Beamte auf Probe und Mutter-Kind-Kur

  • Es ist so oder so ein "Was wäre wenn"-Szenario, aber ja, wenn Lehrkräfte bei nicht-lehrenden Tätigkeiten durch zusätzliches Personal unterstützt würden, ergäben sich dadurch zwei Folgeüberlegungen:

    a) die Unterrichtsverpflichtung wird erhöht, da Lehrkräfte jetzt mehr Zeit hätten, sich um ihr Kerngeschäft zu kümmern.

    ODER

    b) die Unterrichtsverpflichtung bleibt gleich, wodurch Lehrkräfte jedoch mehr Zeit als bisher erhalten, Unterrichtstunden vor- und nachzubereiten.

  • Was stört dich an der Stelle eher, die zusätzliche Unterstützung durch nicht-lehrende Fachkräfte oder das Angebot niedrigschwelliger Quereinstiegsprogramme für Fachkräfte aus der Industrie, die im letzten Jahr ihre Arbeitsplätze verloren?

    Einmal editiert, zuletzt von Gymshark (29. September 2026 20:37)

  • Was stört dich an der Stelle eher, die zusätzliche Unterstützung durch nicht-lehrende Fachkräfte oder das Angebot niedrigschwelliger Quereinstiegsprogramme für Fachkräfte aus der Industrie, die im letzten Jahr ihre Arbeitsplätze verloren?

    Weißt du selbst noch, was du eigentlich sagen willst?

    In diesem Faden geht's um Anträge für Kuren. Mach doch einen neuen auf, wo es um Quereinstieg geht.

  • Also mir fällt einiges an:

    => Kopien
    => Material besorgen etc.
    => Gelder / Zettel einsammeln
    => Die ganzen kleinen Probleme der Kinder (Meine Flasche ist kaputt, mein Buch ist weg, Tim hat mich gehauen ...)
    => Unterstützung für die Kinder, die eigentlich eine Schulbegleitung bräuchten aber keine bekommen
    => Unterstützung von DaZ Kinder
    => Die ganzen kleinen Aufgaben der Lehrkräfte (Bilder aufhängen, Kalender einstellen, Rituale ...
    => Profis für die EDV

    ....

    Da fällt mir noch einiges ein. Aber das ist natürlich grundschulspezifisch.

  • b) die Unterrichtsverpflichtung bleibt gleich, wodurch Lehrkräfte jedoch mehr Zeit als bisher erhalten, Unterrichtstunden vor- und nachzubereiten.

    Das ist doch das gleiche wie bei Teilzeit. Man reduziert die Stunden und steckt die gewonnen Zeit am Ende in die Vorbereitung der restlichen Stunden.

  • Was stört dich an der Stelle eher, die zusätzliche Unterstützung durch nicht-lehrende Fachkräfte oder das Angebot niedrigschwelliger Quereinstiegsprogramme für Fachkräfte aus der Industrie, die im letzten Jahr ihre Arbeitsplätze verloren?

    Mich stört, dass du 2 Alternativen nennst, die keine sind, und damit unentwegt intendierst, dass Lehrkräfte nicht wert sind, angemessen entlohnt zu werden.

    Eine Mutter möchte eine Mutter-Kind-Kur durchführen und das System ist so schlecht aufgestellt, dass sie daran zweifeln mu, ob es ihr möglich ist, als sei dies für Lehrkräfte nicht vorgesehen.
    Ach stimmt, das Fräulein Lehrerin ist ja nicht verheiratet.

  • Eine Mutter möchte eine Mutter-Kind-Kur durchführen und das System ist so schlecht aufgestellt, dass sie daran zweifeln mu, ob es ihr möglich ist, als sei dies für Lehrkräfte nicht vorgesehen.
    Ach stimmt, das Fräulein Lehrerin ist ja nicht verheiratet.

    Da interpretierst Du aber einiges rein. Fakt ist eine Mutter möchte eine Mutter-Kind-Kur machen und fragt sich, ob das angesichts der bevorstehenden Verbeamtung sinnvoll ist. Alles andere kam erst auf meinen Hinweis, dass die Kur z.B. teilweise in den Ferien stattfinden muss.

    Das hat erstmal wenig mit dem System und der Unterrichtsversorgung zu tun. Auch in einem perfekt ausgestatteten System wäre die Antwort die selbe. Die Frage ist doch, ob sich Fehlzeiten negativ auf ihre Chancen der Verbeamtung auswirken können und nicht wie die Schule mit diesen Fehlzeiten umgehen kann.

  • Nein, die Frage ist, ob sich die festgestellten Diagnosen, die mit einer Mutter-Kind-Kur einhergehen, auf eine Lebenszeitverbeamtung hindernd auswirken können.

  • Ich muss und will hier "um Entschuldigung bitten". Offensichtlich war mein Weltbild bisher eingeschränkt.
    Ich hatte am Wochenende eine Erfahrung der besonderen Art. Bei einem "Frauentreffen" (ich kenne sie nicht besonders gut, es sind die Frauen der Freunde meines Mannes) erzählte eine, dass sie im Sommer eine Mutter-Kind-Kur macht, es sei ja die letzte Gelegenheit, weil der Sohn ja 12 werde und sie wollte es schon immer mal gemacht haben. Medizinische Begründung gibt es keine. Alle waren sich einig, man hätte alle 3 (oder 4) Jahre darauf Anrecht, stelle den Antrag, dieser werde erstmal abgelehnt, dann gehe man zum Arzt, erzähle, dass man ein bisschen belastet sei und gut.
    Sie legt es aber in den Sommerferien, weil sie "keine Lust hat, die Vokabel mit dem Sohn zu üben", und es sei richtig toll, der Vater wird auch mal eine Woche kommen, es koste für ihn nur 75 Euro am Tag.
    Im Gespräch wurde klar, dass ALLE (alles Mütter außer mir) es schon gemacht haben und vielleicht noch mal machen werden. Nur eine war wegen Asthma der Tochter mit auf Kur und sie empfand es super stressig, weil sowohl für die Tochter als auch sie alles durchgetaktet war, aber sie hatten viel gelernt und es ging nicht um Urlaub. ALLE anderen legten immer Wert darauf, dass man zu keinem Programm verpflichtet sei, und "was sollen sie denn machen? uns verpflichten?".

    So. Ich bin schockiert.
    Wenn ich denke, dass ich eine mir verschriebene Behandlung nicht in Anspruch nehme, weil sie mir nicht genug hilft und es mir dafür zu teuer für die Allgemeinheit ist, kann ich weinen.
    Und keine von denen schien ein schlechtes Gewissen zu haben.
    Milieu: Ländlicher Bereich, keine einzige Akademikerin, von den Männern auch nicht. Aber es macht vermutlich gar keinen Unterschied, ich ging wohl zu sehr von mir und meinen anderen ethisch eingestellten Freund*innen aus.

  • chilipaprika Zu deiner Beruhigung: In meinem engeren und auch weiteren Bekanntenkreis gibt es so etwas gar nicht. Ich kenne lediglich eine Frau, die eher aus der Generation unter mir ist, die eine solche Mutter-Kind-Kur gemacht hat und auch eine entsprechende Diagnose hatte.

    Aus der Schule kenne ich es, wenn die SuS wegen einer solchen Kur aus dem Unterricht genommen werden, aber dort kam es auch eher selten vor.

    Sind wirklich nicht alle so, wie du es grade erfahren hast.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • chilipaprika Das liest sich schon ziemlich krass. Ich hatte in meiner Umgebung bislang aber auch nicht den Eindruck, dass das häufig vorkommt, weiß aber ehrlich gesagt auch nicht so genau, wie verbreitet das ist.


    ....Ok, habe gerade auf solche Kuren spezialisierte Reiseanbieter gefunden und jetzt habe ich schon Fragen, inwiefern da bei Einzelnen erst der Gedanke an eine Reise zu einem bestimmten Ziel und dann erst die Idee der (teilweisen) Kostenübernahme der Versichertengemeinschaft besteht oder ob das doch immer medizinisch geboten ist und letztlich das Ziel hintenansteht.

  • Das ‚Lustige‘ ist: in diesem leicht konservativen Kreis wird durchaus darüber getratscht, wer denn ‚schon immer verrückt‘ war und psychisch labil ist ( = schwach, Tabu..). Auch über Leute, die dem Staat auf der Tasche liegen.
    Ich frage mich, was sie glauben, was der Arzt für eine Diagnose in die Akte einträgt, um die Kur zu begründen und/ oder wer denn die Kosten für solche Kuren tragen.

    Ja, es scheint ein guter Wirtschaftszweig für viele Küsten- oder Bergorte zu sein.

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