Stimmungsbild → Schriftwahl

  • Welche der drei Überschriften empfindest Du für den Einsatzzweck am passendsten? 12

    1. Varaiante Oben (2) 17%
    2. Variante Mitte (6) 50%
    3. Variante Unten (4) 33%

    Einen schönen guten Morgen,

    mich würde eure Meinung bzgl. der Schriftwahl für Lehr- und Lernmaterial für:

    • Fortgeschrittene Leseanfänger (eher Ende 1. Klasse und 2. Klasse)
    • Ältere Kinder (bis ca. 12) mit Leseschwäche

    Es geht mir um die beste Lesbarkeit, Förderung der Lesegeläufigkeit.

    Im Anhang findet ihr drei Varianten. Der Fliesstext ist identisch. Es geht mir nur noch um die Überschrift.

    Bitte den Inhalt des Textes ignorieren und nur auf das Schriftbild achten. :)

    Die pragmatischste Lösung wäre die Version ganz unten, hier habe ich aber etwas die "Sorge" dass das für die älteren Kinder zu sehr nach Anfängerschrift und ggf. Stigmatisierung rüber kommt. Im Sinne von "Ich bekomme das Baby-Zeug. Das mache ich nicht".

    Vielen lieben Dank euch!


    /edit: Ich möchte bewusst keine klassischen Grund/Basisschriften verwenden.

  • Keine von denen. Am ehesten die in der Mitte, allerdings stört, dass das große "I" also [i] kleiner ist als das kleine "l" also [L].

    Serifenschriften finde ich generell ungünstig. Auch je schnörkeliger oder kursiver eine Schriftart ist, desto schwieriger, als "kindlich" werden Schüler*innen das nicht deuten.

    Der Vorteil der klassischen Druckschrift ist halt, dass sie aus Gründen so ausgewählt wurde und viele Kinder sie schon kennen und daher leichter wiedererkennen. Zum Beispiel das kleine "a" sieht in deinen Schriften anders aus als das gedruckte, das die Kinder erlernen.

  • Die Überschrift sollte in derselben Schriftart wie der Fließtext sein, kann aber natürlich größer und fett gedruckt werden. Probleme bei deinen Beispielen sehe ich beim großen "i" (Unterscheidung kleines "L") und natürlich beim kleinen "a". Kannst du nicht einfach die Schrift verwenden, mit der die Schulanfänger das Lesen gelernt haben? Die meisten Grundschulen einigen sich doch auf die zu verwendenden Fonts, ihr nicht?

    die "Sorge" dass das für die älteren Kinder zu sehr nach Anfängerschrift und ggf. Stigmatisierung rüber kommt. Im Sinne von "Ich bekomme das Baby-Zeug. Das mache ich nicht".

    Das halte ich für übertrieben. Natürlich werden sie später verschiedene Schriftarten kennenlernen und lesen können. Das kann man aber durchaus differenziert üben.

  • Die pragmatischste Lösung wäre die Version ganz unten, hier habe ich aber etwas die "Sorge" dass das für die älteren Kinder zu sehr nach Anfängerschrift und ggf. Stigmatisierung rüber kommt. Im Sinne von "Ich bekomme das Baby-Zeug. Das mache ich nicht".

    Kann pepe bestätigen. Bei mir hat sich in Klasse 3/4 noch nie ein Schüler in dieser Richtung geäußert.

    Ich würde auch eine Schrift nehmen, die den Schülern bekannt ist.

  • Danke für eure Rückmeldung.

    Bei der Form des a gehe ich vollkommen mit dir. Da ist die Schrift des Fließtextes (bzw. die Headline ganz unten, welche die gleiche Schritt nur in einem dickeren Schnitt ist) in meinen Augen die beste von den dreien. Diese Schrift, Andika, wurde speziell für Leseanfänger entwickelt. Allerdings stört mich bei der, dass das l keinen Schwung am unteren Ende hat - eben eigentlich auch das, was zu Beginn gelernt wird.

    Die obere Schrift (Atkinson Hyperlegible Next) ist explizit für Personen mit Leseschwäche entwickelt, was natürlich nicht gleichbedeutend mit Leseanfänger ist, aber dennoch über klarere Formen verfügt - nur nicht zwingend mit Formen die für Leseanfänger übereinstimmen. Dass das a dort zweistöckig und nichit einstöckig ist, wird übrigens mit der besseren Unterscheidbarkeit zum o begründet.

    Bei den meisten klassischen Druckschriften (serifenlose Groteske) haben leider eine schlechte I - l (L) Paarung.

    Perfekt ist keine Schrift. Aber da habe ich bislang auch schlichtweg nichts gefunden, wenn ich mal von den "offiziellen" Schulschriften ausgehe, welche ich aber meiden möchte um die Gestaltung generischer zu halten. (z.B. Basisschrift in der Schweiz, Druckschrift Nord, Druckschrift Süd, Druckschrift Bayern unterscheiden sich ja auch alle untereinander)

    PS: Eine Serifenschrift ist keine einzige von den Headline-Schriften. Allenfalls angedeutete Semi-Serif.


    /edit: Mir geht es am Ende darum, nicht für meine Klasse / SuS etwas zu gestalten, sondern etwas zu finden was allgemein funktioniert, egal wo die Kinder lernen. D.h. exakt werde ich es nicht abbilden können, nur möglichst zugänglich machen vom Schriftbild her. In der Theorie. :)

  • Wenn es doch um mehr Schüler:innen als deine eigenen geht, würde ich eine Ausgangsschrift wählen, also Druckschrift der Länder oder Grundschrift.

    Es ist für schwache Leser:innen wichtig, geübte Leser:innen stellen sich schneller um und suchen auch selbst bald Bücher.

    Wenn ich ein Material aus BY mit den dortigen Schriften finde, kann ich diese Schriften neben der Grundschrift einsetzen, das schaffen auch Anfänger:innen bald.

    Das Gleiche gilt für die Markierung der Silben, die die Schwachen benötigen, die Staken schneller ablegen.

    Ich nutze Texte von bekannten Grundschul-Seiten, da gibt es schon recht viel Auswahl. Finde ich inhaltlich nichts Passendes oder benötige ich etwas Bestimmtes, kann ich die KI für leichte Sprache bemühen und ggf. den Text noch durch einen Silben-Generator schicken.
    Kurze Texte sind gute Übungsaufgaben und eigenen sich auch gut für das Lesetandem. Da könnte man auch zunächst den silbenmarkierten Text zum Üben nutzen, im Anschluss den rein schwarz gedruckten.

  • Nachtrag:

    Für den DaZ-Bereich wird man häufiger die Texte zunächst in der Herkunftssprache anbieten und dann auf Deutsch das flüssige Lesen üben.

    Das ist eine Gratwanderung, was Schüler:innen erwarten, aber wer in der Herkunftssprache sicher liest, hat mehrere Vorteile: Es stärkt die Herkunftssprache, die Lesefähigkeiten der Sinnentnahme, die kommunikative Kompetenz und hilft, inhaltlich mitzuarbeiten.

    Es setzt aber voraus, dass die DaZ.Schüler:innen in der Herkunftssprache alphabetisiert sind und die Bereitschaft, Deutsch zu lernen und nicht generell auf Übersetzung zu bestehen.

  • ich finde es gut, den kindern am ende der 1.klasse auch schon schriften mit serifen und verschiedenen buchstabenvarianten vorzulegen und schriften generell abzuwechseln, sonst können sie im alltag nicht alles einfach lesen.

    ich konnte als kind fraktur nur sehr schlecht lesen, was mich sehr geärgert hat, da meine eltern noch alte kinderbücher hatten. in der schule hatten wir das auch nicht gelernt. das halte ich mittlerweile für unnötig, aber die flexibilität finde ich wichtig und man sollte schwächere schüler nicht vor alltäglichen schriften bewahren.

  • und man sollte schwächere schüler nicht vor alltäglichen schriften bewahren.

    Da muss man vielleicht definieren, was „schwächere Schüler:innen“ bedeutet.

    Ich habe über 4 Jahre Schüler:innen, die am Anfang des Leselehrganges stehen, weil sie gerade erst nach Deutschland gekommen sind und/oder weil sie im Lernen beeinträchtigt sind.
    Sie schaffen es am Ende der 4. Klasse, die silbenmarkierten Texte der inklusiven Ausgabe der Fibel zu erlesen (… und ich freue mich, dass sie so weit gekommen sind, das habe ich zwischenzeitlich bezweifelt, dann ging es doch weiter).

    Ich habe den TE so verstanden, dass er für solche Schüler:innen Texte sucht oder erstellen will, die inhaltlich mehr sind als die Fibel-Texte, aber dennoch leicht zu lesen.

    Für gute Leser:innen kann man Angebote oder herausfordernde Aufgaben stellen, aber gerade Ende 1 oder am Ende des üblichen Leselehrgangs, der mit Mühe erreicht wird, würde ich Kinder damit nicht überfordern wollen, sondern Erfolge ermöglichen und feiern, auch wenn sie nur sehr klein sind.

  • Moin,

    Ich nehme immer ABeeZee als Schriftart.

    Ich finden das große I und das kleine L dort gut. Auch das a ist passend.

    Von deinen Schriften finde ich die mittlere noch am besten.

  • So. Abschließendes Feedback.

    Ich bin eure Kommentare durchgegangen, habe nochmals ein paar weitere Stunden weiter geforscht, verglichen etc. und bin nun am Ende bei zwei ganz anderen Schriften gelandet, die ich nun als eine gute Kombination erachte.

    Fredoka für die Headline und Didactica für den Fließtext.
    Eingeschossige a und g, relativ nah an den Grundschriften dran, tief gezogene Mitte im M, ….

  • So. Abschließendes Feedback.

    Ich bin eure Kommentare durchgegangen, habe nochmals ein paar weitere Stunden weiter geforscht, verglichen etc. und bin nun am Ende bei zwei ganz anderen Schriften gelandet, die ich nun als eine gute Kombination erachte.

    Fredoka für die Headline und Didactica für den Fließtext.
    Eingeschossige a und g, relativ nah an den Grundschriften dran, tief gezogene Mitte im M, ….

    Überschrift und Fließtext in zwei verschiedenen Schriftarten ist äußerst unästhetisch. Es macht auch keinen Sinn, die beste Schrift zu suchen und dann den Text, den die Kinder lesen sollen genau nicht in dieser Schriftart anzubieten, oder?

    Bist du eigentlich schreibberechtigt hier also Lehrkraft? Oder beraten wir dich gerade kostenlos zu einem Produkt, das du entwickelst?

  • Überschrift und Fließtext in zwei verschiedenen Schriftarten ist äußerst unästhetisch.

    Das ist aber eigentlich der Normalfall: Fließtext mit Serifen, Überschriften ohne.

    Bei der Art von Schriften, um die es hier geht, gilt das aber nicht. Ich würde auch die Schrift des Fließtextes für die Überschriften (halt größer und fett) nehmen.

  • Bist du eigentlich schreibberechtigt hier also Lehrkraft?

    Um den User mal in Schutz zu nehmen: Er ist schon seit 2017 in diesem Forum aktiv und schrieb damals, er sei ein "Grenzgänger" aus BW, der an einer Schule in der Schweiz arbeite.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Quittengelee Ich habe früher lange als Designer gearbeitet, Zweitstudium auf Primarschule, arbeite seit 10 Jahren als Lehrer. Also ja, ich glaube ich bin schreibberechtigt.

    Ich erstelle seit etwa drei Jahren recht aufwändig und mit viel Herzblut kostenloses Material, von einfachen Arbeitsblättern bis hin zu umfangreichen 40seitigen Dossiers, z.B. für den Sachunterricht, das ich auf meinem Blog anbiete.

    In den letzten 18 Monaten habe ich mich intensiv im Bereich Instruktionsdesign/LXD fortgebildet, um eine Brücke zwischen den beiden Berufen zu schlagen. Und auch mit dem Ziel, einen kleinen Teil des erstellten Arbeitsmaterials (umfangreichere hybride und differenzierte Lernmodule) für eine kleine Gebühr verkaufen, da diese dann weit über ein klassisches Arbeitsblatt hinausgehen werden.

    Das meiste Material wird sich an die Mittelstufe richten, da ich dort eher zuhause bin. Einiges Material, dann eher die kostenlosen Arbeitsblätter, ist aber auch für die 1./2. Klasse. Daher möchte ich, wenn ich ohnehin schon am Konzipieren und Gestalten bin hierfür entsprechend zielgruppengerecht arbeiten. Da ich aber nur je auf ein Jahr in einer 1. und 2. Klasse zurückblicken kann, wollte ich mir schlichtweg Meinungen von denen einholen, die da Praxiserfahrung gesammelt haben.

    Ich habe einige wichtige Punkte aus den vielen Vorschlägen nehmen können die mir dann bei der Entscheidungsfindung sehr geholfen haben.

    Die ABeeZee hatte ich auf dem letzten Meter noch zugunsten der Didactica verworfen.

    Für letztere habe ich über Adobe Fonts eine Lizenz, die über mein ohnehin vorhandenes Creative Cloud Abo vorhanden ist.


    Falls es unter diesen Umständen nicht gerne gesehen ist, hier im Forum Meinungen einzuholen entschuldige ich mich, ggf. die Netiquette verletzt zu haben.

    Sonnige Grüße ☀️

    Einmal editiert, zuletzt von fulo (11. Juli 2026 13:32)

  • Ein "ja" hätte genügt, es war eine einfache Frage. Hier melden sich aller Nas lang Leute an, die irgendwas verkaufen wollen und hier "Stimmungsbilder" dafür einholen. Aber ist ja gut, wenn wir helfen konnten :super:

  • So. Abschließendes Feedback.

    Ich bin eure Kommentare durchgegangen, habe nochmals ein paar weitere Stunden weiter geforscht, verglichen etc. und bin nun am Ende bei zwei ganz anderen Schriften gelandet, die ich nun als eine gute Kombination erachte.

    Fredoka für die Headline und Didactica für den Fließtext.
    Eingeschossige a und g, relativ nah an den Grundschriften dran, tief gezogene Mitte im M, ….

    Diese Schrift wirkt auf mich kindisch und unseriös.

  • Diese Schrift wirkt auf mich kindisch und unseriös.

    Ich würde es "verspielt" nennen und finde sie in der Menge vor allem recht unruhig. Auf der Website der Entwickler sind einige Anwendungsbeispiele gezeigt; das sind alles einzelne Wörter oder sehr kurze Texte (drei oder vier Sätze, 40-60 Worte), da funktioniert es ganz gut. Für die Grundschule passt das vermutlich (das kann ich aber nicht wirklich einschätzen), aber für eine ältere Zielgruppe und längere Texte hätte ich Zweifel ob das Schriftbild noch ansprechend ist und genug Sicherheit gibt.

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