• <Mod-Modus >

    Oh Marie_September , dein Ton wird immer schlimmer

    Keine Sorge.

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    Millie .... ähm ... Gartenfreundin-H20 ... ähm .... (hier kommt man total durcheinander ;) ) Marie_September ist gesperrt..


    kl gr. Frosch, Moderator

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Ich war gestern leider beschäftigt. Ich möchte nicht so viele Angaben zu meinem Wechsel machen, weil man mich sonst hier noch identifiziert. Klingt vielleicht paranoid, aber ich will nicht noch mehr Stress als ohnehin schon. Es fehlt so viel fachliche Aufklärung in Bezug auf Mobbing. Die Zahlen mit 80/20 habe ich aus Fachliteratur. Auch dass es verschiedene Eskalationsstufen gibt, die in meinem Fall nach wenigen Wochen schon in Kraft getreten sind. Oft greift man Leute an, weil sie High-Performer sind. (Oder eben neu und anders.) Ich habe gar nichts betont oder herausgestellt, die Reaktion der Kinder hat für sich gesprochen.

    Was mir nun aber Sorgen macht: Das rufschädigende Verhalten vor SuS, Eltern und Schulbehörde war enorm. Ich mache mir Sorgen, dass es Berührungspunkte bei einem neuen Arbeitgeber mit Personen von diesem Umfeld geben könnte und dort ebenfalls ein deffamierendes Verhalten Kreise zieht. Ist das unbegründet? Könnte man dann dagegen vorgehen? Ich meine übliche Nachrede ist strafbar, aber das muss man ja erstmal stichhaltig nachweisen.

  • Eben, wenn nichts Stichhaltiges vorgefallen ist, kannst du weder was nachweisen noch gegen etwas vorgehen. Du kannst nur für dich eine Therapie machen und damit klarkommen und woanders neu anfangen.

    Du bist nicht der einzige Mensch, der Mobbing erlebt, das wissen auch andere Schulleiter. Je unbefangener du an einem neuen Arbeitsplatz anfangen kannst, desto besser. Ich kann dir wirklich nur raten, selbst mit dem Kapitel abzuschließen und Kraft zu tanken.

  • In meiner aktuellen Situation habe seitenweise ein Mobbingprotokoll geführt. Mit Datum und Beteiligten und welche Auswirkungen dies auf meine Arbeit hatte. Hat niemanden von höherer Stelle interessiert.

    Ich finde es an sich - und das muss ich an dieser Stelle mal sagen- in diesem System (Ist das in der freien Wirtschaft auch so?) nicht ok, dass das Mobbingopfer sich psychologisch betreuen lassen muss, mit Glück irgendwann versetzt wird. Während die Mobbingdynamik nicht aufgearbeitet, geschweige denn geahndet wird und dann eben unter Umständen den nächsten trifft (Ich habe irgendwo einen älteren Artikel gefunden. Das scheint in ganz Deutschland im Schuldienst so zu sein.)

    Und ganze ehrlich, ich bin von einer Mobbingdynamik in die nächste gekommen, mit jedem Wechsel wurde es NOCH schlimmer. Ich hatte ja auch nie Zeit mal wirklich Abstand zu gewinnen, daher ja nun mein "Ausstieg". Ob ich nicht irgendwann wieder vor einer Klasse stehe, bei einer Privatschule oder so, kann ich nicht sagen, vielleicht. Oder in einem anderen Bundesland 😉 Keine Ahnung. Aber jetzt will ich erstmal meine Ruhe haben. Das, was ich da die letzten Jahre erlebt habe... Wenn ich nicht im Grunde so zäh und belastbar wäre, und an diesem Beruf hängen würde, hätte ich wahrscheinlich schon vor vier Jahren die Reißleine gezogen. Aber man versucht natürlich erstmal alles um weiter in seinem Beruf arbeiten zu können und Beamter zu bleiben. Aber man hat mich nicht geschützt und das reicht jetzt auch.

  • Was mich übrigens am meisten an diesem ganzen Mobbing-Thema genervt hat: Sollte es nicht eigentlich um die Kinder und den Unterricht gehen? Das alleine kann ja schon herausfordernd und anstrengend genug sein. Wenn ich mal überlege wie viel meiner Kraft und Energie in diese zwischenmenschlichen Konflikte geflossen ist. Geht einfach gar nicht.

  • Liebe Nordlicht, deine Erfahrungen sind leider typisch, du siehst die Dinge richtig. Ich hatte mal Gelegenheit, mich länger mit einem erfahrenen Anwalt darüber zu unterhalten, dessen Kanzlei um die 400 beamtenrechtliche Fälle im Jahr bearbeitet. Er sieht keinen Schutz und keine wirkliche Handhabe. Vielleicht ist das ja eines Tages anders. Bis dahin ist Mobbing ein schicksalhaftes Ereignis wie ein Unfall oder eine schlimme Krankheit, enorm schädlich, sinnlos, ungerecht. Aber nicht zu ändern. Versuche nach vorne zu schauen. Bring dich in Sicherheit und hake es ab. Garantien, dass es einen nicht wieder einholt, gibt es natürlich nicht, aber dass dir das schon mehrfach passiert ist, ist außergewöhnliches Pech. Es ist jetzt wahrscheinlich vorbei. Sorg weiter gut für dich und fang ein neues Kapitel an.

  • Wenn Mobbing traumatisiert, dann triggern bestimmte Verhaltensweisen anderer Kollegen sofort diese Erinnerungen/Gefühle/diesen Zustand. Man kann sich dann nicht völlig unbefangen und normal verhalten. Insofern halte ich erneute problematische Erfahrungen für wahrscheinlicher als bei einer unbelasteten Person.

    Außerdem halte ich die Frage, ob bestimmte Personen oder -gruppen häufiger von Mobbing betroffen sind, für sehr relevant.

    Und zwar ausdrücklich nicht, um Victimblaming zu betreiben, sondern um sich zu schützen. Zum Beispiel beginnen Mobbinghandlungen oft nach unbewältigten Konflikten und mangelnder Kommunikation. Seine eigenen Mobbingerfahrungen zu verarbeiten und an seiner Kommunikation zu arbeiten ist also definitiv gesünder als darin verhaftet zu bleiben, dass die anderen alle doof sind. Und die anderen sind doof, denn Mobbinghandlungen sind und bleiben scheiße. Das Phänomen existiert deswegen aber trotzdem weiter.

    https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-ps…ktoren/mobbing/

  • Da mag ja was dran sein. Trotzdem möchte ich die Verantwortung gerne bei den Leuten lassen, die mobben. Weil es ist sehr entlastend für alle, dem "Opfer" einen Anteil zuzuschieben, anstatt auszuhalten, dass es quasi jeden "Neuen" treffen könnte.

    Und natürlich hat das Nachwirkungen. Es ist psychische Gewalt.

  • Das Mühsame an Mobbing ist, dass das Problem permanent individualisiert wird und Betroffene dauernd aufgefordert werden, ihren Anteil zu sehen, an sich zu arbeiten und so ständig unter Rechtfertigungsdruck geraten. Man wird nicht gemobbt, weil man ungünstig kommuniziert oder einen Knacks hat. Viele Leute sind anstrengend oder seltsam und haben vielleicht öfter Konflikte als andere und werden nicht gefragt, ob sie mit essen gehen, aber sie werden nicht gemobbt, und umgekehrt geraten sehr kompetente und angenehme Menschen unversehens in ein Mobbinggeschehen, die vorher in allen sozialen Gruppen gut zurechtgekommen sind. Mobbing kann auftreten, wenn grundsätzlich Spannungen in einem System bestehen, die an den Personen ausagiert werden, die grade am angreifbarsten erscheinen, weil sie neu, jung, alt, gerade krank, alleinerziehend, in Teilzeit, privat belastet etc. sind oder überlastete und frustrierte Kollegen sie als Bedrohung wahrnehmen. Es schadet normalerweise ja nicht, über sich selbst nachzudenken. Bei Mobbing kann das aber in die Irre führen. Weil Psychotherapeuten den von dir, Quittengelee, beschriebenen Ansatz tief in ihrer DNA haben, besteht die Gefahr, dass sie Mobbingbetroffene regelrecht gaslighten. Mobbing ist KEIN individuelles Problem, sondern ein wahrscheinliches Phänomen in überlasteten, hierarchischen Systemen mit unklaren oder widersprüchlichen Rollenerwartungen. Man kann sich natürlich der Gefahr bewusst sein und sich möglichst nicht anbieten, aber letztlich kann es jeden erwischen.

  • Da mag ja was dran sein. Trotzdem möchte ich die Verantwortung gerne bei den Leuten lassen, die mobben. Weil es ist sehr entlastend für alle, dem "Opfer" einen Anteil zuzuschieben, anstatt auszuhalten, dass es quasi jeden "Neuen" treffen könnte.

    Und natürlich hat das Nachwirkungen. Es ist psychische Gewalt.

    Das ändert nichts dsran, dass du nur selbst etwas an der Situation und ihren Nachwirkungen ändern kannst. Für das Mobben ansich trägst du natürlich keine Verantwortung. Dafür, wie du damit umgehst und es mental verarbeitest schon.

  • Man made desaster sind schwer zu ertragen. Es ist wichtig, dass anerkannt wird, was geschehen ist. Hier könnte Psychotherapie wirklich helfen, und zum Glück hast du, Nordlicht, ja auch eine Therapeutin gefunden, die sich mit Mobbing auskennt. Ja, es ist Gewalt.

  • Man made desaster sind schwer zu ertragen. Es ist wichtig, dass anerkannt wird, was geschehen ist. Hier könnte Psychotherapie wirklich helfen, und zum Glück hast du, Nordlicht, ja auch eine Therapeutin gefunden, die sich mit Mobbing auskennt. Ja, es ist Gewalt.

    Die kompetente Therapeutin, die übrigens genau die gleiche Auffassung hat wie du, hatte ich privat kennengelernt. Mein Kontingent an Therapie ist nach wiederholtem Mobbing ausgeschöpft. Aber natürlich hab ich mir trotzdem andere Unterstützung geholt. Es braucht einfach Zeit. Eine Bekannte hat "nur" einmal Mobbing erlebt, hatte selbst nach 2 Jahren immer noch damit zu kämpfen. Ich habe das dreimal (!) hintereinander durch. Klar, dass man das nicht innerhalb von ein paar Wochen/ Monaten verarbeitet hat. Ich danke euch aber trotzdem, dass ich hier darüber schreiben kann. Es war mir wichtig mit Kollegen darüber zu reden, da sie den Schulkontext besser verstehen als Außenstehende.

  • Mein Kontingent an Therapie ist nach wiederholtem Mobbing ausgeschöpft.

    Meinst du von dem her, was du bezahlt bekommst oder dass du denkst, du bekommst keine neuen Impulse mehr?

    Wenn Zweiteres gelten sollte: Es gibt Therapeuten mit unterschiedlichen Ansätzen. Du könntest noch jemanden anderen mit einem anderen Ansatz probieren, der dich wieder einen Schritt weiterbringt im Umgang mit Mobbing in dem Sinn, wie es Schmidt erläutert hat.

  • Meinst du von dem her, was du bezahlt bekommst oder dass du denkst, du bekommst keine neuen Impulse mehr?

    Wenn Zweiteres gelten sollte: Es gibt Therapeuten mit unterschiedlichen Ansätzen. Du könntest noch jemanden anderen mit einem anderen Ansatz probieren, der dich wieder einen Schritt weiterbringt im Umgang mit Mobbing in dem Sinn, wie es Schmidt erläutert hat.

    Nee das wird nicht übernommen vorerst, zumindest war das mein letzter Kenntnisstand.

  • Ich habe mir jetzt erstmal meine Stärken usw aufgeschrieben, nachdem man mir ja die ganze Zeit eingeredet hat, dass ich nichts kann. Was natürlich nicht stimmt. Ich sag mir inzwischen: Nur weil die das nicht sehen konnten/ wollten, heißt das nicht, dass andere das genauso sehen.

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