Wobei es einen Unterschied ausmacht, ob ich an dem Tag Bereitschaft habe und im Lehrerzimmer bin, oder ob (wie State es vielleicht ‚annimmt‘) alle parat stehen müssen bzw. sehr kurzfristig herangezogen werden können
Kurzfristige Vertretung zulässig?
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Doch sicher nicht durch die unzulässige Mitbeaufsichtigung?
Bei uns gibt es fast nie Vertretung, sondern immer nur Mitbetreuung. Je nachdem, welche Klasse man da betreuen muss, setze ich die dann gemeinsam in den Hörsaal, den Klausurraum oder den Schulhof, wenn ich die Befürchtung habe, eine der beiden Klassen nicht mal alleine lassen zu können. Unterricht findet dann aber natürlich nicht statt. Ich nehme aber gerne ein E13-Gehalt für Aufsicht, wenn der Dienstherr das so will.
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Grundproblem ist doch, dass zu wenig Personal vorhanden ist. Vertretungsplanung ist Mangelverwaltung. Und während das Land sich hinter unspezifischen Regeln wie der zitierten versteckt, sollen die Schulen Vertretungskonzepte vorhalten, um die eigene Ausbeutung besser organisieren zu können.
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RosaLaune hast du nicht nur Ü16? Das sind bei uns alle, die ‚Eigenverantwortliches Arbeiten‘ ohne zusätzliche Aufsicht bekommen (aber auch ohne Mitbetreuung)
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Da würde ich die Kinder in der Aula stapeln oder so. Man kann doch nicht um 7 morgens Kollegen aus dem Bett klingeln, das ist doch völlig unzumutbar. Und dann sollen noch die bestraft werden, die nah an der Schule wohnen?
Wenn die Vertretung vorher schon am Vortag absehbar ist, klar, das geht.
Das ist im Vorfeld abgesprochen und rotiert. Wenn man Rufbereitschaft hat, ist man bereits wach und "aufbruchfertig", so dass man bei Bedarf sofort losfahren kann. Das finde ich nicht unzumutbar.
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RosaLaune hast du nicht nur Ü16? Das sind bei uns alle, die ‚Eigenverantwortliches Arbeiten‘ ohne zusätzliche Aufsicht bekommen (aber auch ohne Mitbetreuung)
Fast alle sind Ü16, aber da sind Schüler bei, die man nicht wirklich allein lassen kann, weil die sich nicht im Griff haben oder seltsame Verhaltensweisen an den Tag legen. Ich hatte letztes Jahr einen Fensterspringer in der Ausbildungsvorbereitung. Für den waren Fenster wie Türen. Wir dachten lange, der macht das nur im Erdgeschoss, der ist aber auch im ersten Stock gesprungen. Nur auf den Müllcontainer, danach haben wir den aber nicht mehr in die oberen Stockwerke mitgenommen.
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Bei uns muss man sogar in der Schule sein. Ich wohne mit am nächsten zur Schule und würde es nicht mal pünktlich zur Schule schaffen, wenn der Plan steht.
Jede VZ-Kraft hat ca 4 VBs im Plan stehen. Wenn nichts ansteht, hat man frei. Die 1. Stunde ist die doofste, aber das hat man nicht jahrelang am Stück. Und wenn keine Vertretung ansteht, bereitet man etwas vor, was in der Schule geht. Däumchendrehen gibt es nie.
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Grundproblem ist doch, dass zu wenig Personal vorhanden ist. Vertretungsplanung ist Mangelverwaltung. Und während das Land sich hinter unspezifischen Regeln wie der zitierten versteckt, sollen die Schulen Vertretungskonzepte vorhalten, um die eigene Ausbeutung besser organisieren zu können.
Als KollegIn kann man das sicherlich so sehen. Letztlich geht es um die Beaufsichtigung von SchülerInnen in Verbindung mit dem Konzept der verlässlichen Schule, d.h. dass kein Kind womöglich überraschend (und überrascht) ohne Schlüssel daheim vor der Tür steht, während die Eltern arbeiten.
Damit schließt sich wieder der Kreis, was die Finanzierung dieses Systems betrifft. Zehn Prozent mehr Lehrkräfte, davon ein Teil als Feuerwehrkräfte - wie man das vor Ort organisiert, ist noch einmal eine ganz andere Frage - kosten Geld und wachsen darüber hinaus nicht auf Bäumen.
Zur Frage der Ausbeutung:
Eine Vertretungsstunde, die ich bezahlt bekomme, ist aus meiner Wahrnehmung heraus keine Form der eigenen Ausbeutung. Die Freistunde, in der ich als (seinerzeit gemeine) Lehrkraft keinen Arbeitsplatz hatte und nur bedingt sinnvoll andere Tätigkeiten verrichte konnte, wäre da im direkten Vergleich dichter an der eigenen Ausbeutung gewesen. -
Nun, Beamte in NRW werden bei nur drei Stunden Vertretung pro Monat schon "ausgebeutet", wenn nicht doch noch eine vierte dazukommt.
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Das ist im Vorfeld abgesprochen und rotiert. Wenn man Rufbereitschaft hat, ist man bereits wach und "aufbruchfertig", so dass man bei Bedarf sofort losfahren kann. Das finde ich nicht unzumutbar.
Als "Bereitschaft" ist es natürlich ok. Spontan bräuchte mich keiner morgens anzurufen.
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deswegen ist jedes schlaues Kollegium gut beraten, ein gutes Vertretungs- und Bereitschaftskonzept zu haben, um eben keine Überraschungen zu haben, womit wir bei der Einfangsfrage und den Rückfragen an Kreidemeister sind, die er geflissentlich ignoriert / überspringt.
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Als KollegIn kann man das sicherlich so sehen. Letztlich geht es um die Beaufsichtigung von SchülerInnen in Verbindung mit dem Konzept der verlässlichen Schule, d.h. dass kein Kind womöglich überraschend (und überrascht) ohne Schlüssel daheim vor der Tür steht, während die Eltern arbeiten.
Und da fragt man sich wieder, wieso Schule ständig Verantwotung für Missorganisation in Familien zu übernehmen hat. Jedes Schulkind ist alt genug für Schlüssel. Hat es keinen, liegt ein Versagen in der Familie vor.
Wir hatten am Gymnasium Bereitschaften in allen Stunden, auch der 1. Reichten die nicht aus, griff eben Mibetreuung. Rufbereitschaft wäre mal so gar nicht meins.
Ich finde ja immer noch, statt eine riesen Aula für ein paar semiwichtige Veranstaltungen im Jahr vorzuhalten, sollten dort große Selbstlernzentren eingerichtet werden. Bei Unterrichtsausfall haben Schüler sich dort hinzubegeben und in Stillarbeit zu arbeiten. Anwesenheitsfeststellung durch Ein- und Ausloggen per Chipkarte im Schülerausweis im Eingangsbereich, 1-2 Aufsichten, fertig. Würde die Vertretungsbelästigung sehr eingrenzen 😊
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Wir haben auch ein Bereitschafts-Vertretungsmodell, wissen aber auch, dass wir außerhalb dieser Zeiten eingesetzt werden können wenn Not am Mann ist.
Dann ist aber das Modell hinfällig. Mit den zusätzlichen Präsenzzeiten erkauft sich das Kollegium doch genau die Freiheit, alle übrige Zeit privat zu verplanen.
Oder tritt "Not am Mann" tatsächlich nur alle paar Jahre für ein paar Tage ein?
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bei uns ist Not am Mann im letzten Jahr doch ein paar mal zu oft aufgetreten, und dann wurde die VB-Anzahl erhöht. In der Krankheitsaison reicht es aus, dass die/eine VB der 1. Stunde ausfällt und dann ist es eine Katastrophe..
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Ist bei uns auch so und ich persönlich finde diese passive Art der Kommunikation, wenn ich für die Unterrichtsstunde keine Vertretungsbereitschaft habe, unhöflich. Meine Form des rebellisch-kindischen Widerstands ist deswegen dieses Schuljahr, dass ich während der Unterrichtszeit nicht mehr die Untis-App auf dem privaten Handy öffne.
👍
Damit stehst du in der Tradition vieler großer Rebellen der Menschheitsgeschichte. -
Bei uns muss man sogar in der Schule sein. Ich wohne mit am nächsten zur Schule und würde es nicht mal pünktlich zur Schule schaffen, wenn der Plan steht.
Jede VZ-Kraft hat ca 4 VBs im Plan stehen. Wenn nichts ansteht, hat man frei. Die 1. Stunde ist die doofste, aber das hat man nicht jahrelang am Stück. Und wenn keine Vertretung ansteht, bereitet man etwas vor, was in der Schule geht. Däumchendrehen gibt es nie.
Das ist bei uns auch so. Ein Großteil des Kollegiums hat Wegezeiten in der Größenordnung einer halben Stunde mit dem Auto, da würde eine Rufbereitschaft nichts bringen oder immer nur einen kleinen Teil treffen. Ich habe meine Bereitschaften freiwillig aufgestockt, weil ich Springstunden hasse und dann lieber die Chance mitnehme, mir sie hin und wieder durch Vertretungseinsatz immerhin bezahlen zu lassen. Und in der 1. Stunde hat man mindestens noch den Vorteil leerer Straßen und eines garantierten Parkplatzes...
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Und da fragt man sich wieder, wieso Schule ständig Verantwotung für Missorganisation in Familien zu übernehmen hat. Jedes Schulkind ist alt genug für Schlüssel. Hat es keinen, liegt ein Versagen in der Familie vor.
Wir hatten am Gymnasium Bereitschaften in allen Stunden, auch der 1. Reichten die nicht aus, griff eben Mibetreuung. Rufbereitschaft wäre mal so gar nicht meins.
Das ist kein Organisationsfehler in der Familie. Das Beispiel sollte man auch nicht zu wörtlich nehmen. Es geht darum, dass die Kinder selbst mit Schlüssel dann im späten Vormittagsbereich allein zu Hause sind und unbeaufsichtigt sind, weil die Eltern sich wegen der "verlässlichen Schule" genau darauf verlassen, dass diese ihr Versprechen hält.
Das wäre etwas anderes, wenn von Anfang an gesagt würde, passt auf, es kann sein, dass Ihr Kind jederzeit im Laufe des Vormittags nach Hause kommt. Hier hat das Land aber eine Zusage gegeben und darauf dürfen die Eltern zu Recht bauen.
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Eben. Und solche Zusagen sind ja völlig gaga. Die gibt man meines Erachtens aber u.a. auch deswegen, um das zunehmende elterliche Versagen irgendwie zu kompensieren.
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Frag die Grundschulen, die jetzt den Erstklässler*innen ein Ganztagsangebot machen MÜSSEN. (und die weiterführenden Schulen in 4 Jahren)
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Vielleicht rettet uns irgendwann noch, dass für den ganzen Quatsch schlicht keine Mittel mehr bereit stehen werden, wenn es weiter bergab geht^^
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