• Wie Lego bauen ohne Anleitung


    Die grobe Unterrichtsverteilung steht bei uns quasi automatisch fest - aufgrund der Klassenlehrer-Funktion (so viele Fächer wie möglich) und der Nebenfächer im Laufenden Schuljahr.

    Der Stundenplan steht in ser Regel spätestens 2 Wochen vor den Ferien, manchmal auch erst in der letzten Woche (wenn irgendwas dazwischen kommt).

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Einsatzplanung gibt es bei uns so 2 Wochen nach Beginn der Sommerferien, Stundenplan ca. eine Woche vor Ende der Sommerferien. Der Stundenplan ändert sich allerdings bei uns regelmäßig Anfang November und zum Halbjahr (Seminarschule, viele Referendare).

  • Bolzbold , kann man das Stundenplanen lernen oder braucht's auch eine gewisse strategisch-mathematische Kompetenz?

    Ich stelle mir das extrem komplex vor, immer wenn man einen Dominostein wegnimmt, gerät eine ganze Kette ins wanken... Ob man die strategischen Fähigkeiten erwerben kann? Growth Mindset natürlich vorausgesetzt aber trotzdem:P

    Ja, ist es. Aber man kann es lernen. Ich hatte/habe das Privileg von den Besten der Besten zu lernen. Und ich habe bei Weitem noch nicht ausgelernt.

    Das Wichtigste bei der Planung ist es, alle notwendigen Informationen zusammenzutragen, auf ihre Aktualität und Korrektheit zu überprüfen und dann einzugeben. Dazu gehören z.B.:
    Die Salden, Anrechnungsstunden, Entlastungen oder Zeitwünsche. Dann kommt die UV, die natürlich ebenfalls sachlich richtig sein muss und im Vorfeld mit den Kollegen abgesprochen sein sollte. Wenn dann alles soweit eingegeben ist, geht es an die Proberechnung. Da können dann offensichtlich Fehler oder Probleme noch behoben werden. Im Anschluss geht es an die große Rechnung. Wenn dann nicht erneut offensichtliche Fehler oder Kollisionen während des Rechnens angezeigt werden, prüft man die einzelnen Vorschläge der Gesamtstundenpläne.
    Zu dieser Prüfung gehören die Pläne der KollegInnen (Zeitwünsche, maximale Stundenzahl pro Tag etc.) und die Pläne der Klassen und Jahrgangsstufen (Doppelstunden vermeiden, Kernfächer nicht im Nachmittag etc.). Irgendetwas wird immer nicht zu 100% hinhauen. Dann muss händisch optimiert werden. Dazu macht Untis zwar Vorschläge, aber hier ist händisches Hantieren über mehrere Ecken oft sinnvoller. Es ist ein großes Verschiebepuzzle. Am Schluss darf ich dann entscheiden, wer im Extremfall eine unliebsame Kröte schlucken muss und muss dann die entsprechenden Gespräche führen.

    Dieser Gesamtprozess nimmt mitunter eine ganze Woche in Anspruch. Nun muss ich aber auch sagen, dass mein Team einen ungeheuer hohen Anspruch an sich selbst bzw. den Plan hat. Das ist meiner Wahrnehmung nach schon einzigartig. Aber es ist wichtig, weil unsere Arbeit die Arbeitszeiten wie die damit einhergehende Belastung der KollegInnen bestimmt. Da kommt dann die Fürsorgepflicht für die KollegInnen ins Spiel. Wir entscheiden hier über Menschen - und über das Gelingen von Schule vor Ort.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Aber es ist wichtig, weil unsere Arbeit die Arbeitszeiten wie die damit einhergehende Belastung der KollegInnen bestimmt. Da kommt dann die Fürsorgepflicht für die KollegInnen ins Spiel. Wir entscheiden hier über Menschen - und über das Gelingen von Schule vor Ort.

    Ich hoffe, es ist dem Kollegium bewusst.

  • Was machst du eigentlich noch alles?:ohh: Du bist echt extrem engagiert!

    Etwas zu finden oder zu beurteilen ist nicht gleichbedeutend mit machen,

    aber ich habe das Stecken von Stundenplänen schon früh begleitet, kann Vorschläge zur Verbesserung oder zu Möglichkeiten bei Not-Plänen machen und habe auch schon selbst Pläne gesteckt.

    Bei einer kleinen Schule denke ich, dass es schneller am Brett geht, das Eingeben der notwendigen Aspekte in eine Software lohnt sich, wenn man mehrfach im Jahr neue Pläne machen muss - das kommt bei uns vor. Aber Fine-Tuning braucht man dann doch.

    Ansonsten bin ich der Meinung, dass die meisten Aufgaben von mindestens 2 Leuten im Kollegium gekonnt werden sollten, falls eine Person ausfällt. Dazu sind Schulen leider nicht aufgestellt.

    Übrigens wüsste ich gerne, ob Schulen mit IServ planen oder warum sie bei (Web)Untis bleiben und ob sie den Plan dann zusätzlich in IServ einpflegen.

  • Ich hoffe, es ist dem Kollegium bewusst.

    Ja, das ist dem Kollegium bewusst. Viel wichtiger ist aber, dass uns Planern das bewusst ist. Natürlich gibt es auch KollegInnen die mit ihren Plänen hadern, aber ich nehme mir dann die Zeit, ihnen die Gründe dafür zu vermitteln. Hier war schon oft zu lesen, dass Pläne mit einem "Basta" ausgeteilt wurden. Das wäre für mich undenkbar.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Wir gucken gemeinsam drauf,

    manchmal werden auch Alternativen erläutert, dann kann man überlegen, ob man die gelbe oder die grüne Kröte schlucken möchte oder ob man der Kollegin die blaue verabreicht.

    Manchmal ergibt sich dabei, dass Kröten gar nicht so schrecklich sind oder jemand anderes bietet noch einen Tausch oder etwas anderes an, wodurch es für mehrere besser wird.

    U.a. deshalb finde ich Prioritäten bei den Wünschen wichtig.

  • Gibt es denn überhaupt Grundschulen, die mit einer Software planen? Ich habe meistens gehört, dass es mehr Arbeit macht als es händisch einzugeben.

  • Lässt hier jemand mit komplizierten Plänen wie zB am Berufskolleg seine Pläne automatisch von Untis erstellen, nachdem alle Rahmenbedingungen eingegeben wurden?

    On Topic: Einsatzplanung kommt ca. 6-8 Wochen vor den Ferien. Stundenplan dann 2-3 Wochen vorher. Endgültig ist der aber erst nach den Ferien, da in den Ferien erfahrungsgemäß noch ein bißchen was passiert.

  • Deputat zwei Wochen vor den Ferien, eine Woche lang darf noch getauscht werden, dann ist der Computer dran. Ca. eine Woche vor Beginn des Schuljahres erfahren wir das Ergebnis.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Gibt es denn überhaupt Grundschulen, die mit einer Software planen? Ich habe meistens gehört, dass es mehr Arbeit macht als es händisch einzugeben.

    Genau das war unser Ergebnis bei allen, die neu kamen und mit Webuntis planen wollten, sie stecken alle wieder per Hand bzw. inzwischen stecken wir seit diesem Jahr nicht mehr, sondern hängen Magnete an, ist nur noch halb so groß.

  • Genau das war unser Ergebnis bei allen, die neu kamen und mit Webuntis planen wollten, sie stecken alle wieder per Hand bzw. inzwischen stecken wir seit diesem Jahr nicht mehr, sondern hängen Magnete an, ist nur noch halb so groß.

    Wir benutzen Excel. Mit ein paar Formeln hat man einen schnellen Überblick, ob die Stunden passen und keine Doppelungen sind. Aber auch ich habe bisher keine Grundschule getroffen, die mit einer Software zufriedener war...

Werbung