiert hat, würde die freie Wirtschaft auch attraktiv sein.

    In meinem Fall habe ich aber gemerkt, dass es die Kollegen und die SL sind und ich an sich gut mit den Schülern klar komme, weshalb ich noch weiter im Bereich bleiben will, aber die Schule wechsle.

  • Wenn man Chemie studiert hat, würde die freie Wirtschaft auch attraktiv sein.

    Die freie Wirtschaft hat kein Interesse an Chemie Lehrkräften. Ohne Promotion geht da erstens wenig bis gar nichts und zweitens ist man nach Lehrtätigkeit an einer Schule fachlich komplett raus, selbst, wennan fachlich promoviert hätte.

  • Die freie Wirtschaft hat kein Interesse an Chemie Lehrkräften. Ohne Promotion geht da erstens wenig bis gar nichts und zweitens ist man nach Lehrtätigkeit an einer Schule fachlich komplett raus, selbst, wennan fachlich promoviert hätte.

    Eben. Ich habe noch einen kompletten Diplomstudiengang, seit 2004 ist der fachliche Teil im Studium um mehr als die Hälfte gesunken. Ich habe damals ein Promotionsangebot ausgeschlagen, weil ich in den Schuldienst wollte.

    Ein Grund dafür war, dass man als Chemikerin keine längere Auszeiten z. B. für Familiengründung nehmen konnte, schon 6 Monate galten als zu lang.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Man könnte sich in der Jugendhilfe, in der Sozialarbeit bewerben oder sicher auch in Kitas, Beratungsstellen, bei Nachhilfeeinrichtungen oder in der Unternehmensgründung. Eventuell auch abhängig vom Fach. Wenn man Chemie studiert hat, würde die freie Wirtschaft auch attraktiv sein.

    Als Seiteneinsteiger bei großen Bewerbermangel und schlechter Bezahlung ja. Mit Chemie vielleicht sogar als CTA? Aber dort bin ich noch viel abhängiger von meinen Chefs und die Bezahlung ist mies.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Als Seiteneinsteiger bei großen Bewerbermangel und schlechter Bezahlung ja. Mit Chemie vielleicht sogar als CTA? Aber dort bin ich noch viel abhängiger von meinen Chefs und die Bezahlung ist mies.

    Ist sie das denn? Ich hab oben nicht gelesen, dass sie Seiteneinsteiger ist. Aber ich lass mich gern verbessern.

  • Ich glaube es war eher als Seiteneinsteigerin in der freien Wirtschaft gemeint. Sie hat ja keine Ausbildung in dem Bereichen gemacht. Und dann hat man natürlich nicht so einen sicheren Job wie in der Schule.

    Ein Kollege hat letztes Jahr bei uns gekündigt, seinen Beamtenstatus aufgegeben und direkt bei der Stadt angefangen. Ich glaube, da gibt es schon einige Möglichkeiten.

  • Hast du hier schon geschaut?
    ]https://isabellprobst.de/typische-beruf…er-lehrkraefte/

    Es gibt immer wieder Chancen, auf die man nicht unbedingt kommt. Zum Beispiel konnte ich vor Jahrzehnten als technische Autorin im Sondermaschinenbau arbeiten, nur weil grade das Produkthaftungsgesetz erlassen worden war und dringend Leute gebraucht wurden, die adressatengerecht schreiben konnten. Heute gibt es dafür Studiengänge, das geht also nicht mehr. Aber irgendwas ist ja immer neu und sorgt für Disruptionen, die Chancen eröffnen. Eine Freundin setzt z.B. zur Zeit remote eine Ausgründung ihres Arbeitgebers komplett von Null an auf, während sie die Organisationsstrukturen und KI-Werkzeuge in einem Intensivkurs der Arbeitsagentur gleichzeitig grade erst Stück für Stück kennen lernt. Sie lernt (und arbeitet) natürlich unglaublich viel und kann selbst nicht fassen, dass sie das kann. Wenn sie das durchgezogen hat, wird sich ihr Chef nicht mehr trauen, sie schlecht zu behandeln und ihr zuwenig zu bezahlen wie bisher, sonst ist sie einfach weg und nimmt ihre KI-Agenten mit. Sie hat nicht studiert, ist aber eine Schlaue. Wenn grade was Neues passiert, kann es für einen Moment egal sein, welche Qualifikationen man (nicht) hat. Man muss halt einfach ja sagen und nicht rumzögern.

  • Dieser Link führt zu einer Coaching-Agentur, die Beratung und Begleitung zum Ausstieg anbietet. Die wollen sicher nur dein Bestes :teufel:

    Das Thema taucht ja schon seit vielen Jahren auf. Hier habe ich Infos und Linktipps zum Thema "Alternativen zum Lehrerberuf" gesammelt - u.a. auch Links zu mehreren Threads auf lehrerforen.de, die sich damit befassen:
    https://autenrieths.de/lehrerberuf.html
    Ohne Honorargebühren, Blink-Blink-Werbung oder Abfrage deiner Mailadresse ;)

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