Stundenkontingent reduzieren

  • Hallo Zusammen,

    ich habe eine neue Stelle und bin zugegebenermaßen unzufrieden. Das liegt nicht am Kollegium sondern eher an der Organisation und den Anforderungen, die an dieser Schule für eine höhere Arbeitsbelastung bei mir sorgt. An meiner alten Schule hatte ich beispielsweise einen viel besseren Stundenplan und das war auch einfacher zu regeln. An dieser Schule wird nur wenig Rücksicht genommen, mein Stundenplan ändert sich ständig! Sowas kenne ich auch nicht. Das erschwert mir auch meine Freizeitplanung. Ich habe mir zwar vorgenommen, das bei einem der Stundenplaner anzusprechen aber ich glaube nicht, dass das viel bringen wird.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Das ist einer der Gründe, warum ich es mittlerweile vorziehe, mein Stundenkontingent zu reduzieren. So hätte ich auch wenigstens einen unterrichtsfreien Tag (hier auch wahrscheinlich undenkbar. An meiner alten Schule war das durchaus möglich, trotz VZ). Ich kenne mich damit aber gar nicht aus. Kann ich selbst entscheiden, wie viele Stunden ich reduziere? Kann man irgendwie einsehen, wie sich das auf das Gehalt auswirkt? Und wie läuft die Antragstellung konkret ab? Ich befürchte natürlich, dass die SL das nicht gerne hören wird. Mir ist es eigentlich wichtig, dass die SL ein positives Bild von mir hat, da ich mich grundsätzlich gerne engagiere (davon hat sie bereits von meiner alten SL gehört) und gewissenhaft arbeite.

    Die Reduktion meiner Stunden wäre eine große Erleichterung für mich, auch gesundheitlich. Das möchte ich aber nicht teilen, sondern privat halten.

    Habt ihr ein paar Tipps/Infos für mich?

    Es geht um NRW, Bezirksregierung Köln, am Berufskolleg.

    Herzlichen Dank!

  • Ich würde Dir empfehlen, hierzu die parallelen Threads zu lesen, um zu verstehen, wann und warum Stundenpläne so sind wie sie sind.

    Eine Stundenreduktion ohne triftigen Grund wird ggf. nicht genehmigt. Das dürfte das Problem auch nicht beseitigen. Du wirst weder per se einen freien Tag haben noch pauschal weniger Springstunden haben.

    Hinzu kommt, dass Du durch den Normaufwand effektiv einen niedrigeren Stundenlohn haben wirst.

    Von daher würde ich an Deiner Stelle das Gesamtbild noch einmal genauer betrachten und überlegen, ob Dein Vorhaben tatsächlich zu dem gewünschten Ergebnis führen wird.

    Alles andere kannst Du auf den Seiten der BR googeln.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Obwohl ich Bolzbold weitgehend zustimme, hier die für dich relevanten Passagen:

    So hätte ich auch wenigstens einen unterrichtsfreien Tag (hier auch wahrscheinlich undenkbar. An meiner alten Schule war das durchaus möglich, trotz VZ).

    Sofern ihr kein verbindliches TZ-Konzept habt, ist das zwar - je nach Stundenzahl - wahrscheinlicher, aber nirgends festgeschrieben!


    Kann ich selbst entscheiden, wie viele Stunden ich reduziere?

    In der Annahme, dass du keine zu pflegenden/ betreuuenden Angehörige hast, gilt §63 LBG: § 63 LBG NRW - Voraussetzungslose Teilzeitbeschäftigung | LexMea
    --> Wie Bolzbold sagt: Kann aus dienstlichen Gründen abgelehnt werden, ist in der von dir zitierten BR momentan nicht selten

    Außerdem wichtig: Besagte BR ist auch sehr auf die Einhaltung von Fristen bedacht. Du wirst also ohnehin regulär erst eine Änderung zum kommenden Schuljahr erreichen können.


    Kann man irgendwie einsehen, wie sich das auf das Gehalt auswirkt?

    Gehaltsrechner Öffentlicher Dienst --> Einfach bei Arbeitszeit den Prozentwert eingeben (z.B. 80% bei 20/25h)

    Ich befürchte natürlich, dass die SL das nicht gerne hören wird.

    Das ist nicht auszuschließen, aber ein gutes Gespräch kann da nicht schaden. Letzter Hinweis, der auch Bolzbolds Argumente unterstützt: Falls es dir gelingt, unterjährig eine Änderung zu erzielen, gehe davon aus, dass
    a) dein Stundenplan nicht besser, sondern nur leerer wird (z.B. mehr Hohlstunden)
    b) du nicht unbedingt die arbeitsintensiven Lerngruppen loswirst, da die SL natürlich die beiden korrekturfreien Nebenfach-S1-Klassen besser umverteilen kann als den Oberstufen-LK mit 29 SuS (Extrem formuliert, aber ich hoffe, die Botschaft wird klar).

    Ich will dich nicht entmutigen, bin selbst auch Teilzeitkraft, aber TZ alleine löst kaum ein Problem.

    Alles Gute!

    There are only 10 sorts of people - Those who know binaries and those who don't.

  • Das ist einer der Gründe, warum ich es mittlerweile vorziehe, mein Stundenkontingent zu reduzieren. So hätte ich auch wenigstens einen unterrichtsfreien Tag (hier auch wahrscheinlich undenkbar.

    Nein! Das ist relevant für Pension/Rente. Du reduzierst den Aufwand außerhalb dienes Deputats.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

  • Ich hatte gelesen, dass der Antrag aus dienstlichen Gründen abgelehnt werden kann aber angenommen, dass das eher die Ausnahme als die Regel ist. Zumal an meiner alten Schule viele junge Kollegen mit reduziertem Stundenkontingent begonnen haben - aber natürlich ist jede Schule anders aufgestellt. Da das wahrscheinlich sowieso erst zum neuen SJ möglich ist, werde ich den Antrag erstmal nicht stellen. Ich habe ja theoretisch bis Januar Zeit. Ich habe übrigens an 20 Stunden gedacht. Ich danke euch für eure Hilfe. Ich denke, ich bin einfach sehr deprimiert und irgendwie verzweifelt, da ich nicht so glücklich bin und nicht weiß, ob ich es hier mal werden kann. Das fühlt sich so anders, ungewohnt an. Und ich bin jemand, der Wert auf so etwas legt, gerne kollegial zusammenarbeitet und sich engagiert einbringt. Nur lerne ich gerade, dass das nicht unerheblich durch das Umfeld beeinflusst werden kann...

  • ... Das liegt nicht am Kollegium sondern eher an der Organisation und den Anforderungen, die an dieser Schule für eine höhere Arbeitsbelastung bei mir sorgt. An meiner alten Schule hatte ich beispielsweise einen viel besseren Stundenplan und das war auch einfacher zu regeln. An dieser Schule wird nur wenig Rücksicht genommen, mein Stundenplan ändert sich ständig!


    Das ist keine böse Absicht, sondern Unfähigkeit. Das behaupte ich deswegen so kühn, weil ich einen Wechsel in der Planung an ein und derselben Schule mitbekommen habe. Es ist also absolut unwahrscheinlich, dass du mit weniger Stunden weniger Stundenplanänderungen haben wirst.

    Ich würde jetzt erst mal abwarten, wie sich das entwickelt, neu anzufangen ist ja immer anstrengend. Ich könnte mir vorstellen, dass du in ein paar Monaten die Vorzüge dieser Schule kennenlernst und auch, mit den Schwachstellen umzugehen.

    Dann erkennst du vielleicht auch besser, was du wirklich drehen kannst mit Übernahme bestimmter Aufgaben oder konkreten Wünschen, die nicht solch großen Änderungen unterworfen sind. Manchmal kann man auch lernen, im System mitzuschwimmen. "Nettes Kollegium" ist jedenfalls schon mal viel wert.

  • Was muss man sich unter einem Stundenplan vorstellen, der sich ständig ändert?
    A-B-C-D Wochen, oder ändert sich der Stundenplan wirklich aus welchen Gründen auch immer so häufig?

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Was muss man sich unter einem Stundenplan vorstellen, der sich ständig ändert?
    A-B-C-D Wochen, oder ändert sich der Stundenplan wirklich aus welchen Gründen auch immer so häufig?

    Bei uns gab es nun am Anfang einige größere Änderungen, weil Einstellungen nicht so erfolgten wie gedacht und mehr bzw. weniger Klassen aufgemacht wurden als geplant. Am BK ist es meist ne höhere Anzahl an Änderungen durch verschiedene Umstände.

    Als nächstes am 01.11., wir haben einige OBASler, die dann ins Seminar gehen, aktuell aber bereits mit vollem Deputat bei uns sind.

  • Was muss man sich unter einem Stundenplan vorstellen, der sich ständig ändert?
    A-B-C-D Wochen, oder ändert sich der Stundenplan wirklich aus welchen Gründen auch immer so häufig

    Naja, die Schule hat ja bereits seit 4-5 Wochen begonnen und ich habe jetzt so gut wie jede Woche mehrere Änderung bekommen. Bei Kleinigkeiten, wie z.B. der Tausch einer Aufsicht, finde ich das nicht tragisch aber zuletzt wurde der Plan so umgestellt, dass ich am Freitag 4 Stunden länger unterrichte als vorher & dazwischen ist eine Springstunde - und ich war tatsächlich kurz davor, einen Kurztrip nach der Schule zu buchen. Das würde ja jetzt nicht mehr gehen. Ich hatte nicht angenommen, dass sich der Plan im laufenden Betrieb so ändern kann. An meiner alten Schule hätten das die Kollegen jedenfalls nicht mitgemacht. Zumal die Änderungen einfach eingetragen wurden, ohne vorher mit mir zu sprechen. Ich weiß jetzt natürlich nicht, wieso die Änderungen stattgefunden haben. Aber wenn es auf Wunsch eines anderen Kollegen stattgefunden hat, fände ich das absolut nicht in Ordnung. Schließlich muss das doch vorher mit mir besprochen werden? Ich äußere ja auch nicht Extrawünsche auf Kosten anderer.

    Ich habe auch den Eindruck, dass nicht so gut dabei geschaut wird, die Belastung verhältnismäßig aufzuteilen und die für die Kollegen angenehmeren Pläne zu finden. Damit möchte ich gar keine bösen Absichten unterstellen, ich denke es liegt auch an der allgemeinen Organisationsstruktur dieser Schule. Vieles läuft deutlich ineffizienter und dadurch eben auch "unfairer" ab.

    Jedenfalls tue ich mich etwas schwer damit, wie ich damit umgehen soll. Klar bin ich zu Beginn die "Lückenbüßerin", allerdings bin ich auch eine routinierte Kollegin, die sich an ihrer alten Schule engagiert hat und auch bestimmte "Ämter" inne gehabt hat. Auch wenn ich nachvollziehe, dass das hier nicht so stark berücksichtigt wird... Es nagt trotzdem an mir, weshalb ich auch manchmal glaube, ich sollte nicht zu "anspruchslos" sein und den Eindruck erwecken lassen, ich würde alles mitmachen. Gleichzeitig ist es nicht leicht zu erkennen, was denn hier Usus ist und ob ich nicht total negativ auffalle und zu fordernd wirke. Es ist jedenfalls eine Gratwanderung.

    Um wieder den Vergleich zu schaffen: An meiner alten Schule war ich immer sehr deutlich was meine Wünsche angeht und habe mir nicht viel erlauben lassen (das klingt ein wenig doof, aber ich hoffe ihr wisst, was ich damit meine - schließlich hat man ja irgendwann auch einen gewissen "Stand").

    Entschuldigt, ich musste das gerade mal loswerden, auch wenn ich weiß, dass ich das letztlich selbst bewerten können muss. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht...

  • Geht es denn um eine dauerhafte Planänderung oder wirst Du jede Woche für Vertretungen herangezogen, so dass der Plan jede Woche etwas anders ist? Letzteres ist eigentlich ziemlich normal. Die Wochen, in denen der Unterricht wirklich exakt nach Plan läuft, ohne dass eine Klasse oder ein Kollegiumsmitglied nicht da sind, so dass Stunden ausfallen, vertreten werden müssen oder verschoben werden, sind an einer weiterführenden Schule ziemlich selten.

  • Am BK ändert sicher der Plan leider tatsächlich relativ häufig. Man ist aber nicht immer betroffen. Wenn man jetzt in einem Bereich mit hoher Fluktuation arbeiten (zB wegen Reffis, Langzeit-Erkrankungen, Klassen mehr oder weniger aufmachen, Schwangerschaften), dann kann das schon eine Reihe von Änderungen nach sich ziehen. Wir haben schon die 4. Änderung, aber mein Plan war davon zB nicht betroffen.

  • Angy_20 Ich verstehe Deinen Frust, aber wenn die Aufgaben, die Du an der alten Schule gemacht hast, an der neuen bereits vergeben sind, dann ist ja auch klar, dass da nicht sofort eine Möglichkeit besteht. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sich neue KuK nach einem Jahr ihre Nische geschaffen haben und auch erste Aufgaben übernehmen. Manchmal sind das welche, die vorher von anderen übernommen wurden, manchmal sind es neu entstandene Aufgaben.

    Das wird schon. Aber grundsätzlich musst Du natürlich auch nicht jeden Mist mitmachen. Wenn sich Dein Plan stetig verschlechtert, darfst Du auch mal was sagen. Ggf. ist das noch gar nicht so recht aufgefallen, da Änderungen im laufenden Jahr in der Regel aus der Not heraus entstehen.

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