Teilzeit aus gesundheitlichen Gründen / Teildienstfähigkeit NRW

  • Das Ganze greift wahrscheinlich ganz speziell da, wo sowieso schon Personalnot besteht. In dem Moment wo es in einem "Beritt" hohe Ausfallzeiten von Stunden gibt, da fragt das Schulministerium sofort nach, ob den der Erlass von Frau Ministerin auch brav eingehalten wird. Und da möchte man dann keine Angriffspunkte liefern. Und die Genehmigung von Teilzeit so einfach auf Zuruf ist dann ein Punkt an dem sich die Bezirksregierung angreifbar macht. Denn der Erlass von Frau Feller zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung ist ja immer noch in Kraft und danach soll voraussetzungslose Teilzeit eben sehr genau geprüft werden. Mit der Feststellung einer Teildienstfähigkeit ist die Dienststelle sozusagen "reingewaschen" . Diese Teilzeit entziehen sich jeder Diskussion mit dem Ministerium genauso wie alle Teilzeiten aus familliären Gründen. Auch Teilzeit auf Grund von Schwerbehinderung (oder Gleichstellung) ist raus, da der Rechtsanspruch im SGB IX festgeschrieben ist.

    Ich zitiere mal aus dem Handlungskonzept das Frau Feller 2022 herausgegeben hat:

    "Anträge der Lehrkräfte auf Teilzeitbeschäftigung, die nicht im Zusammenhang mit familiären Gründen stehen (z. B. Kinderbetreuung oder Pflege eines nahen Angehörigen), werden intensiv geprüft, ob im Einzelfall dienstliche Gründe einer Genehmigung (im beantragten Umfang) entgegenstehen."

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

    Einmal editiert, zuletzt von chemikus08 (28. Oktober 2026 11:11)

  • Ich würde die Teildienstfähigkeit jetzt nicht so negativ sehen.
    Sie hat auch Vorteile für den Betroffenen, z.B. dass du die Hälfte der ermäßigten Stunden bezahlt bekommst.

    Wenn dich der Amtsarzt komlett zur Ruhe setzen will, kannst du dich ersten dagegen wehren und zweitens wäre das für mich persönlich ein Zeichen genau darüber nachzudenken, ob das nicht viielleicht wirklich besser für mich ist. Auch wenn die Perspektive zunächst Angst macht.

    Wir haben bei uns einige Teildienstfähigkeiten. Bei keinem dieser Fälle stand zu irgendeinem Zeitpunkt die Zuruhesetzung im Raum.

  • Bei uns wurde abgelehnt, mind. eine Kollegin musste Vollzeit arbeiten. Wie es aktuell ist, weiß ich gerade nicht.
    Also nicht mal innerhalb der BR einheitlich…

    wurde es von der BR so entschieden oder hat die SL eine negative Stellungnahme unter dem Antrag geschrieben (Kollegin /Stunden unabkömmlich, o.Ä.)

  • wurde es von der BR so entschieden oder hat die SL eine negative Stellungnahme unter dem Antrag geschrieben (Kollegin /Stunden unabkömmlich, o.Ä.)

    Nee, kam tatsächlich von der BR, da es dann auch eine Herausforderung war, die zusätzlichen Stunden sinnvoll zu verteilen, da beide Fächer gut besetzt sind… war aber kurz nach Inkrafttreten des neuen Erlasses, evtl. wird es nun wieder lockerer gehandhabt, das weiß ich nicht.

  • Karl-Dieter Nein, das habe ich noch nicht. Hat viel mit Stolz, Scham und dem Gefühl zu tun, das Bild, das andere von einem haben, aufrecht erhalten zu wollen. Liegt nicht an meiner Schulleitung, die sind sehr offen und zugewandt. Es wird für mich aber der nächste Schritt sein. Ich wollte mich hier nur erstmal informieren, welche Möglichkeiten es gibt und wie es rechtlich aussieht usw. Meine Schulleitung kann ja leider auch nicht zaubern und da wir auf dem Papier unterbesetzt sind, weiß ich gar nicht, ob die Schulleitung einem Antrag überhaupt zustimmen dürfte, selbst wenn sie es wollen würden bzw. der Antrag dann nicht trotzdem weiter oben abgelehnt würde.

  • kodi Danke für deine Nachricht. Dass die Teildienftfähigkeit an sich eigentlich kein Nachteil ist, sondern, finanziell und durch die untersagte Mehrarbeit, sogar Vorteile hat, habe ich auch schon gelesen. Trotzdem fühlt es sich natürlich irgendwie anders, weniger selbstbestimmt an. (Aber das ist ja vielleicht auch ein Ego Ding.)
    Wenn das aber eben nunmal aktuell das Verfahren ist, dann ist es eben so und dann bleibt mir ja auch nichts anders übrig, wenn eine volle Stelle für mich nicht mehr geht.
    Da ich bisher nach Außen noch ein relativ gut funktionierendes Mitglied meiner Schulgemeinschaft bin, sehe ich für mich auch nicht die Gefahr, dass jemand mich komplett dienstunfähig schreiben würde, denn dafür gibt es einfach keine Grundlage.
    Es könnte eher passieren, dass man meinen Leidensdruck anzweifelt, da ich nach Außen noch ziemlich gut funktioniere und auch meine Fehlzeiten noch im Rahmen sind und man meldet sich ja auch nicht wegen "Überforderung" krank, sondern eher wegen den Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen oder häufigen Infekten.

  • Ich möchte hier den Optimismus auch nicht stören, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Teildienstfähigkeit bei einer Person ohne relevante Diagnosen (bzw. da steht nur "in Behandlung"), ohne größere Ausfallzeiten, ohne dass die Problematik irgendwie Aktenkundig ist, durchgeht.


    Meiner Meinung nach ist das sinnvollste, dass hier das Gespräch mit der Schulleitung gesucht wird. Manchmal liegt die Problematik auch in der Strukturierung der Arbeit, ich kenne auch einige Kollegen, bei denen wundert mich das nicht, dass die überlastet sind. Und da hilft es, wenn du dich da auch mal von deiner Schulleitung beraten lässt.

    Das soll jetzt ggf. vorhandene medizinische Diagnosen nicht abwerten, aber das ist auch ein Aspekt der beachtet werden sollte.

  • Wenn die TE schreibt, dass der Unterricht die zentrale Belastung ist, kann man sich vorstellen, wo das Problem liegt. Diese Schülergeneration wird nicht weniger anstrengend, weil man seine Arbeit anders organisiert. Ich habe auch nicht wegen schlechter Arbeitsorganisation reduziert, sondern weil ich diese Schülerschaft nur eine begrenzte Anzahl Stunden in der Woche/am Tag ertragen kann.

    Ich fürchte aber auch, dass es "aus dem Nichts" schwierig werden könnte.

  • Karl-Dieter Die Behandlung ist mit einer Diagnose verbunden. Natürlich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht. Bisher "funktioniere" ich weitestgehend, meine Krankentage sind durchschnittlich und ich bin auch noch nicht weinend in der Schule zusammengebrochen, wobei ich durchaus schon mehrfach kurz davor war und einmal habe ich mich tatsächlich mitten am Schultag abgemeldet, weil ich es nicht mehr hätte aufhalten können - habe natürlich einen anderen Grund genannt.
    Ich denke nicht, dass dort jemandem bewusst ist, wie überlastet ich bin.

    Ich habe auch die Befürchtung, dass es so aus dem Nichts heraus nicht direkt zu einer Teildienstfähigkeit/Teilzeit aus gesundheitlichen Gründen kommen wird und es ist ja sowieso der erste Schritt, zur Schulleitung zu gehen. Die sind aber in ihren Möglichkeiten ja auch eingeschränkt, selbst wenn sie mir, so weit es möglich ist, entgegenkommen wollen. Mir bleibt aber ja auch nichts anderes übrig, als den Weg über die Beantragung von Teilzeit aus gesundheitlichen Gründen zu gehen und dann zu sehen, was passiert.

    Wie Maylin85 schreibt, sind es auch bei mir die vollen Tage mit anstrengenden Lerngruppen, die mir zu schaffen machen. Ich gehöre nicht zu denen, die ihre Freizeit für die Schule aufopfern und deswegen am Stock gehen. Ich überschreite meine Arbeitszeit nicht. Ich gehöre auch nicht zu denen, die sich jedes Schicksal so zu Herzen nehmen, dass sie nachts nicht schlafen können.
    Es sind bei mir einfach die langen Tage mit anstrengenden Klassen. Mein Akku/meine Nerven reichen dafür einfach nicht aus, was dann wiederum dazu führt, dass ich mich da, wo es besonders nötig wäre, nicht durchsetzen kann, weil ich einfach keine Energie mehr habe.

    Ich habe auch kaum noch Energie, in meiner Freizeit irgendwas zu unternehmen, so dass ich hier auch Dinge vernachlässige, die mir gut tun würden.
    Hätte ich weniger Stunden pro Tag, dann, so hoffe ich, würde es mich nicht mehr so überfordern. Aktuell fühlt es sich für mich einfach wie eine Abwärtsspirale an.

  • Wenn die TE schreibt, dass der Unterricht die zentrale Belastung ist, kann man sich vorstellen, wo das Problem liegt. Diese Schülergeneration wird nicht weniger anstrengend, weil man seine Arbeit anders organisiert. Ich habe auch nicht wegen schlechter Arbeitsorganisation reduziert,

    Mir ist durchaus klar, dass Unterricht nicht nur wegen ungünstiger Arbeitsorganisation eine Belastung sein kann. Das war auch nur ein Beispiel ("manchmal"), deswegen sollte (und muss) man eigentlich mit der Schulleitung zusammen gucken, was eigentlich ganz konkret die Belastungsfaktoren sind und was Schule da auch schon machen kann.

  • Es ist ja nicht aus dem Nichts heraus. Viele der betroffenen KollegInnen arbeiten schon seit Jahren auf Teilzeit. Das machen sie nicht wegen einer reichen Erbschaft sondern weil sie schon seit Jahren mehr aus gesundheitlichen Gründen nicht schaffen. Bislang hat da nur niemand nach gefragt und man hat auf "eigene Rechnung " reduziert. Wenn jetzt aus dem Nichts heraus der Arbeitgeber sagt, dass es Teilzeit so nicht mehr gibt und derjenige der gesunheitlich nicht mehr kann, dass dann bitteschön in Form einer Teildienstfähigkeit klären soll dann ist das so. Jeder Arzt der klar bei Verstand ist, wird kein Verständnis für einen Arbeitgeber haben, dem die freiwillige Selbsteinschätzung zur Arbeitsfähigkeit nicht ausreicht um Teilzeit zu gewähren. Hier ist das Verständnis bei der Ärzteschaft sehr groß. Denn niemand möchte, dass die Kollegin dann bitteschön erstmal Vollzeit arbeitet bis sie umkippt um dann nach sechs Monaten Psychoklinik und weiteren sechs Monaten Wiedereingliederung das Attest für die Teildienstfähigkeit zu bekommen. Unsere Ärzte halten uns gemeinhin schon für fähig die eigene Leistungsgähigkeit selber einzuschätzen.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

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