Zweifel am Lehramtsstudium

  • Mündlich präsentieren müssen die SuS das aber doch selbst. Vor KI konnten sie auch aus Büchern abschreiben, auch wenn das natürlich nicht ganz vergleichbar ist. Ich verlange bei Vorträgen eine saubere Quellenangabe und gewichte den mündlichen Vortrag mehr als die Präsi. Ist es auf die Zielgruppe zugeschnitten, gut aufgebaut, gut erklärt. Ich hoffe, dass sie dann was gelernt haben, egal ob sie das auswendig gelernt haben oder komplett frei sprechen.

    Mache ich genauso. Man bemerkt ja auch sehr schnell, ob jemand den Präsentationstext nur auswendig gelernt hat. Das gibt ebenfalls Punktabzüge.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich denke, ein Großteil unserer Schüler scheitert bei der Ausbildungsplatzsuche an den Einstellungstests, weil sie einfach wirklich katastrophal gruselig schreiben, Aufgabenstellungen nicht verstehen und dergleichen.

    Ach so, dazu wollte ich noch etwas schreiben. Wir haben festgestellt, dass bei uns in der Region nur die wenigsten Betriebe Einstellungstests durchführen; insbesondere die kleineren bis mittelgroßen nicht. Die SuS kommen in den meisten Fällen über Praktika an einen Ausbildungsplatz.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Mit dem Problem, wie man in Zeiten von KI Leistungen bewertet, müssen sich ja fast alle rumschlagen ... Verbindliche Regeln gibt es da mMn noch nicht.

    In der Neufassung der APO für NRW wird die Passage enthalten sein, dass eine Präsentation, bei der das Fachgespräch nicht ausreichend ist, ebenfalls im Gesamten niemals ausreichend sein kann.

    KI nutzen ist ok, KI unverstanden nutzen, ist nicht ok.

  • In der Neufassung der APO für NRW wird die Passage enthalten sein, dass eine Präsentation, bei der das Fachgespräch nicht ausreichend ist, ebenfalls im Gesamten niemals ausreichend sein kann.

    KI nutzen ist ok, KI unverstanden nutzen, ist nicht ok.

    In RLP ist es schon in Teilen ähnlich:

    In unseren HBFen (Assistentenausbildung --> bspw. staatlich geprüfte(r) Sozialssistent(in) + FH-Reife) muss im Assistenten-Abschluss ein Projekt bearbeitet werden (als eine von drei in die Prüfungsnote einfließenden Leistungen: 1. Vornote aus zwei Jahren 2. Projekt und 3. Gesamtnote der schriftlichen Prüfungen).

    Es gibt beim Projekt eine Präsentation + Fachgespräch/Kolloquium, die neben der Ausführung des Projekts benotet wird. Egal, wie das Projekt selbst erfolgreich bearbeitet wurde - also bspw. ein perfektes Projektergebnis abgeliefert wurde - führt die Teil-Note mangelhaft oder ungenügend in Präsentation + Fachgespräch zum Durchfallen. Die Landesverordnung stammt noch aus 2019, hat hier aber eine Regelung, die in KI-Zeiten hilfreich ist. Wenn jemand mit KI gearbeitet hat, aber alles durchdrungen, kommt die Person (mit einer guten Note) durch. Wenn jemand seine mit Hilfe von KI gelöste Projektaufgabe nicht durchdrungen hat, fällt die Person durch.

    Das Durchfallen kommt in den letzten Durchläufen vermehrt vor und wir erkennen da deutlich das Muster von unverstandener KI-Nutzung.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Wie geschrieben, in Baden-Württemberg darf seit diesem Schuljahr nichts mehr gewertet werden, was zuhause angefertigt wurde. Es zählt für die Note also nur Kolloquium etc.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Wie geschrieben, in Baden-Württemberg darf seit diesem Schuljahr nichts mehr gewertet werden, was zuhause angefertigt wurde. Es zählt für die Note also nur Kolloquium etc.

    Hausaufgaben und dergleichen durften schon vorher nicht gewertet werden. Und ganz konkret steht in der Notenbildungsverordnung jetzt das: "Wurde eine Leistung ganz oder teilweise außerhalb des Unterrichts erbracht, schließt sich hieran eine Präsentation durch die Schülerin oder den Schüler sowie ein Reflexionsgespräch mit der Lehrkraft an, die wesentliche Grundlage für die Bewertung sind." Die Präsentation, die Zuhause vorbereitet wurde, ist immer noch die Grundlage der Bewertung, aber eben ausdrücklich in Verbindung mit einem Reflexionsgespräch. Die NVO formuliert es also nicht ganz so scharf.

  • Hausaufgaben und dergleichen durften schon vorher nicht gewertet werden. Und ganz konkret steht in der Notenbildungsverordnung jetzt das: "Wurde eine Leistung ganz oder teilweise außerhalb des Unterrichts erbracht, schließt sich hieran eine Präsentation durch die Schülerin oder den Schüler sowie ein Reflexionsgespräch mit der Lehrkraft an, die wesentliche Grundlage für die Bewertung sind." Die Präsentation, die Zuhause vorbereitet wurde, ist immer noch die Grundlage der Bewertung, aber eben ausdrücklich in Verbindung mit einem Reflexionsgespräch. Die NVO formuliert es also nicht ganz so scharf.

    Definiere wesentlich. Wenn jemand dank KI eine gute PPP hat, aber das Kolloquium mit mangelhaft ablegt, weil er nur aus der PPP ablesen kann, erhält er bei dir welche Note?

    Dein vorletzter Satz ist deine Interpretation, Grundlage ist eben nicht die zuhause angefertigte PPP.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ganz ehrlich, wer braucht dieses PPP-Brimborium? Machen wir doch einfach 'ne weitere mündliche Prüfung und sparen uns den Tanz.

    Man fragt sich, wofür das gut ist.

  • Definiere wesentlich. Wenn jemand dank KI eine gute PPP hat, aber das Kolloquium mit mangelhaft ablegt, weil er nur aus der PPP ablesen kann, erhält er bei dir welche Note?

    Dein vorletzter Satz ist deine Interpretation, Grundlage ist eben nicht die zuhause angefertigte PPP.

    Die NVO nennt sowohl die Präsentation als auch das Reflexionsgespräch als Grundlage der Bewertung. Nirgendwo steht, dass "nur das Kolloquium zählt". Das ist wiederum deine Interpretation.

    Mit "Präsentation" meine ich übrigens nicht die PPP-Datei, die womöglich von einer KI generiert wurde. Ich meine den Vortrag, der in der Schule gehalten wird, aber Zuhause vorbereitet wurde. Wenn der Schüler nur abliest, dann ist auch der Präsentationsteil (zumindest in meinen Fächern) schon mangelhaft, auch ganz ohne Kolloquium.

  • Kris24 das Kolloquium enthält nach deiner Definition dann wahrscheinlich die Präsentation und besteht eben nicht nur aus dem Reflexionsgespräch, oder? Wenn ja, dann ziehe ich meinen Einwand zurück. An den Schulen, die ich bisher gearbeitet habe, verwenden die KuK "Kolloquium" immer gleichbedeutend mit Reflexionsgespräch. Die Präsentation wäre demnach nicht Teil davon.

  • Vielleicht zeigen die Präsentationskünste mancher US-amerikanischer Pressesprecherinnen, dass es die Berücksichtigung innerhalb des deutschen Schulsystems durchaus Sinn macht.

  • Die Präsentation wäre demnach nicht Teil davon.

    Umgekehrt: ein (kleines) Kolloquium gehört zum Vortrag. Wer einen Vortrag vorbereitet hat, muss in der Lage sein, auch auf Publikums(nach)fragen zu dem Thema entsprechend zu reagieren. Und da darf nicht bei jeder Nachfrage, deren Antwort nicht 1:1 auf den Folien steht, Nichts oder nur Falsches kommen.

    Kris24 In unserer Sprengelsitzung wurde vorgeschlagen, praktische GFS auszuprobieren. Da müssen die Schüler einen Nachmittag kommen, ein Experiment durchführen und ein Protokoll schreiben. Je nach Altersstufe kann man im Auswertungsteil mehr oder weniger schwere Überlegungen fordern. Gibt es die überlegun für Chemie auch?

    LG DFU

  • Umgekehrt: ein (kleines) Kolloquium gehört zum Vortrag. Wer einen Vortrag vorbereitet hat, muss in der Lage sein, auch auf Publikums(nach)fragen zu dem Thema entsprechend zu reagieren. Und da darf nicht bei jeder Nachfrage, deren Antwort nicht 1:1 auf den Folien steht, Nichts oder nur Falsches kommen.

    Kris24 In unserer Sprengelsitzung wurde vorgeschlagen, praktische GFS auszuprobieren. Da müssen die Schüler einen Nachmittag kommen, ein Experiment durchführen und ein Protokoll schreiben. Je nach Altersstufe kann man im Auswertungsteil mehr oder weniger schwere Überlegungen fordern. Gibt es die überlegun für Chemie auch?

    Ja, ich habe bisher nur Präsentationen mit Versuch vergeben, auch vor KI, weil es auch davor schon Hilfe von Familie gab. Allerdings müssen die Schüler den Versuch vor den Mitschülern vorführen und erklären, der Übungsversuch und die verpflichtende Vorbesprechung findet am Nachmittag vor der Präsentation statt. Protokoll und Auswertung kann auch die KI übernehmen.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ganz ehrlich, wer braucht dieses PPP-Brimborium? Machen wir doch einfach 'ne weitere mündliche Prüfung und sparen uns den Tanz.

    In Baden-Württemberg ist an Gymnasien eine GFS Pflicht, sie zählt soviel wie eine Klassenarbeit. Das kann alles mögliche sein. Früher haben manche KollegInnen reine Hausarbeiten vergeben, da fand ich eine Präsentation mit Plakat oder PP schon besser. Hilfe gibt es ja nicht erst seit KI.

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  • Mit "Präsentation" meine ich übrigens nicht die PPP-Datei, die womöglich von einer KI generiert wurde. Ich meine den Vortrag, der in der Schule gehalten wird, aber Zuhause vorbereitet wurde. Wenn der Schüler nur abliest, dann ist auch der Präsentationsteil (zumindest in meinen Fächern) schon mangelhaft, auch ganz ohne Kolloquium.

    PPP heißt doch Powerpointpräsentation ist also die Datei und wenn sie abgelesen wird...

    Wir sind also derselben Ansicht.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

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