Anfangsunterricht Englisch - und native speaker Kind in der Klasse

  • je nach Bildungshintergrund ja.
    Ich kenne mehrere, die das so gemacht haben, dass ein Elternteil die Landessprache gesprochen hat oder nach der Rückkehr weiter.
    Ob man es von den Spracherwerbsmodellen gut findet, mag eine andere Sache sein.
    Ich halte es für möglich, wir wissen auch nicht, wie lange die jeweiligen Eltern in Irland lebten (und ich würde ziemlich sicher Deutsch mit meinem Kind sprechen, auch nach einem Umzug nach Frankreich. Ja, traurig, ist aber so).

    Ich kenne keine einzige Familie, die im Ausland mit ihren Kindern die Landessprache spricht. Die Kinder haben alle viel Kontakt mit Muttersprachlern, zum Beispiel über ihre Nanny und lernen die Sprache manchmal auf diesem Weg. Es geht hier ja nicht ums Auswandern, sondern um einen beruflichen Aufenthalt der Eltern, bei dem die Eltern häufig die Landessprache gar nicht beherrschen. Bei Englisch kann es natürlich sein, dass die Eltern hinreichendende Sprachkenntnisse haben. Dennoch ist es Quatsch, mit dem Kind eine Sprache zu sprechen, die man selbst nicht hervorragend beherrscht, die nicht die eigene Muttersprache ist, wenn man so oder so wieder nachhause zieht.

  • Leider weiß ich das alles noch nicht, weil ich Kind und Klasse noch gar nicht kenne.

    Aber stimmt schon, das Kind war im Ausland vermutlich in einer Kita o.ä. und kann die Sprache deshalb vermutlich gut sprechen und verstehen, nicht aber unbedingt schreiben und lesen.

    Ich schau mal, wie es so wird...

  • Leider weiß ich das alles noch nicht, weil ich Kind und Klasse noch gar nicht kenne.

    Aber stimmt schon, das Kind war im Ausland vermutlich in einer Kita o.ä. und kann die Sprache deshalb vermutlich gut sprechen und verstehen, nicht aber unbedingt schreiben und lesen.

    Ich schau mal, wie es so wird...

    Schlimm wird's schon nicht werden.

  • Ich kenne keine einzige Familie, die im Ausland mit ihren Kindern die Landessprache spricht. Die Kinder haben alle viel Kontakt mit Muttersprachlern, zum Beispiel über ihre Nanny und lernen die Sprache manchmal auf diesem Weg. Es geht hier ja nicht ums Auswandern, sondern um einen beruflichen Aufenthalt der Eltern, bei dem die Eltern häufig die Landessprache gar nicht beherrschen.

    woher willst du das wissen?
    Also: Viele, die glauben / behaupten, auszuwandern, kehren zurück. Viele, die sich gar keine Gedanken machen, bleiben länger.
    Gut, spätestens mit einer Eheschließung mit jemandem, der meine Muttersprache nicht spricht, kann man sagen, dass ich ausgewandert bin, aber REAL habe ich nie gesagt "ich bin ausgewandert". Es war halt so.
    Und in der "Auswanderercommunity" gab es ganz viele, denen es so erging, viele, die aber zurückkehrten, oder in ein anderes Land zogen.

    Und ich weiß nicht, wer deine SuS sind, aber ich habe ziemlich viele SuS (von 1. zur 3. Generation), die mit ihren Eltern Deutsch sprechen, OBWOHL die Eltern kein gescheites Deutsch sprechen. (Oft sprechen sie eben eine Mischung, wie man nach Gesprächen rausfindet, anfänglich behaupten sie, beide Sprachen zu sprechen / können).

  • woher willst du das wissen?

    Woher will ich wissen, dass ein deutsches Paar, das zum Arbeiten nach Irland gezogen ist, wieder nach Deutschland kommt? Weil es so im Ausgangsbeitrsg steht. In der Expat Community ist es die Regel, dass man irgendwann wieder in die Heimat will. Ich habe es genau einmal erlebt, dass ein deutsches Paar mit Kindern im Ausland geblieben ist. Die leben in den USA und sprechen zuhause mit ihren Kindern schon immer Deutsch, weil sie wollen, dass ihre Kinder diese Sprache nicht verlieren. Englisch wird in der Ganztagsschule, mit Freunden, bei Besuch usw. schon hinreichend gesprochen.

    Die Situation, dass die Eltern unterschiedliche Muttersprachen haben ist doch eine ganz andere.

    Ich spreche ganz passabel Englisch, käme aber nicht auf die Idee, mit meinen Kindern Englisch zu sprechen, wenn wir in einem englischsprachigen Land lebten. Warum auch? Wir sind beide Deutsche mit Deutsch als Muttersprache.

    Ja, SuS, deren Eltern mit ihnen gebrochenes Deutsch sprechen, habe ich auch. Wirklich hilfreich ist das nicht. Dass zuhause, wenn keine Deutschen dabei sind auch Deutsch gesprochen wird, bezweifle ich allerdings.

  • Ich spreche ganz passabel Englisch, käme aber nicht auf die Idee, mit meinen Kindern Englisch zu sprechen, wenn wir in einem englischsprachigen Land lebten. Warum auch? Wir sind beide Deutsche mit Deutsch als Muttersprache.

    Wer ins englischsprachige Ausland zieht, macht dies womöglich auch aus Interesse an Gesellschaft und Kultur, möchte mutmaßlich auch selbst Teil dieser Gesellschaft werden. Warum soll man dann noch der Vergangenheit nachhängen?

  • Es gibt eben unterschiedliche Konstellationen, dass zweisprachig aufwachsende Kinder die andere Sprache peinlich finden ist zum Beispiel häufig so.

    In diesem Fall sind die Eltern ja Deutsche. Trotzdem bleibe ich dabei, dass ich ein Gespräch mit Eltern vorab für sinnvolle halte und das Folgende für falsch:

    ... Das Kind wird durch den muttersprachlichen Hintergrund schon einige Kompetenzen mitbringen, aber sicher noch nicht alle, die bis Ende der 4. Klasse curricular vorgesehen sind.

    Guckt in die Lehrpläne rein.

  • Wer ins englischsprachige Ausland zieht, macht dies womöglich auch aus Interesse an Gesellschaft und Kultur, möchte mutmaßlich auch selbst Teil dieser Gesellschaft werden. Warum soll man dann noch der Vergangenheit nachhängen?

    Deinen Angaben nach unterrichtest du Französisch - als Fremdsprache.

    Es ist erstaunlich, dass du dich offenbar nur wenig mit dem Zweitspracherwerb beschäftigt hast. Nur weil ich eine weitere Sprache erlerne, lege ich doch die vorher gelernten nicht ab. Und wenn ich Möglichkeiten finde, eine dieser Sprachen zu nutzen, werde ich es tun.

    Forschungen zum Zweitspracherwerb weisen inzwischen auch aus, dass es üblich ist, Sprachen zu mischen, auf Wörter aus anderen Sprachen zurückzugreifen oder während eines Gesprächs mit den gleichen Gesprächspartner:innen zwischen den Sprachen zu springen.

  • LP NRW Primarstufe: Die SuS erreichen bis Ende Klasse 4 A1 des GeR. "Muttersprachlicher Hintergrund" meint, dass man schon weiter ist.

    Wie ich schon schrieb, ich kann mir durchaus gut vorstellen, dass Sprechen und Hören bereits gut ausgeprägt sind, Lesen und Schreiben jedoch ggf. weniger, da der Umzug nach Deutschland vor Schulantritt in Irland erfolgte. Hinzu kommt noch kulturelle Kompetenz, die das Kind sicherlich in Bezug auf Irland mitbringt. Ich weiß jedoch nicht, ob Irland bereits im Grundschulunterricht besprochen wird, oder eher andere zielsprachige Länder/Regionen.

  • Konkrete Vorschläge :

    Ich arbeite in diesem Fall gern mit englischen Logicals, die das Leseverständnis sowie das logische Denkvermögen trainieren. Darüber hinaus gibt's ein Lies-mal-Heft auch auf Englisch. Bisher (so glaube ich) zwar nur zwei Teile, aber immerhin!

  • Wie ich schon schrieb, ich kann mir durchaus gut vorstellen, dass Sprechen und Hören bereits gut ausgeprägt sind, Lesen und Schreiben jedoch ggf. weniger, da der Umzug nach Deutschland vor Schulantritt in Irland erfolgte. Hinzu kommt noch kulturelle Kompetenz, die das Kind sicherlich in Bezug auf Irland mitbringt. Ich weiß jedoch nicht, ob Irland bereits im Grundschulunterricht besprochen wird, oder eher andere zielsprachige Länder/Regionen.

    Deine Aussage ergibt doch trotzdem keinen Sinn. Natürlich kann das Kind nicht alles, du sprachst aber explizit vom Lehrplan bis Klasse 4. Alles, was deutsche Kinder in 2 Jahren in einem 2 oder 3-Stundenfach lernen können und können müssen (Lehrplanziele) kann der Muttersprachler bereits.

    Natürlich kann man grundsätzlich immer nach oben differenzieren, du schriebst aber, dass die muttersprachlichen Kompetenzen sicher nicht den Lehrplan abdecken würden und das ist doch nicht wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist, dass man darüber hinaus differenzieren muss und zwar von der ersten Stunde an, wenn das Kind bereits redet wie ein Ire und die anderen "apple" lernen.

    Und deswegen würde ich vorher mit den Eltern sprechen. Es ist aber natürlich keine Pflicht und durchschnittliche Kinder kommen ja immer mit allem zurecht, was man ihnen anbietet, das vergesse ich manchmal. (Hier etwa: ich lege irgendwas zum Beschäftigen hin, wird schon klappen 2 Jahre lang.)

  • Ich will nicht sagen, dass du falsch liegst. Du könntest Recht haben. Am Ende kennen wir das Kind genauso wenig wie nani. Ich wüsste jedoch nicht, auf welchem Weg das besagte Kind den englischen Grundschulwortschatz bereits lesen und schreiben gelernt haben könnte.


    Was mir noch ergänzend einfällt: Ich weiß nicht, welche Varietät des Englischen du, nani, im Unterricht verwendest, aber es kann sein, dass manche Begriffe im irischen Englisch anders ausgedrückt werden. Das wäre vielleicht etwas, was du im Hinterkopf behalten solltest, falls das Kind mal feststellen sollte, dass es einen Gegenstand unter einem anderen Begriff als von dir eingeführt kennt.

    Es ist auch wichtig, dass sich das Kind nicht in der falschen Sicherheit wähnt, schon alles zu können, den Zeitpunkt verpasst, an dem für das Kind Neues behandelt wird und daraufhin den Anschluss verpasst.

    Davon abgesehen, wurden ja schon ein paar niedrigschwellige Differenzierungsmöglichkeiten genannt, was ja auch für dich, nani, sicher eine nette Gelegenheit ist, mal auszuprobieren, was man bei Fortbildungen mal mitbekommt, aber wozu im Regelunterricht oft keine Zeit ist. Ich habe heute gelesen, dass der Kinderbuchklassiker Cat In the Hat dieses Jahr ins Kino kommt. Ich weiß nicht, ob das sprachliche Niveau für die Grundschule geeignet ist, aber ein schönes Thema wäre es allemal ;) .

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