e-mail Adresse, Handynummer für Schüler??

  • Ich bekomme mal wieder die Krise. Ich unterrichte an unserer Schule (Berufskolleg) in mehreren Abteilungen. Eine davon ist wirklich extrem, 100% Einsatz reicht hier nicht. Die Schüler lernen schon im 1. Lehrjahr, wer hier den Ton angibt, nämlich die Schüler...
    Ich bin als sehr freundliche, meist gut gelaunte und somit beliebte Lehrerin bekannt, (hört sich jetzt doof an) und durchaus schülerfreundich, aber das geht meiner Meinung nach zu weit.
    Mir wurde schon mehrfach mehr oder weniger deutlich vorgeworfen, dass ich meine e-mail Adresse nicht an Schüler weitergebe. Dann kommen so mails wie (Wir schreiben ja morgen eine KA. Kommen die Seiten xy auch vor?) Obwohl das natürlich vorher geklärt war. Die Schüler können mich gerne in der Schule ansprechen, aber ich möchte nicht per mail in Schülerkontakt treten.
    Und nun sollen alle Kollegen in den Klassen Ihre Handynummern bekanntgeben, damit Dinge auch mal kurzfristig geklärt werden können ( falls man mal nicht innerhalb von 24 h) auf eine mail reagiert.
    Geht's noch??? Wie macht ihr das?

    Das Leben ist kein Ponyhof! Meins schon ;)

  • Da würde ich mir ein Wertkartenhandy zulegen, welches nur für den Schulbereich alleine gilt. Das würde ich dann nur zu bestimmten Zeiten einschalten, alles andere geht auf die Mailbox. Wenn man alle Daten eingibt, weiß man genau, von wem der Anruf gekommen ist.
    Ebenso würde ich für den schulischen Bereich eine Extra Mailadresse z.B. hotmail oder so einrichten. Dann kannst du das genau trennen.
    LG Grille

  • Meine Schüler haben Handynummer und Emailadresse und z.T. sogar die Privatnummer. Es ruft sehr selten jemand an, es gibt keine Telefonstreiche oder Ähnliches - ich hatte einfach noch nie Probleme damit :)


    Falls du Bedenken hast, find ich die Sache mit dem Prepaid-Handy eine super Lösung.

  • Ich würde es nicht tun. Aus Prinzip nicht. Nichts ist so wichtig, dass es nciht bis zum nächsten Tag warten kann bzw. es am Tag zuvor hätte erfragt werden können. So erziehst du sie dir zu immer mehr Schusseligkeit.
    Ich habe auch nicht die private Handynummer bsp. meiner Physiotherapeutin, um sie anzurufen, wenn ich spontan Lust auf Dehnübungen habe und nicht mehr weiß, welches Bein zuerst angewinkelt werden muss...
    Alternative wäre für mich eine 0190er Nummer, wobei ich nicht weiß, wie ich DAS dann in der Steuererklärung unter "weitere Einkünfte" verbuchen sollte...

  • Ich steh im Telefonbuch - wer meint, er müsse mich anrufen, kann das gerne tun, aber zu bestimmten Zeiten ist der Anrufbeantworter dran.



    Ich habe eine email-Adresse, dich ich Schülern gebe, die bei mir Facharbeit schreiben oder Abiturprüfung, damit sie mich auch zur Not in den Ferien gut erreichen können. Wann ich diese Mail abrufe und beantworte, ist mir überlassen (vernünftiger Zeitrahmen allerdings sollte gewahrt sein). Bei dummen Fragen gibt es eine noch dümmere Antwort zurück. Der Aufwand hält sich wirklich in Grenzen, die Schüler/innen klären das meist lieber in der Schule.


    Zum Handy: ich habe keins - jedenfalls kein "berufliches". Wenn die Schule will, dass ich eine Handynummer den Schülern gebe, soll sie mir ein Handy stellen.

  • Zitat

    Original von Nighthawk
    Wenn die Schule will, dass ich eine Handynummer den Schülern gebe, soll sie mir ein Handy stellen.


    Das möchte ich hier mal ganz dick unterstreichen! Auf keinen Fall das eigene, private Handy einsetzen!

  • Zitat

    Original von Hasi007
    Und nun sollen alle Kollegen in den Klassen Ihre Handynummern bekanntgeben, damit Dinge auch mal kurzfristig geklärt werden können ( falls man mal nicht innerhalb von 24 h) auf eine mail reagiert.


    D.h. eure Schulleitung spendiert euch ein Diensthandy? Das kannst du dann neben den von der Schule bezahlten Computer + DSL-Anschluss legen, mit dem du die Schüler-E-Mails beantwortest!
    Ist doch eine tolle Sache...


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Meine SuS haben weder meine Handynummer, noch meine Festnetznummer (die steht auch nicht im Telefonbuch) noch meine E-Mailadresse.
    Ich bin an vier Tagen die Woche von 8.00 bis 15.45 Uhr in der Schule für alle ansprechbar und erreichbar. Das muss ausreichen. Ich habe auch noch ein Privatleben und da möchte ich nicht ständig zwischendurch von Schülern oder Eltern angesprochen werden.

  • Genau so sehe ich das aus. Ich habe sogar eine e-mail Adresse an der Schule, wurde für alle Kollegen eingerichtet. Wird auch von mir genutzt, wenn ich mal auf ner Fortbildung bin, bei Schulbuchvertretern o.ä.
    Mich ärgert aber, dass ja auch verlangt wird, dass man Schülern und Kollegen innerhalb kürzester Zeit antwortet.
    Zum Beispiel:
    7.40Uhr (Unterrichtsbeginn 8.00 Uhr) "Hast Du meine mail noch gelesen? Ich hatte Dich gebeten heute in der Unterstufe das Thema XY vorzuziehen, da ich morgen das und das machen will?
    Nein, habe ich nicht gelesen? Wann hast Du die denn geschickt? Gestern gegen 20 Uhr!"



    Oder mein Abteilungsleiter beschwert sich, dass er Schülermails an mich über seinen! account an meine PRIVATemail-adresse weiter leiten muss, da ich meine Adresse ja nicht raus gebe...


    Die Schüler finden es mittlerweile spießig bzw. meinen sie, dass man mit den Lehrern, die nicht alle Daten zur Verfügung stellen, nicht zusammenarbeiten kann...


    Nein, ich reg mich nicht auf!

    Das Leben ist kein Ponyhof! Meins schon ;)

  • Meine Schüler haben meine email-Adresse, z.B. wenn sie mir handouts rechtzeitig zukommen lassen sollen oder Sachen ausgedruckt werden müssen (da im Computerraum der Schule kein Drucker steht), wenn die Eltern Termine ausmachen möchten oder sonst was. Andere Fragen sind bis dato noch nie gestellt worden.
    Email empfinde ich heutzutage aber tatsächlich als recht selbstverständlich und auch sehr komfortabel, da ich entscheiden kann, wann ich antworte (und im Zweifel auch etwas länger über eine Antwort nachdenken kann).


    Handynummer habe ich nur einmal rausgegeben, als ich mit einer Klasse in der Schule übernachtet habe, für den Notfall. Die hat nur eine Mutter genutzt... um mir für den besonderen Einsatz und die Idee mit der Übernachtung zu danken. :)


    Nachtrag: Allerdings haben sie nicht meine private Email-Adresse, sondern eine, die ich extra dafür angelegt habe. So entscheide ich, wann ich privat und wann "schulisch" bin.

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

    Einmal editiert, zuletzt von katta ()

  • ich habe eine E-mail-Adresse eingerichtet speziell für Schüler- und Elternkontakte. Den Schülern habe ich damit auch Arbeitstexte als Anhang zugemailt.
    So mancher Schüler ruft aber NCHT täglich seine E-mails ab, und manche erreiche ich gar nicht, weil deren Speicher voll ist - ich kriege dann eine Fehlermeldung vom System, dass die Mail nicht zugestellt werden konnte, und der Schüler sagt in der nächsten Unterrichtsstunde treuherzig mit Dackelblick: "Also bei mir ist keine Mail von Ihnen angekommen, ehrlich nicht."
    Ich habe denen schon oft erklärt, dass sie alte Mails löschen müssen oder bei "Einstellungen" festlegen, dass die eingegangenen Mails NICHT auf dem Server bleiben sollen, aber da hört nicht jeder drauf - von daher ist die Erreichbarkeit der Schüler nicht so zuverlässig, wie ich gedacht hätte.


    Gruß,


    putzi

    "I think it would be a great idea." (Mohandas Karamchand Gandhi when asked what he thought of western civilization)

  • Handy Nr. und Email-Adresse gebe ich nur an Kollegen bzw. SL aus, auf keinen Fall an Schüler.


    Meine Festnetznr. ist den Schülern und Eltern bekannt; wird auch genutzt, aber nicht übermäßig.
    Und wenn ich keinen Bock habe, gehe ich einfach nicht dran.
    AB hab ich nicht eingerichtet, weil ich nicht einsehe, die Eltern zurückzurufen, kostet ja schließlich alles Geld :)
    Wenns wichtig ist, können die mich ja auch jeden Tag in der Schule erreichen.

  • Ich glaube, es handelt sich hier um ein grundsätzliches Problem an dieser Schule von Hasi007. Die Email-Geschichte ist nur eine Folge daraus.


    Es hört sich nämlich so an, als müsstest Du ganz schon "herumspringen" und zwar nicht nur bei Schülern sondern auch bei Kollegen. Es wird an Dir "herumgezogen". Ich würde da eine Lösung suchen.
    Du sollst immer für alle und überall verfügbar sein. Das geht zu weit! Lassen sich das alle an der Schule gefallen?
    Hat jemand Tipps? Personalrat etc?


    Gruß
    Anna

  • Sagen wir es mal so, alle in dieser Abteilung (außer einem Kollegen und mir) lassen sich das gefallen bzw. sehen das als selbstverständlich an (übrigens alle ohne Partner, ohne Kinder). Ob das Zufall ist? Ich denke nicht.
    Es stimmt, es betrifft viele Bereiche. Bei uns werden z.B. KA meist von mehreren Kollegen gestellt, da fächerübergreifend unterrichtet wird). Am Fr wurden dann einem Kollegen von mir 22 KA mit den Worten übergeben, er könne die jetzt korrigieren. Die anderen Kollegen hätten ihre Teile schon korrigiert und die Arbeit soll Mo in der 3. Stunde zurückgegeben werden. Schließlich wurde die Arbeit ja schon letzten Mi geschrieben...
    Ich könnte noch tausend solcher Beispiele geben.
    Ich hoffe, dass ich mich im nächsten Schuljahr endgültig aus dieser Abteilung verabschieden kann...

    Das Leben ist kein Ponyhof! Meins schon ;)

  • Ich habe eine E-mail-Adresse der Schule. Diese gebe ich den Schülern in den ersten Stunden bekannt und auch den Eltern und Betrieben am so genannten Pflegschaftsabend.


    Meine private E-mail-Adresse ist tabu. Außer für engste Kollegen.


    Handy-und Festnetznummer stehen bei mir sogar im Telefonbuch. Aber irgendwie hat mich noch nie jemand von der Schule darauf angerufen.


    Ich genieße die Kommunikation per E-mail. Sei's mit Schülern (sehr, sehr selten), Eltern oder Betrieben.
    Mir wäre es recht, wenn dies mehrere Lehrer so sehen würden.
    Bei uns ist es nämlich eher so, dass man eine Mail an 10 Lehrer schickt und gerade mal von 2 eine Antwort bekommt. Die 8 melden sich gar nicht oder sind irgendwann erstaunt: "Ach, hast du mir da etwas geschickt?"


    Aber, um ehrlich zu sein, unser RP macht's ähnlich. Warum soll es dann an den Schulen anders laufen.
    Bewerbungsschluss im März, Einladung im November. Behördenmühlen mahlen langsam.....


    Gruß
    Super-Lion

  • Ich bin da recht offen und habe es bisher nicht bereut.


    E-Mail-Adresse haben alle meine Schüler - allerdings eine extra für die Schule eingerichtete.
    Und ich finde E-Mails immer viel entspannter als Telefonate - ich kann mir Zeit zum Antworten lassen, kann mir Formulierungen durch den Kopf gehen lassen, gebe so keine überstürzten Kommentare/Anordnungen/was auch immer heraus, die ich später bereue.
    Deshalb gibt's von mir auch keine Handynummer.
    Und Mails kommen wirklich sehr selten -- in 98% sind es Fragen wegen Referats-Terminen, Handouts und sowas, also genau das, wofür ich die Mailadresse auch eingerichtet habe.


    Inzwischen habe ich mir auch eine Zweit-ICQ-Nummer eingerichtet.
    Damit ich mit dieser offline gehen kann, wenn mich Schüler nerven und ich trotzdem mit meinen privaten Kontakten kommunizieren will.


    Überraschenderweise ist das aber nicht einmal nötig.
    Das Angebot wird nur von einem Bruchteil der Schüler wahrgenommen und selbst von denen "nervt" mich keiner wirklich.
    Ein-, zweimal kamen ein paar (Fach-)Fragen vor Tests, aber das freut mich eher als das es stört - ich merke, dass sie sich mit dem Fach, mit dem Stoff, beschäftigen.
    Ab und zu schreiben auch mal welche was Persönliches - auch das freut mich, es ist schön, einen guten Draht zu seinen Schülern zu haben.

  • Ich besitze kein Handy, gerade weil ich nicht ständig erreichbar sein will, das bezieht sich nicht nur auf die Schule.


    Auf meine Schul-Emailadresse, die jeder Lehrer hat und die manche nutzen, lasse ich mir manchmal Hausaufgaben schicken und die Schüler können Fragen stellen.
    Allerdings gibt es auch Tage, da rufe ich gar keine Mails ab. Mitteilungen von Kollege zu Kollege laufen über die Fächer im Lehrerzimmer, da schaue ich täglich rein. Auch die Schüler können mir jederzeit etwas ins Fach legen lassen.

  • Das muss jeder für sich entscheiden.


    Es gibt allerdings auch Schulen, die ihren Lehrern per Konferenzbeschluss untersagt haben, private Telefonnummern und Emailadressen rauszugeben.


    Exisitiert ein solcher Beschluss jedoch nicht, muss jeder selbst wissen, ob der das möchte. Ich gebe meine Telefonnummer und meine Emailadresse normalerweise raus und habe damit keine schlechte Erfahrungen gemacht.


    Allerdings wissen andere Lehrer zu berichten, dass sie von Eltern (!!!) am Sonntag um 8 Uhr morgens angerufen wurden wegen ihrgendwelcher Probleme.


    Manche lösen das auch so, dass sie zwei verschiedene Telefonnummern mit zwei verschiedenen Apparaten haben. Eltern und Schüler kriegen dann nur die "dienstliche" Nummer. Und der dazugehörige Apparat wird dann zu bestimmten Zeiten einfach abgestöpselt, so hat man dann doch Privatsphäre...

    Auszug aus Hartmut von Hentigs Sokratischem Eid: "Als Lehrer/in und Erzieher/in verpflichte ich mich, [...] für seine [des Kindes] körperliche und seelische Unversehrtheit einzustehen."


    Hentig im Jahre 2010 über den geständigen Pädophilen Gerold Becker: "Mein Freund bleibt mein Freund."

  • Zitat

    Original von Shadow
    AB hab ich nicht eingerichtet, weil ich nicht einsehe, die Eltern zurückzurufen, kostet ja schließlich alles Geld :)


    Auf einen Anrufbeantworter zu verzichten, nur weil da auch mal Eltern drauf sein könnten, die man dann zurückrufen muss (gibt's da einen Automatismus, von dem ich nichts weiß?), das wär mir zu blöd.

    "Die Welt ist kein romantischer Ort mehr.
    Einige Menschen in dieser Welt sind es aber trotzdem noch.
    Und darin liegt die Hoffnung…
    Lass die Welt nicht gewinnen, Ally McBeal."

  • Zitat

    Original von LehrermitLeib&Seele


    Es gibt allerdings auch Schulen, die ihren Lehrern per Konferenzbeschluss untersagt haben, private Telefonnummern und Emailadressen rauszugeben.


    Einen derartigen Beschluss halte ich für rechtswidrig. Was der einzelne Kollege mit privaten Daten (Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind private Daten) macht, kann nicht Gegenstand eines Konferenzbeschlusses sein.


    Klar ist aber: Schulleitung und Sekretariat dürfen nie private Daten von Lehrern herausgeben, weder auf Befragen noch auf der Schulhomepage.

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