Schweinfurter Rutsche

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    Meine Freundin (Sonderpädagogin) hat ihren Sohn bewusst auf eine integrierte Großstadt-Gesamtschule gesteckt, weil soziale Gerechtigkeit und große Verfechterin einer Schule für alle usw. Sagen wir mal so, der arme Junge steckt da jetzt leider fest und Kind 2 wird am konfessionellen Gymnasium angemeldet. Realität heilt...

    Ich muss dir leider Recht geben, weil ich eine ähnliche Erfahrung gemacht habe. Mein Kind kam mit blauen Flecken heim und Bastelscherenverletzung, außerdem sollte es ein Jahr lang la le lu lesen, obwohl es bereits Bücher las beim Schuleintritt. Wir haben es schließlich auf eine andere Schule versetzen lassen.

    Das Problem ist allerdings nicht die Migration, sondern das Angrenzen der Schule an zwei Stadtviertel, von denen eins sozialer Brennpunkt ist. Ein befreundeter Jason (7) saß heulend bei uns auf dem Boden und weigerte sich, mit meinem Kind etwas zu spielen, weil er nicht an die Playstation durfte, sein Vater musste ihn irgendwan abholen, weil nichts mehr möglich war.

    Beim eigenen Kind haben wohl die meisten keine Lust, es darauf ankommen zu lassen, das muss ich zugeben.

    Konfessionelle Schulen gibt es hier allerdings kaum, diesem Einfluss wollte ich meine Kinder ebenso wenig aussetzen :flieh:

  • Das einzige was helfen würde, wäre massiv Personal aufstocken an diesen Schulen, damit entsprechend gefördert, auch gefordert werden kann. Dann käme es nicht zu heimlichen Attacken mit Scheren und lalelu anstelle von Büchern. Stellt euch vor, in einer Grundschulklasse mit 20 Schülern gäbe es neben der Lehrkraft noch 3 weitere pädagogische Kräfte, die Kleingruppen machen, sich neben Kinder setzen, Bewegungspausen gestalten... wie schön wäre das. Oder?

  • Beim eigenen Kind haben wohl die meisten keine Lust, es darauf ankommen zu lassen, das muss ich zugeben.

    Konfessionelle Schulen gibt es hier allerdings kaum, diesem Einfluss wollte ich meine Kinder ebenso wenig aussetzen :flieh:

    Wir reden hier nicht von einem Kloster sondern von einer bischöflichen Ersatzschule. Da ist die Teilnahme am Religionsunterricht Teil des Schulvertrags. Ansonsten werden die Kinder mitnichten indoktriniert.

    Der zentrale Unterschied zu einer staatlichen Schule ist die höhere ethnische Homogenität (klingt pervers, aber trifft eben den Kern), sowie in Teilen eben auch die soziale Homogenität in Bezug auf Bildungsaffinität der Elternhäuser. Um es hart auszudrücken: Wer nicht möchte, dass sein Kind mit den Schmuddelkindern spielt (oder gar ihre Lieder singt), der gibt sein Kind eben an die konfessionelle Schule. My child first.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Wir reden hier nicht von einem Kloster sondern von einer bischöflichen Ersatzschule. Da ist die Teilnahme am Religionsunterricht Teil des Schulvertrags. Ansonsten werden die Kinder mitnichten indoktriniert.

    Soso. Und die Kirche finanziert diese Schulen und bevorzugt getaufte Katholiken ganz ohne eigene Erziehungsvorstellung, is klar.

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    Der zentrale Unterschied zu einer staatlichen Schule ist die höhere ethnische Homogenität (klingt pervers, aber trifft eben den Kern), sowie in Teilen eben auch die soziale Homogenität in Bezug auf Bildungsaffinität der Elternhäuser.

    Klingt nicht nur pervers, ist es auch.

  • Soso. Und die Kirche finanziert diese Schulen und bevorzugt getaufte Katholiken ganz ohne eigene Erziehungsvorstellung, is klar.

    Jetzt lassen wir mal Ideologie und Emotionen außen vor. So wie ich bischöfliche Schulen erlebt habe, findet dort keine Indoktrinierung statt - und ich habe bzw. hatte drei Kinder dort. Da ich konfessionslos bin und der katholischen Kirche als Institution durchaus kritisch gegenüberstehe, hätte ich meine Kinder niemals dorthin gehen lassen, wenn ich den Eindruck gehabt hätte, dass dort indoktriniert würde.

    Die Voraussetzung für den Zugang zu bischöflichen Gymnasien sind die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche, sowie gute Noten. Das sind zwei Selektionsparameter, die natürlich von Anfang an soziale und ethnische Homogenität bewirken. Was hier an Indoktrinierung stattfindet, wenn man sie denn unbedingt sucht, findet man eher in der Motivlage der Elternhäuser und was dort den Kindern vermittelt wird. (Den Schuh können meine Frau und ich uns aber aus bekannten Gründen nicht anziehen.)

    Die Motivlage der Eltern als entscheidendes Kriterium muss man auch direkt relativieren weil die Entscheidung über die weiterführende Schule auch davon abhängt, wohin die Freunde des eigenen Kindes gehen. Wenn ich dann mehrere Schulen, die durchaus gleichwertig sind, in der näheren Umgebung habe, dann kann das ein entscheidendes Kriterium sein - so auch bei meinem ältesten Kind. Es gab zwei Schulen zur Wahl und ich hatte nach dem Besuch der jeweiligen Tage der offenen Türen den Eindruck, dass man sein Kind guten Gewissens an beide Schulen geben kann. Es wurde dann die bischöfliche Ersatzschule. Die beiden jüngeren Geschwister sind dann entsprechend auch dorthin gegangen (bzw. gehen immer noch). Das Phänomen findet sich an allen Schulen. Auch hier sind natürlich eine Menge Freunde mit an diese Schule gewechselt. Dass ich mein Kind nun den Fängen der Kirche überlasse, habe ich zu keinem Zeitpunkt so empfunden.

    Fun Fact am Rande: Im Nachhinein hat sich das auch als "gute" Entscheidung dargestellt, weil ich an der nicht gewählten Schule jetzt stv. SL bin... Wären meine Kinder dort gewesen, hätte ich mich nicht beworben.)

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Soso. Und die Kirche finanziert diese Schulen und bevorzugt getaufte Katholiken ganz ohne eigene Erziehungsvorstellung, is klar.

    Von "Finanzieren" kann keine Rede sein, wenn man ehrlich ist.
    Diese Schulen sind an vielen Orten um jedes Kind froh ;) und wählen dann entsprechend aus (Ich spreche von den Ersatzschulen). Bei den Bekenntnisschulen (NRW-Besonderheit, plus ein paar in NDS) sind sie natürlich auch froh, wenn sie durch eine vergrößerte Auswahl einige Kids dazunehmen (und andere nicht mehr nehmen "müssen")

  • Wie Bolzbold sagt (und ich bin wirklich kein Fan von konfessionellen Schulen ... gewesen).
    Ehrlich: die meisten sind mittlerweile nur ganz normale Schulen ohne die Möglichkeit, Ethik zu wählen. Das war's. Vielleicht ein Gottesdienst mehr im Jahr.

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    Die Voraussetzung für den Zugang zu bischöflichen Gymnasien sind die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche, sowie gute Noten.

    [...]


    Es ist zwar traurig, dass diese Selektion bei staatlichen finanzierten Schulen stattfinden darf - in der Praxis ist das aufgrund des starken Rückgangs christlicher Kinder (christlicher Bevölkerungsanteil) an vielen bischöflichen Ersatzschulen schon länger nicht mehr umsetzbar.

    Beste Grüße

    yunai

  • weswegen die Zugehörigkeit bei vielen Schulen kein hartes Kriterium mehr ist, sondern der Einklang mit den christlichen Werten (und Verpflichtung zum Besuch des Reliunterrichtes, auch bei keinem / muslimischen Glaube)

  • Solange die Anmeldungen die Plätze übersteigen, kann man so auswählen - und das passiert auch. Natürlich gibt es Geschwisterboni etc. als weitere "harte" Kriterien.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

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