• Hallo liebes Forum,

    ich habe mich angemeldet, um diesen Beitrag schreiben zu können und meine Erfahrung zum Thema Entfristung zu teilen, denn man findet online unfassbar wenig dazu.

    Wichtig vorab: Ich habe kein abgeschlossenes Lehramtsstudium, sondern ein naturwissenschaftliches Diplom und habe bis zum BA Lehramt studiert (aber nie abgeschlossen).

    Nach 6,5 Jahren und 14 nahtlosen Vollzeitverträgen wurde mein Beschäftigungsverhältnis nach Antrag bei der Bezirksregierung (Münster, NRW) entfristet. Es war ein formloser Antrag, in dem ich tabellarisch alle Vertragszeiten aufgelistet habe. Meine SL musste daraufhin eine Beurteilung schreiben. Danach ging alles ganz schnell und mein neuer Vertrag lag zur Unterschrift bereit.

    Fragen? Nur her damit.

    FinallyLegit

  • Aus Interesse:

    1. In welche Entgeltgruppe wurdest du denn dann eingruppiert? Verbeamtet wirst du nicht?
    2. Welche Fächer und Schulform wurden dir denn dann anerkannt?


    Herzlichen Glückwunsch!

  • Aus Interesse:

    1. In welche Entgeltgruppe wurdest du denn dann eingruppiert? Verbeamtet wirst du nicht?
    2. Welche Fächer und Schulform wurden dir denn dann anerkannt?


    Herzlichen Glückwunsch!

    Vielen Dank!


    zu 1: Ich war bisher in E10, seit diesem Monat in E12 eingruppiert. (Verliere eine Erfahungsstufe, aber das ist ein anderes Thema).

    Nein, Verbeamtung kommt für mich aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.

    zu 2: Englisch und Bio/NW für Sek 1 an der Gesamtschule. (Das hatte ich im BA auch studiert).

  • Das ist in NRW keine Seltenheit. Bezahlt werden die Kollegen ganz normal nach Lehrerentgeltordnung. Da sitzen Vetretungskehrkräfte, PEler und entfristete ehemalige Lehrkräfte bezahlungstechnisch in einem Boot. Insoweit haben wir in den Lehrerzimmern eine Fünf Klassengesellschaft deren Durchlässigkeit sehr beschränkt ist. Das sieht allgemein im öffentlichen Dienst durchaus anders aus.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Es besteht bei der derzeitigen Personalsituation durchaus die Möglichkeit aufzustocken

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Herzlichen Glückwunsch!

    Darf ich fragen, wie es zu 14 (!) Vollzeitverträgen in 6,5 Jahren ... und dann auch noch nahtlos hintereinander ... kommen konnte? An der gleichen Schule?

  • Herzlichen Glückwunsch!

    Darf ich fragen, wie es zu 14 (!) Vollzeitverträgen in 6,5 Jahren ... und dann auch noch nahtlos hintereinander ... kommen konnte? An der gleichen Schule?

    Vielen lieben Dank!

    Ich war erst 3 Jahre an einer, dann 3,5 Jahre an einer anderen Gesamtschule. Die Anzahl der Verträge ergibt sich durch kurze Laufzeiten, teilweise nur ein paar Monate.

    Wie es dazu kommen konnte? Es ist immer jemand schwanger oder länger erkrankt.

  • [...] Es ist immer jemand schwanger oder länger erkrankt.

    Aber immer in deinen Fächern? Und immer im VZ-Umfang? Und ohne, dass eine grundständig ausgebildete Lehrkraft (z. B. als mobile Reserve) zugewiesen wurde?

    Ich halte das für eine große Leistung.

  • Also in NRW passiert das ständig. Sowas wie mobile Vertretungen bekommen wir nicht zugewiesen. Fällt eine Lehrkraft längere Zeit aus, dann wird die Vertretungsstelle ins Netz gesetzt und jeder kann sich drauf bewerben. Es ist auch nicht nötig, dass die Lehrkraft das zu vertretende Fach unterrichtet. Man kann auch (das ist etwas aufwendiger und man muss dringend darauf achten, dass es da keinen logischen Bruch gibt) eine Vertretungskette bilden. D.h. die Vertretungskraft ist beispielsweise ein Chemielehrer, die zu ersetzende Lehrkraft unterrichtet aber Biologie. Da kann der nicht kranke Chemielehrer ggf. für ein Schuljahr fachfremd den Biologieunterricht übernehmen und der Chemielehrer unterrichtet dann tatsächlich Chemie im Rahmen der Vertretungskette. Wenn man die Vertretungskraft schon kennt, dann greift man als SL gerne auf solche Konstruktionen zurück, bevor man einen vollkommen neuen Kandidaten einstellt.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Aber immer in deinen Fächern? Und immer im VZ-Umfang? Und ohne, dass eine grundständig ausgebildete Lehrkraft (z. B. als mobile Reserve) zugewiesen wurde?

    Ich halte das für eine große Leistung.

    Ich kann deine Fragen nur mit Ja beantworten. Klar habe ich auch mal "fachfremd" unterrichtet. Ein paar Stunden Kunst in den unteren Klassen zum Beispiel.

    Englisch und NW sind/waren ziemliche Mangelfächer. Vielleicht hatte ich einfach Glück.

  • Also in NRW passiert das ständig. Sowas wie mobile Vertretungen bekommen wir nicht zugewiesen. Fällt eine Lehrkraft längere Zeit aus, dann wird die Vertretungsstelle ins Netz gesetzt und jeder kann sich drauf bewerben. Es ist auch nicht nötig, dass die Lehrkraft das zu vertretende Fach unterrichtet. Man kann auch (das ist etwas aufwendiger und man muss dringend darauf achten, dass es da keinen logischen Bruch gibt) eine Vertretungskette bilden. D.h. die Vertretungskraft ist beispielsweise ein Chemielehrer, die zu ersetzende Lehrkraft unterrichtet aber Biologie. Da kann der nicht kranke Chemielehrer ggf. für ein Schuljahr fachfremd den Biologieunterricht übernehmen und der Chemielehrer unterrichtet dann tatsächlich Chemie im Rahmen der Vertretungskette. Wenn man die Vertretungskraft schon kennt, dann greift man als SL gerne auf solche Konstruktionen zurück, bevor man einen vollkommen neuen Kandidaten einstellt.

    Ich denke auch, dass es sehr darauf ankommt, dass man sich als Vertretungslehrkraft bewährt. Ich habe nicht nur meine Stunden abgearbeitet, sondern bringe mich auch gerne anderweitig in der Schule ein, übernehme freiwillige AGs oder arbeite in Arbeitsgsgruppen mit. Wenn man in der Schulgemeinschaft aufgenommen und als Lehrkraft von Kollegen, SuS und Eltern wertgeschätzt wird, ist eine SL sicherlich daran interessiert einen zu behalten.

  • In meinem Kollegium sind von mehr als 30 Kolleg:innen nur noch 11 grundständig ausgebildet. Alle anderen sind Vertretungskräfte, teilweise Lehramtsstudenten, teilweise aber auch völlig schulfremd ( vorher). Grundschule, NRW, Sozialindex 8, da will kaum ein ausgebildeter Kollege hin, bei uns wird jeder eingestellt, der nicht schnell genug weg ist. Und dann auch überall eingesetzt. Ob das jetzt gut ist, sei mal dahin gestellt.

  • Und die Vertretungslehrkräfte bekommen ja wirklich nichts an die Hand. Die PE Kräfte erhalten ja immerhin am Zsfl durchaus eine Forbildung, die einem Referendariat schon sehr nahe kommt, zwar verkürzt und ohne Prüfungsdruck, aber wer will, kann da schon Futter ziehen (und das sollte man auch tun!) . Aber die Kollegen die als reine VT Kräfte zu uns kommen, denen hat ja noch nicht mal jemand erklärt wie Noten gebildet werden. Und die sitzen dann möglicherweise zwei Monate später beim Elternsprechtag und sollen den Eltern Rede und Antwort stehen. Ich finde diese Vorgehensweise einfach nur schrecklich. Und wenn man dann auch noch eine Kollegium hat, das überwiegend aus diesen Lehrkräften besteht. Wie sollen die was besser machen? Von wem sollen sie lernen. Das führt natürlich zu einem Qualitätsverlust an Schule. der Ruf der Schule singt und irgendwann ist man, ich mag den Namen auch nicht aber es ist die Realität, eine sogenannte Resteschule. Und da will dann wirklich niemand mehr hin. Medardus die Kreise schließen sich.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

Werbung